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Klaus J. Stöhlker AG rät: Atommüll ins Ausland

Lustige Gefährliche Ideen haben Schweizer PR-Berater.

Anstatt auf der Atomkraftwerk-Trommel Lärm zu machen, sollte die Branche gemeinsam ein Tabu anpacken: Die Endlagerung im Ausland. [...] Ein Endlager im Ausland – nicht als Export von Atommüll, sondern als Schweizer Investition in einem strukturschwachen Land wie etwa Russland oder als Partnerschaft mit den erfahrenen Schweden – könnte innenpolitische Schweizer Fesseln lösen.

Der Mann ist nicht ganz bei Trost oder? Unseren Müll als Investition in ein strukturschwaches Land (wie etwa das “demokratiebefreite” Russland) exportieren, damit wir weiter ungehemmt verbrauchen können. Die Folgen davon sollen Menschen tragen die ganz weit weg sind und ganz wenig zu sagen haben. Man bedenke das Atommüll eine Halbwertszeit von mehreren tausend Jahren aufweist! Hoffentlich sind die Ratschäge dieser Beratungsagentur in PR-Fragen etwas langfristiger…

Dieser Artikel wurde von Sandro am Mittwoch, 15. Juni 2005 in der Rubrik Allgemein und zu den Stichwörtern , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

14 Kommentare zum Artikel “Klaus J. Stöhlker AG rät: Atommüll ins Ausland”

  1. quadour am 15. Juni 2005 um 20:49

    Unglaublich, welche Arroganz und insbesondere Egoismus aus dieser Aussage hervorgeht. Typisch völlig abgehobener Goldküstenheini- Stil.

  2. AlphaPapaGolf am 16. Juni 2005 um 09:21

    Es ist denkbar, diese Atomreststoffe in Sibiren fachgerecht zu lagern. Diese Gebiet ist sehr schwach (wenn überhaupt) bevölkert. Zudem sind von den Sowjets weite Landstriche bereits atomar verwüstet worden, sodass es keine Rolle spielt, wenn aus der Schweiz noch einige Kilo gut verpackte Atomreststoffe dazukommen.

  3. bhota70 am 16. Juni 2005 um 09:30

    Hey, AlphaPapaGolf, wohnst Du auch an der Goldküste?

  4. AlphaPapaGolf am 16. Juni 2005 um 10:13

    nein, aber nicht weit weg davon

  5. bhota70 am 16. Juni 2005 um 10:27

    Habe ich mir’s doch gedacht. Wohnte übrigens selber auch mal für 2 Monate in Zollikon, bin aber inzwischen wieder in proletarischere Gefilde abgetaucht… :-)

    Aber doch noch schnell on-topic: Du hast doch Deine Bemerkung hoffentlich ironisch gemeint, oder? Weisst Du, habe mal einige Kinder aus Tschernobyl kennengelernt, welche einige Jahre nach der grossen AKW-Katastrophe in der Schweiz einen kurzen Erholungsurlaub verbringen durften, und das ist schon f***ing heavy stuff, wie es Chris “Meh Dräck” von Rohr wohl ausdrücken würde.

    Und auch wem das Schicksal dieser Menschen einigen am A… (llerwertesten) vorbeigehen sollte, weil die ja soooo weit weg sind, dem sollten die verrottenden und verschrotteten atomgetriebenen U-Boote auf der Kola-Halbinsel (mehr Infos z.B. hier) nicht kalt lassen. Denn ist der Dreck einmal im Meer, findet er sich bald einmal in jedem von uns (siehe verlinkten Artikel).

    Und deshalb bin ich wirklich der Meinung, dass wir den Russen auch in unserem Interesse bei der Beseitigung ihrer radioaktiven Altlasten behiflich sein sollten und nicht noch unser Zeugs obendrauf schmeissen sollten.

  6. AlphaPapaGolf am 16. Juni 2005 um 11:06

    Tschernobyl war nicht gemeint und liegt auch nicht im menschenleeren Sibirien. Aber ganau solche Müllhalden wie die verrottenden Atom-U-Boote und andere atomare Versuchsgelände hatte ich gemeint.
    Ohne Mithilfe des Westens, auch der Schweiz, wären die Russen und andere Atomvölker dort hinten, gar nicht in der Lage, die atomare Schweinerei der Sowjetunion zu beseitigen.
    Es war wohl ein bisschen Ironie, denn jeder weiss, der Atommüll muss im eigenen Land fachgerecht versorgt werden und kann gemäss Verträgen nicht exportiert werden.

  7. bhota70 am 16. Juni 2005 um 11:49
  8. CAK am 17. Juni 2005 um 20:39

    Welchen Sinn kann es geben, wenn jedes Land sein eigenes Endlager baut? Das ist weder ökologisch, noch ökonomisch sinnvoll und zudem wohl die unsicherste Variante überhaupt.

    Russland mit seinen Bergen an Atom-Müll muss ja den irgendwie lagern, hat das Geld dazu aber kaum – geschweige denn dafür, den Müll kostenpflichtig im Ausland zu entsorgen. Warum sollte es also nicht neben seinem eigenen noch ausländischen Atom-Müll entsorgen? Ich bin sicher, die Aufsicht über ein solches Endlager wäre um ein Vielfaches grösser, wenn da auch schweizerischer Müll lagerte – schliesslich wäre dieses ja permanent unter Schweizer Medienaufsicht…

    Etwas mehr pragmatismus und etwas weniger Ideologie wäre wohl das beste, was unserer Umwelt passieren könnte.

  9. bhota70 am 20. Juni 2005 um 08:22

    CAK: “Ich bin sicher, die Aufsicht über ein solches Endlager wäre um ein Vielfaches grösser, wenn da auch schweizerischer Müll lagerte – schliesslich wäre dieses ja permanent unter Schweizer Medienaufsicht…”

    Haha, CAK, machst Du den Ablöseplan und übernimmst Du die ersten 4 Stunden als Wachkommandant?

    Wärst Du zufrieden, wenn Deine Nachbarn sagen würden: He, CAK, wieso entsorgst Du neben Deinem eigenen nicht noch meinen eigenen Müll?

    Ich persönlich würde es höchstens schlucken, wenn mein/e Nachbar/in entweder 95 Lenze hätte oder Fiona Hefti oder so wäre. Nein, gerade die Rechten plädieren doch alle für mehr Selbstverantwortung. Nehmen wir doch diese wahr, indem wir unseren Atommüll hierzulande einlagern und gut auf ihn aufpassen.

    Für den bis jetzt angefallenen Abfall müssen wir es ohnehin tun und falls wir das Gefühl haben, dies nicht mehr zu wollen, verzichten wir am besten ganz auf AKWs.

    Du magst einwenden, dass wir dann einfach Energie importieren (müssen) und so den schwarzen Peter einfach anderen weiterreichen, aber vielleicht sollten wir die vielgerühmte Schweizer Innovationskraft mal dazu nutzen, um über sparsamere und effizientere Energienutzung und nachhaltige Energieformen nachzudenken. Das führte erst noch zu einer sinnvolleren Steigerung unseres BSP.

  10. AlphaPapaGolf am 20. Juni 2005 um 11:36

    …Die Abfälle lagern zur Zeit bei den Kernkraftwerken…

  11. argonaut am 16. März 2007 um 03:06

    Atommüll ins Ausland ?
    Das hatten wir doch schon mal. Da gab es doch vor einiger Zeit diesen Fall in Lateinamerika. Eine US-Sondermüllfirma hatte den Dreck einfach nach Kolumbien verfrachtet und dann dort irgendwo auf eine Müllhalde gekippt.
    Die Eingeborenen waren sehr angetan von dem Pulver, das in der Dunkelheit ein schwaches blaues Leuchten von sich gab. Sie dachten, es hätte Zauberkraft, rieben sich damit ein und assen es sogar.
    Nach ein paar Wochen starben sie zu Dutzenden,
    an akuter Strahlenkrankheit.
    Es wurde fast ein ganzer Stamm ausgerottet, nur wenige überlebten.

  12. argonaut am 16. März 2007 um 03:25

    Uebrigens, AlphaPapaGolf wohnt in Zumikon, oder dort in der Nähe.

  13. driver am 16. März 2007 um 16:07

    Der Mann ist sehr wohl bei Trost. Atommüll gehört prinzipiell dorthin wo die Geologie und die übrigen Rahmenbedingungen am besten geeignet sind. Dass man sich hier aufgrund von Landesgrenzen einschränkt habe ich nie verstanden.

    Natürlich darf es nicht sein, dass man deswegen fahrlässiger mit dem Müll umgeht als man es hierzulande tun würde oder ihn gar irgendwelchen ahnungslosen Menschen in der dritten Welt unterjubelt. Aber in vielen Bereichen wird heute internationale Zusammenarbeit gepredigt und ich sehe beim besten Willen nicht ein, weshalb man das in diesem Bereich nicht tun sollte, wenn sich damit eine bessere und sicherere Lösung erzielen lässt.

  14. driver am 16. März 2007 um 16:23

    @quadour: hast Du auch noch was konstruktives beizutragen?

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