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Zehn Gründe für die Annahme des Gen-Moratoriums

Zum Moratorium meint Wikipedia:

Moratorium bezeichnet allgemein die Übereinkunft, eine bestimmte Sache aufzuschieben oder vorläufig zu unterlassen. Der Begriff kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie Aufschub, Verzögerung (lateinisch morari: “verzögern”).

Über ein solches Moratorium für Genetisch veränderte Lebensmittel, stimmt die Schweizer Stimmbürgerin am 27.September an der Urne ab. Bei einem Ja für die Initiative “für Lebensmittel aus gentechnikfreier Landwirtschaft” wird der kommerzielle Anbau von genetisch veränderten Lebensmitteln für die nächsten fünf Jahre verboten. Ignoranz.ch hat für Sie die Zehn Gründe gesammelt, wieso das Moratorium angenommen werden sollte:

  1. Weil die Schweizer Konsumenten keine genetisch veränderten Esswaren auf dem Teller wollen. Und die Pharmaindustrie dies in ihren Plänen nicht zu berücksichtigen gedenkt.
  2. Weil die Bauern ihre Samen nicht jedes Jahr bei Syngenta kaufen möchten
  3. Weil sich langfristige Konsequenzen der genetischen Veränderungen heute nicht abschätzen lassen, in fünf Jahren vielleicht schon
  4. Weil “Aus der Schweiz, Gentechfrei” ein Label mit vielen Möglichkeiten ist
  5. Weil sieben Parteien und sieben Verbände die Initiative befürworten und Gentechnik ablehnen
  6. Weil ein Moratorium kein Verbot ist, also die Zukunft offen lässt
  7. Weil die Forschung vom Moratorium nicht betroffen wäre
  8. Weil die Schweiz zu klein ist um Gentech neben Gentechfrei zu produzieren
  9. Weil der Einfluss von Gentechnik auf die biologische Vielfalt noch ungeklärt ist
  10. Weil es kein Zurück gibt, wenn man erstmal mit Gentechnik beginnt. Man aber in fünf jahren problemlos damit beginnen kann.

Weitere Informationen zur Initiative im Internet:

Dieser Artikel wurde von Sandro am Dienstag, 1. November 2005 in der Rubrik Schweiz und zu den Stichwörtern , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

12 Kommentare zum Artikel “Zehn Gründe für die Annahme des Gen-Moratoriums”

  1. erdnanu am 3. November 2005 um 15:08

    ZÜRICH KOF lehnt Gentechfrei-Initiative ab
    Eine Annahme der Gentechfrei-Initiative hätte negative Auswirkungen auf den Forschungsstandort Schweiz und würde das Wirtschaftswachstum hemmen. Zu diesem Schluss kommt die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich.
    Die «Initiative für Lebensmittel aus gentechfreier Landwirtschaft» erwähne die Forschung zwar nicht explizit. Ohne praktische Anwendungsmöglichkeiten sei Grundlagenforschung längerfristig aber nicht vorstellbar.

    Laut Bernd Schips von der KOF würde deshalb bei einem Ja zum Moratorium die Gefahr bestehen, dass die Schweiz ihre führende Rolle im Bereich der Pflanzenbiologie und in Bereich der Gen- und Biotechnologie rasch und unwiderruflich verlieren würde. Dies hätte Auswirkungen auf die geamte Volkswirtschaft.

    «Die Schweizer Wirtschaft würde einen ihrer wenigen Wachstumsmotoren verlieren», sagte Schips vor den Medien. Noch sei die Schweiz für die chemisch-pharmazeutische Industrie wegen der hoch qualifizierten Arbeitskräfte und der gut ausgebauten Forschungsinfrastruktur attraktiv.

    Mit einem Moratorium, das während 5 Jahren die Aussetzung von gentechnisch veränderten Pflanzen verbiete, würde sich dies ändern. In einer Stellungsnahme, welche im Auftrag des Komitees «Gentech-Moratorium Nein» verfasst wurde, geht das KOF von einem tieferen Wirtschaftswachstum und einer reduzierten Nachfrage nach Arbeitskräften aus.

    Den Befürwortern der Initiative wirft das KOF vor, bewusst zu ignorieren, dass die Schweiz bereits eine strenge Gesetzgebung in Bezug auf die Anwendung von Gentechnik hat. Ein nationales Moratorium würde den technischen Fortschritt zudem nicht aufhalten, sondern lediglich in andere Länder verschieben.

    Die strengsten Gentechnik-Vorschriften genügen also noch nicht. Die vereinigte Linke (zu denen auch immer mehr Bauern gehören) macht weiterhin alles, um Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum in der Schweiz zu verhindern.

  2. Poltergeist am 3. November 2005 um 18:46

    Die Argumente der Gentech-Gegner bedienen vor allem diffuse Ängste vor Änderungen jedwelcher Art. Allen voran die Ober-Konsumentenschützer-Tante Simonetta Sommaruga, welche für mich eher eine Konsumentenschutz-Terroristin als eine Schützerin ist. Die spitzt Ihr spitzes Müüüüli noch spitzer und verspritzt Gift und Galle gegen alles, was nicht mindestens 150%-ig-rein-Bio ist und von Genosse Andrea Hämmerli siebenfach abgesegnet ist. Früher hatten wir die Päpste, Bischöfe und Pfaffen der katholischen Kirche, welche mit der Angst jeden hirnrissigen Hafenkäse beim dummen Volk durchbrachten und schamlos die Ablass-Kassen füllten und Paläste erbauten. Heute sind es die Grün-Rot-Bio-Fundis, welche uns saublöden Konsumenten jedes kleinste Freudelein am Essen vergällen, weil aufgrund sich ständig verfeinernden Messmethoden jedes kleinste, Rückständchen irgendeiner für den Normalo-Durchschnitts-Konsumdeppen überhaupt nicht nachvollziehbaren Substanz sofort Giftkrieg-Alarm schlagen und den unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang an die Wand schmieren. Denen kommt das Gentech-Thema doch noch so recht; man kann dann umso einfacher über die emotionale Schiene die Wahlfreiheit schneller und noch viel besser einschränken und die Konsumenten noch 100mal schneller und effizienter entmündigen. Und Arbeitsplätze im ständig weiter wuchernden Überwachungs- und Kontroll-Staat für die eigene rot-grüne Bagage generiert das gleichzeitig auch noch. Irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft werden uns Tante Sommaruga und ihre Kontrollfritzen wohl bis zum Maggiwürfeli vorschreiben, was wir dannzumal im Einheits-Konsum (die alte DDR lässt grüssen) zu posten und zu schlucken hätten und was nicht.

  3. Sandro am 4. November 2005 um 09:37

    Bloss der Poltergeist blickt 100% durch, weiss schon heute, was Gentechnik in hundert Jahren bewirkt und isst, was ihm die Pharmaindustrie auf den Teller schmeisst.

    Dein Vergleich liegt übrigens im Koma, denn der hinkt dermassen, dass er nicht mal mit Krücken oder einem Rollstuhl zu retten ist.

    Was bitte ist der Persönliche Vorteil der Grünen / Konsumentenschützern / Samaruga? Wenn sie so eigenmächtig sind, wie du das ihnen unterstellts, was zum teufel haben Sie davon? Ist nicht eher die Gegnerschaft enorm eigenmächtig, denn dort schwimmen die Felle davon, dort gehts um Kohle & Cash.

    Sprichtst Du für amerikanische Genmaisproduzenten? Mir fällt sonst niemand ein, der von der Gentechnik sonst so viele Dollars verdient…

  4. Pete am 4. November 2005 um 11:16

    @Sandro:
    Du sagst es; was die Gentechnik “bewirkt”, wird sich erst in Jahren zeigen. Das kann heute wohl Niemand abschätzen. Genau das gleiche gilt ja auch für die “Ost-Personenfreizügigkeit” und diverse andere Themen.
    Dir als belesener Mensch wird vielleicht der Artikel gestern in der NZZ aufgefallen sein. Darin stand, dass Österreich keine “Gentechpflanzen” haben will und deshalb Gentech-Vorsorgegesetze erlassen hat. – Dies wurde von der EU-Komission gerügt und nicht akzeptiert!!!!
    Nun können wir in der CH über dieses Gentech-Moratorium abstimmen. – Falls dieses angenommen wird, riskieren wir auch eine Rüge von Seiten der EU! Können wir uns das leisten????

    Wohl kaum!!!

  5. erdnanu am 4. November 2005 um 11:48

    @sandro:

    Die Kosumentenschutz-Tante Somaruga hat durchaus etwas davon, sich als Gutmensch und Sprecherin der Konsumenten auszugeben. Inzwischen hat sie es immerhin zur Ständerätin geschafft, Absichten als Bundesrätin gewählt zu werden sind auch klar erkennbar. Somaruga sollte endlich dazu stehen, dass sie eine linke und wirtschaftsfeindliche SP-Politik betreibt und sich nich ungefragt als Sprecherin der Konsumenten aufspielen. Als solche ist sie demokratisch nicht legitimert. Der Vergleich mit den DDR-Zuständen geht deshalb nicht so in die falsche Richtung. Leider machen auch die subventionslüsternen Bauern bei Somaruga & Co. immer kräftiger mit. Ich glaube aber nicht, dass dem Bauernstand mit dieser linken Politik geholfen wird. Dies gibt meines Erachtens ein Eigengoal für die Bauern (und bei Annahme der Gentechinitiative leider auch für die Schweiz).

  6. Sandro am 4. November 2005 um 12:41

    Eben erschienen:

    Die Gentechnologie sei auf grosse Produzenten und Agrarfirmen ausgerichtet, schrieben die in der Alliance Sud zusammengeschlossenen Hilfswerke in einem Communiqué. Sie beschleunige deshalb die Verdrängung der kleinen Bauern.

    In Argentinien etwa habe der Anbau von gentechnisch verändertem Soja zum Verschwinden von über 150 000 Kleinbetrieben beigetragen, sagte Swissaid-Geschäftleiterin Caroline Morel laut Redetext vor den Medien in Bern.

    (Quelle: SFDRS)

    Aber natürlich, die Hilfswerke wollen sich ebenfalls nur profilieren. Und überhaupt, alle die gegen Gentechnik sind wollen Bundesrat werden und haben nur den eigenen Geldbeutel im Sinn…

  7. erdnanu am 4. November 2005 um 15:40

    @sandro: @In Argentinien etwa habe der Anbau von gentechnisch verändertem Soja zum Verschwinden von über 150 000 Kleinbetrieben beigetragen, sagte Swissaid-Geschäftleiterin Caroline Morel laut Redetext vor den Medien in Bern.

    Das ist ja wirklich ein Superargument. Wenn die Bauern in Argentinien ein Problem mit Gentechnik und mit US-Konzernen haben, soll in der Schweiz eine neue Technik verboten werden. Geits eigentlch no?

  8. Poltergeist am 5. November 2005 um 17:59

    Ich möchte langsam, aber sicher, gerne wissen, wer uns eigentlich gegen diese immer unverschämter und arroganter auftretenden KonsumentenschützerInnen und VerhindererInnen jeden Fortschrittes schützt. Diese unsympathische, auf dem hohen Ross hockende und die einzige Wahrheit gepachtet meinende BanditInnen rund um Sozi-Tante und selbsternannte Säulenheilige Sommaruga (welche permanent über die Schlechtigkeit der Welt jömmerlet und lamentiert und anklagt und etwa den gleichen nervtötenden Tonfall hat wie die Rottenmeier in einem Heidifilm aus den 30er Jahren) und die SKS-Bachmann mit ihrer grausligen Brille (welche der Ober-SKS-Tante infolge fehlender eigenen Meinung alles nachbabbeln muss) schreiben uns doch langsam, aber sicher bis ins hinterste Detail vor, was wir zu welcher Tages- und Wochenzeit zu fressen und zu saufen hätten und wo wir einzukaufen haben und wo nicht. Und dann kommt noch das von diesen geistig im Mittelalter lebendenen WeiberInnen schlechte, verdammte Autofahren dazu und dann erst noch diese Krebs und Tod verursachenden Raucher. Ich habe früher auch geraucht; deswegen betreibe ich noch lange keine Hexenjagd. Was diese Schwestern und Brüder aufführen, ist in meinen Augen mindestens der gleiche Terror wie jener angebliche der Gentech-Forscher und Grossverteiler. Diese Scheiss-Vorschriften finde ich etwa so nötig wie einen Kropf am Hals oder den Schlüer als nächsten Papst. SKS, Grüne und Rote sind etwa so extrem und intolerant wie der Bischof Haas, der Blocher, die AUNS, die EDU und deren ganze angebräunelten nächste Verwandtschaft. Alle aber wollen uns mündigen Bürgern/Konsumenten einfach das Denken abnehmen und dazu auch noch unser Geld, damit sie ihre Ideen noch effizienter verbreiten können. Und genau das brauche jetzt wirklich nicht. Denken und entscheiden kann ich nämlich noch lange sehr gut selber. Also bleibt mir vom Leib! Diese langsam, aber sicher allzu mächtigen Konsumentenschützer aber haben sich bisher vor allem mit einem profiliert: mit Anklagen, Jammern, verteufeln, neuen, unnötigen Gesetzen und Vorschriften. Die sollen meinetwegen eine neue Religion bzw. Sekte gründen und bei ihren dumpfbackigen Mitgliedern möglichst hohe Beiträge abzocken, aber mich endlich mit ihrem Schrott nicht dauernd nerven und jedes Mal mit dem Kassensturz sämtliche Brech- und Lachreiz-Grenzzonen austesten. Kein Wunder, dass die umsverregge in die EU wollen. Dort könnten sie ihre Macht erst richtig entfalten und wären in bester Gesellschaft mit den Sozialisten und den Grünen und könnten jedwelche Freiheit noch besser kontrollieren und uns Konsumenten noch besser bevormunden.

  9. Sandro am 6. November 2005 um 16:38

    Poltergeist, dass du in keinem Wort auf die Fragen geantwortet hast, zeigt gut, wie du Diskutierst.

    Hundertmal dasselbe wiederholen macht deinen Unsinn auch nicht sinnvoller…

  10. Georg Meier am 6. November 2005 um 19:21

    Ist doch schlussendlich nur ein Qualitätsfrage.
    Wer aber so abgestumpft ist, wie Poltergeist kann subtile Qualitätsunterschiede was bei Nahrungsmitteln nicht mehr feststellen. Zum Beispiel eine Tomate, die nach Tomate schmeckt. Absoluter Luxus. Naturnahe Landwirtschaft ist teuer und mit viel Know-How verbunden. Da gibt es so ultraliberale Denker, deren Frauen gehen dann in die Bioläden einkaufen weils besser schmeckt.

  11. erdnanu am 7. November 2005 um 11:59

    @Georg Meier:
    Die Qualitätstomate aus naturnahmen Anbau ist schmackhat und wird auch von mir gerne gekauft. Die Schweiz mit ihren strengsten Gentechnik-Vorschriften hat bereits heute hervorragende Voraussetzungen für eine qualitativ hohe Landwirtschaft.

    Jetzt wird aber von der Konsumentenschutzlobby leider wieder völlig über das Ziel hinaus geschossen. Mit dem 5-jährigen Moratorium wird die in der Schweiz traditionelle starke Pflanzenforschung aus der Schweiz gemobbt. Gute Arbeitsplätze werden wieder ins Ausland verschwinden. Dies führt am Ende dazu, dass sich die Konsumenten die Qualitätstomate schlicht nicht mehr leisten können, sondern bei Aldi irgend eine Einheitsware kaufen müssen.

    Die Moratoriums-Initiative ist auch nicht ehrlich. Die Initianten und deren Befürworter wollen ganz klar eine gentechnikfreie Schweiz. Allerdings haben sie nicht den Mut dies zu sagen, und schieben deshalb das scheinheilige Moratorium vor.

  12. Forum Politik ignoranz.ch » Dossier Gentechnik Abstimmung am 15. November 2005 um 14:26

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