Hier Werben?

Stop it Köbi!

Dies ist ein Gastbeitrag von Benutzer “Luke Nukem” (Identität der Redaktion bekannt)

Köbi Kuhn, der zuletzt erfolglose Coach der Schweizer Nationalelf, wird seit der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 hierzulande gefeiert wie ein Held. Nur logisch, dass Werbe-Engagements für Unternehmen wie Nestlé, Axpo oder Credit Suisse nicht lange auf sich warten liessen. Durch die Mitarbeit in einer neuen Werbekampagne von Axpo, droht „Köbi National“ nun die Sympathien weiter Bevölkerungsteile zu verspielen. In den fünf Werbeclips, welche zur Zeit in den Kinos zu sehen sind, macht sich der Stromversorger über erneuerbare Energien lustig. Damit verfolgt Axpo auf subtile Art und Weise das Ziel, die Bevölkerung von der Notwendigkeit eines neuen Kernkraftwerks zu überzeugen. Die Clips, welche allesamt auch auf der Axpo-Website energiedialog.ch abrufbar sind, werden in Kürze im Schweizer Fernsehen zu sehen sein und für mächtig Furore sorgen.

Denn die Einmischung eines offiziellen sportlichen Repräsentanten der Schweiz in politische Angelegenheiten ist ungewohnt und wirkt befremdend. Köbi Kuhns hoher Bekanntheitsgrad und seine grosse Beliebtheit werden vom Stromkonzern Axpo gezielt ausgenutzt um politische Meinungsmache zu betreiben. Ganz abgesehen von der Frage nach der Notwendigkeit eines neuen Kernkraftwerks, ist diese Werbekampagne deshalb zu verurteilen. Ist der Coach einer Nationalmannschaft noch tragbar, wenn er mit politisch brisanten Statements unter dem Deckmantel der Werbung für Kontroversen sorgt? Nein, denn Köbi Kuhn ist nicht berechtigt, seine Position als Aushängeschild unseres Landes und als Vertreter der gesamten Fussball-Nationalmannschaft für politische Zwecke zu missbrauchen. Er würde besser daran tun durch sportliche Erfolge von sich reden zu machen. Deshalb sollte Köbi Kuhn seine Tätigkeit als Coach niederlegen um den Schweizerischen Fussballverbands und die Nationalelf vor weiteren Imageverlusten zu bewahren. Bereits im Jahre 1995 sorgte Kerntechnologie für Aufregung im Schweizer Fussball. Damals entrollten die Spieler der Schweizer Fussballnati in einem EM-Qualifikationsspiel gegen Schweden ein Spruchband mit dem Text „Stop it Chirac“, um gegen französische Atomwaffentests im Südpazifik zu protestieren.

Im Fall von „Köbi-Atomar“ liegt es in der Verantwortung des Schweizerischen Fussballverbandes, Köbi Kuhn in die Pflicht zu nehmen und ihm deutlichen Order zu geben: Stop it Köbi!

Diskussion dazu im Forum:

Dieser Artikel wurde von Sandro am Samstag, 24. Februar 2007 in der Rubrik Energie und zu den Stichwörtern , , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

38 Kommentare zum Artikel “Stop it Köbi!”

  1. >driv3r> am 24. Februar 2007 um 14:50

    “nun die Sympathien weiter Bevölkerungsteile zu verspielen”

    Der Autor meinte wohl eher “die Sympathien einiger fundamentalistischer Kreise zu verspielen”.

  2. Beat am 24. Februar 2007 um 16:12

    Also ich fand die Werbung lustig. Egal jetzt was die Botschaft ist.

    Der SFV muss neutral sein und so ist es an der Grenze.

  3. luke nukem am 24. Februar 2007 um 17:11

    “einiger funamentalistischer Kreise” ?

    Dann empfehle ich Dir einmal diese Zahlen zu studieren:
    http://www.polittrends.ch/abstimmungen/abstimmungsanalysen/vox-analysen/902309d.html

  4. sudsy am 24. Februar 2007 um 18:12

    No! …to Nuclear Plants ! …its DANGER !

    http://committeetobridgethegap.org
    http://youtube.com/?v=FsrHmf8YVtI

    Its the Nukes, the danger is the nukes, terrorism is not so big
    there is a lot of bribery and dbblegames, tomfoolery -but – so be aware of Nukes !
    i wud say imho

  5. vollmi am 24. Februar 2007 um 21:06

    @luke nukem: Hast du auch aktuellere Zahlen als solche von vor einem halben jahrzehnt?

    Ich find die Clips garnicht schlecht. Und in den Hintergrundinfos dies zu den Clips gibt werden vor allem Alternative Energien erklärt und auch beworben.

    mfG René

  6. el_ing am 24. Februar 2007 um 23:11

    Wieso sollte sich ein Fussballtrainer nicht politisch äussern dürfen? Nur weil es gewissen Fundis nicht passt? Schliesslich haben wir in der Schweiz Meinungsäusserungsfreiheit.

    Den Spot selbst finde ich witzig gemacht und er entbehrt nicht einer gewissen Grundlage. Entweder man importiert den Strom von dreckigen Quellen, baut ein AKW oder hat eben keinen Strom mehr um das Bier zu kühlen. Die “erneuerbaren” Kraftwerke (Solar, Wind) sind imho bisher den Beweis schuldig geblieben, die Stromversorgung nachhaltig zu sichern.

  7. luke nukem am 24. Februar 2007 um 23:47
  8. vollmi am 25. Februar 2007 um 09:22

    @Luke: Uhh da schlagen aber die Meinungen schon in ganz andere Richtungen aus.

    Mal ehrlich hättest du etwas dagegen gehabt wenn Köbi für die Abstimmung der AKWs stimmung gemacht hätte? Oder gar die Meinung aufkäme die gesamte Nati wär für diese Abschaffung.

    Ausserdem bin ich sicher, kein Mensch ist ernsthaft gegen die Abschaffung der Atomenergie, nur im Zeitpunkt sind sich die Menschen uneins.

    mfG René

  9. Smith am 25. Februar 2007 um 14:27

    Aufgeregte Zürcher Fundis als “weite Bevökerungskreise” zu bezeichnen, ist etwas übertrieben.
    Die Diskussion um Atomstrom wird sich von selbst erledigen, sobald erstmal die Alt-68iger ausgestorben sind.

  10. Pirelli am 25. Februar 2007 um 15:32
  11. driver am 25. Februar 2007 um 16:45

    “Und die Gebildeten hier, die sich für AKW einsetzen, schlicht blöd.”

    Unser allwissender Meister hat wieder einmal gesprochen. Oh, Danke!

  12. Pirelli am 25. Februar 2007 um 17:01

    Vielleicht trittst du den Gegenbeweis an, Driver?
    Meine Argumente poste ich hier schon bald ein Jahr. Bislang wurde keines widerlegt.
    Was also anderes als Blödheit könnte es sein, trotzdem eine derart unkritische Pro-Haltung einzunehmen?
    Soll ichs höflich als “Denkverbot” umschreiben?
    Wo liegt da der Unterschied?

  13. leonforte am 25. Februar 2007 um 17:12

    ich find die beiden spots die ich bisher im kino gesehen habe durchaus lustig, jedenfalls regen sie schon zum nachdenken an, wenn man bedenkt, dass selbst im szenario III des bundes, der stromverbrauch kräftig zunimmt…..

    richtig gemein wäre ein szenario zu zeigen, das die 2000 watt gesellschaft umsetzt, vor allem dann, wenn man es auch noch riechen würde….. (wenig gelüftet und schlecht gewaschen….)

  14. driver am 25. Februar 2007 um 17:14

    Mein Kommentar bezog sich nicht auf den Inhalt Deiner Aussage, sondern auf den Stil den Du manchmal an den Tag legst. Meine Beweisführung beschränkt sich daher auf den zitierten Satz. ;-)

    that’s all…

  15. Pirelli am 25. Februar 2007 um 19:24

    Gut, ich geb dir recht.
    Aber täglich gegen die Windmühlen werbe- und wirtschaftsinduzierten Denkverbots anzurennen, fordert manchmal seinen Tribut.
    Es macht wütend.

  16. Smith am 25. Februar 2007 um 20:41

    @pirelli
    Herzlichen Dank für die freundlichen Anmerkungen. Zu deinen Kommentaren:
    -”AKW sind mitnichten CO2-neutral” – Die Schweiz prodziert 40 % des Stroms mit AKW. Keines davon emittiert CO2.
    -”Gaskombiwerke haben die bessere CO2-Bilanz als AKW”. Gaskraftwerke produzieren CO2, AKW nicht (siehe oben).
    - “Uran muss erst gefördert (mit massiven Folgen für die Umwelt) und aufbereitet werden (mit grossem Energieaufwand) – das Uranabbaugebiet Wismut in D wird gerade saniert. Bisherige Kosten 6,67 Mrd. Euro.” – Ob die Uranförderung wirtschaftlich ist, kann man ruhig der Industrie überlassen. Im Uranabbaugebiet Wismut wurde durch deutsche Sklavenarbeiter das Uran für sowjetische Atombomben abgebaut. Dass man die Folgekosten den Kapitalisten bzw. den westdeutschen Steuerzahlern überlässt, ist ein sozialistisches Urprinzip.
    - “Will man den globalen AKW-Anteil von jetzt 2% in den nächsten Jahrzehnten auf 40% steigern…” – Die Schweiz hat schon 40 %, auf andere Länder haben wir keinen Einfluss.
    - “In Schweden und Deutschland mehren sich die Störfälle.” – In Schweden ist der Gross-Kapitalismus mit der sozialistischen Regierung verbandelt. Störfälle sind also egal. Die deutschen Dübel sind wahrscheinlich von Arbeitern mit 1-Euro-Jobs gesetzt worden. Dass denen alles egal ist, ist auch verständlich. In Deutschland ist nur die Sozialhilfe hoch entwickelt, sonst nichts. Deswegen wandern auch alle Deutsche aus, welche arbeiten wollen.
    -”Was glaubt ihr, wie das erst kommt, wenn auch die Schwellenländer vermehrt auf Atomstrom setzen?” – China baut bereits jedes Jahr 2 neue Atomkraftwerke unter kommunistischer Kontrolle. Wo wird das enden?

  17. 0815 am 26. Februar 2007 um 00:54

    ich finde jedeR sollte seine/ihre meinung frei sagen dürfen und können unabhängig davon, warum mensch bekannt ist und wieviel dabei verdiehnt wird. da sich köbi kuhn offenbar in seiner freizeit und nicht im namen des fussballverbandes für den spot eingesetzt hat sehe ich kein problem darin.
    wir sollten aber die gelegenheit nutzen um jetzt den solarstrom gegnerInnen und den möglicherweise verunsicherten konsumentInnen den unterschied zwischen wirklichkeit und werbung aufzuzeigen.

    deshalb mache ich mal den anfang zum solaruhr spot:
    die heutige technik wird von vielen, teilweise sogar befürworterInnen, als zu gering eingeschätzt. was eindrücklich im spot gezeigt wird wo die neue solaruhr plötzlich keinen saft mehr hat und sich auch nicht an der deckenlampe laden lässt. was aus zwei gründen unrealistisch ist: erstens lässt sich eine solaruhr problemlos an einer schlechten deckenlampe laden zum anderen haben heutige uhren eine sogenannte dunkelgangsreserve von über zwei monaten.
    damit wird suggeriert, dass solarstrom eine unsichere energie ist und dass wir in der nacht und bei schleichtem wetter keine energie mehr haben würden. das scheint ja eigentlich als logisch, ist aber falsch. unsere KKWs und die unserer nachbarn produzieren (sofern sie keinen störfall haben) am tag (wenn wir viel energie brauchen) und in der nacht (wenn wir wenig brauchen) gleichviel energie, was ein effizienz blödsinn ist. diese wird nämlich in der nacht gebraucht um wasser in pumpspeicherseen zu pumpen und am nächsten mittag mit hohem verlust die spitzenenergie bereitzstellen, die wir fürs kochen benötigen. hier haben solarzellen gebenüber KKWs im wesentlichen zwei vorteile, erstens ist die leistung (wie beim verbrauch) mittags am höchsten, zweitens sind sie relativ gut und genau vorausberechenbar, was mensch von unseren KKWs mit den häufigen notabschaltungen wirklich nicht behaupten kann. dass wir auch bei notabschaltungen immer kaltes bier hatten zeigt gut auf, dass wir unsere KKWs nicht brauchen und dass unser Stromnetz gut geregelt ist.
    am wichtigsten ist jedoch, wie fast überall, ein guter mix damit auch bei extremen wetterlagen (wird es leider immer häufiger geben), wie fast keinen regen, dauerbewölkung oder wenig wind, unser stromnetz zuverlässiger als heute arbeitet. also investieren wir doch in solaranlagen, windräder, holz-wärmekraftkopplungen und wasserkraftwerke (die pumpspeicherseen können wir als speicherseen für die schwankungen weiterhin brauchen).

    nach dem es bei neubauten und dachsanierungen schon seit langem wirtschaftlich war eine thermische solaranlage zu bauen wird es wohl bald auch wirtschaftlich sein elektrische energie in solarzellen auf dem eigenen dach zu erzeugen.

    quellen:
    dunkelgangsreserve zwischen 2monaten und 2jahren
    http://www.uhren-shop.ch/shop/c188.html
    unzuverlässigkeit unserer KKWs
    http://www.news.ch/Erstmals+seit+1969+keine+AKW+Abschaltung/263787/detail.htm?ref=rss
    infos zum neuen grosssolarkraftwerk
    http://www.leipziginfo.de/aktuelles/artikel/datum/2007/02/14/weltgroesstes-solarstrom-kraftwerk-entsteht-in-brandis-bei-leipzig/

  18. Hual am 26. Februar 2007 um 10:05

    Axpo verzichtet auf umstrittenen Spot

    http://www.nachrichten.ch/detail/268206.htm

  19. sudsy am 26. Februar 2007 um 12:21

    Merci Hual erfreuliches update ! :P

  20. buchi am 26. Februar 2007 um 15:01

    Von mir aus darf die Axpo oder sonst wer schon ein AKW bauen. Die folgenden Voraussetzungen müssen gegeben sein, die Betreiberfirma muss eine Haftpflichtversicherung abschliessen, welche die vollen Kosten eines GAUs decken würde, die Betreiberfirma muss jährliche Rückstellungen für Rückbau der Anlage und Entsorgung und Lagerung der Abfälle tätigen in der Höhe, dass der Steuerzahler damit keine Kosten mehr tragen muss. Damit wäre die Diskussion schon beendet, denn mit einer Kostenwahrheit ist Strom aus einem AKW so teuer, dass das ganze gar nicht rentabel sein kann.
    Auch unter besseren Umständen investiert kein Investor in ein AKW. Beispiele gefällig: Die SBB wollte ihr Aktienpacket am KKW Leipstadt loswerden, die haben keinen Käufer gefunden. England hat alle KKW in eine AG verpackt und wollte diese an private verkaufen. Die englische Regierung erhielt dafür nur einen Bruchteil der erwarteten Summe.
    Der am Abstand günstigste Strom lässt sich mit Windenergie erzeugen und auch Solarenergie ist günstiger als Kernstrom. Die aktuellen Stromkonzerne wissen eigentlich, dass sie eine wichtige Entwicklung verpasst haben und bei einer kleiner Verbesserung der Rahmenbedingungen zugunsten der Produktion von erneuerbaren Energien vor allem Firmen aus Deutschland Marktanteile in der Energieproduktion in der Schweiz hinzugewinnen werden. Um ihre Marktposition zu behalten propagieren sie weiter Grosskraftwerke, obwohl deren Zeit eigentlich vorbei ist.
    Man muss auch nicht denken, dass es in der Schweiz keine ernsthaften Pannen geben kann, als in der als vor ca. 20 Jahren im AKW Mühleberg bei einer Panne eine erhöhte Menge Radioaktivität entwichen war wurde dieser Vorfall nur Dank einer Messstation eines engagierten Physikers der Öffentlichkeit bekannt. Die BKW als Betreiberin des AKW teilte mit, dass man nicht informiert habe um nicht die Bevölkerung zu beunruhigen. Das scheint ja ein sehr vertrauenswürdige Industrie zu sein. http://al.sp-ps.ch/links.ch/2005/links.be_62-2005.pdfZu dem teilen alle Betreiber der AKWs jeweils nur mit, dass der Strom aus AKWs billig sein, genaue Zahlen werden eigentlich nie veröffentlicht. Das ist meist ein Hinweis darauf, dass man ein Klischee weiter leben lassen will.

  21. nervminid am 26. Februar 2007 um 23:32

    klar müssen neue AKW her.
    aber doch nicht indem man sich über saubere energien lustig macht ! schweinerei !

  22. genaro am 27. Februar 2007 um 10:47

    Neue AKWs? Was für ein Armutszeugnis, und das im Jahre 2007…

  23. Pirelli am 27. Februar 2007 um 14:28
  24. Smith am 28. Februar 2007 um 01:15
  25. rlarsson am 28. Februar 2007 um 16:52

    @smith
    Du solltest dich mit dem Öko-Guru @Pirelli anlegen, der hat nämlich immer Recht!

    “Wir kaufen andauernd Strom im Ausland, nur schon um die Riesenbatterien aufzuladen, die wir euphemistisch Pumpspeicherwerke nennen”
    Hiermit könnte man nun fast die Meinung erlangen, dass @Pirelli als nächstes gewisse Wasserkraftwerke stilllegen will! Uiuiui, die Energiepolitik wird je länger je mehr zu einem Kampf der Ideologien!

  26. Babylon am 28. Februar 2007 um 17:50

    “Uiuiui, die Energiepolitik wird je länger je mehr zu einem Kampf der Ideologien!”

    @rlarsson

    Für einmal eine echt schlaue Beobachtung. Leider hockst du auch ganz vorne auf diesem Ross.

  27. Smith am 28. Februar 2007 um 20:47

    @rlarsson:
    Danke für dein Verständnis. Pirelli kommt mir vor wie eine zähe Gummisohle (Ächz).

  28. rlarsson am 1. März 2007 um 08:58

    @Babylon
    Danke! Bzgl. dem Ross? Nein, das finde ich überhaupt nicht, ich fahre wenn immer ÖV und benutze mein Auto mit Kopf und Verstand (das was Grüne meinen, das Bürgeliche nicht haben). Ich finde einfach, dass die Welt nicht so einfach funktioniert wie ihr Fantasten euch das immer vorstellt. Aber ist ja egal!

    Ich habe letzte Woche fünf Standby-Geräte auf ricardo.ch verscherbelt (allesamt in der Schweiz). Auf was will ich hinaus? Ähm, ich spare jetzt zwar Strom, da ich mir einen neuen Receiver zugelegt habe (er benötigt

  29. rlarsson am 1. März 2007 um 09:01

    Hier noch der ganze Kommentar:

    @Babylon
    Danke! Bzgl. dem Ross? Nein, das finde ich überhaupt nicht, ich fahre wenn immer ÖV und benutze mein Auto mit Kopf und Verstand (das was Grüne meinen, das Bürgeliche nicht haben). Ich finde einfach, dass die Welt nicht so einfach funktioniert wie ihr Fantasten euch das immer vorstellt. Aber ist ja egal!

    Ich habe letzte Woche fünf Standby-Geräte auf ricardo.ch verscherbelt (allesamt in der Schweiz). Auf was will ich hinaus? Ähm, ich spare jetzt zwar Strom, da ich mir einen neuen Receiver zugelegt habe (er benötigt

  30. rlarsson am 1. März 2007 um 09:02

    Irgend etwas scheint nicht zu funktionieren?

    Fehlender Text:

    …kleiner 2 Watt im Standby-Modus), doch die Geräte tun weiter noch über Jahre ihren Dienst.

    Vielleicht sollten die Grünen nicht nur den Standby-Modus verbieten, sondern auch noch ebay und ricardo?

  31. Pirelli am 1. März 2007 um 10:46

    “Danke für dein Verständnis. Pirelli kommt mir vor wie eine zähe Gummisohle (Ächz).”

    Jöö, welch herzige Verbrüderung! Da wird einem doch grad warm ums Herz!

    Smith, du stellst da eine ganz lustige Rechnung an – den CO2-Ausstoss zu bestimmen über virtuelles Dieselöl, das im Gestehungspreis des Urans inbegriffen ist. Damit könntest du vielleicht den Axpo-Nachwuchsförderpreis gewinnen, aber die Aussage ist gleich null. Uran muss mit grösstem Energieaufwand aufbereitet werden – diese Energie wird nicht durch Diesel, sondern durch die wesentlich billigere Elektrizität bereitgestellt.
    Nicht einberechnet hast du die Umweltzerstörung beim Abbau – so wie du überhaupt tunlichst auf kaum eines meiner Argumente eingehst, ausser indem du deine Behauptungen durch neue zu bekräftigen suchst.
    Ich frage dich also noch einmal: Angesichts der Uran liefernden Länder, wie viele dieser Lieferanten zeichnen sich durch sorgfältigen Umgang mit der Natur aus?
    Wie willst du den Investitions- und Betriebsaufwand der nötigen Endlager erwirtschaften?
    Wie die Kosten eines GAU, der sicher eintreten wird, sollten tatsächlich so viele neue AKW gebaut werden?
    Wie sollen AKW wirtschaftlich betrieben werden, wenn das Uran so schnell zur Neige geht?

    Immerhin revidiertest du sehr schnell deine Ansicht von der CO2-Freiheit des Nuklearstroms. Im ersten Posting hast du sie gleich zweimal postuliert.

    Ich halte auch Gaskombikraftwerke für keine Lösung. Die neuen Windparks, die in Nord- und Ostsee entstehen, versprechen da viel mehr. Auch die Vergasung von Kohle zu Wasserstoff ist mit den neuen Carbon-Capture-Methoden wieder zu einer Option geworden: http://en.wikipedia.org/wiki/Carbon_capture_and_storage

    Dass unsere Strombarone jetzt aber lediglich die veraltete und ungemein risikobehaftete Nuklearenergie in Betracht ziehen, schliesst jegliche Innovation im Energiebereich aus. Das ist schlicht erbärmlich.

  32. rlarsson am 1. März 2007 um 11:50

    @Pirelli
    Es ist auch erbärmlich, dass die Grünen und die Umweltschützer seit Jahr und Tag den Ausbau des Grimselsee-Stausees verhindern. Saubere, CO2 neutrale und billige Wasserkraft!

  33. Pirelli am 1. März 2007 um 14:25

    Jaja, der Grimsel:
    Eigentlich müssten die grossen Schweizer Stromproduzenten den Naturschützern Dividenden zahlen. Mit Beschwerden, Einsprachen und Gutachten haben Umweltorganisationen seit den 80er Jahren den Aus- und Neubau von Wasserkraftwerken verhindert – und damit die Branche vor riesigen Fehlinvestitionen bewahrt. Mit der Liberalisierung des Strommarktes sind nämlich die Preise für Elektrizität derart tief gefallen, dass die in den Bergen geplanten Pumspeicheranlagen heute unmöglich rentieren würden. In der Strombranche ist man sich dessen zwar schon lange bewusst. Aber wer gibt schon gerne Schwächen zu und überlässt damit dem Gegner das Feld unversehrter Natur?

    Die Grimsel ist eine geschützte Landschaft, das Stausee-Projekt um ein Mehrfaches grösser als Curciusa – und die Risiken sind entsprechend höher. Zwar wird behauptet, dass die Produktionskosten nach dem Ausbau für die ganze Anlage nur bei 12 Rp./kWh liegen würde, gegenüber 6 Rappen von heute. Aber das ist noch immer viel zu viel. Und in früheren Jahren waren auch schon mal 18 bis 20 Rappen im Gespräch.

    Zweifel sind angebracht, wenn man die Fachleute vom Bundesamt für Energie (BFE) hört, die nicht mehr so recht an das Grimsel-Projekt glauben: «Wenn ich EW-Direktor wäre, würde ich bei der jetzigen Versorgungslage nicht bauen», finden unisono BFE-Direktor Eduard Kiener und sein Stellvertreter Luzius Schmid. Gleich jetzt loslegen wollen die Oberhasli-Werke denn auch nicht; man gibt sich bis zur Fertigstellung 14 bis 20 Jahre Zeit.

    Es sei besorgniserregend, «dass Grimsel West nun das letzte der in den 80er Jahren geplanten Pumspeicherwerke ist. Und irgendwo muss wohl jemand zumindest einen Teil des zuviel eingekauften Atomstroms verpumpen – man wird uns also weiterhin die grossartigen Vorzüge des Ausbaus an der Grimsel preisen…» Der Verein spricht damit die langfristigen Atomstrom-Bezugsverträge mit Frankreich an: Mit dem billig bezogene Atomstrom wird Wasser in die Stauseen gepumpt und später als Wasserkraft «heruntergeladen».

    Und hier kommen wir gleich zum Punkt: Wie umweltfreundlich sind die Staudammmonster tatsächlich?

    Warum hört das Denken immer an der Landesgrenze auf? “AKW sind CO2-neutral.” – Ein schlechter Witz!
    “Pumpspeicherwerke sind ökologisch.” – Aber hallo?!

    Ich finde es vermessen, die fundierten Argumente der Umweltschützer, die mit Umweltschutz ja nicht den fetten Reibach machen, mit der Panikmacherei der ausschliesslich auf kurzfristigen Profit ausgerichteten Stromkonzerne zu vergleichen. AKW verhindern echte Innovation und verursachen ungeheure, Jahrhundertausende andauernde Probleme – dein Vergleich spricht Bände über die Ernsthaftigkeit deiner Beschäftigung mit dem Thema.

  34. Pirelli am 1. März 2007 um 14:26

    Nachtrag. Quelle des Zitats:
    http://www.selezione.ch/wasserkraft.htm

  35. Smith am 2. März 2007 um 00:05

    @Pirelli
    Deinen letzten Kommentar fasse ich als Kompliment auf. Wenn einem hartgesottenem Fundi warm ums Herz wird, ist ein Wunder passiert.
    “Angesichts der Uran liefernden Länder, wie viele dieser Lieferanten zeichnen sich durch sorgfältigen Umgang mit der Natur aus?”
    Das ist eine allgemeine Frage zum Verhalten von Land, Leuten und Firmen. Vielfach sind diese nur interessiert, möglichst viel Geld mit geringstem Aufwand herauszupumpen und die Behörden helfen noch tüchtig mit hohlen Händen dazu. Dies kann nur schief gehen für den Umweltschutz. Der Aufwand von Bergbaufirmen für die Renaturierung ist meist eher klein. Aber er muss vertraglich vereinbart sein, Reserven müssen gebildet werden und der Vertrag muss durchgesetzt werden. Das funktioniert in der Schweiz (Holcim Rekingen http://www.holcim.ch/gc/CH/uploads/HolcimMusital.pdf) und schon nicht in Frankreich, wo die eigenen Gesetze ignoriert werden.
    “Wie willst du den Investitions- und Betriebsaufwand der nötigen Endlager erwirtschaften?” Die Kernkraftwerke sind gesetzlich verpflichtet, dafür Rückstellungen und Bankeinlagen zu bilden.
    So ganz CO2-frei ist der Atomstrom nicht, ich gebe es zu. Immerhin emittieren die Mitarbeiter der AKW jeden Tag viel CO2.
    Ich bin übrigens gerade an einem grossen Projekt für Windkraft. Meine Oberbarone hoffen, wir können damit Geld verdienen (pfui-pfui).

  36. Pirelli am 2. März 2007 um 03:16
  37. Pirelli am 2. März 2007 um 03:23

    Nachtrag – hier finden sich einige Angaben über die Subventionen, die in Deutschland in die ach so profitable Kernenergie fliessen.
    http://www.bee-ev.de/uploads/Subventionen%20Atomenergie%20Kohle_Quellen.pdf

  38. buchi am 2. März 2007 um 15:03

    @rlarsson:

    Weisst du was ein ausgebauter Grimselstausee bringt nichts ohne neue AKW’s:
    Denn Pump-, Speicherkraftwerke können die Höhe der Stausseemauern nur so gut ausnützen, wenn es auch genügen Bandenergie gibt um Wasser wieder hochzupumpen um damit Spitzenenergie zu produzieren. Dabei geht übrigens relativ viel Energie verloren. Das lohnt sich trotzdem, weil sich dadurch aus billiger Engergie teure machen lässt. Weil man aber AKW’s nicht einfach kurz weniger Strom produzieren lassen kann (Was z.B. mit modernen Gaskraftwerken möglich ist), muss es bei einem höheren Anteil an Atomstrom auch mehr Pumpspeicherkapazität haben. Dabei geht vorallem aber auch Energie verloren. Es wäre zum Beispiel sinnvoller auf einen Energiemix zu setzen der die Menge von Strom der in Pumpspeicherkraftwerken gespeichert werden muss reduzieren würde. Und es gibt technologien die da gewisse vorteile haben. Zum Beispiel produzieren Solarzellen Mittagsrelativ viel Strom und Wärmekraftpumpen decken einen erhöhten Energiebedarf im Winter. Natürlich braucht es dann immer noch Kraftwerke mit Pum-Speicher funktionen, aber einen Grimselausbau ist nur im Zusammenhang mit neuen AKW’s sinnvoll.

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