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Tempo 80 ab doppeltem Feinstaubwert

Die Kantone gehen den längst nötigen Kampf gegen die hohen winterlichen Feinstaubwerte an. In einem, heute veröffentlichten Notfallkonzept werden verschiedene Massnahmen vorgestellt. Wie z.B. Tempo 80:

Die erste Interventionsstufe wird ab dem zweifachen Grenzwert ausgelöst. Betroffen sind der Verkehr mit der Beschränkung auf Tempo 80 auf Autobahnen und einem Überholverbot für Lastwagen. In den Haushalten dürfen keine Zweitheizungen wie Cheminées entfacht werden. Zudem wird in der Land- und Forstwirtschaft Feuern im Freien verboten.

Ab dem dreifach überschrittenen Grenzwert werden die Massnahmen richtig drastisch. Ab dann ist der Einsatz dieselbetriebener Baumaschinen ohne Partikelfilter verboten. Ebenso wie filterlose Maschinen, Geräte und Fahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft. Kriminelle SVPler müssen dann aufpassen wo sie ihren Müll verbrennen.

Einziger Wehrmutstropfen dieses Massnahmenpakets ist die schleichende Aufweichung des gesetzlichen Feinstaubgrenzwerts. Massnahmen werden erst ergriffen wenn dieser doppelt überschritten ist.

Wie der VCS, die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, die Krebsliga und die Gewerkschaft UNIA in Ihrer Medienmitteilung schreiben, sind neben den erwähnten Massnahmen noch weitere nötig:

Neben den Sofortmassnahmen ist es dringend notwendig, langfristige Massnahmen wie ein Partikelfilterobligatorium für alle Dieselmotoren und die systematische Umsetzung der Richtlinie für Baumaschinen auf allen Baustellen, zu ergreifen. In diesen Massnahmen liegt das grosse Potenzial zur Verbesserung der Luftqualität und dem Schutz der Bevölkerung vor schädlichen Luftschadstoffen.

Via SF Tagesschau

Dieser Artikel wurde von Sandro am Dienstag, 26. September 2006 in der Rubrik Allgemein und zu den Stichwörtern , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

27 Kommentare zum Artikel “Tempo 80 ab doppeltem Feinstaubwert”

  1. Dreckfilter am 26. September 2006 um 18:02

    Wenn es denn wenigstens nur die absolut überwiegend Russpartikel produzierenden Dieselfahrzeuge treffen würde, könnte man den Vorschlag noch als verhältnismässig bezeichnen. Aber nicht, wenn dadurch die Betriebszeit von Benzinerfahrzeugen verlängert und damit deren Spritverbrauch vergrössert wird! Die meisten Benziner-PW verbrauchen übrigens am wenigsten Sprit bei Geschwindigkeiten von 100-110 Km/h, saufen also ergo wieder mehr bei 80 Km/h.

    Aber wozu das Ueberholverbot für Lastwagen? Dadurch wird ja auch nur die Betriebszeit derjenigen Lastwagen, welche an Steigungen überholen könnten, verlängert!

    Fazit: noch nicht ganz ausgegorener Entwurf…

  2. bluefox am 26. September 2006 um 18:08

    Aus meiner sicht ein völlig verfehlter entscheid. gemäss BUWAL stammen 1.87% des feinstaubs aus Diesel-PKW, wenn man nun auf autobahnen das tempo senk ist die wirkung extrem klein. zum einen muss man bedenken, dass die meisten Diesel-PKW nicht auf autobahnen fahren, und zum andern ist der ausstoss bei 80 im vergleich zu 100 oder 120km/h nicht wesentlich kleiner.
    Offenbar hat man in einer kurzschlusshandlung die am einfachsten umszusetzende massnahme gewählt, rationell erklären lässt sie sich nicht.
    dumm nur, dass nun jedesmal auch die benzin-fahrezeuge langsamer fahren müssen, dumm nur, dass die massnahme nicht befristet ist, also auch noch gilt wenn schon längst alle PKW einen filter drinn haben, dumm nur, dass kein lastwagen dadurch sauberer wird. Töfflis, filterlose Lastwagen, filterlose baumaschinen sind nicht betroffen.

    wirklich greifende massnahmen (auch langfristige) wurden, obwohl offenbar dringend notwendig, nicht beschlossen. alte, schlecht gewartete lastwagen vor allem aus östlichen ländern können ihren dreck weiterhin verbreiten, während PKW mit benzinmotoren unnötig sanktioniert werden.
    Die hauptverursacher werden geschont, offenbar eine rein politische entscheidung, ums sich populär zu machen hat einmal eine dumme frau eine temporeduktion beschlossen, seither hat sich die gleichung feinstaub=auto etabliert, und schon werden falsche massnahmen ergriffen.

  3. sense2 am 26. September 2006 um 18:17

    auch benzin-direkteinspritzer-motoren produzieren feinstaub

    dashalb fahr ich vergaser *höhö*

  4. mk am 26. September 2006 um 18:25

    @Sandro:
    “Aufweichung des Grenzwertes”? Das ist also gelinde ausgedrückt. Dass diese Massnahmen erst dann ergriffen werden, wenn der _Stundenmittelgrenzwert_ zwei- oder dreifach überschritten ist ist doch eine absolute Frechheit. Besser als nichts ist es allemal, aber man sieht, dass der faktische Grenzwert nichts mit einer einzigen Stunde zu tun hat…

    Diese Massnahmen sind kein Grund, den Kampf für eine bessere Luft aufzugeben.

  5. mk am 26. September 2006 um 18:41

    @bluefox:

    Richtig, die Wirkung dieser Tempobeschränkungsmassnahme ist nicht riesig. Es geht aber hier um zwei Dinge:

    1. Jeder Asthmafall o.ä. beim Arzt ist einer weniger. Und diese gehen signifikant zurück auch bei kleinen Reduktionen der Feinstaubwerte.

    2. Nicht jeder spürt die Auswirkungen der Luftverschmutzung am eigenen Leib. Vor allem Kinder, ältere Leute und Asthmatiker/Allergiker sind stark betroffen. Diese Massnahmen sind ein klares Mahnmal gegen das Recht der Stärkeren und erinnern die Leute auch daran, dass Verschmutzung unserer Luft auf Kosten aller bzw. der anderen kein Menschenrecht ist.

    Schon nur der Sensibilisierungsaspekt alleine müsste in unserer Gesellschaft genügen, um solche Massnahmen durchzusetzen.

    Für alle dies nicht wissen:
    Der Wert von 50ug/m^3 PM10 dürfte im Prinzip genau einmal im Jahr über das Mittel einer Stunde überschritten werden. Dies ist kein linksgrüner Propaganda-Gutmenschen-Wert sondern ein mit wissenschaftlichen Methoden medizinisch festgelegter Grenzwert.

  6. bluefox am 26. September 2006 um 20:07

    @mk
    würde ein drittel des feinstaubs auf autobahnen “produziert”, und und mit der temporeduktion ein drittel eingespart, reden wir hier von 0.2% einsparpotential. wirklich nicht viel. abegesehen davon, dass es mich ärgert wenn ich für fast nichts langsamer fahren muss (hab auch keinen diesel) geht es noch um zwei dinge, die dir eigentlich wichtig sein sollten:

    1. der bevölkerung wird suggeriert die autos wären an allem schuld, und vorgemacht, dass man jetzt wirkungsvolle massnahmen ergreift.
    2. die wirkungsvolleren massnahmen werden nicht ergriffen, weil man ja jetzt “etwas gemacht” hat, und jetzt “erst mal abwarten” kann.

    muss mich vielleicht präzisieren: ich rede von temporeduktion, bei dreifacher überschreitung des grenzwerts ist die wirkung der massnahmen höher.

  7. rlarsson am 26. September 2006 um 21:26

    Und in einer nächsten Phase machen sich dann auch alle SPler und Grüne, welche beim Wein trinken am gemütlichen Schwedenofen oder Cheminee erwischt werden, gleich auch zu kriminellen. Das muss man dann aber auch ganz streng ahnden! Wir benötigen unbedingt noch ein paar tausend behördliche Schnüffelinspektoren, oder schwärzen sich Herr und Frau Schweizer in Zukunft gleich selber an? Vielleicht rückt @Sandro in Mission gleich selber aus? Das wird sau lustig!

  8. Misanthrop am 26. September 2006 um 22:29

    Tempo 80 ab doppeltem Feinstaubwert ?

    gilt hoffentlich auch für Flugzeuge ;)

  9. mk am 26. September 2006 um 22:31

    @rlarsson:

    Meinst Du im Ernst, die Grünen seien von diesen Massnahmen ausgenommen? Was willst Du überhaupt sagen? Schreibst Du nur oder trollst Du schon?

  10. S&W am 26. September 2006 um 23:13

    Der aktuelle Grenzwert ist absolut realitätsfremd. Das Ganze ist eine Panikmache der popularitätsgeilen links-grünen Parlamentarier und ihrer „Wissenschaftler“. Interessant ist nur, dass selbst Bundesrat Moritz Leuenberger die Temporeduktion als Humbug bezeichnet!
    Tempo 80 bringt überhaupt nichts. Jede „signifikante“ Feststellung bei den Messstellen ist doch eher der geänderten Wetterlage zuzuschreiben.
    Man stellt sich einmal vor:
    Der Personenverkehr (Auto&ÖV) macht zusammen gerade mal 3.5% der gesamten Feinstaubbelastung aus. Diese 3.5% werden auf Auto, Lastwagen und ÖV (Busse) aufgeteilt. Also sind von diesen 3.5% nur ein Teil die Autos. Lastwagen dürfen ja sowieso nur 80 statt 100 fahren – dank des nie stattgefunden Baumsterbens! Von diesen Autos fahren niemals alle auf der Autobahn. Nur mal !angenommen!, die 80er Reduktion würde wirklich etwas bringen z.B.ca.10%, dann macht die Reduktion ein paar wenige Promille der gesamten Feinstaubbelastung aus. WOW!
    Ich habe nichts gegen eine Reduktion des Feinstaubes. Massnahmen müssen aber dort ergriffen werden, wo sie auch wirklich etwas bringen z.B. bei der Land- &Forstwirtschaft (37%). Drecksschleudern der Landwirtschaft müssen verschrottet werden (sollte kein Problem sein, da die Bauern dazu ja eh genug Subventionen kriegen…).
    Tempo80 bringt nichts; die ganze Hype ist einzig und allein ein politisches Trauerspiel im Kampf um die Wählerschaft. Wir müssen uns gegen eine solche schikanöse Massnahme wehren!
    Ich hoffe, dass der TCS und ACS die Automobilfahrer dazu aufrufen, rigoros 120km/h statt der ungesetzlichen 80 zu fahren!

  11. Rico am 27. September 2006 um 09:20

    Zitat: “Ich hoffe, dass der TCS und ACS die Automobilfahrer dazu aufrufen, rigoros 120km/h statt der ungesetzlichen 80 zu fahren! ”

    Der ACS wird die Faust im Sack machen und der TCS wird dazu aufrufen, sich an die behördliche Massnahme (Tempo 80) zu halten, denn es gebe ja noch Mütter mit Kinderwagen auf der Autobahn…. :-(

  12. Chevy am 27. September 2006 um 10:36

    Mich nimmt ja wunder was die SBB ab der Dritten Stufe macht, wenn sämtliche Dieselfahrzeuge ohne Filter nichtmehr laufen dürfen, stellt sie dann den Rangierbetrieb ein dort wo er noch mit diesellokomotiven gemacht wird? Alle VBZ Busse die noch nicht umgerüstet wurden bleibem im Depot? Feuerwehr, Strassenunterhalt und Räumdienst bleiben unter umständen aus?

    Bin ich froh keinen Diesel zu haben :-)
    Im Chemine werde ich weiterhin meine Marroni machen, das lasse ich mir nicht verbieten da es jenseits von aller relationen liegt.
    Bei uns im Dorf gibt es sowiso noch etwa ein dutzend alter Häuser die noch komplett mit Holz geheizt werden, ich glaube nicht das nur einer von denen dann damit aufhört und im eiskalten Haus hockt nur weil ein paar Grüne idiotische Richtlinien durchgesetzt haben (die natürlich weiterhin ihrer geheitzten Villa hocken werden).

  13. Pirelli am 27. September 2006 um 11:29

    So, machen wir mal Nägel mit Köpfen.

    1. Die Massnahmen gehen selbstverständlich viel zu wenig weit, der Bundesrat hat noch nicht mal ein Partikelfilterobligatorium verabschiedet.

    2. Das Buwal heisst schon lang Bafu, und die zitierten Zahlen sind falsch. Es stammen 29% an PM 10 aus dem Verkehr, davon 22% von der Strasse. Das sind aber nur Gewichtsangaben. Weit relevanter ist der Anteil an den besonders gefährlichen Nanostäuben, also PM 2,5 und kleiner: Hier liegt der Anteil des Verkehrs bei 35%, hinzu kommen die Baumschinen mit 21%. Einen ziemlichen Teil macht hier auch der Reifen- und Bremsabrieb aus, auch dieser wird bei Tempo 80 reduziert. (Anteil am Gesamtfeinstaub durch Brems-, Strassen- und Reifenabrieb der benzingetriebenen Fahrzeuge: 2000 Tonnen.)
    Die Nanostäube fallen massenmässig aufgrund ihrer geringen Grösse wenig ins Gewicht, machen aber bei der unvollständigen Verbrennung in Dieselmotoren den Hauptharst aus, dominieren also zahlenmässig. Sie transportieren zudem angelagerte Giftstoffe aus den Motoren in die feinsten Verästelungen der Lunge und sind in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Von den 21′000 Tonnen Jahresfeinstaubeintrag sind 3500 Tonnen Naonpartikel. Zahlenmässig machen sie die grösste Gruppe aus – und sie sind auch die gefährlichsten Partikel. Hier fallen auch die Zweitaktmotoren auf: Sie emittieren bis zu 400-mal mehr Schadstoffe als Viertakter. Besinders relevant punkto Feinstaub ist neben der systembedingt schlechten Verbrennung die übliche Gemischschmierung: Der Schmierölanteil im Benzin verbrennt nicht, sondern wird ultrafein zerstäubt.

    3. Diesler emittieren nicht nur bis zu 1000-mal mehr Feinstaub als Benziner (betrifft nur die Verbrennung, nicht den Abrieb, sondern auch ein Vielfaches an Stickoxiden. Nicht nur ist NO2 massgeblich mitverantwortlich für die 60′000 jedes Jahr neu chronisch erkrankenden Kinder und Erwachsenen und eine wesentliche Ozon-Vorläufersubstanz, sondern auch ein Vorläufer von Sekundärpartikeln, Feinstaub also, der sich erst in der Luft aus verschiedenen Vorläufersubtanzen bildet. Deshalb muss nicht nur der Filter, sondern auch der Harnstoff-Kat obligatorisch werden. Ein Patent übrigens, das Mercedes bereits Ende der 70er eingereicht hat – die Industrie kennt die Gefahren schon lang.

    4. André Porchet, Umweltbeauftragter des TCS, operiert seit der Feinstaub-”Arena” mit den gleichen falschen Zahlen. Vor allem die Strategie des TCS, bei den Nanostäuben nur vom Gewicht, nicht aber von der wesentlich relevanteren Zahl zu sprechen, stösst sauer auf. Dem TCS ist die Glaubwürdigkeit in Sachen Umweltschutz abzusprechen. Messungen im Abgasstrom eines Dieselmotors ergeben Konzentrationen von bis zu 10 Millionen ultrafeinen Partikeln pro Kubikzentimeter.

    5. Zum “nie stattgefundenen” Waldsterben: 40 Prozent der Bäume in der Schweiz weisen Kronenverlichtung auf. Dass es nicht noch schlimmer ist, ist der Einführung des Kat zu verdanken. Dass diese so schnell vonstatten ging (wenngleich doch sehr spät), verdankt sich der Medienpräsenz des Waldsterbens. Niemand wird sich ernsthaft die alten Dreckschleudern zurückwünschen! Allerdings weiss man seit “Umwelt Schweiz 2002″, dass der Mehrverkehr die Wirkung des Kat bei manchen Schadstoffen egalisiert hat. Nach wie vor ist der Säure- und NOx-Eintrag zu hoch.

    6. Tempo 80 reduziert die Feinstaubbelastung entlang den Autobahnen um 5 bis 10%. Das ist tatsächlich ein Tropfen auf dem heissen Stein und kann nur der Beginn einer Reihe von Massnahmen sein. Es ist an der Zeit, dass die Autisten einsehen, dass sie nicht weiterhin allen die Luft nach Belieben vergiften können. Wenn Tempo 80 hier zur Bewusstseinsbildung führt, ist das ein weiterer erwünschter Nebeneffekt der Massnahme.

    7. Der Anteil der Land- und Forstwirtschaft am Gesamtfeinstaub wird mit rund 35% beziffert. Davon machen die Traktoren aber nur einen Teil aus, mindestens ebenso wesentlich ist der Stickstoffverlust: Beim Güllen, aus offenen Güllenlagern und aus Laufställen steigt massenhaft gasförmiges Ammoniak in die Luft. Dieses reagiert mit anderen Substanzen und bildet die erwähnten Sekundärpartikel. Also Güllensschläuche verlegen, Güllenlager abdecken und Laufställe sauber halten.
    Bezüglich der Traktoren faselt der Bauernverband immer noch davon, man müsse die Partikelfilter erst testen (das tun sie seit über drei Jahren). Mittlerweile sind in der Schweiz aber zwei Firmen auf die Montage von Filtern für Traktoren spezialisiert.

    8. Bei den Lastwagen geht McDonald’s einen innovativen Weg: Anstatt die Lkw mit Filter und Kat nachzurüsten, steigt die Firma komplett auf Biogas um. Das produziert quasi keinen Feinstaub und ist klimaneutral. Wenn das bei einem Unternehmen mit derart aufwendiger Logistik möglich ist, gibts für die anderen keine Ausrede mehr. Mustergültig verhält sich auch die Gemeinde Horw LU: Der neue Kehrichtwagen läuft mit Biogas, das die ARA Region Luzern (als erste schweizerische Kläranlage) produziert.

    9. Holzfeuerungen: Ihr Anteil am Gesamtfeinstaub beträgt 8%. Betroffen sind vor allem offene Feuerstellen (wie Cheminées und Gartenfeuer) und kleine Öfen. Weniger ins Gewicht fallen moderne Grossfeueranlagen: Holz verbrennt ab 700 Grad quasi partikelfrei. Schnitzel- und Pelletanlagen errichen diese Temeratur aufgrund der massiv vergrösserten Oberfläche der Feuerguts in der Regel problemlos. Moderne Grossheizungen verfügen zudem häufig über Zyklon-Rauchreiniger oder andere Partikelabscheider. Auch kleine Kachelöfen schaffen bei richtigem Betrieb die 700-Grad-Hürde. Problematischer sind die Cheminées. Aber die Empa entwickelt derzeit einen Russabscheider für Kleinfeueranlagen, er befindet sich zurzeit im Dauertest und soll bald Serienreife erlangen. Damit wird ein kostengünstiges Nachrüsten möglich sein. Man darf nicht vergessen, dass die Ökobilanz von Holzfeuerungen trotz Feinstaub immer noch positiv ist, da sie klimaneutral funktionieren.

    10. Sodeli, das sind die Fakten, jetzt können wir alle auf dem gleichen Wissensstand aufbauen.

  14. Pirelli am 27. September 2006 um 11:48

    Chevy, man merkt, dass du nicht Zug fährst. Sind dir nie die so neu wirkenden, silbern glänzenden fetten “Auspüffe” an den Rangierloks aufgefallen? Richtig: Die SBB rüsten konsequent um. Und auch bei den Bussen steigt der Anteil an Fahrzeugen mit Filtern kontinuierlich: Der Kanton Luzern z.B. verlangt bei der Vergabe von Buslinien an Private Filter in den Fahrzeugen, und auch die VBL kaufen seit längerem alle Neufahrzeuge ausschliesslich mit Filter. Selbstverständlich wäre hier allerdings Biogas die bessere Wahl.
    Dass die Schifffahrtsgesellschaften ihre Pötte nachrüsten, habe ich a.a.O. schon erwähnt.

    Die “idiotischen Richtlinien” kommen eben nicht von “den Grünen” – glaub mir, sie wären dann ganz anders ausgefallen! Ferner sind zur Heizung benötigte Kleinfeuerungen natürlich ausgenommen. Aber das weisst du ja, denn dein Cheminée hat selbstverständlich einen Wärmetauscher im Kamin, damit du beim Marronibraten gleich noch dein Haus heizen kannst, gell.

    Durch richtigen Betrieb lässt sich wie gesagt auch bei Kachelöfen die Russemission stark reduzieren: Nur gut gelagertes, geeignetes Holz verwenden, selbstverständlich keine Abfälle und kein Industrieholz verbrennen (Chemie- und Lackrückstände), immer nur ein bis zwei Scheiter einlegen, und die möglichst gut und heiss brennen lassen.

    Nachtrag zu Punkt 9 meiner Liste: Die genannten 8% beziehen sich nur auf Heizanlagen. Garten- und Forstfeuer tragen weitere 7 Prozent zu der Gesamtbelastung bei.

  15. rlarsson am 27. September 2006 um 12:27

    @mk
    Musst halt den Eingangstext von @Sandro ein bisschen genauer lesen, war ironisch gemeint ;-) . Dieser sucht krankhaft nach weiteren kriminellen SVPlern, damit er seine Verbrechliste auf ignoranz.ch aufdatieren kann. Ich freue mich schon auf die Bespitzelungen und Schnüfflerei der Schweizerinnen und Schweizer. Jeder darf jetzt dann ein kleiner Sherlock Holmes sein. Die Polizei wird dann hoffentlich während Wochen nichts anderes zu tun haben, als Anzeigen aufzunehmen und loszurücken. In zwei, drei Jahren führen wir dann staatliche Schnüffelinspektoren ein. Welch eine Zwängerei und Augenwischerei das ganze doch ist, zudem ein absoluter Rohrkrepierer!

  16. Simon am 27. September 2006 um 13:41

    Wie ich sehe ist die Diskussion scho weit vorangeschritten. Ich möchte einfach sagen, dass ich es unvorstellbar finde, wenn ich im Sommer nicht mehr an einem schönen Feuer grillieren kann. Dies schneidet meine Freiheit zu tiefst ein. Und ich bin nicht gewillt dies zu akzeptieren.
    Ob Tempo 80 die Lösung ist bezweifle ich. Ich wäre für generelles Autofahrverbot am Sonntag und dafür gratis ÖV Benützung und zusätzlich einen erhöhten Steurabzug (Berufsauslagen)bei ÖV Benützung und massiven Steuerabzug für Velobenützer. Und streichen des Steuerabzuges für Autofahrer!!

  17. Chevy am 27. September 2006 um 14:11

    @ Pirelli

    Sorry, aber wir haben in 8 Wochen tiefsten Winter und genau diese Wetterlagen wo alles bei uns bleibt. Ich glaube nicht das die SBB die restlichen lokomotiven bis in 8 wochen umgerüstet haben (vor allem da nur Modelle umgerüstet werden die noch mehr als 8 Jahre betriebsdauer zu erwarten haben), das die VBZ bis dahin alle Busse umgerüstet hat, und dann sind da noch die Postautos, da sind die meissten noch nicht umgerüstet. Ganz zu schweigen von den LKW’s von Post, Spar, Denner, Volg, Landi etc. da sind noch so gut wie keine partikelfilter vorhanden.
    Ich hoffe das es diesen Winter eine Wetterextremlage gibt, wo es Wochenlang so bleibt. Dann können dann die Verantwortlichen Politiker den Leuten klar machen das es erst wieder Lebensmittel in den Läden gibt wenn die Luft wieder sauberer ist, und bis dahin soll jeder selber schauen.

  18. Pirelli am 27. September 2006 um 14:19

    Chevy

    Auch in der langen Feinstaub-Periode und trotz der hohen Wete wäre die dritte Stufe nicht ein einziges Mal zum Tragen gekommen.

    Und du wünschst dir jetzt eine möglichst grosse Belastung? Damit noch mehr Menschen krank werden? Und klar ersichtlich ist, dass die beschlossenen Massnahmen nicht ausreichen, sie also massiv verschärft werden müssen?

    Ist das ansteckend?

  19. Pirelli am 27. September 2006 um 14:23

    Simon, dein Feuer verbietet dir ja niemand, schon gar nicht im Sommer.

    Aber mit der Freiehit würde ich vorsichtig argumentieren. Ich bin zum Beispiel Ozonallergiker, ab 140 ppm leide ich unter erheblichen Beschwerden, kann tagsüber kaum ins Freie. Die Autisten argumentieren nun alle mit ihrer Freiheit, ihrem “Recht” auf uneingeschränkte Mobilität. Dass dabei meine Freiheit ganz erheblich beschnitten wird, nehmen sie in Kauf. Wie soll das aufgehen? Was taugt “Freiheit”, wenn sie nur für die einen gilt?

  20. Rico am 27. September 2006 um 15:54

    Zitat Simon: “Ich wäre für generelles Autofahrverbot am Sonntag und dafür gratis ÖV Benützung”

    Wieder mal ganz typisch egoistisch. Du musst offenbar nicht arbeiten am Sonntag wie Hunderttausende Anderer. Die öV-Fahrer können ja mit dem Velo zur Arbeit, die Krankenschwester, die Hebamme und der Arzt um Mitternacht zu Fuss oder dem Rollbrettli zur werdenden Mutter oder vom Spital heim, …

    Und den blutenden Velofahrer, der auf dem Trottoir mit einem Fussgänger zusammen gestossen ist, lassen wir liegen, der Krankenwagen kann eh nicht fahren, weil auf der Strasse die Mütter mit ihren Goofen am Spielen sind. *kopfschüttel*

  21. S&W am 27. September 2006 um 18:16

    @Pirelli

    @Zitat: „3. Diesler emittieren nicht nur bis zu 1000-mal mehr Feinstaub als Benziner…“

    Deshalb gehört da auch ein Filter drauf. Aber man kann trotzdem mit 120km/h fahren…

    @Zitat: „6. Tempo 80 reduziert die Feinstaubbelastung entlang den Autobahnen um 5 bis 10%. „
    Woher stammt das? Tagesanzeiger? Sehr zweifelhafter und unglaubwürdiger Bericht.

    @Baumsterben

    Deine Aussage ist komplett falsch!

    Hier mal eine von vielen Quellen:
    http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5335096_REF1,00.html
    „Fischer: Viele Bäume wachsen deutlich besser, als man ihnen das vor 30 Jahren noch zugetraut hätte. Das hat mehrere Gründe: Zum einen haben einige der Nährstoffe, die Bäume zum Wachsen benötigen, in unserer Umwelt enorm zugenommen – beispielsweise das Kohlendioxid in der Atmosphäre. Zusätzlich ist die Temperatur in den letzten Jahrzehnten weltweit gestiegen. Wir Menschen haben außerdem für reichlich Stickstoff gesorgt, dessen Mangel das Pflanzenwachstum normalerweise begrenzt: Stickstoff wird frei, wenn wir Auto fahren, heizen oder Kühe halten, die rülpsen und Ammoniak ausscheiden. All das schafft für das Baumwachstum erst einmal ideale Voraussetzungen.“

    Oder z.B. Wikipedia:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Baumsterben

    @McDonalds. Find ich gut! Aber! Das Biogas muss ja auch irgendwie zu den Tankstellen transportiert werden! Feinstaub entsteht übrigens auch durch Bremsen und Verschleiss (auch Zug&Tram)!

  22. S&W am 27. September 2006 um 18:32

    @Pirelli
    Vielleicht hast du das Wort Autist (Autismus) falsch verstanden, aber das sind keine Automobilisten!
    Schau mal in einem Wörterbuch nach oder bei wissen.de oder bei autismus.de. Jemand, der an dieser Entwicklungsstörung leidet, kann nichts dafür! Es ist diffamierend, jemanden fälschlicherweise als solches zu bezeichnen – und das gilt für beide Seiten!

  23. Simon am 28. September 2006 um 11:38

    lieber Rico..

    genau aus diesem Grund habe ich von einem generellen Fahrverbot geschrieben, damit die Feuerwehrmänner und Krankenschwester am Abend nach ihrer Nachtschicht nach Hause fahren dürfen..

    Und das Wort Freiheit habe ich ganz bewusst verwendet. Ich weis das Freiheit immer ein Ying-Yang Effekt hat. Die Freiheit am Sonntag einzukaufen, büsst der Verkäufer mit seiner Arbeitszeit. Aber ich bin nicht bereit zu akzeptieren das die einten nur aus bequemlichkeit meine Freiheit taxieren griellieren zu können und an deiner Stelle würde ich mich noch stärker dafür einsezten, dass der Ozon-Wert tiefer bleibt.. Hoffe das du schon bei den Grünen bist!!

  24. Chevy am 28. September 2006 um 15:41

    Ich bin bereit eine Angemessene Busse zu bezahlen wenn ich an Feinstaubintensiven tagen Autofahre, dafür dann mit 120 fahren kann.
    Ein Schiff mit 320000t bezahlt eine Busse von 500€ (Mittelmeerraum) wenn es mit dem “falschen” Sprit unterwegs ist und so die Umwelt unnötig mit Feinstaub und Schwefel belastet.
    Mein schwerstes Auto wiegt leer 2.2 Tonnen, somit müsste ich eine Busse von 0.3 Rp bezahlen, oder anderstgesagt für 1Fr kann ich dann mein Leben lang ohne kat und ökotonne herumfahren.

  25. Pirelli am 28. September 2006 um 17:20

    Chevy

    Erst wünschst du dir möglichst hohe Werte, dann reduzierst du die Problematik darauf, dass du dich freikaufen kannst?
    Läck, so was von verquer!

    Hingegen gebe ich dir Recht, dass der Schiffsverkehr viel härter angegangen werden müsste. Die wirklich grossen Kreuzfahrtschiffe verbrennen 50′000 Liter auf 100 km (sie produzieren ja auch den Strom damit) – und das ohne jeden Filter.

    S&W

    Selbstverständlich habe ich keinerlei Absicht, Autisten zu diskriminieren. Aber wir müssen unterscheiden zwischen Fachsprache und Volksmund. Und ich bin durchaus der Ansicht, dass der realitätsblinde Egoismus so vieler Automobilisten autistische Züge (in der volksmündlichen Auslegung des Begriffs) aufweist. Deshalb halte ich den Zussamenzug der beiden Wörter resp. die Umdeutung des Begriffs für ein geschicktes Wortspiel, an dem ich festhalte.
    Ähnliche Umdeutungen sind in der Umgangssprache Alltag, niemand denkt bei “geil” mehr an üppig blühende Zweige, niemand sieht in der Innerschweizer Verstärkung “huere” eine Diskriminierung von Prostituierten.

  26. Rico am 28. September 2006 um 18:05

    Zitat Simon: “genau aus diesem Grund habe ich von einem generellen Fahrverbot geschrieben,..”

    Ist ja logisch: Du nennst es generell, weil Du nicht generell meinst. *augenroll*

    Zitat Simon: “Die Freiheit am Sonntag einzukaufen, büsst der Verkäufer mit seiner Arbeitszeit. ”

    Der büsst gar nichts. Er hat dafür am Montag frei, oder am Dienstag, …

    Zitat Simon: “Hoffe das du schon bei den Grünen bist!! ”

    Immerhin hast Du Dir Deinen Humor bewahrt!

    Der Rest Deines Textes ist mir unverständlich.

  27. Pirelli am 28. September 2006 um 19:47

    S&W

    - Weshalb sollte das Biogas nicht mit Biogaslastern zu den Tankstellen kommen?

    - Selbstverständlich gehört ein Filter in die Diesler – und ein DeNOx-Kat.

    - Zum Waldsterben: Eine Schweizer Studie kommt zu ganz anderen Resultaten: “Beobachtungen in sieben Kantonen zeigen, dass es dem Wald nicht besser geht als vor 20 Jahren. Die Bäume wachsen langsamer, die Wälder erhalten zu viel Stickstoff und der Waldboden versauert.” Gerade der von dir erwähnte Stickstoff ist ein Problem – resp. seine Oxide.
    Den ganzen Artikel findest du hier (notabene in der NZZ – sicher kein grünes Kampfblatt):
    http://www.nzz.ch/2005/01/26/il/newzzE4FCJUCP-12.html;jsessionid=E72B5E555D35987DCD1FD86C64C89E90

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