Zürich: Langstrasse bald autofrei?
Es tut sich was in Zürich in Richtung “mehr Lebensqualität”. Nach einem Bericht des Tagesanzeigers wird derzeit die Sperrung der Langstrasse für den privaten Strassenverkehr geprüft:
Eine von den Gemeinderäten Robert Schönbächler (CVP) und Daniel Leupi (Grüne) überwiesene Motion hat eine bessere Verkehrsführung im Langstrassenquartier bereits angeregt. Darin enthalten ist auch der Vorschlag, die Langstrasse zwischen der Stauffacher- und Militärstrasse als Fussgängerbereich zu gestalten. [..] Daraus sind nun zwei mögliche Verkehrsregimes entstanden: Ein erstes sieht vor, dass die Langstrasse rund um die Uhr vom Durchgangsverkehr befreit wird. Nur noch Velofahrer, FussgängerInnen, Taxis und der Bus sollen verkehren. Regime zwei sieht zwei verschiedene Lösungen für den Verkehr während des Tages und der Nacht vor: Tagsüber soll in der Langstrasse ausser Bussen, Taxis und Velos kein Verkehr zirkulieren.
Ein schöner Ansatz respektive Anfang. Besonders die erste Variante gefällt mir. Sollen doch die Agglos mit den ÖV zum körperlichen Vergnügen fahren.
Esther Brunner hat sich darüberhinaus überlegt, wie man dieses interessante Konzept noch ausweiten könnte. Für Sie steht die Sperrung der ganzen Innenstadt zur Debatte. Ein schöner Gedanke, der allerdings von den Abgas- und Emissionsfreundlichen SVP/FDP Fraktion in Zürich torpediert werden wird. So schön dürfen es nur die Walliser in Zermatt oder Saas Fee haben. Die Goldküstenbewohner wollen schliesslich mit ihren Traktoren in der Innenstadt “Möbel” und sonstige sperrige Gegenstände kaufen…

am besten reisst man das ganze Langstrassenquartier ab macht einen schönen Vergnügungspark links und Rechts vom HB.
Dort gibt es nichts was nachher wirklich jemand vermisst.
was soll das denn schon wieder chevy. Ich habe lange im kreis 5 gewohnt. Nun wohne ich weit weg beim Balgrist-Spital. Und weisst du was..? Ich vermisse den Kreis 4 und 5 ungemein. Eine Liste von Vorteilen. Im Kreis 4 und 5:
- …kann ich immer Essen. 24 Stunden an 365 Tagen die Woche, jede Spezialität, die ich wünsche.
- …hat es immer Menschen auf der Strasse
- …ist Zürich eine Weltstadt
- …leben die unterschiedlichsten Rassen, Religionen und Schichten gemeinsam, ohne nennenswerte Probleme (im intern. Vergl.)
- …Treffe ich skurile Persönlichkeiten, die ich nirgendwo sonst antreffen würde.
- …ist die Hochburg der Kunst in Zürich.
- …florieren die kleinen Geschäfte noch.
die Liste liesse sich um manch ein Punkt verlängern.
Die Kreise 4 und 5 sind für mich die wichtigsten der Stadt, neben der Altstadt. Und Autofrei wärs nocheinmal geiler!
haha..
gruss pipo
Ich sags mal so: Leute, insbesondere Auswärtige, die vom Langstrassenquartier nur die Zimmer mit roter Beleuchtung (und die Sklavinnen darin) kennen, sehen die Sache so wie Chevy… :p
Die Kreise 4 und 5 von Zürich sind der einzige Ort in der Deutschschweiz, der ein wenig an eine Grossstadt erinnert. Zum Glück gibt es das! Die Schweiz droht mit einem Einfamilien- und Reihenhäuschenbrei veraargauiert zu werden – mit der dazugehörenden Kleinbürgerlichkeit. Das Langstrassenquartier ist der urbane Nabel der Schweiz östlich von Olten und nördlich der Alpen. Entsprechend sollten wir die Stadtentwicklung darauf ausrichten.
@Sandro
ich sehe die sache wie sie ist, je wärmer das Wetter ist je intensiver wird der geschmack von altem Frittieröl und Uringestank.
Und warum dort die kleinen geschäfte Florieren weiss ich noch al zu gut aus meiner Schulzeit. (Hatte im Budokan an der Rolandstrasse Sportunterricht)
Entweder verkaufen die Geschäfte Klamotten für die “Sklavinnen” oder verkaufen Gras, ich denke die verkaufen auch heute noch Gras, vermutlich auch andere Drogen.
aber chevy. Warst du schon einmal in Paris, Hamburg oder einer anderen, um den Vergleich nicht ungerecht zu gestalten, europäischen Stadt?
Ich empfinde den Urin-Gestank in Zürich, auch im Kreis 4 und 5 als nicht besonders schlimm. Nun, Gras kannst du auch im Seefeld, am Züriberg oder in Wollishofen kaufen. Das Koks kriegst du beim Paradeplatz um die Ecke.
Das Langstrassenquartier hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte erziehlt. Die SIP ist allgägenwärtig und macht ihren Job (Sicherheit, Integration, Prävention) meiner Meinung nach sehr gut. Sie pflegen einen kollegial-autoritären Umgang mit den Mädels vom Strassenstrich und kümmern sich um die unterste Schicht der Zürcher Bewohner.
Und auch wenn gewisse kleinbürgeliche Geister das Leben und Treiben dieses Quartiers nicht begrüssen oder nachvollziehen können, ist dieser Ort eine wichtige Oase der Kultur und Kulturen.
Und ausserdem, mir gefallen ja die rechtsbürgelichen Kampfhelveten auch nicht. Verlange deshalb trotzdem nicht, dass der Kanton Appenzell (nur ein Beispiel) abgerissen und ein überdimensionales multikulturelles Zentrum mit angesiedeltem Millieu hingepflanzt wird.
Lassen wir doch allen Gruppen der Kultur ihren Platz in unserer Gesellschaft.
Ironischerweise wird ja das von dir so verabscheute Millieu vorallem von wohlsituierten Paradeschweizer finanziert. Lustig nicht?
Noch was. Ich bin oft in der Liegenschaft vom Club Globe in Schwerzenbach (Habe dort mein Tonstudio). Dir würden sich wohl die Nackenhaare aufstellen, wenn du all die Männer in ihren schicken Autos vorfahren sehen würdest. Der Baby on Board-Kleber ist Programm… deine heile bürgerliche Schweiz hat eben nicht nur Sonnenseiten.
Nenn doch das Kind beim Namen: In ihren schicken SUV… (Cayenne, Vogue, Cherokee, da ist alles dabei)
Das mit dem Abreissen des Langstrassenquartiers finde ich gut. Dann all die Illegalen in Flugzeuge gepackt und weg damit…neue Häuser gabaut und das Quartier Drogen- Nutten- und Illegalenfrei gehalten.
APG, du klingst wie eine Parodie deiner selbst! =)
Und all die gutbürgerlichen Männlein, die dann nicht mehr ihren Trieben nachgehen können? Die vergewaltigen dann einfach ihre Ehefrauen gell? Hauptsache es geschieht hinter den verschlossenen Türen der Reiheneinfamilienhäuser und nicht offen in Zürich in den Kreisen 4 und 5.
Also, wenn du in der Schweiz für Lösung von sozialen Problemen zuständig wärst, ich würd glatt auswandern.
Reihenhäuschen ist gut, pipo. In ihren Villen mit Swimmingpool, mit denen sie dann noch den Rest der CH vollpappen können…
Ich muss schon sagen, die Diskussion hier hat groteske Ausmasse angenommen:
Zitat “[..]ist dieser Ort[Langstrasse] eine wichtige Oase der Kultur und Kulturen.”
Mit Verlaub. Ich sehe wirklich keine Erklärung dafür, weshalb ein halbwegs gebildetes, verantwortungsbewusstes und vernünftiges Individum die Verslummung und Kriminalisierung einer solchen Gegend befürworten, gar bejubeln kann. Für mich ist das Sozialromantik der untersten Schublade.
Zitat “Nenn doch das Kind [Freier] beim Namen: In ihren schicken SUV… (Cayenne, Vogue, Cherokee, da ist alles dabei)”
Du versuchst wohl verzweifelt alles schlechte irgendwie mit SUV’s in Verbindung zu bringen, auch wenn es noch so abstrus ist, was?
Wir haben am Platzspitz damals nur allzugut mitverfolgen können, wozu es führt, wenn man solches Gesindel tatenlos wüten lässt und das auch noch als grosse und wertvolle “Kultur” bezeichnet und zelebriert. Am Schluss ist es wieder die Allgemeinheit, welche für diese Auswüchse aufkommen muss (sei es wegen dem Drogensumpf, Kriminalität, Sauerei usw.), und deshalb sind diese in keinster Weise zu befürworten.
Dass auch noch diverse auswärtige “Touristen” an dieser Sauerei beteiligt sind macht die Sache auch nicht besser.
Es sollte eine Aufwertung des Quartiers erfolgen, und kriminelle Handlungen sollten dort permanent und mit äusserster Intensität geahndet werden.
Die Langstrasse zu sperren ist ziemlich hirnrissig. Hiesse das, dass sich der Privatverkehr dann durch Feldstrasse oder Militärstr./Kanonengasse vor dem Volkshaus durchzulotsen? Damit verdreifacht die Streckenlänge, auf denen die Autos sich stauen und erst noch in Quartieren mit mehr Wohnanteil. Das bringt weder mehr Lebensqualität noch eine Aufwertung noch gar nichts. Diese Sperrung taugt nur dann was, wenn man grundsätzlich, wie Esther Brunner, aus Zürich als autofreies Disneyland/Zermatt/Venedig machen will. Wie bünzlig.
Der Charme der Langstrasse ist doch gerade das verruchte, unschweizerisch urbane, dreckige und dekadente Durcheinander. Jetzt wollen die Grünpopulisten damit aufräumen. Ein Beweis mehr, wie gutbürgerlich bünzlig sie im Grunde sind.
als anwohner der langstrasse seit bald 10 jahren begrüsse ich die motion.
ich wurde während meiner zeit hier mehrmals von autos mit innerschweizer oder aargauer kennzeichen angefahren. es waren durchwegs bmws, audis bzw. suvs, was eine unglaubliche arroganz und menschenverachtung dieser autolenker im oberen preissegment bestätigt. mein verbesserungsvorschlag zur verkehrssituation wäre es, alle besitzer und händler dieser automarken zu erschiessen.
zur “kriminalität” kann ich nur sagen, dass dealeransammlungen zwar nerven kosten, aber bei weitem nicht so gefährlich sind wie von bürgerlichen fett*rschen gelenkten autos und auch bussen der linie 32.
hirnrissige idioten wie “driv3r” sollen von mir aus zusammen mit “dr.desperanto” nach bünzlikon ziehen und dort unters einen suv kommen. viel spass! ihr repräsentiert hier im k4 einen scheissdreck.
eine freierfreie langstrasse wird es nicht geben (muss es auch nicht), aber die ehrenwerten kunden sollen gefälligst den bus nehmen. fuck.