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SVP Toni Brunner und sein mehr als verzerrtes Bild der Realität

Es wirkt mittlerweile doch sehr befremdet und löst in mir eine unangenehme Beklommenheit aus. Um vom gescheiterten Oppositionskurs abzulenken zielt die gesamte SVP nun auf Personen und stellt ein Bild von einer Schweiz in den Raum, wie es realitätsfremder nicht sein könnte!

Tonis Rede vor der SVP-Delegiertenversammlung

Wir kennen den Toni Brunner seit jeher als sprücheklopfenden, erzkonservativen Musterschwiegersohn. Doch am Wochenende hat er sich selbst übertroffen positioniert sich mehr als je zuvor als Grossmaul. In seiner Rede zeichnet er ein Bild der Schweiz, als lebten wir in einer Bananenrepublik, die es nun in letzter Sekunde zu retten gilt. So zählt er zum Beispiel folgendes auf:

- Das Land sei in einem desolaten Zustand…
- Er bezeichnete die Wahl von Widmer Schlumpf ohne jeglichen Rechtsstaatlichen Grund als undemokratisch.
- Er desavouiert die Bundesversammlung als höchste politische Instanz.
- Und ganz nach Lehrbuch seiner Heiligkeit Blocher verhöhnt er selbstverständlichkeit auch die Arbeit der Gerichte
- Der Bundesrat sei jetzt führungs- und orientierungslos.

Was für ein Bild der Schweiz. Steht es so schlecht um unser Land?
Natürlich nicht:

- Die Wirtschaft floriert
- Die Schweiz ist international konkurrenzfähig
- Es gibt kaum Arbeitslose
- Kaum ein Staat verfügt über einen vergleichbaren Wohlstand
- Unser Land trägt Sorge zur Umwelt
- Die Schweizer Städte gehören Weltweit zu den attraktivsten.
- Die Kantone schreiben schwarze Zahlen
- Der Bundesrat ist in keinster Weise führungslos, ganz im Gegenteil: Seit der Oberstänkerer Blocher das Gremium verlassen hat, kommt die Regierung in wichtigen Geschäften wieder zu Entscheiden – ist deblockiert.
- Und die Wahl der Bundesrätin ist eines ganz sicher nicht, undemokratisch. Denn sie wurde in einem demokratischen Vorgang völlig korrekt gewählt. Ausserdem war diese Wahl nichts spektakuläres – man erinnere sich z.B. an Brunner/Dreyfuss etc.

Mit Sorge verfolge ich den Verfall der politischen Kultur. Weder die Verfassung, noch die Bundesversammlung, noch Gerichte scheinen in der SVP-Welt eine Existenzberechtigung zu haben, denn die einzigen Heilsbringer sind die Damen und Herren SVP.

Und die Basis hat am Wochenende den ganzen Käse, den Toni Brunner propagiert, mit frenetischem Applaus gefeiert…

Wenn immer über Sekten gesprochen wird, sagt man, sobald eine Gruppe die absolute Wahrheit für sich beansprucht, seien das gefährliche, totalitäre, sektiererische Züge. Und wenn man ehrlich ist, trifft das bei der SVP schon länger zu.

In ihrer Respektlosigkeit Andersdenkenden gegenüber steigern sich die Propagandaminister der SVP in eine kaputte Scheinwelt hinein. In eine Schweiz ohne Zukunft, wenn nicht dringendst endlich ein Heilsbringer eingesetzt wird.

Zusätzlich zeigt die SVP ihren eigenen Reihen auf, was geschieht, wenn man nicht spurt und das Parteibüchlein Wort für Wort jeden Abend vor der Schweizer Fahne wiederholt. Man wird ausgeschlossen, verhöhnt und an den Pranger gestellt. Personen und ganze Kantonalsektionen kann es treffen, niemand ist sicher.

Die auf sehr persönlicher Schiene gefahrene Hetzkampagne gegen Widmer Schlumpf und die damit verknüpften Drohungen an die Adresse der Kantonalen Partei in Graubünden zeigen doch eindeutig totalitäre Züge, wie sie demokratie-fremder nicht sein könnten.

Nun hat die SVP wieder Sitze gewonnen – in Uri und im Thurgau. Bleibt zu hoffen, dass die Schweizerinnen und Schweizer langsam die Augen öffnen und merken, wem Sie da auf den Leim gehen und bei den nächsten Wahlen diesem unverschämt hetzerischen, ignoranten und realitätsfremden Mob von Demagogen einen Denkzettel verpasst.

Quelle: Tages-Anzeiger

Dieser Artikel wurde von pipo am Montag, 7. April 2008 in der Rubrik Schweiz und zu den Stichwörtern , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

22 Kommentare zum Artikel “SVP Toni Brunner und sein mehr als verzerrtes Bild der Realität”

  1. Begrenzungsfaktor am 7. April 2008 um 14:13

    Es ist recht interessant zu beobachten wie aus gewissen Kreisen, die sich überwiegend über die Ablehnung der SVP definieren, immer das exakt Gleiche vorgebetet wird. Die SVP ist blöd, die SVP ist doof, und demnächst erhält die verwerfliche SVP dann hoffentlich einen Denkzettel. Schaut man genau hin so bezieht gerade die Partei die Denkzettel welche, sie für ihre politischen Feinde vorgesehen haben. So gerade auch wieder am letzten Wochenende passiert. Wie lange braucht die SP eigentlich noch um zu begriffen das sie total am Volk vorbei politisiert? Wahrscheinlich solange bis es sie nicht mehr gibt….

  2. kyri am 7. April 2008 um 14:39

    @Begrenzungsfaktor
    Schau wirklich genau hin, was gestern passiert ist. Der Trend aus SZ und SG setzt sich fort: Im Vergleich zu den NR-Wahlen verliert die SVP ziemlich dramatisch an Wählern (wenn auch auf sehr hohem Niveau), demgegenüber erholen sich SP und FDP leicht.

    Ein paar Zahlen dazu gibt’s hier.

  3. Begrenzungsfaktor am 7. April 2008 um 16:30

    @kyri
    Also, schauen wir mal ganz genau hin und versuchen wir die Rechnung von Claude Longchamps (SP) nach zu vollziehen.
    Hier die Longchamps’sche Hypothese: Im Vergleich zu den Nationalratswahlen 2007, der letzten Wahl vor der Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher, hat die SVP an WählerInnen-Anteilen sowohl in Schwyz wie in St. Gallen verloren. Sie tat dies in St. Gallen bei einer vergleichbaren Wahlbeteiligung. Genau da steckt das Problem der Longchamps’sche Hypothese. 46,8 % (NR) und 36 % (KR) Wahlbeteiligung sind zwar vergleichbar, aber nicht gleich. Longchamps benutzt wohl absichtlich diese Formulierung, denn vergleichen kann man ja alles, nur ob es einen Sinn macht ist eine andere Frage. Wenn de Formulierung von Longchamps beinhaltet eine Normierung der Wahlbeteiligung bei den Nationalratswahlen und den Kantonalen Wahlen. Leider unterschlägt Longchamps wie er normiert. Er sagt eben nur, dass die Wahlbeteiligungen „Vergleichbar seien“. Normiert man linear, so kommt folgendes raus:

    Nicht normiert
    SVP NR 2007 35,5 KR 2008 30,5 (minus 5%)
    SP NR 2007 14,7 KR 2008 14,3 (minus 0,4%)

    normiert
    SVP NR 2007 27,3 KR 2008 30,5 (plus 3,2%)
    SP NR 2007 11,3 KR 2008 14,3 (plus 3%)

    SP und SVP gewinnen beide an Wähleranteil, nicht etwa Sitzen, denn da ist die SVP klar Siegerin gegenüber der SP. Longchamps sagt deshalb auch „Unbestritten ist, dass die SVP die beiden jüngsten kantonalen Wahlen gewonnen hat“. Nichts desto Trotz verwandelt sich der Verlust der SP in ein happiges Plus. Man muss sich hier die berechtigte Frage stellen wie wird aus der Verliererin eine scheinbare Siegerin? Die Antwort ist einfach, die Normierung ist falsch. Auch normiert müsste sich die Sitzverteilung im Wähleranteil abbilden. Doch wer ist fähig diese Normierungsfunktion finden zu können. Longchamps offenbar nicht, sonst könnte er ja sagen wie er gerechnet hat. Leider werden solche Salchen oft einfach geglaubt und so kommt es zu so seltsamen Statements wie: „Der Trend aus SZ und SG setzt sich fort: Im Vergleich zu den NR-Wahlen verliert die SVP ziemlich dramatisch an Wählern (wenn auch auf sehr hohem Niveau), demgegenüber erholen sich SP und FDP leicht“, was natürlich völliger Bockmist ist. Am Besten ist es, wenn man sich an die Fakten hält die SVP hat Sitze gewonnen und die SP hat Sitze verloren. Alles andere ist Voodoo.

  4. Begrenzungsfaktor am 7. April 2008 um 16:30

    @kyri
    Also, schauen wir mal ganz genau hin und versuchen wir die Rechnung von Claude Longchamps (SP) nach zu vollziehen.
    Hier die Longchamps’sche Hypothese: Im Vergleich zu den Nationalratswahlen 2007, der letzten Wahl vor der Abwahl von Bundesrat Christoph Blocher, hat die SVP an WählerInnen-Anteilen sowohl in Schwyz wie in St. Gallen verloren. Sie tat dies in St. Gallen bei einer vergleichbaren Wahlbeteiligung. Genau da steckt das Problem der Longchamps’sche Hypothese. 46,8 % (NR) und 36 % (KR) Wahlbeteiligung sind zwar vergleichbar, aber nicht gleich. Longchamps benutzt wohl absichtlich diese Formulierung, denn vergleichen kann man ja alles, nur ob es einen Sinn macht ist eine andere Frage. Wenn de Formulierung von Longchamps beinhaltet eine Normierung der Wahlbeteiligung bei den Nationalratswahlen und den Kantonalen Wahlen. Leider unterschlägt Longchamps wie er normiert. Er sagt eben nur, dass die Wahlbeteiligungen „Vergleichbar seien“. Normiert man linear, so kommt folgendes raus:

    Nicht normiert
    SVP NR 2007 35,5 KR 2008 30,5 (minus 5%)
    SP NR 2007 14,7 KR 2008 14,3 (minus 0,4%)

    normiert
    SVP NR 2007 27,3 KR 2008 30,5 (plus 3,2%)
    SP NR 2007 11,3 KR 2008 14,3 (plus 3%)

    SP und SVP gewinnen beide an Wähleranteil, nicht etwa Sitzen, denn da ist die SVP klar Siegerin gegenüber der SP. Longchamps sagt deshalb auch „Unbestritten ist, dass die SVP die beiden jüngsten kantonalen Wahlen gewonnen hat“. Nichts desto Trotz verwandelt sich der Verlust der SP in ein happiges Plus. Man muss sich hier die berechtigte Frage stellen wie wird aus der Verliererin eine scheinbare Siegerin? Die Antwort ist einfach, die Normierung ist falsch. Auch normiert müsste sich die Sitzverteilung im Wähleranteil abbilden. Doch wer ist fähig diese Normierungsfunktion finden zu können. Longchamps offenbar nicht, sonst könnte er ja sagen wie er gerechnet hat. Leider werden solche Salchen oft einfach geglaubt und so kommt es zu so seltsamen Statements wie: „Der Trend aus SZ und SG setzt sich fort: Im Vergleich zu den NR-Wahlen verliert die SVP ziemlich dramatisch an Wählern (wenn auch auf sehr hohem Niveau), demgegenüber erholen sich SP und FDP leicht“, was natürlich völliger Bockmist ist. Am Besten ist es, wenn man sich an die Fakten hält die SVP hat Sitze gewonnen und die SP hat Sitze verloren. Alles andere ist Voodoo.

  5. kyri am 7. April 2008 um 16:53

    @Begrenzungsfaktor
    Eine mathematisch saubere Analyse müsste eigentlich auf Wählerzahlen, nicht auf Prozentwerten basieren. Dazu müssten allerdings die Ergebnisse der einzelnen Kantonsratswahlkreise als Basis genommen werden, was die Rechnerei halt aufwändiger macht.

    Die relativen Parteienstärken lassen aber sehr wohl Aussagen zu, gerade auch unter Berücksichtigung des Rückgangs der Wahlbeteiligung. Die geringere Wahlbeteiligung bei den KR-Wahlen besagt in erster Linie eins: Sämtliche Parteien hatten mehr Mühre zu mobilisieren als im vergangenen Herbst. Der überproportionale Rückgang bei der SVP führt eben doch zwingend zu folgender Erkenntnis: Im Vergleich zu den NR-Wahlen verliert die SVP ziemlich dramatisch an Wählern. Das macht sie auf einem beneidenswert hohem Niveau, aber der Trend zeigt dennoch in allen drei Kantonen in dieselbe Richtung: abwärts.

    Gründe kann es viele geben, das Fehlen nationaler Themen bei kantonalen Wahlkämpfen, (zu) hoher Mobilisierungsaufwand für Protestwähler, weniger bekannte Köpfe als Parteiaushängeschilder, “Rückbesinnung” einiger Wechselwähler, usw. Nur die Blocher-Abwahl taugt als Erklärung angesichts der Zahlen nicht.

  6. pipo am 7. April 2008 um 16:53

    In diesem Artikel geht es aber nicht primär um Wähler oder Sitze, sondern um die totalitären und absolut undemokratischen Züge innerhalb der SVP. Um Verhöhnung staatstragender Strukturen und Personen… Meinung hierzu wären äusserst interessant.

  7. Begrenzungsfaktor am 7. April 2008 um 17:48

    @kyri
    Nein, gerade das sagt der Vergleich ja gerade nicht aus. Sinnvoller wäre es etwas zu vergleichen, was verglichen werden kann. Die KR 2004 und KR 2008 würden sich hier anbieten. Doch da verliert eben die SP und die SVP gewinnt dramatisch an Stimmenanteil. Der Wähleranteil widerspiegelt sich in dem Fall glasklar in der Sitzverteilung und die steigt bei der SVP ganz klar an, denn sonst hätte die SVP nicht mehr Sitze im Parlament. Wenn man Birnen mit Äpfeln vergleicht oder NR mit KR wird es halt schwierig und es führt auch zu keiner brauchbaren Aussage, es sei denn man würde beide Ereignisse normieren. Ohne Normierung läuft bei solchen Vergleichen nie etwas, das lernt der Naturwissenschaftler schon im 1. Semester seines Studiums. Der Historiker leider offenbar nicht, wie sonst käme Longchamps zu so queren Schlussfolgerungen.

    @pippo
    Wieso tust du uns deine Meinung denn nicht kund?

  8. Walti am 7. April 2008 um 19:28

    Ich würde eher meinen, dass der Verfasser als der Bauer Toni Brunner realitätsfremd in der Welt herumstochert. Ueber verschiedene Aussagen des Verfassers kann man nur müde lächeln und sich denken, der Mann ist wohl nicht ganz bei Trost. Wenn die in der SP in etwa gleich denken, glaub der Teufel, dass es mit denen derart bergab geht. Der Toni würde sagen, die haben aber ganz ordentlich die Hinderschi Geiss drin. Aber die armen Sozialdemokraten wollen sich partout nicht helfen lassen. Sie schweben auf Wolke sieben, sind demagogisch und realitätsfremd und politisieren damit an einem schönen Teil des Volkes vorbei.

    Der Oppositionskurs der SVP soll gescheitert sein ? Der Schreiber glaubt wohl seinen eigenen Lügen, auch das soll es geben. Die jüngsten Wahlergebnisse beweisen das Gegenteil.

    Die SVP zielt auf Personen. Diese Aussage ist grundsätzlich zutreffend. Diese auch in den meisten Medien zum Ausdruck gebrachte Darstellung ist aber insofern absolut irreführend, als nicht die Person um der Person willen, sondern der Sache willen attackiert wird. Es ist nicht mehr als gutes Recht dieser Partei, darüber zu entscheiden, wen sie als Parteimitglied haben will und wen nicht. Es würde noch fehlen, wenn die politischen Gegner zu bestimmen hätten, wen eine Partei als Mitglied aufzunehmen hat und wen sie ausschliessen darf. Im Fall der W.S. wäre es geradezu ein Armutszeugnis für die SVP, wenn man dieser die eigene Partei nach Strich und Faden verseckelnde Person nicht aus der Partei rausschmeissen würde. Eine 5. Kolonne in den eigenen Reihen kann sich keine Partei leisten. Jetzt wird da ein Mordio und Gezeter über politische Kultur und ähnlichem Geschwafel von den politischen Gegnern und auch den Medien abgelassen, man könnte meinen, es gäbe Jesus Christusse zuhauf, welche glückselig beide Backen hinhalten. Einige Frauenorganisationen wollen auch noch für die unselige W.S. mobil machen und auf dem Bundesplatz aufmarschieren, so auch die Evangelischen Frauen Schweiz (EFS) die u.a. über Beiträge der Kantonalkirchen finanziert werden. Als Kirchensteuer zahlender Bürger habe ich denen gestern ein freundliches Email zukommen lassen. Zugleich habe ich den Austritt aus der Kirche gemeldet mit Kopie an das Steueramt mit der Begründung, dass ich nicht gewillt sei, über meine Steuerabgaben nur einen müden Stutz einer Organisation zukommen zu lassen, die sich politisch in einer Weise betätige, die ich völlig ablehne. So kann ich mir zukünftig pro Jahr noch eine Tausend Fränkli an Steuern sparen und das Geld für mir sinnvoller scheinende Zwecke ausgeben.

    Das von Toni Brunner gezeichnete Bild der Schweiz ist gar nicht so daneben.
    Die Wahl von W.S. war zwar rein formell demokratisch in Ordnung, aber grundsätzlich völlig undemokratisch. Sowohl Sämi Schmid als auch W.S. wurden nicht von der eigenen Partei, sondern von den politischen Gegnern in ihre Aemtli gehievt. Eigentlich total absurd. Für was geht man die SVP überhaupt wählen, wenn die neidige und missgünstige Verlierer-Konkurrenz darüber zu entscheiden hat, wer in Bern zu regieren hat ?
    Die vereinigte Bundesversammlung hat auch nichts anderes verdient, als verhöhnt zu werden,wenn man sich das unwürdige Spektakel vom 12.12. vor Augen führt. Man hatte nicht die Schweiz als Fussballweltmeister zu feiern.
    Wenn man Gerichtsurteile etwas verfolgt, muss man sich wirklich fragen, ob da gewisse Richter am Werk sind, denen das Gehirn amputiert wurde. Nur ein Beispiel. Es kann doch nicht sein, dass jugendliche Ausländer, die in Aarau aus Absicht Rekruten verprügelten, mit Fr. 100 Busse bestraft und auf freien Fuss gesetzt werden, währenddem ein Schweizer wegen einer etwas unbedachten Aeusserung im Zusammenhang mit dem Antirassismus-Gesetz zu einer Busse von Fr. 500 verurteilt wird. Körperverletzung Fr. 100, unbedachte Aeusserung: Busse Fr. 500. Was ist denn das für eine Rechtssprechung ?
    Auch die Kritik am Bundesrat ist nicht ohne Berechtigung. Die Aussenministerin hat wirklich das Flair, mehr oder weniger alles falsch zu machen, was man falsch machen kann. Angriffe gegen die Schweiz begegnet man nicht mit der notwendigen Entschiedenheit und übt sich gerne in Schweigen. Mehr ein Sesselkleber-Verwaltungsclub mit schöner Pensionsberechtigung denn eine Riege, welche Zeichen, Perspektiven und Prioritäten setzt. Man harrt der Dinge, die da kommen. Entsprechend hält sich auch das Ansehen dieses Bundesrates in der Bevölkerung in sehr engen Grenzen. Die mehrheitlich ausgesprochenen Qualifikationen seitens der Bevölkerung möchte ich hier aus Gründen der Pietät lieber nicht zum besten geben.

    Laut Verfasser sei zu hoffen, dass die Schweizerinnen und Schweizer langsam die Augen öffnen. Das sehe ich aus so, aber nicht im Sinne des Verfassers. Laut den jüngsten Wahlergebnissen in verschiedenen Kantonen kann darauf geschlossen werden, dass immer mehr Bürger gemerkt haben, dass sie von einer SVP mehr erwarten können als von realitätsfremden Demagogen linker Prägung und Bürgerfilz, der primär auf Besitzstandwahrung und Aemtli-Fressen aus ist. Es gilt einiges anzupacken im Staate Schweiz, was die Seele des Volkes bedrückt. Man muss nur abklären, wo die Leute der Schuh drückt und dann mit der Arbeit beginnen, um das Uebel zu lindern oder zu entfernen. Aber das ist von realitätsfremden Dogmatikern und bequemen Sesselklebern schon zuviel verlangt.
    Nur nebenbei. Ich bin weder SVP-Mitglied noch ein sturer SVP-Wähler, nach linkem Jargon zähle ich mich keineswegs zu den SVP-Soldaten oder Nach- bzw Mitsecklern. Ich betrachte die politische Entwicklung in unserem Land durchaus eigenständig und ohne Scheuklappen.

  9. Begrenzungsfaktor am 7. April 2008 um 20:34

    @Walti
    Gut gesagt Walti, du bringst es auf den Punkt! Selbst die sonst eher linksorientierte Tagesschau konnte sich vor den Fakten nicht mehr verstecken. Die SVP hat in 4 Kantonalwahlen total 35 Sitze hinzugewonnen und die SP total 19 Sitze verloren, Differenz = 54. Das ist keine kleine und auch keine große Niederlage der SP mehr sondern erinnert schon eher an die Schlacht von Stalingrad. Doch was tun die Genossen? Sie erklären sich zu Siegern die an Wähleranteil gewonnen haben und merken dabei nicht, dass der erste April schon letzte Woche war.

  10. pipo am 7. April 2008 um 23:31

    @begrenzungsfaktor

    hab ich doch.. hab den artikel geschrieben =)
    gruss pipo

  11. gumbyman am 8. April 2008 um 00:42

    “Zusätzlich zeigt die SVP ihren eigenen Reihen auf, was geschieht, wenn man nicht spurt und das Parteibüchlein Wort für Wort jeden Abend vor der Schweizer Fahne wiederholt. Man wird ausgeschlossen, verhöhnt und an den Pranger gestellt. Personen und ganze Kantonalsektionen kann es treffen, niemand ist sicher.”

    Und woran erinnert uns das? Schauprozesse gegen verdiente Parteimitglieder, und immer mal wieder Säuberungswellen gegen die nächste “feindliche” Gruppierung in oder ausserhalb der eigenen Reihen? Genau, der kleine grosse Sadist namens Stalin – totalitär bis zum Abwinken. Mir graut.

    Aber da die SVP ja bereits auf dem absteigenden Ast ist, seh’ ich auch den tröstlichen Lichtschimmer am Horizont :)

    g.

  12. Walti am 9. April 2008 um 11:16

    @gumbyman

    Bei allem Respekt für Deine Bedenken glaube ich, dass Du viel zu schwarz siehst. Den Stalin noch ins Spiel zu bringen, halte ich für völlig daneben. Immerhin kannst Du sicher sein, dass die Bäume auch für die SVP nicht in den Himmel wachsen werden. Ich sehe das Problem bei der SVP weit weniger dramatisch und subtiler. Wie jede Partei hat die SVP verschiedene Kostgänger mit verschiedenen Meinungen in ihren Reihen. Etwas vereinfacht gesagt, es gibt einen grossen harten Flügel und einen weit kleineren, sogenannt gemässigten Flügel, hauptsächlich herrührend aus den eigentlichen Stammlanden der ex BGB und Demokraten. In der SVP sind die unterschiedlichen Flügel schon seit Jahren besonders augenfällig und führen immer wieder zu internen Querelen in dieser Partei. Eine Partei kann mit solchen Flügeln leben, solange die politischen Meinungen nicht allzu sehr auseinander driften. Nach meiner Meinung sind im Verlaufe der Jahre zwischen diesen Flügeln zu grosse Differenzen entstanden, was von den politischen Gegnern natürlich ausgenützt wird. Bestes Beispiel ist die Wahl der neuen Bundesrätin. Um mit Klartext zu reden. Ich hatte Gelegenheit, die ganze Problematik der letzten Bundesratswahl mit einem deutschen Bekannten etwas näher zu erörtern. Er sagte mir darauf klipp und klar, da stimmt aber etwas mit dieser SVP nicht, wenn sie ein eigenes Mitglied ihrer Partei nicht in der Regierung akzeptieren kann. Bei objektiver Betrachtung muss ich ihm völlig Recht geben. Im Prinzip besteht diese Partei aus 2 unterschiedlichen Parteien, die nicht mehr zusammenpassen. Da drängt sich als Lösung nur eine Trennung bzw Abspaltung auf. Solange die verschiedenen Blöcke nur der Grösse der Partei wegen künstlich zusammengehalten werden, wird es nie Ruhe geben und die Probleme werden einfach vor sich hergeschoben. Die Bereinigung innerhalb der SVP sollte soweit erfolgen, als die Partei aus ihren eigenen Reihen durch die vereinigte Bundesversammlung gewählte Personen akzeptieren kann. Solange dies nicht geschieht, wird die SVP immer im Konflikt zu gewissen rechtsstaatlichen Prinzipien der schweiz. Demokratie stehen. Ob dieses Wahlprozedere sankro sankt und das Gelbe vom Ei ist, bleibe einmal dahingestellt. Aber solange es gilt, ist es zu beachten.

  13. etosha am 11. April 2008 um 11:44

    Eine Politikerin aus der Partei zu schmeissen, welche in den letzten Jahren durchaus gut-bürgerliche Politik gemacht hat und das im Namen der SVP, nur weil Sie am Telefon erfahren hat, dass die BV nicht gewillt ist Blocher zu bestätigen und desshalb nach einem alternativen SVP Kandidaten sucht. Eine BR die nie nachweisliche gelogen hat, im Gegensatz zu anderen BR (z.Bsp. Blocher). Nein das sieht eher nach Rache aus, und ist nur peinlich….

    Abgesehen davon, beim Vergleich der NR-KR Wahlen geht es ebengerade nicht darum, wieviel die Partei seit vor 4 Jahren zugelegt hat, sondern es geht um die Frage, ob sie sich selbst mit dem Theater in den letzten Monaten geschadet hat. Normierung hin oder her, muss man wohl sagen, die SVP hat verloren, aber trotzdem ist sie klar die Siegerin, nur auf Kosten welcher Parteien? Wohl eher FDP, SD, Extreme Rechte und vielleicht noch ein paar CVP. Es gab mehrheitlich eine Verschiebung innerhalb der Blöcke… Und ob man nun stolz darauf sein sollte, die Rechtsaussen bis Extreme Rechte als Wähler gewonnen zu haben, na ja, dass ist fraglich…

  14. Begrenzungsfaktor am 11. April 2008 um 14:36

    @etosha
    An wen verliert denn die SP ihre Wähler?

  15. gumbyman am 12. April 2008 um 00:22

    @Walti
    Ja ich hab’s ein bisschen überspitzt. Ich bin auch der Meinung dass die beiden Flügel nicht zusammenpassen und sich trennen sollten. Ob dann allerdings Ruhe ist, oder ob die heute noch genehmen Gemässigten drankommen, ist wieder eine andere Frage.

    Allerdings was Toni Brunner da an Schwarzseherei und schlechtgeredeter Schweiz bietet, hat mit der Realität auch nicht gerade viel zu tun.

    g.

  16. Justizia am 20. April 2008 um 22:48

    Es ist doch höchst eigenartig, wie sich das Parteiprogramm der PNOS und des Ueli Brunner ähneln, doch beide den Statuten der SVP Schweiz in vielerlei Hinsicht widersprechen.

    Gut ist Blocher nicht mehr Bundesrat, oder brauchen wir einen totalitären Führer, der ja bekanntlich all jene Schweizer, die nicht auf seiner Linie sind als Feinde oder Verbündetet seiner Feinde betitelt, wie jene, die für Respekt, Toleranz und Anstand in der Politik demonstrierten?

  17. Justizia am 20. April 2008 um 22:56

    Toni Brunner und seine Crew sollten die SVP verlassen, sie haben allesamt unserem Heimatland Schaden zugefügt. Die Schweiz und das Schweizer Volk interessiert den Zürcherflügel in keinster Weise.

    Sie wollen über die Schweiz regieren, und immer mehr Stimmbürger in die realitätsfremde, hasstriefende Besessenheit mitziehen. Vampires are alive, sie saugen den letzten Rest des gesunden Menschenverstandes all jener Sympathisanten raus, wie ihnen dereinst geschah. Verkommt die SVP immer mehr zu einer destruktiven Psychosekte?

  18. abc def am 4. Mai 2008 um 23:01

    An dieser Endzeit-Stimmung beteiligen sich allerdings die SVP-Gegner mindestens genauso wie die SVP selbst (gemäss 1.Mai-Reden von Levrat und anderen). Das mit dem “Ende der Demokratie” hört man z.B. von beiden Seiten unisono.

    Wenigstens sind sich die SVP ihre Gegner in diesem einen Punkt einig: Der Zustand des Landes ist desolat, wir stehen am Abgrund!!

    Das hat zwar nichts mit der Realität zu tun, aber was solls, wenn sie sich schon mal einig sind…

  19. Bello am 5. Mai 2008 um 23:38

    So manch einer scheint hier recht naiv
    zu sein.Kaum einer nimmt den liebenswerten
    Nachbarn aus dem grossen Kanton im Norden zur Kenntnis.(Ich kenne meine politischen Landsleute aus dem Norden nur zu gut!
    Glauben sie mir,die grösste Angst deutscher Politiker,sind schwyzer Demokratieverhältnisse.
    “Kein Gehalt mehr,das man sich beliebig selbst
    erhöhen kann,kein Geld mehr für Parteispenden
    auf Kosten der Steuerzahler, ca,. 10 Euro pro
    Bundestagswahl für jeden Wähler/Nichtwähler
    macht bei ca. 50 Mill. ca. 0.5 Milliarden
    für jede Wahl.Keine Pensionen mehr die beliebig
    angepasst werden können.Ein Schelm wer Böses dabei denkt.” Wer sich denen in Europa,zumindest die kleinen Länder, in den Weg stellt, wird niedergemacht”.Die deutsche Presse,teilweise komplett in parteilichen Händen,fackelt da nicht lange, Lichtenstein ist da nur ein Fingerzeig.”
    Man prügelt den Sack,meint aber den Esel,
    also Länder wie Lichtenstein,Luxemburg,
    Österreich,Schweiz,Irland und England.
    England jedoch nur sehr symbolisch,da man
    dieses Land als ernszunehmenden Gegner
    schätzt und fürchtet.Keine heutige deutsche
    Regierung würde es wagen,offen gegen Endland zu
    opponieren,aber man strebt auf europäische Vorherrschaft gegenüber kleineren Ländern an.
    )
    Wenn man dort auch nicht kennt,sind Herr
    Blocher und noch weniger Herr Bruner,man
    hat andere,deutsche Ambitionen.
    Für die,hat sich die Schweiz an europäische
    (sprich deutsche und französiche Vorstellungen)
    anzupassen,oder sie wird dazu gezwungen.
    Wer hier meint,es gehe ihm so furchtbar schlecht in der Schweiz,der gehe erst mal
    in den deutschen Überwachungsstaat.
    Selbst “Adolf” wäre froh gewesen,er hätte den
    heutigen deutschen Überwachungsstaat zur Verfügung.

  20. Behemoth am 6. Mai 2008 um 11:03

    @Bello

    Sorry ,dass ich hier so pingelig bin, aber es heisst Liechtenstein, nicht Lichtenstein.
    Sonst: Was willst du uns eigentlich sagen? Deutschland ist böse oder so?

  21. Toni Brunner in Lebensgefahr am 14. Mai 2008 um 13:11

    [...] Mehr über Toni Brunner: Neue Schuhe für Toni Brunner SVP Toni Brunner und sein mehr als verzerrtes Bild der Realität Toni Brunner – Gehirn ausschalten und reden [...]

  22. Holdrian am 29. Mai 2008 um 15:47

    Manchmal frage ich mich, ob Toni Brunner einmal über den Zaun gesehen hat und die Landessituationen vergleicht. Die Schweiz sei in einem desolatem Zusatnd, dass ich nicht lache! Tiefe und im Moment wieder sinkende Arbeitslosigkeit, wirtschaftlich stabil und an und für sich eine Vorzeigenation bis auf ein paar respektlose und hassschürende Plakate. Diskriminierung schafft Extremisten, denkt mal bitte darüber nach.

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