Übermotorisierung reduzieren: Es geht nur mit Zwang
Was die Grünen schon immer gewusst haben ist jetzt Tatsache. Trotz klaren Vereinbarungen mittels freiwilliger Verpflichtung der Autoimporteure wurden technische Effizienzgewinne im Motorenbau durch den anhaltenden Trend zu grossen und übermotorisierten Fahrzeugen weitgehend aufgehoben. Das Ziel, den Durchschnittsverbrauch der im Jahr 2006 verkauften Autos auf 6.9 l/100km zu senken, wurde einmal mehr weit verfehlt. Trotz eines grossen Angebots an effizienten und sparsamen Fahrzeugen verbraucht der durchschnittliche Neuwagen derzeit noch immer 7.62 Liter fossilen Treibstoff. Nun sind griffige Massnahmen gefordert. Das im Raum stehende Bonus/Malus System halte ich für unnütz, da sich die Cayenne- und VoguekäuferInnen wohl kaum wegen einigen tausend Franken Kaufpreis für einen Smart entscheiden. Viel effektiver wäre eine massive CO2 Abgabe, welche nicht nur die Bauweise und den Verbrauch des Fahrzeugs mit einbezieht, sondern die Fahrgewohnheiten des Besitzers besteuert. Wer viel mit grossen und übermotorisierten Fahrzeugen herumgurkt zahlt massiv mehr, wer weniger fährt mit kleinerem Motor viel weniger (und wer auf die ÖV setzt wird bestenfalls noch belohnt). Mit der Initiative für menschenfreundliche Mobilität ist zusätzlich zu den genannten Massnahmen schon die nächste Massnahme gegen die übermotorisierten Ökoschmutzfinken im Anmarsch. Wichtig ist, dass endlich gehandelt wird. Unverbindliche “Selbstverpflichtungen” sind nicht das Papier wert auf dem sie stehen.

[...] Bitte die Diskussion hierzu bei diesem Artikel führen Abgelegt unter: Umweltschmutz, Politik Forum, Extremismus, Propaganda, Geschmacklos, Schlamassel Tags: Verkehr, MIV, CO2, SUV, Industrie, Autolobby, Umwelt, Luftverschmutzung, Klimawandel — Pirelli @ 13:04 [...]
Es ist schon immer wieder verblüffend, wie die Industrie Scheinbedürfnisse schafft, die von der Realität des notwendigen Handelns und Umdenkens ablenken. Längst bestimmt nicht mehr nur die Nachfrage das Angebot, sondern diese wird zuerst gezielt geschaffen – vor zehn Jahren wurde noch ausgelacht, wer sich einen Vierlivier für die Stadt angeschafft hat.
Das Rezept ist immer das gleiche: Man kreiert eine Nachfrage mittels milliardenschwerer Kampagnen – dann benutzt man ebendiese Nachfrage als Ausrede für das fehlende Handeln.
Bedenkt: Dass man ganz selbstverständlich ein eigenes Auto hat und dieses auch für Freizeit- und Berufsverkehr einsetzt, ist eine Entwicklung, die erst in den 70er-Jahren wirklich eingesetzt hat – und trotzdem wird sie uns jetzt als uralte “Tradition” und als seit ewig geltendes “Menschenrecht” vorgeführt. Jeder soll das Recht haben, beliebige Umweltzerstörung zu verursachen, beliebig viele Kinder chronisch krank werden zu lassen, beliebig viel wertvollen Boden asphaltiert unter die Räder nehmen zu dürfen – wenn das mal keine Gehirnwäsche ist!
Mir ist’s mehr oder weniger egal, ob jemand ein Auto hat oder nicht.
Mehr stört mich, dass man jeden Meter für die Erledigung irgendwelcher Lappalien das Auto nimmt. Oder weil man einfach zu bequem oder zu faul ist, um früher aufzustehen oder etwas ein paar Meter zu tragen.
Darum muss ein Stopp des Ausbaus der Strasseninfrastruktur erfolgen.
Dafür sollte man die Zweckbindung der Treibstoffsteuer aufheben oder die Steuer selbst massiv verringern, damit kein Geld mehr für neue Strassen, PP etc. zu Verfügung steht.
Jeder kann dann selbst entscheiden, ob er gern im Pendlerstau steht oder wie lange er einen PP sucht, um schnell einen Kaugummi zu kaufen.
Pirelli, was ist eine Vierlivier ?
Das ist eine von Saurer, Berna oder FBW gefertigter Lastwagen der CH-Armee. Ein Frontlenker mit abgesetztem Kühlergrill etcetc.
Heute nicht mehr im Einsatz.
Dass du als passionierter Fussgänger mit Bastlatschen keine Ahnung von Fahrzeugen haben kannst, ist hier bestens bekannt.
Studiere mal über folgende Beispiele :
1. Ford F-450 mit Heckantrieb
2. Subaru mit permanenten Allradantrieb
3. Toyota Landcruiser mit zuschaltbarem Frontantrieb$
4. VW Tuareg
5. BMW xi Limousine
6. Nissan Terrano
7. Jeep CJ
8. Fiat Panda 4×4
Und…was geht es dich an, wenn vier Räder angetrieben sind oder nicht?
Ist ein Kleinwagen wie Panda mit 4×4 “böser” als ein Ford F-450 mit Heckantrieb?
Warum glaubst du dich in den Beschaffungsprozess eines zukünftigen Autofahrers einmischen zu müssen?
Auf gut Neudeutsch sage ich hier :
“Mind your own business”
Cia Baby!
Seht es doch endlich ein, Herr und Frau Schweizer stehen eben auf grosse Autos mit dicken Motoren. Punkt
APG, mit “Vierlivier” bezeichnen wir in der Zentralschweiz sämtliche Fahrzeuge mit Vierradantrieb.
Was du da von Saurer trötest, aht eher etwas mit romantisierender WK-Nostalgie zu tun als mit linguistischer Luzerner Realität.
Übrigens war ich über Jahre Berufschauffeur – und Bastschuhe besitze ich nicht.
Lexli, dies ist kein direkter Vergleich, soll dir aber den Stumpfsinn deiner Äusserung verdeutlichen: Vor 70 Jahren hielt die Mehrheit der Deutschen Juden, Schwule und Behinderte für nicht lebenswürdig und stand auf deren Vernichtung. Punkt.
Würdest du auch dort sagen, die Mehrheit hat einfach recht?
Vor vierzig Jahren war es bei uns alles andere als selbstverständlich, dass jeder ein Auto hat. Vor 25 Jahren hat man gespottet über Leute, deren Kisten mehr als 100 PS haben. Vor 10 Jahren wurde ausgelacht, wer sich einen “Jeep” (heute sagt man SUV oder lachhafte Egoprothese) für die Stadt beschaffte.
Dass sich das so geändert hat, ist einer gigantischen PR-Kampagne zu verdanken und hat nichts mit einem echten Bedürfnis zu tun: Durch zig Werbemilliarden und den Einsatz in sämtlichen Filmen und Fernsehserien wurde dieses “Bedürfnis” von der Industrie kreiert und den Konsumenten eingeimpft.
Bei dir hat das gut gewirkt, stelle ich fest.
Die Luzerner Realität sieht man auf der Seebrücke und immer dann wenn der Sonnebergtunnel gesperrt ist.
Von OeV in Luzern keine Spur. Ausser den dampfenden Busen der Rotheburger VB.
Baut mal endlich eine richtige S-Bahn…dan reden wir wieder über Luzerner Realitäten..
Ach, wir haben ein gut funktionierendes ÖV-Netz und sind auch an die S-Bahn angeschlossen. Mit ganz modernen, leichten Zügen übrigens.
Auch die Rothenburger rüsten auf Partikelfilter um.
Und dass es mit dem ÖV nicht so weitergeht, wie es sollte, haben wir unseren Bürgerlichen zu verdanken – also deinesgleichen. Studiere mal das neue Agglo-Verkehrsprogramm. Ein Graus!
Übermotorisierung ?
Soso, ein neu immatrikuliertes Fahrzeug verbraucht also im Schnitt noch 7.6l Benzin. Also ich meinerseits finde, dass das ein sehr ziviler Wert ist.
Der Ausdruck “Übermotorisierung” scheint mir deshalb hier fehl am Platz zu sein (Propaganda). Das hört sich an als wäre die halbe Schweiz mit 700PS Geländewagen unterwegs. Angesichts des niedrigen Durchschnittsverbrauchs ist dies wohl kaum so. Es wird also auf eine kleine Minderheit an Autos mit grossvolumigen Motoren ,d.h also eine wenig relevante Gruppe, gezielt.
Ich höre die Autogegner schon laut aufheulen. Aber ich denke, dass Artikel wie dieser letztendlich doch auf einem ordentlichen Quentchen Sozialneid (vielleicht nicht mal bewusst) basieren, obwohl die Verfasser dies jeweils auf jeden Fall vehement bestreiten werden.
Ich behaupte, dass die Mehrheit der schweizer Fahrzeuge nicht übermotorisiert, sondern ausreichend motorisiert ist. Und daran gibt es wohl nichts auszusetzen.
Ich hatte mal Gelegenheit einen VW Polo 1.0 (wird in der Schweiz meines Wissens nicht verkauft) zu fahren. Dieses untermotorisierte Gefährt dauernd am Drehzahlbegrenzer zu betreiben war nicht gerade das gelbe vom Ei. Also zwei Liter Hubraum müssen’s schon sein…
Das Problem ist nicht die Übermotorisierung sondern der Mobilitätswahn.
Daher einen Grossteil der “Benzinsteuer” als CO2-Steuer allen Bürgern zurückzahlen und dafür keinen weiteren Ausbau der Verkehrsinfratruktur, ob Strasse oder Bahn. Wer gern im Stau oder im Zug steht, soll sich selber Gedanken machen, ob diese Fahrt wirklich nötig ist.