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Wie fälscht die SVP die Ausländerstatistiken?

Die SVP ist, wie wir alle wissen, Meisterhaft im verdrehen und manipulieren von statistischen Daten. Aus jedem noch so kleinen Zuwachs wird schnell eine Verdoppelung oder mehr. Aus den Zahlen von ein/zwei vergangenen Jahren schliessen die “Statistiker” der SVP auch gerne mal auf die nächsten fünfzig (Siehe Abstimmung zur vereinfachten Einbürgerung). Wer gerne wissen möchte, wie man aus jeder noch so langweiligen und wenig spektakulären Statistik eine extrem skandalöse macht, bei der hauptsächlich die Ausländer an allem Schuld sind, möge sich diesen Artikel im Pax-Weblog zu Gemüte führen:

Dieser Artikel wurde von Sandro am Montag, 13. März 2006 in der Rubrik Politik und zu den Stichwörtern , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

12 Kommentare zum Artikel “Wie fälscht die SVP die Ausländerstatistiken?”

  1. Pete am 13. März 2006 um 17:49

    Ich würde der SVP nicht “Fälschung von Statistiken” unterstellen.

    In dem Pax-Blog ist lediglich ein optisches Tuning von statistischen Daten ersichtlich.
    Die Ordinate beginnt mit dem Wert 50, statt 0.

    Dies stellt unter keinen Umständen eine “Fälschung” dar, sondern lediglich eine Überzeichnung.

    Solche frisierten Graphiken erstaunen im ersten Moment. Aber um sie zu durchschauen muss man nicht einen Empirie-Lehrgang besucht haben.

    Reisserische Überschrift und nix dahinter. – Kommt nicht nur bei der SVP vor…

  2. mess-anger am 13. März 2006 um 19:29

    Die von der SVP sind leider nicht sooo dumm wie man immer annimmt. Sie fälschen keine Statistiken, aber sie wissen, dass ihre Wähler dumm/ungebildet genug sind, um auf solche “frisierten” Statistiken hereinzufallen. Ich erinnere an die Abstimmung zur Einbürgerungsinitiative oder “wie ich aus 2 Punkten exponentiell extrapoliere”.

  3. Beat am 13. März 2006 um 19:49

    Und jetzt?

    Gewisse “Fianz-Experten” versuchen einem auch immer zu erklären wie toll die Rendite steigt.

    Nur die Skala frisieren ist keine Fälschung

  4. pax am 13. März 2006 um 20:47

    frisieren ist keine fälschung, aber eine sauerei. und dass immer wieder leute darauf reinfallen zeigt einfach, dass die wenigsten eine wirkliche ahnung von statistik haben. prozentangaben lassen noch nicht mal annähernd eine aussage zu…

  5. Pete am 13. März 2006 um 21:33

    Die wenigsten Leute haben Ahnung von Statistik?

    Da bin ich anderer Meinung. – Die allermeisten Leute entlarven solche Statistiken sofort.

    Schwieriger wird es natürlich, wenn die Ordinate nicht beschriftet wird; aber das macht die SVP, denn ansonsten hätte die Graphik keine Aussagekraft.

    Den SVP-Wählern zu unterstellen, sie wären ungebildet oder doof, ist doch Schwachsinn.

  6. pax am 13. März 2006 um 22:05

    wer svp wählt und dies auf grund solcher inserate tut ist doof. doch, das finde ich eigentlich schon. wenn die alle so intelligent sind, wieso macht die svp dann solche inserate? die leute wollen das hören und ob es stimmt oder nicht ist ihnen egal.
    vorurteile wollen bestätigt werden.

  7. felixkohl am 14. März 2006 um 02:46

    Extremextrapolieren
    Ordinatenbeschriftung verschieben
    Exponentielle oder lineare Darstellung, je nach Zweck
    Verzerrende 3D-Darstellungen
    Zu wenig Punkte in Grafiken um Funktionen zu definieren, die je nach Interesse als linear oder höherer Ordnung (z.B. Exponential) dargestellt werden.
    Nicht repräsentative Erhebungen
    Nicht zulässige Korrelationen (t-Tests, Chi-quadrat-tests!)
    Vertauschen von Ursachen und Wirkung
    Fehlende Blindtests
    Unzulässige Kommastellen hinter der Null
    Sich ausschliessende Prämissen (Wenn man gut in einem ist, kann man nicht gut im anderen sein)
    Nicht zulässige Interpretationen
    ….

    Es beginnt mit Kleinigkeiten. Die SVP-Wahlstrategen sind Meister darin.
    Aber auch viele Ökonomen, Verkäufer oder Marketingstrategen machen solche (gewollten) Fehler.
    M.E. bräuchte Otto Normalbürger eine Mittelschulausbildung um diese zu durchschauen.
    Aber wen interessiert schon Objektivität?
    Wenn man Englisch kann und weiss wie jemand übers Ohr zu hauen, ist man ja bereits top ausgebildet.

  8. anti-demagog am 1. Juni 2006 um 13:51

    @ Beat

    Andere haben auch Dreck am Stecken! Eine der billigsten Begründungen um zu verharmlosen! Frisieren ist keine Fälschung! So peinlich Beat!

    Du bist sicher der Typ der sich Mut ansauffen muss um eine Frau anzusprechen. Nach dem Motto; ich friesier mich jetzt mit Lockerheit voll um mich nicht mit meiner wahren Gesicht zu präsentieren.

  9. Süchu am 1. Juni 2006 um 16:06

    @anti-demagog: langsam langsam, nicht gleich persönlich werden; das hier ist ne Diskussion, keine Fertigmacherei. Bzw, dein Beitrag ist auch recht billig…

    Ich geh einher mit felixkohl und pax. Mit Statistiken ist schnell irgendwie irgendwas bewiesen. Und sie haben einen riesigen Effekt bei Breiten Massen der Bevölkerung (selbst bei den “Mittelschulabschlüssigen” und höher), denn, wenn es die Statistik sagt, muss es ja wahr sein. Man könnte es ein psychologischen Phänomen nennen. Oder aber der moderne Aberglauben…

    Gruz Süchu

    PS: Agesehen davon sind die SVP bei weitem nicht die einzigen in der Politik, die ihre Statistiken “verschönern”. Sie treibens bloss etwas zu sehr auf die Spitze…

  10. anti-demagog am 2. Juni 2006 um 15:52

    Der Beitrag ist gewollt billig – dem Niveau entsprechend…

    Es spielt keine Rolle welche Partei oder sonst wer eine Statistik frisiert. Fact bleibt, dass eine getürkte Statistik falsche Aussagen macht Punkt

    Die Falschaussage noch zu unterstützen oder zu verharmlosen ist noch tiefer als die Aussage der Statistik selber.

    Die SVP und ihre Anhänger treiben die Schuldzuweisung der Missstände dermassen offensichtlich und populistisch auf die Ausländer, dass sie noch Falschaussagen zu diesem Zweck legitimieren.

    Es ist einfach sehr schwer zu verstehen, wieso diese Partei immer nur die Ausländer fixiert. Haben sie einfach sonst keine wirkungsvolle Programme die ihre noch Wähler überzeugen können oder sind sie schlussendlich ein Produkt aus Angst, Ignoranz und Intoleranz?

    PS: Falls irgend jemand mit einer Fluglinie fliegen möchte welche ihre Absturzstatistik frisiert, dann guten Flug und schöne Ferien.

  11. gumbyman am 29. März 2007 um 02:43

    Sag’ ich doch schon lange: die wahre Kunst des Demagogen liegt in den Halbwahrheiten! Es wird nicht gelogen, sondern nur der Teil der Realität dargestellt, der den gewollten Eindruck erzeugt.

    In der besagten Statistik wunderschön verbildlicht: durch Nullpunktunterdrückung blendet man die grosse Prozentzahl “Normalität” aus welche nicht ins Konzep passt, und stellt die Daten stark übertrieben dar. Der erste (und gewollt falsche) Eindruck ist der einer “alarmierenden Entwicklung”, bei näherem Beschauen wäre der Irrtum natürlich zu erkennen – aber es bleibt der erste Eindruck, denn er ist oft der Einzige.

    Solche Verzerrungen, wie sie @felixkohl schön aufgelistet hat, sind kein Zufall: es geht um nicht weniger als um die Manipulation des “Volks” zum eigenen Zweck, zuweilen auch gegen die Interessen der Manipulierten, die das natürlich nicht durchschauen.

    Ich bin der Meinung wer mit solchen Mitteln agiert ist einer Demokratie unwürdig, ein Trittbrettfahrer und Schmarotzer des politischen Systems. Scheindemokratisch.

    g.

  12. bioloco am 29. März 2007 um 12:30

    “Demagogie betreibt, wer bei günstiger Gelegenheit öffentlich für ein politisches Ziel wirbt, indem er der Masse schmeichelt, an ihre Gefühle, Instinkte und Vorurteile appelliert, ferner sich der Hetze und Lüge schuldig macht, Wahres übertrieben oder grob vereinfacht darstellt, die Sache, die er durchsetzen will, für die Sache aller Gutgesinnten ausgibt, und die Art und Weise, wie er sie durchsetzt oder durchzusetzten vorschlägt, als die einzig mögliche hinstellt.” Nach Martin Morlock, (1977): Hohe Schule der Verführung. Ein Handbuch der Demagogie. Econ Verlag: Wien/Düsseldorf, S.24

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