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Strom: Verbrauch erreicht Rekordwerte

Die (tief gesteckten) Ziele des BFE (Energie-Schweiz) wurden massivstens verfehlt. Statt der nötigen Sparsamkeit gibt es Rekordzahlen zu vermelden:

Gemäss den Zielen des Programms EnergieSchweiz sollte der Stromverbrauch zwischen 2000 und 2010 um höchstens 5 % zunehmen. Seit 2000 ist er aber bereits um 9,5 % angestiegen.

Dies meldet das Bundesamt für Energie in einer Medienmitteilung. Um die Ziele doch noch zu erreichen, sind massive Massnahmen nötig:

Um es zu erreichen, sind jedoch nochmals deutlich stärkere Anstrengungen zur rationellen Elektrizitätsverwendung nötig. Dazu dienen insbesondere die energieEtikette, strengere Zulassungsbestimmungen für Haushaltgeräte, Zielvereinbarungen mit der Energie-Agentur der Wirtschaft , die kantonalen Energiegesetze und Förderprogramme aber auch die Effizienzanstrengungen einzelner Energieversorger.

Doch die einfachste aber einzig wirksame Massnahme, nämlich den Konsumenten über das Portmonee zur Sparsamkeit zu bewegen, fehlt hier natürlich. Die Bürgerlichen Privatisierungsforderungen zielen ja meist auch genau auf das Gegenteil, nämlich Strom (z.B. durch Privatisierungen) noch günstiger zu machen! Auf das der Verbrauch noch weiter steigen möge.
Kurzsichtiges Wirtschaftswachstum geht da offenbar vor.

Dieser Artikel wurde von Sandro am Donnerstag, 22. Juni 2006 in der Rubrik Energie und zu den Stichwörtern , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

23 Kommentare zum Artikel “Strom: Verbrauch erreicht Rekordwerte”

  1. Chevy am 22. Juni 2006 um 14:46

    Ist doch krank wenn jemand unter dem Vorwand der Sparsamkeit/umweltschutz Milliarden abzocken will um nacher in irgendwelche scheinheiligen Projekte zu Investieren und selber daran zu verdienen.
    Ich bin eher für eine Spezialsteuer für Stromfresser, aber nicht pauschal den Strom einfach per KW/h künstlich verteuern, so dass danach sogar ein A++ Tiefkühler mehr kosten verursacht als vorher Grossmamas Tiefkühlmodell.

    Kann mir mal Jemand erklären wie das gehen soll, das die Menschen immer mehr werden, die Vorschriften immer krasser, der Verwaltungsaufwand astronomisch und das ganze verbunden mit einer Energiereduktion?
    All die neuen konsolen und Rechner wollen hald mit Strom versorgt werden, auch das Internet verschlingt mit seinen Servern gigantische Strommengen (auch dieser Blog hat schon etliche kw/h verschlissen)

    Also statt notizen am PC, wieder Baume fällen und notizen auf Papier machen. los gehts mit Stromsparen.

    Ich habe wenigstens kein Stromfressendes E-Auto, und meide gezwungenermassen die Bahn und den Trolleybus. und mein Tiefkühler braucht

  2. fragenspeck am 22. Juni 2006 um 14:48

    Es braucht vor allem Ersatz-AKWs.

  3. Chevy am 22. Juni 2006 um 16:03

    In der Medienmitteilung werden die gründe für den Mehrverbrauch angegeben.

    Mehr Leute und kaltes Wetter sind die hauptgründe.

  4. Süchu am 22. Juni 2006 um 16:27

    Huch

    Man sollte den Herstellern von Geräten auf die Finger schauen so wie den Braucher sensibilisieren. Bitte nicht eine Portemonnai lösung…

    Andererseits erstaunt mich diese Tendenz eigentlich nicht, da mit all den Elektronischen Geräten, die immer mehr aufkommen, halt auch immer mehr Strom gefressen wird (Handy, Computer mindestens 1ner pro Haushalt, Fehrnseher, Walk/Discman bzw MP3player, Musikanlagen ectectetc) Da sind die ÖV nicht so entscheidend, zumal der Unterschied, ob Chevy mitfährt oder nicht in elektrischer Energie kaum spürbar ist… (In Benzin und Umweltverpestung hingegen schon ;) aber das gehört in einen anderen Threat)
    Gegen die Stromfressenden Geräte kann man was tun. Steckerrausziehen nach dem Ausschalten zB; der Standbymodus ist nämlich einer der Hauptgründe des sinnlosen Stromsterbens…

    Gruz Süchu

  5. gaston am 22. Juni 2006 um 18:17

    Ob Wirtschaftswachstum kurzsichtig ist oder nicht: Energie sparen lässt sich bei einem Wachstum wohl eher schlecht.

  6. Grimsdottir am 22. Juni 2006 um 18:17

    Ja klar, und jeden Tag aufs neue Datum und Uhrzeit in der Stereoanlage einstellen. Oder die Xbox neu konfigurieren, die Wireless-Mouse nicht mehr aufladen lassen und jedesmal beim TV einstellen den ON-Knopf drücken.
    Hatte ich in meiner anfänglicher Motivation auch gemacht, allerdings ging der Knopf nach 3 Monaten kaputt.

  7. Pirelli am 22. Juni 2006 um 20:13

    Also bei mir klappt das mit der Steckerleiste mit dem On/Off-Schalter. Ich weiss nicht, was für Geräte du hast, Grimsdottir.
    Allerdings könnte man – wie bei der Autoindustrie auch – durchaus die Hersteller in die Pflicht nehmenh.
    Und wie ich an anderer Stelle in diesem Forum schon wiederholt belegte: Umweltschutz und Wachstum schliessen sich mitnichten aus. Wahres Wachstum ist nur durch Nachhaltigkeit möglich. Solange wir weiterhin endliche Ressourcen sinnlos verschleudern, betreiben wir Wachstum nur auf Kosten der nachfolgenden Generationen.

  8. Pete am 22. Juni 2006 um 21:43

    @Grimstrottoir:

    Vom Hauseigentümer-Verband gibts für CHF 25.- ein Gerät, dass die Stromzufuhr für den TV beim Ausschalten automatisch unterbricht.

    Ich habe schon mehrere Jahre so ein Gerät. Erstens schützt es vor TV-Brand (die Dinger beginnen noch gerne zu brennen) und zweitens spart es jede Menge Strom.
    Mein TV nimmt im Stand-By-Modus 5Watt die Stunde, das sind in einem Jahr immerhin 43 kWh sinnlos verpuffte Energie.

  9. Grimsdottir am 22. Juni 2006 um 22:05

    Stimmt, und gibts auch ein Gerät, das einem automatisch alle Uhrzeiten und Daten wieder konfiguriert? Weil dann überlege ich mir, neben dem Kühlschrank auch andere elektrische Peripherie über die Nacht vom Kabel zu trennen :-)

  10. chriss am 22. Juni 2006 um 23:19

    Also ich schreib euch mit dem Notebook, sind 60VA statt ~500VA beim PC. Den TV (Grundig)schalte ich immer mit dem Netzschalter aus, wenn er das nicht aushielte wäre das Gerät schon lange entsorgt! Der Sat Receiver (Topfield) holt sich die Zeit über Sat. Bewegungsmelder im Haus sind alle rausgeflogen, reine Stromverschwendung. Leider gibt es keine ordentlichen Telefone mehr, die ohne Netzteil auskommen. Router, Modem und Access Point werden nach der Nutzung vom Netz genommen.
    Leider funktionieren Mikro und E-Herd nicht ohne eingestellte Uhr, weshalb diese Geräte nach wie vor Standbystrom verbraten (ein DCF Empfänger kostet vielleicht 3€ EK! Sollte man den Herstellern mal flüstern.)
    Tiefkühler gibts keinen, nur den im Kühlschrank.
    Ich bin aber immer noch auf der Suche nach versteckten Stromschluckern….

  11. Moni am 23. Juni 2006 um 09:25

    Also auch bei mir funktioniert das mit der Steckerleiste mit dem On/Off-Schalter wunderbar. Auch die Energiesparlampen dort wo das Licht viel und lange brennt. Ja klar, sind etwas teurer aber in meinem Fall fast nicht zu töten.

    Es wird immer wieder versucht, den Herstellern von Geräten auf die Finger zu klopfen, doch die Lobby der Stromproduzenten ist wohl zu gross.

    Es geht ja gar nicht darum, dass wir alle im Dunkeln sitzen. Jeder könnte aber, davon bin ich zu 100% überzeugt, ein paar unnötige Stromfresser eliminieren, ohne dass das Gemüse im Kühlschrank kaputt geht oder jeden Tag die Uhren neu eingestellt werden müssen. Wenn dies jeder der 7 Mio. Einwohner der Schweiz zu Herzen nehmen würde und nicht dem anderen die Schuld in die Schuhe schieben würde, wäre damit schon viel zu erreichen. Zumindest würde die Zunahme um einiges gebremst.

  12. Beat am 23. Juni 2006 um 10:27

    Die bösen Emule-Leecher, die ihre Kisten 24h an haben ;)

  13. Grimsdottir am 23. Juni 2006 um 16:31

    Nein Emulde doch nicht ;-) Aber ich sehe PC’s auch als riesige Stromfresser, meiner läuft sicher 16h am Tag und verbrutzelt gut und gerne 350Watt, zusätzlich noch der TFT mit ein bisschen über 100Watt, die Stereoanlage, an die der PC angeschlossen ist läuft selbstredend mit. Aber habe ja gelesen, dass das Umweltministerium in Japan ihre Räume angeblich alleine mit der Abwärme der PC’s erwärmt, das habe ich letzten Winter auch gemacht. Heizung ganz aus und Temperatur blieb gut auf 20 oder 21° mehr brauch ich nicht und habe sicherlich mehr gespart, als mit On/Off Schaltern, schätz ich mal :-)

  14. Moni am 23. Juni 2006 um 16:48

    Sind halt auch nicht alle so toll eingerichtet, mein PC läuft pro Tag vielleicht 2h, die Stereoanlage (nicht mit dem PC verbunden) und der Fernseher auch nicht länger und in meiner Wohnung ist es auch nicht wärmer als bei Dir ohne dass die Heizung auf Volltouren läuft, einige Zimmer werden gar nicht geheizt.

  15. Grimsdottir am 23. Juni 2006 um 18:02

    Es ging mir mehr darum, aufzuzeigen, dass der erhöhte Stromverbruach auch nachhaltig genutzt werden könnte. Wieso zum Beispiel nicht an alle Dauerstromfresser (TFT, LCD-TV, Kühlschrank, Verstärker etc.) eine Heatpipe welche die Abwärme aufnimmt und wegtransportiert und diese an einen grossen Kühlkörper abgibt? Ganz wie bei Passivkühler in PC’s ;-) Das ganze noch ästethisch aussehen oder halt in der Wand verschwinden lassen. Aber das ist OT, schönes Wochenende und fiebert für die Schweiz

  16. Gargi am 23. Juni 2006 um 23:35

    Stromfresser N 1 der Schweiz sind neben den Stand-by Geräten die Elektroheizungen, die meist noch mit Verbilligungen von Stromgesellschaften gefördert werden. Diese (auch von den Kantonen – Miteigentümer vieler E-Werke) Förderung von Elektroheizungen muss gestoppt werden oder wollen wir ein weiteres AKW bauen? Auch die neuerdings geförderten Wärmepumpen schneiden im Endeffekt nicht sonderlich gut ab wegen den enormen Umwandlungs- und Übertragungsverlusten. Elektrizität ist zu Kostbar, um es zu verheizen!

    @Moni: Auch ich arbeite mit Steckerleisten und während der Nacht/Abwesenheit wird das ganze Stromnetz im Haus abgeschalten (ausser Kühlschrank) -> In neuen Elektroverteilanlagen mit Netzfreischaltern.
    Das reduziert auch den hausgemachten Elektrosmog.
    Energiesparlampen sind wohl in der Anschaffung teurer, doch mit der langen Lebensdauer sparst Du das locker wieder ein – auch an Orten, wo Leuchtmittel kürzere Zeit brennen (min. 2 Minuten). Möchte keine Werbung machen, aber schau of http://www.Topten.ch
    Dort findest Du auch einen Anbieter, der qualitativ gute Leuchtstoffröhren unter 7.-/Stk. anbietet.

    Bei PC’s sind eben meist auf Leistung getrimmt, obwohl die meiste Zeit ein Bruchteil davon benötigt wird. Lösung: Freie Rechenkapazitäten für Forschungsprojekte zur Verfügung stellen oder einen Leistungsschwächeren PC kaufen (besser Laptop).

  17. bluefox am 23. Juni 2006 um 23:56

    “Elektrizität ist zu Kostbar, um es zu verheizen” ist ja gut und recht, aber wenn du auch von Wärmepumpen nicht überzeugt bist, willst du dann lieber Diesel anzünden (=Heizöl)? Ist ja eigentlich auch zu kostbar um es zu verbrennen…

  18. quadour am 24. Juni 2006 um 20:54

    Nun ja. So ist es halt mit der dekadenten Konsumgesellschaft. Immer mehr konsumieren fordern die Linken, damit die Wirtschaft läuft und damit Lohnerhöhungen stattfinden können.

    Auf der anderen Seite wollen die Linken den Stromverbrauch reduzieren. Wie geht das???

    Die CH hat das Kyoto Protokoll unterzeichnet. Resultat??? Nichts, nul.

  19. Thomas am 24. Juni 2006 um 22:28

    Die dekadente Konsumgesellschaft ist eine Errungenschaft der Bürgerlichen – sie benutzen den Euphemismus «Eigenverantwortung» dafür. Eigenverantwortung bedeutet letztlich, dass sich nur Akademiker und Gutbetuchte über den Stromverbrauch Gedanken machen bzw. sich Alternativenergien leisten können. Die breiten Massen sind träge bzw. ihr Portemonnaie zu leer, als dass sie sich darum kümmern würden. Die Hersteller statt die Konsumenten in die Pflicht zu nehmen, ist daher ein guter Ansatz.

  20. Gargi am 25. Juni 2006 um 19:53

    @bluefox:

    Das sicher nicht! Ich möchte lieber noch einen Schritt weiter gehen – darum die Gesamtbetrachtung über den ganzen Energiekreislauf. Als Brennstoffersatz sehe ich vielmehr unser ‘Oil of Emmental’.
    Ein anderer Ansatz um den Wärmeenergieverbrauch gesamthaft zu reduzieren, sehe ich in der besseren Dämmung (Mindestens Minergie-Standard). Der SIA-Baustandard für Neubauten sollte auf diesen Level gesenkt werden, natürlich mit einer Übergangsfrist.
    Wenn neue Häuser gleich im Minergie-P (auch der elektrische Energieverbrauch wird in der Energiebilanz berücksichtigt) erstellt werden, kann meist ganz auf eine konventionelle Nachheizung verzichtet werden.
    Die Förderung von Wärmepumpen sollte aufgehoben und in energetisch wirkungsvollere Massnahmen fliessen.

  21. Moni am 26. Juni 2006 um 09:40

    Es müssen alle in die Pflicht genommen werden, sowohl Hersteller als auch Konsumenten. Die Konsumenten müssten mehr Druck auf die Hersteller ausüben, damit die sich auch endlich etwas mehr bewegen.

    Ich schliesse mich Gargi an. Die Neubauten müssen ohne wenn und aber in diesem Standard gebaut werden. So könnte enorm viel Energie eingespart werden.

  22. Chevy am 5. Juli 2006 um 15:01

    Apropos Energie effizent nutzen:
    In Skiegebieten setzt seit etwa 2-3 jahren einen neuer trend ein, jetzt werden nebst Gondeln auch schon Sessellifte beheizt, was meiner meinung nach schon Böswillige Energievernichtung ist.

  23. Moni am 5. Juli 2006 um 15:05

    Echt? Also wer die Kälte beim Skifahren nicht mehr erträgt soll es doch bleiben lassen. Sind wir schon so verweichlicht? Völlig übergeschnappt?

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