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Wieso alle Autofahrer das Hooliganreferendum unterschreiben sollten

Habe ein sehr interessantes Argumentarium gefunden, wieso alle Autofahrer das Referendum gegen das sogenannte Hooligan-Gesetz unterschreiben müssen:

Nun, da wir ja mit dem Hooligangesetz schon den Fussballfans die rechtsstaatlichen Grundrechte wie Unschuldsvermutung oder die Gewaltenteilung wegnehmen, könnte man ja im Prinzip mit den Autofahrern 1:1 verfahren. Schliesslich treiben ja fast jedes Wochenende Raser ihr Unwesen, wobei hier im Gegensatz zu Fussballkrawallen regelmässig Menschen den Tod finden:

  • Es wird eine Raserdatenbank erstellt. Die Verkehrspolizei, europäische Polizeistellen, der Zoll und alle Autoverkäufer haben Zugriff auf diese Datenbank.
  • In die Datenbank kommt jeder Autofahrer, welcher nach Aussage eines Verkehrspolizisten oder sonstigen Sicherheitsverantwortlichen sich “gefährlich” verhält oder bei dem davon ausgegangen werden kann, dass er dies noch tun wird.
  • Ein Beweis (z.Bsp. einer Geschwindigkeitsübertretung) ist nicht nötig, es genügt die Aussage eines Sicherheitsverantwortlichen. Auch sich verdächtig verhaltende Personen (z.Bsp. Fahrer von PS-starken Fahrzeugen) können Eingang in die Raserdatenbank finden
  • Das Sanktionsregime für registrierte Raser geht von Führerscheinentzug über Beschlagnahmung des Wagens bis Ausreiseverbot und Beugehaft während verkehrsmässig schwierigen Zeiten, wie z.Bsp. Ostern
  • Diese Sanktionen werden sofort von den zuständigen Stellen (Verkehrspolizei) verfügt. Ein Rekursrecht gibt es nicht, es sei denn der Autofahrer kann seine Unschuld resp. Ungefährlichkeit stichhaltig beweisen. Die Sanktionen können nicht vor Gericht angefochten werden.

Ach ja, vielleicht noch eine Analogie zu der Verhaftungsaktion in Altstetten, als über 400 FCB-Fans direkt aus dem Extrazug verhaftet wurden und gegen welche die Staatsanwaltschaft nicht einmal Anklage erhoben hat, weil ihnen nichts nachgewiesen konnte.

Nachdem zwei Raser mit einem BMW und einem Porsche sich ein gefährliches Autorennen geliefert haben aber leider nicht erwischt wurden wird am nächsten Tag auf der A1 eine Polizeiaktion gestartet mit dem Ziel, den Rasern ein für allemal das Handwerk zu legen. Alle BMW und Porschefahrer, welche auf der A1 unterwegs sind, werden herausgewunken und mit Kabelbindern abgeführt und einen Nachmittag in einer Zelle stehend verwahrt.

Als Begründung führt die Polizei an, dass nur so eine effiziente Personenkontrolle gewährleistet sei. Die Medien sind einverstanden mit der Aktion, “es müsse ja was gemacht werden gegen diese Raser”. Für sie ist jeder BMW-Fahrer ein Raser. Auch wird allgemein in den Medien die Meinung vertreten, dass die Autofahrer sich endlich mal gegenseitig kontrollieren sollen, um solche Rasereien zu verhindern. “Die Selbstkontrolle funktioniert unter den Autofahrern einfach nicht”. Und es sei zwar bedauerlich, dass es auch Unschuldige getroffen habe, aber es seien bestimmt auch einige echte Raser darunter gewesen, weshalb die Aktion eben doch OK sei.

Quelle: FC Zürich Forum

Jedes Argument, dass nun gegen diesen ziemlich ironischen Text ins Feld geführt wird, kann 1:1 auf das Hooligangesetz übertragen werden. Also los ihr Autofahrer, Unterschriftenliste hier herunterladen, unterschreiben und abschicken. Subito!

Dieser Artikel wurde von Sandro am Mittwoch, 26. April 2006 in der Rubrik Gesellschaft und zu den Stichwörtern , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

16 Kommentare zum Artikel “Wieso alle Autofahrer das Hooliganreferendum unterschreiben sollten”

  1. Chevy am 26. April 2006 um 15:04

    Ich vermute das es mehr Hooligans unter den Stadionbesuchenden Fans gibt als Raser unter Autofahrer. hat hierzu jemand Zahlen?

  2. sense2 am 26. April 2006 um 15:07

    aber es gibt definitv mehr tote durch autounfälle wie durch hooligans, somit wäre das gesetz mehr als nur angebracht, oder?
    hooligans und autos hin oder her, ich werde unterschreiben.

  3. caligula am 26. April 2006 um 15:16

    beim fcz kommen bei einem zuschauerschnitt von ca 9000 pro spiel höchstens 100 sogenannte “hooligans”, was also gut 1% ausmacht.. da gibt es mit garantie mehr raser unter den autofahrern!

  4. RobertoKa am 26. April 2006 um 15:40

    Guter Text

    Nach Hooligans kommen AutofahrerInnen dran, danach Kiffer, Raucher, Dicke, Dünne, also einfach alle, die irgendwie irgendwem negativ auffallen. Wem?
    Schöne heile Welt !

  5. mess-anger am 26. April 2006 um 16:56

    Ein “Hooligan-Gesetz” ist zwar notwendig, aber das jetzt geplante Gesetz ging ja wohl komplett daneben. Viele Politiker haben wohl nur zugestimmt, weil die EURO so nah ist. Und soweit ich weiss, soll das Gesetz ja auch nach der EURO wieder aufgehoben werden (Verfassungswidrig während 2 Jahren ist ja nicht so schlimm, zum Zeitpunkt der EURO ist die Schweiz 160 Jahre alt, somit ist das Gesetz nur zu 1/80 Verfassungswidrig).

    Und was ist dann nach der EURO? Zurück zum alten Zustand? Petarden und sonstiges Feurwerk bei jedem 2. Spiel?

  6. mad4you am 26. April 2006 um 18:15

    Geil! Ich liebe das Internet und die freie Meinungsäusserung :-)

  7. Phobos am 26. April 2006 um 22:54

    Dann sollte wird unbedingt noch alle Krankenhausbesucher inhaftieren.

    Ihr wollt weniger tote Menschen durch Fremdverschulden?
    Gut, dann wollt ihr sicher auch keine Toten mehr durch Krankenhausbesucher.
    Vergleich:
    Auf den Strassen kommen pro Jahr ca. 500 Menschen ums Leben.
    Durch im Spital erlange Infektionen sterben ca. 2′000 Menschen pro Jahr.
    Berücksichtigt man jetzt noch die Grundflächen im Vergleich, also Gesamtfläche aller Strassen im Vergleich zur Gesamtfläche aller Spitäler und die Häufigkeit wie viele Menschen sich auf den Strassen respektive in Spitälern aufhalten und auch die zeitlichen Ausmasse nicht ausser Acht lassen, wird schnell klar, dass ein Aufenthalt im Spital extremst lebensgefährlich ist.

    Das können wir natürlich nicht akzeptieren, also Unterschriften sammeln und jeden der versucht ein Krankenhaus zu betreten oder zu verlassen sofort Inhaftieren, denn er könnte Träger eines Virus sein der jemanden unverschuldet das Leben kosten könnte.

    Damit wir nicht ignorieren was und wer uns lebensgefährlich bedroht, bin ich sicher, dass ihr alle auch hierbei sofort unterschreiben werdet.

  8. mad4you am 26. April 2006 um 22:59

    @phobos: Du hast natürlich Recht – Tote sollten in allen Lebensbereichen vermieden werden.

    Ich möchte aber anmerken, ohne die Herkunft und Erhebungsart der Spital-Zahlen zu kennen, dass man im Strassenverkehr von gesunden Unfallopfer sprechen kann – vor dem Unfall waren sie quietschfidel. Ob dies im Spital auch so ist? Wenn Patienten bereits durch andere Leiden geschwächt sind, haben Infektionen einfaches Spiel.

    Meine 2 Cents …

  9. Phobos am 27. April 2006 um 01:15

    @mad4you
    Wegen der Quelle gleich nochmal bei Freundin nachgefragt, war leider eine TV-Sendung. Es betrifft sowohl kranke wie gesunde Menschen.
    Trotzdem bleiben die Verhältnisse Fläche, Zeit und Menschenmenge.
    So wie es der Virus beim kranken Menschen einfacher hat, hat das Blechauto es gegenüber dem Füssgänger “einfacher”.
    Ob krank oder halt auf der Strasse (ohne Blechschutz) ist dabei egal, es bleiben ja Menschen die dabei sterben.

    Was meinst du mit “meine 2 Cents…?”

  10. driv3r am 27. April 2006 um 13:25

    Nach wie vor Frage ich mich, woher die Sympathie für diese Hooligans kommt. Der Vergleich mit Autofahrern könnte im übrigen schlechter nicht sein, und dürfte wohl dem Hirn eines Hooligans entsprungen sein.

  11. Sandro am 27. April 2006 um 13:28

    Driver, es ist nicht Sympathie für Hooligans, sondern Sympathie für die Verfassungsmässig garantierten Grundrechte. Woher der Abscheu kommt, welcher die Urheber dieses Gesetzes den Schweizer Grundrechten gegenüber haben, ist mir ein Rätsel.

  12. driv3r am 27. April 2006 um 13:31

    Und warum ist es dann bei den Neonazis auf dem Rütli kein Problem, wenn diese ausgeschlossen werden?

  13. sense2 am 27. April 2006 um 14:40

    weil die gesinnung eines neonazis verfassungswidrig ist.

  14. vollmi am 27. April 2006 um 15:00

    Eine gesinnung kann garnicht verfassungswiedrig sein.

  15. sense2 am 27. April 2006 um 15:09

    entschuldige meine unklare ausdrucksweise:
    die art wie sie ihre gesinnung ausleben ist (unteranderem) gesetzeswidrig.

    besser so?

  16. Deko Figuren am 16. November 2006 um 11:17

    So weit ich weiß muß nicht jeder Hooligan gegen das Gesetz verstoßen. Es kommt wohl eher darauf an wie der jeweilige Hooligan dan Begriff Hooligan definiert.

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