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Volks- oder Krankenkassenvertreter?

Volksvertreter sollten doch, wie der Name schon sagt, das Volk vertreten. Doch in Bern gibts nebend den Volksvertretern noch eine ganze Menge anderer Vertreter. Zum Beispiel 18 Krankenkassenverterter. Der Tagesanzeiger der Stadt Zürich hat heute eine Liste veröffentlicht mit diesen 18 “Gesundheitspolitikern”. Doch aus welchen Parteien stammen diese?

  • 6 Versicherungsvertreter stellt die CVP (Horchreutener, David, Humbel Näf, Frick, Maissen, Stähelin)
  • 5 Versicherungsvertreter stellt die SVP (Borer, Brändli, Schenk, Stahl, Walter,)
  • 4 Versicherungsvertreter stelle die FDP (Gutzwiler, Theiler, Triponez, Langenberger)
  • 2 Versicherungsvertreter stellt die SP (Graf-Litscher, Rossini)

Wobei einer der beiden SP Krankenkassenvertreter im Vorstand der gewerkschaftlichen “Krankenkasse 57″ sitzt…

Ganz schlimm ist die Situation in der Gesundheitskommission, wie ebenfalls nachzulesen ist:

Besonders gross ist die Dichte in der Gesundheitskommission des Ständerates. Dort sind 5 von 13 Mitgliedern mit den Kassen verbandelt. Das löst nicht nur bei linken Politikern Unbehagen aus. «In unserer Kommission haben wir die Grenze des Erträglichen erreicht», sagt Kommissionspräsidentin und FDP-Ständerätin Erika Forster. SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi sieht zudem ein Glaubwürdigkeitsproblem, wenn sich jemand von einer Kasse bezahlen lasse und gegen die Einheitskasse antrete.

Schön gesagt Herr Bortoluzzi, volle Zustimmung. Da denken wir WählerInnen dran wenn dann im Herbst gewählt wird…

Dieser Artikel wurde von Sandro am Montag, 5. Februar 2007 in der Rubrik Schweiz und zu den Stichwörtern , , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

6 Kommentare zum Artikel “Volks- oder Krankenkassenvertreter?”

  1. lupe am 5. Februar 2007 um 17:57

    darum erst recht: hat sich das bisherige modell mit 87 konkurrenzierenden kassen, hundertschaften von managern und verwaltungsräten bewährt? nein. die kassen wendeten millionen auf, um sich gegenseitig die jungen, gesunden kunden abzujagen. dafür stiegen die prämien jedes jahr massiv an.

    weil sich das alte system absolut nicht bewährt hat und das modell einer einzigen versicherung bei der AHV und auch in teilbereichen der SUVA bewährt hat, gebe ich der einheitskasse eine chance.

  2. bluefox am 5. Februar 2007 um 22:41

    Lupe…
    Sorry, du bist nicht lernfähig. Nachdem praktisch all deine argumente bereits mehrfach widerlegt wurden, glaubst du immer noch daran, das die staatliche megafusion zu einem monopol das allheilmittel ist, siehst immer noch grosszügigst über die milliardenschulden der AHV hinweg, ignorierst die fast 2 Milliarden finanzierungslücken pro jahr, die die SP verursachen will… manche lernen es eben nie.

  3. gumbyman am 6. Februar 2007 um 01:34

    @bluefox
    Dein Beispiel ist keines: die AHV krankt an der Demographie, da würden auch 100 Privat-AHV’chen nichts dran ändern. Es wurden viele Argumente vorgebracht, aber die meisten davon lassen sich in keiner Weise belegen, sondern sind Mutmassungen.

    Der Systemwechsel von vielen Leistungsvertreibern (Krankenkassen) zu einem Leistungsvertreiber (Einheitskrankenkasse) lässt zunächst einmal Effizienzsteigerung erwarten (economies of scale), wie bei den Elefantenfusionen in der Wirtschaft, von denen es ja genug gab. An der Leistungserbringung und deren Kosten (Ärzte, Spitäler, Pharma) ändert sich zunächst einmal gar nichts.

    Da die EKK im Gegensatz zu privaten Monopolen nicht gewinnorientiert arbeitet, muss auch keine (sonst zu erwartende) Verteuerung befürchtet werden. Das “Ausgeliefertsein” ist diffuse Angst, die berühmten Prämienrechner auf Comparis sind Chabis: es gibt zwei, einen von den Gegnern, einen von den Befürwortern, und beide erzeugen genau gegenteilige Resultate.

    Ich würde mich *nie* trauen zu behaupten, ich wüsste welches die bessere Lösung sei. Aber ich traue mich zu behaupten, dass @lupe’s Einschätzung des Konkurrenzmodells so falsch nicht ist und die Einheitskasse eine reelle Chance hat, günstiger, oder zumindest nicht teurer, als die heutigen Kassen zu sein.

    g.

  4. Einer_der_denkt am 6. Februar 2007 um 14:00

    Vom Staatsschutz werde ich zwar auf eurer Gegenseite eingeordnet. Aber diesmal bin ich eurer Meinung. Gebt der Einheitskrankenkasse eine Chance!

  5. Walter K am 18. Februar 2007 um 11:16

    Es ist schade, wenn die Einheitskrankenkasse mit ideologischen Argumenten (links-rechts) torpediert wird. Tatsache ist, dass die Kosten in Dänemark mit Einheitskasse in den letzten 10 Jahren NICHT gestiegen sind, was bei uns passiert, weiss ja jeder. Und der “Wettbewerb” wirkt in diesem Fall kostentreibend. Fragen Sie mal Vertreter, wieviel Sie bei jedem Kassenwechsel an Verkaufsprämien garnieren, dies sind enorme Summen, welche den Versicherten nicht zugute kommen. Hingegen bin ich dafür, dass derjenige,welcher gesund lebt, von einem Bonus profitiert, und damit haben wir den “Wettbewerb” dort, wo er in diesem Fall sein muss, nämlich beim Verhalten jedes einzelnen. Und auf jeden Fall: FUER DIE EINHEITSKASSE STIMMEN, wenn Sie wollen, dass sich etwas bewegt! Und in dieser Abstimmung bitte NICHT auf die “moderaten” Politiker (=Lobbyistenund Kostentreiber) hören.

  6. Rico am 18. Februar 2007 um 18:15

    gumbyman: “..und die Einheitskasse eine reelle Chance hat, günstiger, oder zumindest nicht teurer, als die heutigen Kassen zu sein.”

    Nur werden wir es nie erfahren, da diese Initiative haushoch abgelehnt werden wird. Seien wir froh, dass wir es nicht erleben müssen.

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