Warum sterben die Bienen?
Aus der “Südostschweiz” vom 23.März 2007:
Anfang August konnte er sich noch über eine gute Honigernte freuen, und auch das anschliessende «Auffüttern verlief optimal», wie er sagt. Umso grösser war deshalb die Verblüffung, als er Ende Oktober bemerkte, dass 27 seiner 46 Bienenvölker ihre Kästen verlassen hatten. [..] Alle erwachsenen Bienen waren ausgeflogen und nicht mehr zurückgekehrt. Nicht einmal die Königin war noch im Stock.
In den USA ist das Phänomen “Bienensterben” noch viel ausgeprägter als bei uns und hat bereits massive wirtschaftliche Auswirkungen:
Die New York Times beziffert den durch das Bienensterben entstandenen wirtschaftlichen Schaden schon jetzt auf 14 Milliarden US-Dollar. Wissenschaftler bezeichnen das Bienensterben in den USA schon als “nationale Katastrophe” und schließen als Ursache gentechnisch veränderten Mais der Sorte Bt-Mais nicht aus und sprechen vom Aids der Bienen.
(Quelle)
Was ist mit den Bienen los? Eine Studie aus Frankreich nährt die Vermutung, die Pflanzenschutzmittel Gaucho und Regent würden am Bienentod mitverantwortlich sein! Die beiden Pestizide sind deshalb in Frankreich bereits verboten.
In diesem Artikel aus dem Jahr 2003 wird schon über die Gefährlichkeit von Gaucho berichtet:
Der Inhaltsstoff von GAUCHO dringt in alle Teile der behandelten Pflanze und in die Pollen ein – eine tödliche Gefahr für die Bienen. Da das Mittel bis zu drei Jahren im Boden verbleibt, können selbst unbehandelte Pflanzen eine für Bienen tödliche Konzentration enthalten.
Eine andere Studie der Universität Jena zeigt eine weitere Möglichkeit. Schuld am Bienensterben könnte auch gentechnisch veränderter Mais sein:
Eine “toxische Wirkung von Bt-Mais auf gesunde Honigbienenvölker”, so das Ergebnis der Studie, konnte zwar “nicht nachgewiesen werden”. Doch als die Versuchsbienen dann noch zufällig von einem Parasiten befallen wurden, zeigte sich Gespenstisches: Bei den mit einem hochkonzentrierten Bt-Gift-Müsli gefütterten Tieren kam es, so die Jenaer Studie, “signifikant stärker” zu einer “Abnahme der Zahl an Bienen”.
(Quelle: Der Spiegel, 19.03.2007, Artikel nicht online)
Es fragt sich, wie man bei der Zulassung von chemischen Pflanzenschutzmitteln derartige “Nachwirkungen” ausschliessen will. Auch das potentielle Riskio von gentechnisch veränderten Pflanzen zeigt sich gut an diesem Beispiel. Auch wenn die Folgen nicht direkt sind. Man kann einfach nicht ausschliessen, dass menschliche Eingriffe ins Erbgut langfristige Folgen haben. Ist der Nutzen dieser “Produkte” das offenbar enorme Risiko wirklich wert? Ich denke nicht.
Weitere Informationen:
Diskussion im Forum:

“Die New York Times beziffert den durch das Bienensterben entstandenen wirtschaftlichen Schaden schon jetzt auf 14 Milliarden US-Dollar. ”
Das wurde vom “umwelt journal” falsch übersetzt. richtig wäre, dass die bienen jährlich saatgut im wert von 14Mia bestäuben:
A Cornell University study has estimated that honeybees annually pollinate more than $14 billion worth of seeds and crops in the United States, mostly fruits, vegetables and nuts.
quelle:http://www.nytimes.com/2007/02/27/business/27bees.html?ex=1330232400&en=3aaa0148837b8977&ei=5088&partner=rssnyt&emc=rss
Irgend einer könnte doch jetzt laut schreien, dass hier “nachweislich gelogen” werde, und “massive finanzielle interessen der mächtigen” dahinterstecken und deshalb “bewusst fehlinformiert” werde, aber ich glaube das wäre nur so, wenn der bericht von der SVP gekommen wäre
Was sagte einst Albert Einstein?
,,Wenn die Biene von der Erde verschwindet, dann hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, keine Menschen mehr…‘‘.
Und ich glaube der alte Mann hatte recht!
Ingesamt erweisen sich viele Faktoren gleichzeitig als bienenschädlich: die zwei Wichtigsten sind mittlerweile bestimmbar und sie sind für das Massensterben im bekanntem Ausmass verantwortlich:
- zum einen bienenschädliche Insektizide wie Gaucho et al.
- zum anderen die gentechnisch veränderten Pflanzen, die serienmässig schon bienenschädliche Insektizide eingebaut haben.
Die zaghaften Teilverbote greifen erst wenig, da die freigesetzten schädlichen Wirkstoffe, einmal in die Nahrungskette eingedrungen, nicht so schnell einfach wieder verschwinden.
So einfach ist es leider nicht. Es gibt viele Faktoren, die das Bienensterben begünstigen.
Die genannten Pestizide finden schon seit 1994 Anwendung, das Problem des Bienensterbens in diesem Ausmass ist ein Problem jüngerer Zeit. In der Schweiz werden praktisch keine genmanipulierten Pflanzen angepflanzt. Trotzdem findet das Bienensterben auch hier statt. Weiter hätte die Bienen-Forschungsanstalt in Liebefeld ziemlich sicher einen Zusammenhang festgestellt, als sie die entsprechenden Gebiete untersuchte.
Ich war während mehreren Jahren selbst Imker, vom grossen Sterben blieb ich aber verschont. In vielen (nicht allen) Fällen ist meiner Ansicht nach die Varroamilbe schuld. Wird diese nämlich nicht adäquat behandelt, was nicht ganz einfach ist, sterben die Völker in relativ kurzer Zeit. Ebenfalls, wenn sie zu einem Zeitpunkt zu wenig Futter haben. Hier ist der Imker gefragt.
Man muss unbedingt weiterforschen. Das Sterben der Bienen für sich alleine ist dabei noch weniger schlimm als die fehlende Bestäubungsleistung. Ich kann mir nicht vorstellen, das man die Ursache nicht findet, wenn es denn nur eine wäre.
Soeben habe ich ‘heute’ folgenden Artikel über das Bienensterben gelesen:
http://www.heute-online.ch/wissen/play/artikel60601
Neben den vorhin erwähnten Gründe könnte dieser sicher den stärksten Einfluss haben.
Da hat sich Roland Bilang wieder mal mühe gegeben um vom tatsächlichen Problem, nämlich den Insektiziden abzulenken. Es ist auch lustig das ausgerechnet auf diesem Bienen-Thread soviel Lobby-Trolls posten. Ihr seid schon längst enttarnt.
Die massiv bienenschädlichen Insektizide die seit den 90er Jahren den Markt überschwemmen müssen von der Zulassung zurückgenommen werden. Sie werden noch lange genug in der Nahrungskette verweilen und weiterhin schäden anrichten!
Genau, diese Sichtweise wird vers. seit 2005 postuliert – und müsste so besehen auch uns in Unruhe versetzen, wenn die eifgristen Insekten zu Tode kommen bei dieser Strahlung, was passiert im nächsten Stockwerk!
http://www.mikrowellensmog.info/bienen.html
Der Titel stimmt einfach nicht.
Genau genommen sterben die Bienen nicht, sie verschwinden einfach spurlos, und lassen die Brut allein zurück. Und sie verhalten sich auch vorher schon seltsam. Man trifft zum Beispiel ab und zu die Königin ausserhalb des Stockes an. Das ist ein sehr seltsames Verhalten. Die Königin verlässt den Stock normalerweise nicht,
jedenfalls nicht freiwillig.
Auch findet man keine Berge von Bienenleichen vor den Stöcken, wie das bei Parasitenbefall (Varroa) gewöhnlich zu beobachten ist.
Es ist nach wie vor ein Rätsel. Offenbar scheinen die Bienen irgendwie die Orientierung zu verlieren, so dass sie nicht mehr zum Stock zurückkehren können.