Unsinn: Peruanische Vorsaison-Spargeln
Der unbekannte Kellner bringt es auf den Punkt:
Auf dem Spargelhof der Familie Spaltenstein ist auch alles parat. Man wartet bloss noch auf die Sonne. Unter guten Voraussetzungen können vielleicht nach dem 20. April die ersten Spargeln geerntet werden. Gewiss nicht vorher.
Bis es soweit ist schlagen sich Herr und Frau Schweizer die Bäuche mit peruanischer Ware voll
Auch bei mir im der Betriebskantine gibts bereits Spargeln und Erdbeeren. Auf Anfrage werde ich dort aufgeklärt:
Die Spargel hat im Frühling halt schon Saison, lange bevor unsere Einheimischen zum Kauf im Angebot sind.
Da es sicherlich auch eine Preisfrage ist (Leider sind viele Gäste nicht bereit für einheimische Produkte mehr zu bezahlen!!)
Mit dem Angebot haben sie recht,das steht und fällt bei uns mit unseren Gemüse-Lieferanten da wir doch eine grosse Menge täglich verarbeiten. Es würde aber sicherlich auch von den wenigsten Gäste verstanden, wenn überall Frische Spargel und Erdbeeren im Angebot sind nur nicht bei uns.
Ein Teufelskreis also. Niemand will als erster Umstellen. Dabei hat der Kassensturz in dieser Sendung ausrechnen lassen, wie Energieaufwändig respektive Klimaschädlich der Import von Frischgemüse wie z.B. Spargeln aus Peru ist:
Eine geradezu miserable Energiebilanz zeigt der Spargel aus Peru, der mit 5 Liter Erdöl pro Kilogramm 14 mal mehr Energie verbraucht als Spargel, der aus der Schweiz stammt.
Mal ehrlich, ist mir doch wurscht, ob es in einer anderen Kantine bereits Spargeln gibt, ich sehe ja nur diese hier…

Gibt es bei euch nur 1 Menue? Gibt doch sicher auch etwas anderes als unnötige Importware zum essen. Nimm das nächstemal Das Schnizel aus der Schweiz.
die kantin welche du hast ist eh überteuert und das essen schmeckt nicht wirklich, ich empfehle die kantine von der zürich versicherung und einbisschen bewegung tut immer gut
btw. das vegi menü war ganz ok.
“Auch bei mir im der Betriebskantine gibts bereits Spargeln und Erdbeeren.”
Es wird aber sicher auch noch andere Angebote geben. Es wird wohl kaum jemand gezwungen peruanische Spargeln und Erdbeeren aus wasweissichwo zu essen. Wenn die Ware nicht gekauft würde, verschwände die sicher ganz schnell aus dem Angebot. Letztlich entscheiden die Konsumenten darüber was sich verkaufen lässt und was nicht.
Gopferdammi, wollen mir nun die grünen Fundamentalisten auch noch das Steak bzw. die Spargel vom Tische verbieten? Macht nur weiter so, dann wird die grüne Plage ein baldiges Ende haben! Ich esse Spargeln wenn ich Lust dazu habe, da redet mir keiner drein.
@ Sandro
Ich gehe jeden Samstg morgen mit meinem Kind in eine grosse Migros in der Nähe einkaufen (ich koche immer am Wochenende für die Familie).
Kaufe auch nur Inlandsgemüse, oder Gemüse von umliegenden Ländern. Vorzugsweise Bio-Gemüse.
Wollte seit x-Wochen Peperonis kaufen da ich ein bestimmtes Gericht kochen will. (Freiland: Spätsommer bis Herbst, Gewächshaus fast das ganze Jahr)
Die Nicht -Bio Peperonis kommen aus Spanien, die BIO-Peperonis kommen seit Wochen NUR aus Israel!
Bio-Gemüse kaufen meiner Ansicht nach nur eine gewisse Käuferschicht. Ich denke das sind ökologisch nachhaltig denkende Menschen, wie auch Menschen die hohen Wert auf gesundes Gemüse (weniger Schadstoffe) und natürlichen Anbau legen.
Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass Menschen aus dieser Kategorie bedenkenlos Bio-Peperoni von Israel kaufen, welches fast ein halbes mal um die Welt verschifft wurde und so auch eine miserable Energiebilanz aufweisen.
und alles “nur” weil es Bio-Peperonis sein sollen…..
Und noch ein anderer Punkt stört mich persönlich sehr, hat nichts mit den obigen Kategorien zu tun.
Man weiss nicht, ob diese Peperonis auch noch auf besetztem Palestinensergebiet angebaut wurden und man so auch noch indirekt die israelische Siedlungspolitik unterstützt.
Selbstverständlich verzicht ich da lieber auf Peperonis oder kaufe dann lieber im Notfall die spanische nicht Bio Peperoni…..
driv3r: keine angst, es will dir niemand was verbieten. aber es lohnt sich hin und wieder beim einkaufen das hirn anzuschalten.
Wobei es beim Einkaufen viel einfacher ist als beim auswärts essen. Das Gemüse wird ja in keiner Kantine deklariert… Vonwegen Markt und so
Don’t blame me – Ich kauf nur was Saison hat. Ok, manchmal werde ich bei Erdbeeren schwach aber sonst halt ich mich dran
@Sandro
Zitat:
Wobei es beim Einkaufen viel einfacher ist als beim auswärts essen. Das Gemüse wird ja in keiner Kantine deklariert… Vonwegen Markt und so
Was hat eine Kantine mit Freiem Markt zu tun? 4 bis 6.– Menue hat nicht viel mit Marktwirtschaft zu tun, sag das mal einem Wirt.
In meiner Lehrzeit war in der ABB Kantine in Oerlikon das Gemüse und Fleisch dazumal noch Freiwillig Deklariert. Und auch im Segelhof dättwil war das Dazumal so, und wird heute noch so sein.
Und falls man sich Traut, kann man das Personal Fragen, dann weiss man es.
Kaufst Du den Safran aus dem wallis, oder den Importierten? hier kneifen praktisch alle Grünen, anderst gesagt hier sieht man wem es ernst ist.
Kaufst Du den Safran aus dem wallis, oder den Importierten? hier kneifen praktisch alle Grünen, anderst gesagt hier sieht man wem es ernst ist.
Ich kaufe nie Safran. Da er aber in derart kleinen Volumen transportiert und grammweise verkauft wird, ist der Anteil Erdöl, der am einzelnen Gramm klebt, eine lässliche Sünde.
Schlechtes Beispiel.
Allerdings wusste ich nicht, dass im Wallis Safran gezupft wird.
@Pirelli
Es geht nicht ums erdöl, (Wiso bist Du so fixiert auf das Erdöl?) um die Menschen dahinter, Sprich Arbeitsbedingungnen. hast Du den Kindern schonmal zugeschaut was für schäden die von den giften tragen mit den sie täglich zu tun haben? Und die Umwelt erst! Oder glaubst Du im Walis gehe es auch so ab?
cheviy: eine kantine wird von der firma mitfinanzioert, deswegen darst du dann ende jahr auch nur d7franken pro arbeitestag als essenkosten abziehen und nicht 14 wie die, die keine kantine haben. das lächerliche daran ist einfach das das biligste menü (vegi) ohne was zu trinken in der kantine von der sandro redet, 9 franken kostet. das einigermassen anständige kostet 13.50, und gut isses auch nicht wirklich…
und für die scheisse wirste noch bestraft weil im lohnausweis “möglichkeit zur kantinen verpflegung” steht
Lieber Chevy
Natürlich sind mir die Arbeitsbedingungen durchaus bewusst, die in vielen Ländern herrschen. Gleichwohl handelt dieser Thread von der Energiebilanz. Und die wird nun mal in der Regel mit dem für Produktion und Transport verwendeten Erdöl angegeben. Lies doch den Eröffnungsartikel noch mal.
Im Kindergarten meines Sohnes gibt es solche, die bluffen, dass sie bereits Trauben und Zwetschgen aus Südamerika zum Znüni haben und meine Kinder nur langweilige Schweizer Äpfel.
Trauben gabs in der Migros den ganzen Winter über. Waren nicht teuer. Und wie ich gesehen habe, wurden die auch immer fleissig gekauft. (Von mir nicht, aber nicht aus ökologischen Gründen)
Generell zum Thema: Es muss 25 oder 30 Jahre her sein, als es noch überhaupt nicht üblich war, im Winter frisches Obst und Gemüse von irgendwo auf der Welt kaufen zu können (ausser zu wahnsinnsteuren Preisen in Spezialläden), da rief mal am 24. Dezember der Bruder meines Vaters an, er arbeitete auf dem Flughafen Kloten, ob wir auch ein Körbchen Erdbeern nähmen. Ein Flugzeug aus Übersee sei zu spät angekommen. Es reiche nicht mehr, die Erdbeeren in die Schickeria-Läden nach Zürich etc. zu bringen. Die würden verderben bis nach Weihnachten. Man verkaufe die Erdbeeren drum praktisch grad ab Flugzeug für 5 Franken das Körbchen. Erdbeeren an Weihnachten? Welche Dekadenz! Aber für 5 Franken, mmh.
Also meine Eltern sagten, wir nähmen zwei Körbchen (schiesslich war am 25. das grosse Familienfest) und fuhr schnell nach Kloten, um die zwei Körbchen Erdbeeren zu holen.
Heim brachte er aber nicht zwei 500g-Schäleli (250er gabs damals noch gar nicht), sondern er kam mit zwei Gittern zu je 8 oder 12 solcher 500er Körbchen. Für total 10 Franken.
Wir haben damals an Weihnachten so viel Erdbeeren gefressen, bis sie langsam allen “aus dem Hals hingen”.
Das war, als Erdbeeren usf. ausserhalb der Saison noch absoluter Luxus waren und nur die Reichen es sich leisten konnten (und wollten).
was belastet die umwelt mehr? die eingeflogene erdbeere, der im tanker gebrachte orangensaft oder der über den winter im kühlhaus gelagerte apfel………
zuweilen verblüffen die resultate solcher rechnungen. ausserdem wieso soll ein bauer in südamerika nicht die möglichkeit haben seine produkte bei uns anzubieten? mit welchen ethischen und moralischen grundsätzen verbieten wir ihm das?
wieso soll ein bauer in südamerika nicht die möglichkeit haben seine produkte bei uns anzubieten?
Jööö! Meinst du damit nicht eher die multinationalen Konzerne, die die Weltmarktpreise diktieren, für absolut unwürdige Arbeitsbedingungen der Bauern sorgen, die häufig weit unter dem Existenzminimum leben?
die eingeflogene Erdbeere und natürlich die peruanischen Vorsaison Spargeln.
“zuweilen verblüffen die resultate solcher rechnungen. ausserdem wieso soll ein bauer in südamerika nicht die möglichkeit haben seine produkte bei uns anzubieten? mit welchen ethischen und moralischen grundsätzen verbieten wir ihm das?”
Es gibt leider auch heute noch Leute, deren Denk- und Erfassungshorizont immer noch tief-mittelalterliche Dimensionen aufweist; wirtschaftliche Systeme können da bestens bis an die Dorfgrenze funktionieren, alles andere ist des Teufels und zu bekämpfen.
ich frage mich einfach mit welcher ethik und moral hier südmamerikanischen produkten der markt verboten werden soll! etwa mit jener, dass unser gewissen sich nicht über jenes elend, das wir dauernd damit verursachen, in den produktionsländern belasten müssen weil die so weit weg sind! handel ist der beste entwicklungshelfer!
Das erzähl Philip Morris, Nestlé und Delmonte.
Schau dir die z.B. Entwicklung des Kaffeepreises an und dann poste noch mal.
Wer wird da entwickelt?
Wie hat sich die Schuldenlast der ehemaligen Kolonien entwickelt, wie viel Prozent des Lebensmittelmarkts sind in ihrer Hand? Wie viel Boden gehört tatsächlich den Südamerikanern und welchen Gewinn erwrtschaften sie damit?
Du sagst, im Informationszeitalter sei Wissen eine Holschuld.
Wird Zeit, dass du wenigstens einen kleinen Teil deiner Schulden begleichst.
na ja dann frag dich doch mal was der plantagenarbeiter macht, wenn bei uns niemand mehr seine kaffeebohnen mahlt……
der unterschied zwischen fast nichts im fressnapf und gar nichts mehr ist jener zwischen leben und tod….
jene die unsere märkte gegenüber den produkten aus den entwicklungsländern schliessen wollen, würgen dere entwicklung einfach ab und zementieren die bestehenden verhältnisse…..