Wintersport – ein teures Hobby
32 Prozent aller Sportunfälle geschehen auf dem Schnee. Die Kosten steigen rapide an. Wie weit geht das Recht auf Selbstschädigung?
Während auch hierzulande die Diskussion um Rauchverbote immer erbitterter geführt wird und die Heiligen Krieger wider den Tabak den Totalen Krieg gegen die Rauchenden fordern, geht das Recht auf Selbstschädigung an anderen Orten recht weit:
Ich stelle diese Zahl bewusst dem Rauchverbot gegenüber. Nicht, dass ich gegen verstärkten Nichtraucherschutz wäre. Aber wie weit darf der Staat in das Selbstbestimmungsrecht der BürgerInnen eingreifen? Die US-amerikanische Antirauchhysterie greift auch hierzulande immer weiter um sich. Dass man hier jeden dritten erwachsenen, mündigen Bürger erheblich in seiner Selbstbestimmung einschränkt, wird aber nicht diskutiert. Sportunfälle werden hingenommen; ist jemand Alkohol- oder tablettensüchtig, na, seis drum; fordert man scheu Fahrverbote wegen der sich stetig verschlechternden Luftqualität, donnert einem erbitterter Hass entgegen … die Liste liesse sich beliebig verlängern.
Und man vergesse nicht: Wer so Ski fährt, dass er einen Unfall baut, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch die anderen auf der Piste.
Müssen wir jetzt analog zum Rauchverbot damit rechnen, dass wir gesellschaftlich ausgegrenzt werden, weil wir Ski fahren oder im Sommer an Grümpelturnieren teilnehmen?
Das fleissige Bundesamt für Gesundheit hat bereits eine weitere auszugrenzende Bevölkerungsgruppe im Auge: Die Übergewichtigen belasten das Gesundheitswesen mit 2,7 Mrd. Franken im Jahr. Und die Krankenkassen springen freudig auf den Zug auf. So schreibt die Helsana:
Die Tatsache, dass Herr und Frau Schweizer zu viel auf die Waage bringen, wird erst seit kurzem als realer Risikofaktor anerkannt: 42 Prozent der Männer und 28 Prozent der Frauen sind zu schwer; die Weltgesundheitsorganisation WHO hat das Übergewicht kürzlich sogar zum Gesundheitsrisiko Nummer eins erklärt. Dabei beeinträchtigen die Folgen von Übergewicht nicht nur das persönliche Wohlbefinden, sie belasten auch massiv die Gesundheitskosten.
Womit werden wir noch zu rechnen haben?

Das kann nur von Herrn Pirelli geschrieben sein. Mit dem Begriff “Antirauchhysterie” hat er gleichgezogen mit jenen die von “Feinstaubhysterie” sprechen.
Mir hat es für einmal die Sprache verschlagen, also logge ich mich aus. Nur noch soviel….wer mir als Raucher die radioaktive Substanz Pollonium entgegenpustet geniest meine Sympathie nicht.
Unsere Bundesämter sind stetig darum bemüht, neue Probleme in der kleinen Luxuskammer namens Schweiz zu orten und entsprechende Massnahmen zu lancieren. Diesem überbordenden staatlichen, immer tieferem Eingreifen in private Belange muss dringend ein Riegel geschoben werden, es sei denn, die Errungenschaften der Aufklärung sind tatsächlich alle verpufft und der Schweizer ist so unmündig geworden, dass er einen Babysitter-Staat braucht, der ihm von der Krippe bis zum Sterbebett jeden Schritt vorgibt und “unerwünschte Abweichungen” korrigiert.
Sind wir erstmal an diesem Punkt angekommen (es ist nicht mehr sehr weit) steht dann auch der Einführung eines grossen Führers, der die unmündigen, gleichgeschalteten Individuen zu ihrem “Wohl” geleitet, nichts mehr im Wege. Aber ich schweife ab…
Denkt mal drüber nach!
Absolut korrekt, so ist es. NOCH haben wir ja so viele Freiheiten, dass wir uns um deren sukzessiven Elimination nicht kümmern.
Klar, die Dicken kommen als nächstes dran. Die Pressefreiheit wird ja derzeit aufgrund des wachsenden Drucks der Muslims auch eingeschränkt.
Man muss aber immer beide Seiten betrachten (nicht wie dirv3er). Dadurch, dass den einen Freiheiten gewährt werden, werden dem anderen Freiheiten entzogen.
Im Fall Rauchen ist das ja recht klar: Durch Rauchen werden Passivraucher direkt geschädigt. Aber auch Nicht-Skifahrer sind in gewissem Sinne geschädigt, dadurch, dass sie die Kosten wegen Unfällen von Skifahrern mitfinanzieren müssen. Nicht-Autofahrer müssen trotzdem die schlechte Luft einatmen, usw.. Und als extremes Bsp.: Es wäre auch die Freiheit eines Verbrechers, ein Verbrechen zu begehen. Aber auch da ist doch logischerweise das Wohl des Opfers wichtiger.
Da wir in der Schweiz nunmal eine soziale Marktwirtschaft haben, sind solche Diskussionen durchaus gerechtfertigt und auch zu begrüssen.
@driv3r
Ich unterstütze Deine Meinung! Wir müssen unseren Bevormundungsstat zurückbinden und dem Bürger wieder Selbstverantwortung auferlegen. Das heisst aber auch, dass wir Raucherkranke und Fettmöpse krepieren lassen müssen, statt mit staatlichen Geldern ihre Unvernuft fröhnen zu lassen. Dasselbe gilt für jegliche Suventionen etc. Wir müssen aber auch den Mut haben, die Verwaltung zu redimensionieren u.s.f. Chris Argyris http://www.infed.org/thinkers/argyris.htm
hat die Unmöglichkeit solcher Umkehrung in den 50er-Jahren bereits widerlegt. Es liegt an uns allen, diese Entwicklung mit dem Stimmzettel zu beeinflussen.
Rudolf