Viel Lärm um nichts – Hühner haben wieder Ausgang
Die Strategie der Angstmacherei hat funktioniert: Die Umsätze der Pharmaindustrie sind astronomisch gestiegen, und auch für viele Ärzte hat sich die Impfpanik durchaus gelohnt. Doch nun gibt der Bund Entwarnung, das Geflügel darf wieder ins Freie.
Mit ihrem Entscheid folgt die Regierung den Empfehlungen des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET). Die Lage habe sich deutlich entspannt und im April sei kein einziger Wildvogel mit Vogelgrippe entdeckt worden. Kommt es zu neuen Vogelgrippe-Fällen, würde eine lokale Stallpflicht verhängt.
Die Entspannung sei einerseits darauf zurückzuführen, dass ein Grossteil der Wasservögel Richtung Norden abgezogen sei. Aber auch die wärmeren Temperaturen hätten dazu beigetragen.
Derzeit bestünden nur noch in der Bodenseeregion Schutz- und Überwachungszonen, die aber voraussichtlich auf Ende April aufgehoben würden. Somit sei die Freilandhaltung in der ganzen Schweiz ab dem 1. Mai wieder möglich. (swissinfo)
Man fragt sich, was ihnen als Nächstes einfällt, damit wir weiter von den grundsätzlichen Fragen, wie der Einkommensverteilung nach oben, einer grundsätzlich die KonsumentInnen schädigenden Industrie, Luftverschmutzung, Klimawandel etc., abgelenkt werden.
Womit erschrecken sie uns also als Nächstes?

Einerseits stimmt es, dass viel Lärm um nichts gemacht wurde, mit dem alleinigen Effekt, dass gewisse Kreise daran sehr viel Geld verdient haben. Andererseits aber sollte man in solchen Fällen doch lieber erstmal vorsichtig sein. Ich hätte nicht derjenige sein wollen, der die zu treffenden Massnahmen beschliesst, und im Nachhinein und aus sicherer Ferne ist man immer schlauer. Ich selbst fand die geschürte Panik und die daraus resultierenden Massnahmen auch übertrieben, hab kein Tamiflu gekauft usw. Aber WENN die Seuche in grösserem Masse ausgebrochen wäre, und man hätte zuwenig gemacht gehabt, DANN wäre die Kacke am dampfen..
Das war ja nicht anders zu erwarten. Ich glaube aber kaum, dass die Angstmache Ablenkung zum Zweck hatte. Sie wurde ja vor allem durch journalistische Höchstleistungen des Bicks und ähnlichen Spassvögeln forciert, weniger durch die Politiker (oder zumindest nur sekundär, als Reaktion auf die Panikmache der Medien – man muss sich ja schliesslich um die Bedürfnisse seiner Wähler kümmern..)
Und ein dickes Haha für alle, die jetzt eine Jahrespackung Tamiflu im Medizinschränkchen verfaulen lassen können! Geschieht ihnen recht.
klasse, gerade hatte ich letztes wochenende die “voliere” für die hühner meines vates fertig gebaut und jetzt dürfen sie sowieso raus.
naja, die nächste stall pflicht kommt bestimmet
Man fragt sich, was ihnen als Nächstes einfällt, damit wir weiter von den grundsätzlichen Fragen, wie der Einkommensverteilung nach oben, einer grundsätzlich die KonsumentInnen schädigenden Industrie, Luftverschmutzung, Klimawandel etc., abgelenkt werden.
und im Zusammenhang mit der Vogelgrippe wäre vorallem noch die katastrophalen Zustände bei der Massentierhaltung von Geflügel zu erwähnen.
Und für alle die den Link vor ca einem Monat verpasst haben und sich für Ursacheden der Vogelgrippe interessieren, hier nocheinmal:
http://www.woz.ch/dossier/vogelgrippe/13067.html
Das Virus gedeiht in den Hühnerfabriken
Von Grain
(Die internationale Organisation Grain mit Sitz in Barcelona setzt sich ein für eine nachhaltige Nutzung landwirtschaftlicher Ressourcen. Der vollständige, englische Text mit zahlreichen Quellenangaben findet sich unter http://www.grain.org/go/birdflu. Übersetzung und Bearbeitung: WOZ.)
Tja, das war abzusehen…
Nun haben die Boulevardmedien ein Problem mehr am Hals: polemische und primitivste Angstmacherkampagnen in Sachen Vogelgrippe sind jetzt weg vom Tisch. Jetzt stellt sich die Frage: wem oder welcher Gruppe kann man als nächstes “in die Kappe scheissen”? Nach den Hundebesitzern war Wasella dran und jetzt Ospel. Lange ist es her, als man Botschafter Bohrer fertig machte. Wen triffts als nächsten? Vielleicht die Fussballspieler, welche einiges mehr verdienen als die obigen Manager? Kaum, denn das “Volk” braucht Spiele. Wo ist der nächste “Feind”?
ich glaube die geländewagen wären mal wieder an der reihe
Ne, der böFei lauert im Osten, meine Lieben, weiss doch jedes Kind…
besorgniserregend ist nicht, dass medien so ein thema aufnehmen und teilweise hochbauchen… das ist ihr job. besorgniserregend ist für mich vielmehr, wie viele von der sorge oder gar der angst angesteckt werden und dinge tun die man ihnen vorgibt richtig zu sein, ohne selber nachzudenken, was in einer konkreten situation das beste für einen selber und für andere wäre… was hätte man denn gemacht? hätte man ein tamiflu geschluckt und wäre weiter arbeiten gegangen und hätte weiter am öffentlichen leben teilgenommen?
Aus diesem thread spricht eine Menge Ignoranz. Sorry.
Auf die Gefahr hin humorlos zu sein:
Sind die Toten in der Türkei und in Asien eine Erfindung?
Sind all die grotesken Abschlachtungsaktionen nichts?
Was ist mit all den Kleinbauern, die ihr Kapital verloren haben?
Die Seuche wird uns noch viele Jahre beschäftigen, nicht nur die Veterinärmediziner sondern auch die Humanmediziner. Vorläufig scheint es, dass wir mit einem blauen Auge davon gekommen sind.
Virenmutationen sind nur eine Frage der Zeit.
Bei der nächsten Krankheit oder Seuche (was ich bestimmt nicht wünsche), fordern vorangehende Witzköpfe bestimmt “schnelle Lösungen aus der Forschung” ein.
@felix
Weisst du eigendlich wieviele Tote es bei der normalen Grippe jährlich gibt?
Das sind dann schon einige mehr als bei der Hühnergrippe.
mfG René
Natürlich.
Wenn die Gefahr eines Dammbruchs besteht, bagatelisiert man die Tatsache nicht, dass schon viel mehr im See ertrunken sind.
Im Übrigen: Gerade heute war wieder die Bekanntmachung eines chinesischen Opfers.
Die Bilanz sieht vordergründig “harmlos” aus: 18 Fälle. Allerdings 12 gestorben.
Zwischenmenschliche Ansteckungen (bei intensiven Kontakt) wurden intensivem Kontakt auch schon nachgewiesen (Thailand 1997, gem. WHO).
Ich gehöre nicht zu jenen die in die Apotheke rannten und Tamiflu hamsterten, noch betrachte ich mediale Panikmache als sinnvoll.
Die Gefahr ist aber bei weitem nicht gebannt. Eine Reflektion zu den globalen Fleischmärkten, zu den Sicherheitsvorkehrungen und zu den Vorsichtsmassnahmen sowie einer guten Aufklärung in der Bevölkerung sind durchaus angebracht.
Ich erinnere mich an die Zeit, vor 25 Jahren, als man von einer “seltsamen Seuche bei amerikanischen Schwulen” sprach und das Ganze, ähnlich wie einzelne Schreiberlinge hier, eher ins Lächerliche zog.
Aids lehrte der Moderne und den Naturwissenschaften, dass Seuchen auch heute noch ein Thema sind, das sich nicht negieren lässt.
da ist mir ein peinlicher sprachlicher Lapsus reingerutscht: …die Bekanntmachung über ein chinesisches Opfer…
…es waren die Schwulen, die diese Seuche verbreiteten..