Tradition vor Sicherheit: 200 Tote jährlich sind dem Bundesrat egal
Blocher und seine Bürgerlichen Helfer im Bundesrat haben für einmal gegen Sicherheit, für eine unsinnige Tradition entschieden. Sie lehnten es ab, die Gesetzgebung im Bezug auf das Aufbewahren von Militärwaffen zu ändern. Dies im vollen Bewusstsein, dass damit rund 200 Schweizer pro Jahr “geopfert” werden müssen, da sich genau so viele mit den kostenlos abgegebenen Schusswaffen selbst töten.
Nein, sie hätten sich nicht “genausogut mit einem Küchenmesser” getötet. Dies belegt eine aktuelle Studie der Universität Zürich:
Die Verfügbarkeit von Schusswaffen habe einen direkten Einfluss auf die Häufigkeit von Schusswaffen-Suiziden [..] “Es gibt einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Anzahl Schusswaffen in einem Land und der Zahl der Morde und Suizide” [..]
Und die Anzahl Schusswaffen im Land Schweiz ist verhältnismässig gleich gross wie in den oft kritisierten USA. Und es ist auch nicht so, dass sich diese Menschen “einfach anderswo” eine Waffe besorgen würden:
Schusswaffen spielen besonders bei impulsiven Suiziden und Suiziden unter Alkoholeinfluss eine wichtige Rolle. Sie ermöglichen es, den Handlungsimpuls schnell umzusetzen. “Bei den meisten der Menschen, welche einen Schusswaffen-Suizid begehen, handelt es sich um gesunde Menschen ohne psychiatrische Probleme und ohne andere Krankheiten.
Auch ist direkt belegt, dass die Reduktion der verfügbaren Schusswaffen einen direkten Einfluss auf die Zahl der Selbsttötungen hat:
In Kanada ging auf Grund entsprechender Massnahmen die Verfügbarkeit von Waffen seit den 80er-Jahren von 31 auf 19% zurück. Die Schusswaffensuizide nahmen dabei von 32 auf 19% ab.
Weiter sollte doch auch die blutigeListe der Sturmgewehrunfälle schon genug Grund sein, diese veraltete und unsinnige Tradition so schnell als möglich aufzugeben.
Weblinks dazu:
- 10vor10 (Real Video)
- Swissinfo: Strengere Waffengesetze – weniger Suizide
- Ordonanzwaffen ins Zeughaus und Waffenregister jetzt!

Wieder einmal mehr:
Wiso soll ich bevormundet werden weil andere nicht Alltagstauglich geworden sind?
100-tausende haben kein Problem mit dieser Waffe und erfreuen sich u. U. noch daran, das sollte eigentlich schon Grund genug sein um alles beim alten zu belassen, zum Glück sieht der BR das auch so.
Vor allem was keine Studie sagen kann ist wieviele leute von den 200 die nächsten 10 Jahre ohne Sturmgewehr überlebt hätten, da kann man nur Raten und schätzen da das die Betroffenen nichteinmal selber mit sicherheit wissen. (Da sie unmöglich wissen können wann sie ins nächste “Loch” fallen werden und der Suizidgedanke wieder ins Zentrum rückt).
Und die andern 1000 Selbstmorde pro Jahr, die ohne Schusswaffen verübt werden? Die sind egal, resp. nicht der Rede wert?
Und die durchschnittlich 75 pro Jahr (748 zw. 1990 und 2000), die via Exit geschehen?
Sei ehrlich, es geht Dir doch gar nicht um die Selbstmorde. Es geht Dir darum, den Waffenbesitz abzuklemmen. Also eröffne eine Diskussion zum Thema Schusswaffen im Haus. Und nicht über Selbstmorde.
Ich habe die Statistik im 10vor10 gestern auch gesehen. Es ist doch Unsinn, die Zahl der Schusswaffen mit der Zahl der Schusswaffensuizide zu vergleichen und daraus zu schliessen, es hätte weniger Suizide gegeben. Man müsste wenn schon die Zahl der Waffen mit der Zahl der Suizide vergleichen. Wieso wurde das nicht getan?
@Rico
Wie naiv, dass man glaubt:
Ohne Knarre keine Selbstmorde.
Dann springen sie eben vor den Zug oder trinken Abflussreiniger.
[...] Weitere Kommentare: – Gedankenbörse-Bog: «Armeewaffen töten» (30.08.2006) – Blogwiese: «Die Schweizer und ihre Schusswaffen — Widerstand gegen die 3 Millionen Waffen in Schweizer Privathaushalten» (30.08.2006) – ignoranz.ch: «Tradition vor Sicherheit: 200 Tote jährlich sind dem Bundesrat egal» (30.08.2006) Bundesrat Joe Lang Militärgesetz Schusswaffen Suizid Universität Zürich [...]
Glaube keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast!
@Rico & Beat: Es geht hier nicht um die anderen Selbstmorde, es geht um diejenigen, die mit Armeewaffen verübt werden. Wenn diese verhindert oder reduziert werden können, ist das doch etwas Positives, oder nicht?
@Chevy: Woher weisst du, dass du NIE ein Prolem haben wirst und immer alltagstauglich bleiben wirst? Zu deiner Vermutung, wielviel von den 200 überlebt hätten: Ist nicht jeder, der es nicht macht ein Erfolg.
Ich glaube nicht, dass es eine Bevormundung der Bürger ist, wenn sie den Bleiföhn nicht mehr zu Hause haben müssen. Ich fühle mich bevormundet, wenn ich jedes Jahr das verdammte Obligatorische schiessen gehen muss, was aber auch rein gar nicht bringt ausser Lärm, verbleite Böden und Umsatz in den Schiessstandbeizen (und das nicht durch mich).
@ Beat
Ja, aber mit dem Gewehr gehts etwas einfacher, und die Hemmschwelle ist niedriger, wie die Zahlen aus Kanada unmissverständlich zeugen. Was bringt dir denn genau die Waffe daheim? Fühlst du dich sicherer? Was bringt dir die Freiheit, eine Waffe daheim zu haben? Müsstest du dann nicht konsequenterweise auch für andere Freiheiten sein, z.B. absolute Drogenlegalisierung?
@ Babylon
? Dies würde den zugehörigen Verbrechensmarkt mit einem Schlag zum Erliegen bringen. Nicht viel anders verhält es sich übrigens mit dem “schwarzen” Verkauf von Waffen; zudem kann man sich mit beiden Dingen vortrefflich selber ins Jenseits befördern (sofort oder auf Raten).
Wieso, ist hier jemand gegen Drogenlegalisierung
Somit steht, etwas bösartig formuliert
, dem Slogan “Koks und Kalaschnikovs für alle” nichts im Wege und beendet die staatliche Bevormundung endlich. In beiden Fällen werden mittels gesetzlichen Regelungen primär Kriminalität gefördert und Mitmenschen kriminalisiert. Drogen sollten übrigens, wie Waffen, auch straffrei hergestellt werden dürfen, um eine hohe Qualität sicherzustellen.
@ keyser soze
Die Dienstwaffe kann bereits heute jede der Armee zugehörige Person freiwillig im Zeughaus gratis einlagern lassen.
@ Dreckfilter
Ich bin persönlich sogar für eine Drogenlegalisierung, z.T. auch aus den von dir genannten Gründen. Aber das ist nicht das Thema hier. Waffen hingegen sind um einiges gefährlichere Spielzeuge, mit denen man nicht nur sich selber, sondern auch seine Mitmenschen ins Jenseits befördern kann. Sportschützen könnten z.B. auf Luftgewehre umsteigen, und dekorativ orientierte Leute auf Atrappen. Wenn ich mir vorzustellen versuche, warum die Leute unbedingt solche Dinger zuhause haben müssen, komme ich immer wieder auf die gleichen Schlüsse.
@ Babylon
Der Titel ist mir schon bekannt, die Drogen wurden übrigens ins Spiel gebracht, aber ich finde den Vergleich gar nicht unpassend.
Nicht nur mit Waffen, auch mit Drogen können Mitmenschen sehr effizient ins Jenseits befördert werden. Inwiefern Waffen gefährlicher als Drogen sein sollten, müsstest du mir zuerst mal noch erklären. Drogensüchtige könnten aber natürlich auch auf Attrappenspritzen bzw. mit Plazebo gefüllte, allerhöchstens Alkohol oder Nikotin, umsteigen im Sinne der Rechtsgleichheit, oder
? Lasst anderen Menschen doch auch ihre Freuden und Süchte etc.
@ Dreckfilter
Der Vergleich ist insofern passend, als es um persönliche Freiheit vs Schutz der “Unmündigen” geht, das wollte ich mit dem Beispiel illustrieren. Du schienst aber (für die Diskussion ungünstigerweise) ein hartgesottener Freund der persönlichen Freiheit zu sein, weshalb der Vergleich nicht zog.
Drogen sind auch nicht Drogen. Nicht alle Drogen sind per Injektion verabreichbar (“Attrappenspritzen”) und nicht alle Drogen sind tödlich. Die lethale Dosis von THC zum Beispiel beträgt (oral aufgenommen) über ein halbes Gramm pro Kg Körpergewicht. Das schaffst du nicht..
Aber genug des Exkurses ins Reich der sinnesverändernden Substanzen, mit denen man übrigens – im Gegensatz zu Schusswaffen – durchaus interessante, bereichernde und für niemanden gefährliche Erlebnisse haben kann.
@ Babylon
Kleinkaliberwaffen wirken analog zu THC auch kaum tödlich…
Und: JA, ich bin ein Anhänger der persönlichen Freiheit (wie auch aller anderer Grundrechte) und schätze entsprechende Einschränkungen gar nicht. Aber andere scheinen sich dieser auch verschrieben zu haben: http://www.ignoranz.ch/item/beerdigung-der-grundrechte-auf-01012007-festgelegt/
Der Hinweis von RonaldCH lässt sich immer weniger von der Hand weisen, sorry! Oder stehen gar sozialistische Urängste dahinter, dass der Bürger wieder unabhängig werden könnte?
Ich bin ebenfalls Anhänger der sperönlichen Freiheit, bezeichne mich nicht als Sozialisten oder sonstwas. Aber ich sehe nicht ein, wofür Waffen daheim gut sein sollen. Wofür brauchst du eine Waffe daheim?
Welcher Hinweis von Ronald?
“200 Tote jährlich sind dem Bundesrat egal”
Für gewöhnlich werden der Öffentlichkeit wesentlich grössere Opferzahlen abgerungen, z.B. durch die Genussmittelindustrie.
Langweilige Propaganda, verniedlichende Feststellung…
File Status: CLOSED
@ Dreckfilter
Das EU-Statement? Ich bin auch kein bedingungsloser EU-Anhänger und sehe nicht ein, was das eine mit dem anderen zu tun haben sollte. Wenn man die Waffe nicht mehr daheim hat, ist das in keinster Weise ein erster Schritt richtung EU-Beitritt, nicht mal als Symbol.
Wie sollen gesetzestreue Personen benachteiligt werden, indem sie keine Waffe mehr haben? Wir leben schliesslich nicht im wilden Westen, und auch wenn man eine Waffe besitzt: Man ist sowieso nicht berechtigt, diese zu benutzen.
Und es IST ausgewiesen (Studie aus Kanada), dass weniger Waffen weniger Selbstmorde bedeutet. Es wurde eine Abnahme von 32 auf 19% festgestellt, durchaus signifikant:
[url=]http://www.swissinfo.org/ger/startseite/detail/Strengere_Waffengesetze_weniger_Suizide.html?siteSect=105&sid=7017027&cKey=1156885029000[/url]
Das mit der getrennt aufzubewahrenden Munition ist auch nicht ganz richtig. Ich kenne leider Personen, die stets ein abgespitztes Magazin neben der Waffe liegen haben. Und das sind auch keine Einzelfälle. Der Erwerb von Mun ist ebenfalls denkbar einfach, auch wenn man registriert wird.
mich würden die präzisen zahlen aus kanada interessieren. also nicht jene die aussagen, dass durch die erschwernisse des zugangs zu schusswaffen die selbstmordrate mit der schusswaffe sinkt. sondern inwiefern diese erschwerung eine auswirkung auf die gesamte selbstmordrate hat. denn für mich ist absolut nachvollziehbar, dass wenn der zugang zu pistolen und so erschwert ist, weniger leute damit selbstmord machen, allerdings ist die behauptung, dass demzufolge überhaupt weniger leute selbstmord machen nur mit dieser aussage nicht belegt.
@ leonforte
Nun ja, es fällt auf jeden Fall leichter, sich mit einer Schusswaffe in den Kopf zu schiessen als sonst einen Weg zu wählen.
Und was sind die Vorteile einer Waffe daheim? Die kommen mir nicht in den Sinn. Nur um der Möglichkeit Willen, eine zu haben, das reicht nicht als Argument. Sonst verlange ich das Recht, z.B. waffenfähiges Plutonium daheim zu haben. Das ist auch nicht erlaubt, oder? Warum nicht?
@Babylon
Ich brauche keine Waffe daheim und habe nie eine gehabt. Während meiner Dienstzeit war ich waffenloser Sanitäter. Aber ich kann trotzdem Sympathie haben mit den Schützen, für die die Waffe wichtig ist und an der Tradition festhalten wollen, eine persönliche Waffe zu besitzen. Schon der Vorstoss, alle Waffen zu registrieren, kam aus der gleichen Küche und schon damals wurde behauptet, die Kriminalität würde dann zurück gehen, obwohl es Beweise genug gibt, das auch diese Behauptung aus der Luft gegriffen war.
Tatsache ist, die Schweiz kann nicht in die EU, solange sie kein Waffenregister führt und die Wehrmänner die Ordonnanz-Waffe zu Hause haben. Also muss man das Problem so früh wie möglich angehen, – wenn’s sein muss halt mit Rosstäuschermethoden.
R.
@babylon
nun mich interessieren die statistischen zahlen mehr, als irgendwelche behauptungen! der autor der studie behauptet, sie wäre in den usa publiziert worden, allerdings findet sich in dem in der presse genannten fachblatt bis jetzt nichts davon! wenn aber hier drin jemand den zugang zu den daten erschlossen hat, wäre ich sehr interessiert! insbesondere daran ob die entprechenden statistischen tests durchgeführt wurden. es stimmt mich ein bisschen misstrauisch, dass diese absolut entscheidenden daten offensichtlich nicht öffentlich gemacht wurden.
Wollte eigentlich auch nie eine Schusswaffe haben.
Bin dann aber für die Armee eingeteilt worden.
Da die Armee in der Schweiz obligatorisch, beziehungsweise quasi eine Bürgerpflicht war, hab ichs auch nicht verweigert und wurde zur Arbeit ins militärische Spital eingeteilt. Habe deshalb dort (m)eine persönliche Handfeuerwaffe erhalten und wurde ein wenig damit ausgebildet. Das obligatorische Repetitionsschiessen blieb mir damit zum Glück erspart..
Kann mir nicht vorstellen, dass es in vorausdenkbarer Frist jemals eine Situation geben wird, bei der ich meine Waffe wirklich einsetzen müsste. Könnte mir auch eine Einlagerung oder Ähnliches vorstellen, falls ich einmal ein Unsicherheitsgefühl wegen Unfällen oder bezüglich der Aufbewahrung bekommen sollte.
Die persönliche Waffe wird den Rekruten am Anfang der ersten Woche, bei einem militärischen Ritual, symbolisch über dem geheiligten Wappen der Schweiz überreicht. Dabei trägt man hohe, schwarze Stiefel und muss die Annahme symbolisch mit einer
militärischen Faschopose quittieren. ich wusste weder die Bedeutung des Wappens,
noch diejenige des Ritulas zu verstehen.
Dass der Erhalt einer persönlichen Waffe ein wichtiger Teil des ganzen Deals ist, war jedoch glasklar. Die Abgabe der persönlichen Waffe ist das wichtigste Zeichen dafür, dass der Staat in grundsätzlichster Weise ein für die Kooperation notwendiges Vertrauen in die Angehörigen seiner Armee bzw. auch der zivilen Bevölkerung hat. Das Monopol der Gewalten wird so versiegelt, wodurch der Staat seine Legitimierung erhält.
Das EU-Argument von RonaldCH triffts doch genau ins Blaue! Ich stell mir dabei comic-haft vor, wie so ein Ritual zur Rückgabe der persönlichen Waffe wohl aussehen könnte. Anstelle des Schweizerkreuzes wird die Waffe über eine Fahne der Europäischen Union zurück übergeben. Anstatt der militärischen Faschopose gibts Tritte in den Hintern und gestreckte Mittelfinger. Nicht in Uniform, sondern barfuss, gefesselt und nackt. ;P
Ich denke, eine Diskussion über Zuhaus aufbewarte Waffen, ist verlohrene Zeit. Einmal mehr eine Symptombekämpfung.
Viel wichtiger sind die Beweggründe, die zu einem Suizid führen, schliesslich ist die Suizidrate in der Schweiz sehr hoch und es gibt viele Arten wie man sich umbringen kann.
@ RonaldCH und Al K
Das mit den Rosstäuschermethoden (EU-Beitritt) ist in meinen Augen ein unhaltbarer Vorwurf. Hast du irgendein Anhaltspunkt dafür, oder ist das nur eine kleine Verschwörungstheorie? Man kann auch alles drehen und wenden bis man drauf kommt dass die bösen linken Politiker das Volk verarschen.
@ leonforte
ich werd bei Gelegenheit mal nach den Zahlen/der Studie suchen. Die müssen schon irgendwo auffindbar sein.
@ Vigor
Das ist richtig, die Gründe sind immer wichtiger. Aber das ist eine andere Diskussion. Kannst gerne einen Thread dazu eröffnen.
@ babylon
mich würden die konkreten Zahlen auch sehr interessieren…
Zitat:
“In Kanada ging auf Grund entsprechender Massnahmen die Verfügbarkeit von Waffen seit den 80er-Jahren von 31 auf 19% zurück. Die Schusswaffensuizide nahmen dabei von 32 auf 19% ab”
Das bedeutet ja nicht, dass insgesamt weniger Selbstmorde begangen wurden.
Da fragt man sich, wieso man nirgends die konkreten Zahlen findet, wieviele Menschen nicht statt zur Waffe zu greifen über die nächste Klippe springen… (-> wieviele ohne Waffe keinen Selbstmord begangen hätten) was diese Sache angeht findet man nur Mutmassungen.
Riecht fast danach, als ergäben sich mit absoluten Zahlen statistisch keine signifikanten Unterschiede (bedeutet man kann es mit nicht nachweisen).
ich bin auch dafür, dass man Menschen nicht zwingen soll, eine Waffe mit nach Hause zu nehmen. Aber jeden Menschen in der Schweiz als potenziellen Täter oder Selbstmörder anzusehen und ihm deswegen möglichst den legalen Erwerb einer Waffe zu verbieten/erschweren finde ich doch sehr bedenklich.
Wieso redet eigentlich niemand über die Beweggründe für diese Suizide ??? ist es egal, wenn sich einer das Leben nehmen will, nur soll er dabei keine “sauerei” machen ??!
matt.
Naja. Eine Sauerei kann man auch ohne Waffe anrichten. Frag mal nen Lokführer.
Löblich, wer sich die Waffe aus Tradition zu Hause halten will. Traditionen sind wichtig für eine Gesellschaft (so ist es beispielsweise auf der Insel Pitcairn Tradition, Minderjährige zu Vergewaltigen). Sie geben Zusammenhalt in einer Zeit, wo gesellschaftliche Werte langsam zerbröseln.
Aber zurück zu den Selbstmördern. Lasst uns doch mal die Probe aufs Exempel machen (und den Statistikern ein bisschen Arbeit zuschanzen): Die nächsten zwei Jahre keine Ordonnanzwaffen mehr Zuhause lagern und das ganze nachverfolgen (zumindest soweit dies möglich ist – den Fleischklumpen an der Front eines Zuges kann man wohl kaum mehr fragen, ob er nicht eher seine Waffe genommen hätte, wäre sie ihm nicht vorher genommen worden…). Dann können auch jene mitreden, die keinen amerikanischen oder kanadischen Statistiken glauben.
http://garp.blog.students.ch/archive/2006/09/02/wenn-bundesraete-unter-sauerstoffmangel-leiden.html
Naja, es ist schon zu vermuten, das der eine oder andere sich nicht das Leben nehmen würde (weder mit Waffen noch mit was anderem), wenn man den privaten Waffenbesitz verbietet. Aber das scheint statistisch kaum nachweisbar zu sein (weil es verhältnismässig vermutlich zu wenige sind).
Und wenn wir ehrlich sind, wird es den Erstellern der Studie oder zumindest den Autoren der streitbaren Artikel eher darum gehen, den Weg für strengere Waffengesetzte zu ebnen, und nicht um Wege zu suchen, die Suizidrate in der Schweiz zu senken.
Wie bei allen anderen Artikel, die in den letzten Jahren und Monaten bezüglich Selbstmorde erschienen sind, wird fast nie auf die grundlegenden Probleme dieser Thematik eingegangen.
Eigentlich sollten wir uns nicht über Details die Finger wund schreiben, wenn solche verwirrende Phrasen abgedruckt werden. Was da rausgegeben wurde (Artikel) hat mit seriöser Wissenschaft wirklich nichts zu tun.
Es scheint sich hier eher um eine Interessegruppe zu handeln, die jede Möglichkeit nutzt, strengere Waffengesetzte durchzusetzen. Wer genau und wieso muss ich mal noch in Erfahrung bringen
Wie sonst sollte man motiviert sein, solch unsauberes Zeug zu schreiben ? Weiss eigentlich jemand, wer die Studie in Auftrag gegeben hat, oder unter welchen Umständen die entstanden ist ?
@ garp
Die Zahlen über Suizide in Kanada und anderen Ländern sind mit Sicherheit zugänglich und müssten auch Auskunft darüber geben, wieviele Menschen durch die Senkung der Anzahl “Haushalte mit Waffen” kein Suizid begingen. Nur scheint das bei der Studie ja niemanden zu interessieren, bzw. wird unterschlagen.
Wenn Du mich fragst, läuft hier eine Kampagne auf Kosten ein paar “verlorener” Seelen, die besseres verdient haben als für sowas hinzuhalten.
Armeewaffe und Munition zuhause ! Ein uralter Zopf des Milizwesens, der schon längstens hätte abgeschnitten werden sollen. Aber solange sich ein in den 70er-Jahren stehen gebliebener SVP-Bundesrat im Interview einer bekannten Tageszeitung weiterhin für diese “Tradition”, sprich Unsinn stark macht, wird wohl nicht so schnell etwas daran ändern.
Mir war auf jeden Fall noch nie wohl beim Gedanken, dass mein cholerischer Nachbar und 3-Spaghetti-General seine Armeeknarre samt Munition bei sich im Chleiderschrank aufbewahrt.
Aber eben, vielleicht braucht auch der Sämi fürs Umdenken mal einen Lausbuben nebenan, der in einem Wutanfall einen Schuss in die Landschaft abgibt der sich dann -oh je- in seinem Vierfruchtpyjama “aus Versehen” verheddert.
die nicht vollständige gewaltdelegation des bürgers an den staat, stellt einen ziemlichen sonderfall weltweit dar. ein staat, der soviel vertrauen hat, dass er dem bürger sogar eine waffe überlässt, ist einzigartig. dieses vertrauensverhältnis soll ohne vertiefte diskussion dieser beziehung – man beschränkt sich dabei auf diskussion über “alte zöpfe”, abschaffungswürdige traditionen, selbstmordrate, verbrechensrate usw. – einfach abgeschafft werden! ich halte das für grundfalsch. die tendenz zur allgemeinen generalprävention und überwachung nehmen im zuge von terrorgefahr usw. zu. dieses ewige unterstellen des missbrauches, diese unterschwellige angst vor dem bürger kennzeichnet ein staatsbild, das dann irgendwo wieder in fichen über hinz und kunz endet, währenddem die wirklich gefährlichen fische aufgrund der politischen überkorrektheit gar nie belangt werden!
Sehr schön gesagt, Leonforte. Schlussendlich geht es eben genau um die Frage, ob der Bürger den Staat definiert oder der Staat den Bürger.
natürlich ist dieses Vertrauensverhältnis, die Abgabe von Schusswaffen durch das Militär an den Bürger (an die Bürgerin ????) einzigartig weltweit. Nur – ist dies auch richtig, sinnvoll, vorteilhaft in einem möglichen Ernstfall. Ich meine NEN ! Wieso soll der “Schweizerknabe” anders, vernünftiger, besonnener sein im Umgang mit Schiesswaffen als seine ausländischen Nachbarn, die an diesem “strategischen Kriegsvorteil” nicht teilnehmen dürfen ?
Wenn wir schon Waffen nicht aus der Welt (aus der Schweiz) schaffen können, dann sollen sie wenigstens eingeschlossen sein – und zwar im Zeughaus und nicht im Kleiderschrank !
meine meinung ist einfach, dass diese diskussion nicht verkürzt auf den teilbereich waffe zuhause im schrank oder nicht geführt werden kann. es geht hier um grundsätzliches, eben das verhältnis zwischen staat und bürger, den ewigen missbrauchsunterstellungen seitens des staates an der bürger und die allgemeine tendenz zum überwachungsstaat und das darf ruhig auch diskutiert werden. eine ganzheitliche diskussion würde die schizophrene haltung von links wie rechts zum ausdruck bringen. die linke, welche registrieren, überwachen und einziehen will, die rechte die im zusammenhang mit dem kampf gegen den terror den gläsernen bürger anstrebt. beide staatsbilder sind mir suspekt und deshalb bleibe ich dabei, ein staat, der sich vor dem bürger nicht fürchtet ist ein bürgerstaat und der lässt diesem bürger auch seine waffe!
Selten soviel Schwachsinn gesehen. Die vorgelegten Zahlen von Kanada sind weder für die Schweiz repräsentativ noch berücksichtigen sie die Unterschiedlichen Wirtschafstandorte und deren Entwicklung seit den 80ern- ich könnte genau so gut Äpfel mit Birnen vergleichen.
Selbstmordraten mit der Verfügbarkeit von Schusswaffen zu erklären ist Unsinn- und zwar ganz grosser. Die Waffenabgabe an Soldaten ist ein Bestandteil unserer in der Verfassung festgelegten Miliz. Typisch Schweizer: fleissig weiter Symtome bekämpfen- wo kämen wir auch hin wenn wir ein Problem mal bei der Wurzel bekämpfen würden…*kopfschüttel*
Was soll der ganze Mist denn eigentlich?
Seid ihr einfach sauer dass ihr es mal nicht geschafft habt, den anständigen Sportschützen oder Waffensammler verarscht zu haben?
Wieso habt ihr so ein Problem damit, dass jemand eine Schusswaffe zuhause hat? Man muss wirklich paranoid sein, um eine weitere Verschärfung des Waffengesetzes zu fordern, welches es jetzt schon beinahe unmöglich macht, legal eine Waffe zu erwerben. Es ist für viele ein Hobby, vertieft das Wissen über Mechanik und technische Abläufe und ist in manch anderen Punkten sehr interessant.
Es ist sinnlos, eine Waffe zuhause zu haben. Ich kann den Satz nicht mehr hören. Sagt doch eurer Frau/Freundin, ein paar Schuhe reichen völlig. Den Autofan, welcher 3 schön restaurierte Oldtimer in der Garage stehen hat motzt ihr auch nicht dumm an und sagt, ein Fiat 500 sei völlig ausreichend für die Tempolimits in der Schweiz. Aber Nein! Da stehen alle im Kreis und bewundern seine schönen Autos.
Seid ihr schon mal auf die Idee gekommen, dass es Leute gibt, die sich dafür interessieren und sich nicht nur das Hirn rausblasen wollen?
Auch ich bin nicht begeistert davon, ein Sturmgewehr im Schrank zu haben. Aber das hat mit der Verschärfung des Waffengesetzes nichts zu tun.
Also lasst doch der kleinen Gemeinde der Waffensammler und Schützen noch eine kleine Möglichkeit, ihr Hobby legal auszuführen. Denn sonnst wird der legale Waffenerwerb sicher abnehmen, aber der illegale schiesst dafür in den Himmel. Und das will doch niemand oder?
Ich frage mich, wann dieser Wahnsinn legalisiert wurde?
Jeder Gegenstand ist tote Materie, die nichts ohne Mensch tun kann.
Als Waffe kann man z.B. auch:
- Schraubenzieher, Halstuch, Küchenmesser,
Stuhlbein, Regenschirm, Strom und vieles mehr benutzen.
Also was ist jetzt eine Waffe?
Man sollte vielmehr mit den Menschen und ihrer Gesinnung arbeiten.
Was soll noch alles geregelt und verboten werden?
Oekoplan für Toilettengang oder s
Was wollt ihr noch alles verbieten?
Oekoplan für geregelten Toilettengang!
Es gibt keinen Gegenstand auf dieser Welt der ohne zutun einer menschlichen Hand, der irgendetwas bewegen kann!
Die Waffe ist somit Neutral im Gegensatz von unserer Regierung!
Die Gesinnung unserer Regierung ist enorm fragwürdig, ich denke es wäre besser das Regierungsgebäude als Psychiatrie zu bezeichnen.
Es soll sich einmal jeder informieren wie der sogenannte Kommunismus entstand!
Wir hier sind am Anfang davon und keiner merkts.
Amerikas Wirtschaft wäre ohne Krieg Bankrott!
Ich möchte nicht in einem Staat leben, in welchem nur noch die Polizei bewaffnet ist. Das wäre sozusagen ein Gratis-Ticket zur Einführung einer Diktatur. Es ist mir lieber, wenn mehrere bewaffnete Gruppen vorhanden sind. Auf diese Weise kann man notfalls noch zur Konkurrenz wechseln, wenn man es sich mit der einen Gruppe verscherzt hat.
Das mit dem Gratis Ticket ist so eine Sache für sich.
Wir haben das Ticket am Eingang schon abgegeben!
Die Diktatur ist im vollen Gang und fast keiner merkts.
Steuervorzüge für reiche! Das ist unakzeptable Politik, und eine Ohrfeige an die Demokratie.
Doch die Demokratie wird schon lange mit Händen und Füssen getretten in diesem Land.
Ich lasse mich nicht entwaffnen, beri solch einer Regierung! Ich kämpfe für meine Rechte!
Äh, hallo?
Wir leben in einem Gesellschaftsvertrag. Und der besagt, dass das Gewaltmonopol beim Staat liegt.
Stefan spricht dem Faustrecht das Wort. Genau so fing das Dritte Reich an: mit der SA als “alternativer bewaffneter Gruppe”.
Bitte kurz nachdenken.
@pirelli
das interessante an diesem staat ist aber, dass er bis jetzt gewillt war einen teil des gewaltmonopols durch die bewaffnung des bürgers bei diesem zu belassen. die delegation war also nicht vollständig, da zumindest potentiell der bürger als solcher selber in der lage ist und war gewalt auszuüben. dieses vertrauensverhältnis ist ziemlich einzigartig. persönlich frage ich mich ob der nachteil des vereinzelten missbrauchs tatsächlich den bruch dieses verhältnisses zwischen bürger und staat rechtfertigt. im zeitalter der immer stärkeren eingriffe des staates in die privatsphäre des einzelnen halte ich eine diskussion, die so wie sie im augenblick läuft auf einzelne missbrauchsereignisse fokussiert, für verfehlt. wenn schon ist eine gesamtbetrachtung notwendig, in der eben neben einer quantitativen und qualitativen bewertung des missbrauchs, die über gefälligkeitsgutachten hinausgeht, auch solche oben genannten staatspolitischen faktoren berücksichtigt werden.
@leonforte:
.
Was du sagst, hat sicher etwas für sich. Aber wenn du schon vom grösseren Rahmen sprichst, dann sollten wir auch gleich das gesamte Kügelchen, auf dem wir leben in Betracht ziehen.
Solange der Kapitalismus auf unserer Erde herrscht, wird man diesen auch mit Waffengewalt verteidigen müssen, da Kapitalismus neben Gewinnern eben auch Verlierer nach sich zieht, was wiederum zu Kriegen führen wird. Also müsste man erst diese Plutokratien beseitigen und das Konkurrenzdenken aus den Gehirnwindungen der Menschen entfernen. Aber leider läuft die Menschheit genau in die entgegen gesetzte Richtung. Was es wahrscheinlich für einen Richtungswechsel braucht, ist ein terristrischer Supergau (ich meine jetzt aber nicht unser geschätzter Forenteilnehmer mit adäquatem Nickname
Da befindest du dich im Irrtum, Leon.
Denn der Bürger darf von der ihm überlassenen nur durch staatlichen Auftrag Gebrauch machen: beim Obligatorischen und bei der Mobilmachung. Das Gewaltmonopol wird also nicht angetastet, sondern im Gegenteil betont.
Nachtrag: überlassenen Waffe, natürlich
@ pirelli
Also ich weiss ehrlich gesagt nicht, wo das Problem bei einer Schusswaffe zuhause ist. Könntest du mir mal erklären, was dich an meinem Sportgerät stört? Es würde mich wirklich interessieren.
Es handelt sich hierbei um ein Sportluftgewehr, welches immer sicher verwahrt ist und mit dem ich sicher nicht in den bewaffneten Widerstand treten kann oder etwas in der Art.
Meiner Meinung nach muss man endlich anfangen, den Unterschied zwischen Ordonanzwaffen und Sport- oder Sammlerwaffen zu sehen. Denn ansonsten kommen wir nie vom Fleck..