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Sind alle SVP-Mitglieder Neonazis?

Nein, natürlich nicht. Genauso wenig wie alle Muslime in der Schweiz Islamisten sind. Doch dieser Unterschied scheint für die Hirnwindungen der SVP Fraktion des Zürcher Kantonsrats zu kompliziert.

In gewohnt populistischer Manier hat sie gestern ein Verbot für Minarette gefordert. Mit vielen diskriminierenden, ja fast schon rassistischen Zwischentönen und noch mehr Vorurteilen hat sie die Diskussion im Kantonsrat und nun in der Öffentlichkeit angezettelt. Dies ohne eigentlichen Grund, ist doch in Zürich kein (weiteres) Minarett vorgesehen. Das bestehende hat übrigens noch nie zu Diskussionen geführt und auch die Befürchtungen von Barbara Steinmann sind dort nicht eingetroffen.

Alfred Heer, Fraktionschef im Kantonsrat, will aus der Schweiz offenbar ein zweites Saudiarabien machen. Seine Argumente für ein Verbot in der Schweiz sind nämlich die dortigen Verbote von Bikinis und Bibel. Da das dort so ist, müssen wir dringend nachziehen, so sein billiges Argument.

Fällt nun auch die Religionsfreiheit?
Die Schweiz mit ihrer liberalen Verfassung garantiert jedem Bürger eine umfassende Religionsfreiheit. Die Attacke der SVP auf diese Religionsfreiheit könnte sich als Bärendienst an der Schweiz erweisen. Wie immer betätigt sich die unanständige Partei als Brandstifter. Bravo.

Dieser Artikel wurde von Sandro am Dienstag, 5. September 2006 in der Rubrik Politik und zu den Stichwörtern , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

41 Kommentare zum Artikel “Sind alle SVP-Mitglieder Neonazis?”

  1. Beat am 5. September 2006 um 12:10

    Einige Leute haben Angst vor dem Islam.
    Das müssen eben auch linke Politiker einsehen.

  2. Babylon am 5. September 2006 um 12:24

    @ Beat

    Genau. Deshalb gilt es, diese Angst abzubauen, und sie nicht noch zu schüren, wie es in der SVP leider zum guten Ton gehört.

  3. gion am 5. September 2006 um 12:44

    Beat sagt es richtig.
    Die SVP ist nur darum so erfolgreich, weil es ganz offensichtlich ein Unbehagen in der Bevölkerung gegenüber Teilen von Ausländern gibt, die sich nicht anpassen wollen.
    Ausser stereotypen Durchhalte-Parolen im Kampf gegen die SVP fällt vielen Linken nicht viel ein. Das ist mager.

  4. Chevy am 5. September 2006 um 13:06

    Ich habe weder Angst vom Islam noch vor den Leuten die Ihn praktizieren, dennoch empfinde ich ein Minarett als Störend (nicht die Moschee an sich), und ehrlich gesagt ist das auch nicht das Bild was ein Tourist in der Schweiz von der Schweiz erwartet.
    Der Nächste schritt ist das von diesen Minaretten aus 5 mal am Tag gebetet wird, und zwar so das es alle hören können, das kann dann auch keiner mehr verbieten.

  5. mess-anger am 5. September 2006 um 13:23

    “und zwar so das es alle hören können, das kann dann auch keiner mehr verbieten.”

    Doch, das nennt sich dann “Ruhestörung”.

  6. mad4you am 5. September 2006 um 13:38

    @Beat: Ich habe auch Angst. Vor amoklaufenden Rottweilern, SUV-Fahrerinnen und Rechtspopulisten. Kann die SVP da auch etwas dagegen unternehmen? Wenn ich so überlege habe ich sogar Angst, Angst zu haben. Ist das nicht fürchterlich?

    @Chevy,mess-anger: Gab es nicht kürzlich ein Gerichtsurteil bzgl. einem Anwohner einer christlichen Kirche, der sich vom Glockengeläut gestört fühlte?

    Vgl. http://www.nachtruhe.info/

  7. sense2 am 5. September 2006 um 13:52

    oh ja so ein minarett ist wirklich extrem furchteinflösend, jedes mal wenn ich bei dem einen in zürich vorbei fahre hab ich angst mein leben zu verlieren, man weiss ja nie bei diesen terroristen!
    verbieten, alles verbieten!
    minarette, suvs, und ausländer!

  8. gion am 5. September 2006 um 14:25

    Retournons au sujet.
    Die Frage, ob alle SVP-Mitglieder Nazis seien, ist sehr ignorant, denn offenbar weiss der Fragesteller gar nicht, was ein Nazi ist. Ich finde die SVP schrecklich, aber mindestens ebenso erschreckend ist dieses platte SVP-Bashing hier.
    Nur mit Argumenten, kann man dem Rechtspopulusmus begegnen, nicht mit dieser peinlichen linken Anmache.

  9. Moni am 5. September 2006 um 14:31

    @Beat

    Diese Angst kommt aber hauptsächlich daher, da die Leute Islam=Islamismus=Extremismus= gewaltsamer Tod verbinden. Wenn wir mehr über den Islam wüssten, hätten viele nicht mehr so viel Angst davor.

    @gion
    “…gegenüber Teilen von Ausländern gibt, die sich nicht anpassen wollen.”

    Was soll denn das? Wie kommst Du denn darauf?

    @Chevy

    Es steht doch gar nicht zur Diskussion, dass ein Muezzin vom Turm runterbrüllen wird. Dagegen wäre auch ich obwohl ich dem Minarett an sich offen gegenüber stehe. Das hätte auch gar keine Chance also hört doch damit auf oder fangt gar nicht erst damit an bitte.

    Grundsätzlich würde mich interessieren ob das Geschrei auch so gross wäre wenn jetzt die Synagogen auch Türme hätten und diese gebaut werden möchten. Ich glaube kaum dass das dann überhaupt zur Diskussion stehen würde.

    Aufgrund von Leuten die sich durch das Kirchengeläute gestört haben (waren sicherlich durchgehend nur Christen), mussten ja einige Kirchen am frühen Morgen damit aufhören.

  10. Chevy am 5. September 2006 um 14:36

    @mad4you

    wiviele der 5 Gebete fallen in die Zeiten der Nachtruhe? Ansonsten wirst Du mühe haben das Tagsüber als Ruhestörung zu deklarieren.
    Ich weiss nicht wie der Fall kürzlich ausgieng, aber es wurde schon mehrfach erfolgreich gegen Kirchengeläut protestiert.

    Wie könnt ihr Linken hier das überhaupt zulassen, das sowas Frauenfeindliches wie eine Moschee gebaut wird? gillt hier die Gleichberechtigung nichtmehr oder habt ihr einfach

  11. gion am 5. September 2006 um 14:39

    @ Moni

    Ich lebe im Kreis 4 in Zürich und wurde schon einmal grundlos von einem Jugo zusammen geschlagen und einmal von meinem ehemaligen Nachbarn (einem Cubaner) mit einem Küchenmesser bedroht. Vor dem Kadi bekam dieser einen vom Staat bezahlten Verteidiger, der es dann sogar wagte mich zu fragen, ob ich die Klage nicht zurück ziehen würde.

    Leider leben in diesem Kreis viele Leute dieser Art. Ich wähle nach wie vor nicht SVP, aber seit diesen Erlebnissen kann ich verstehen, dass andere es tun.

  12. Moni am 5. September 2006 um 14:51

    @gion

    Tut mir leid dass Dir das passiert ist. Was diese beiden Typen mit dem Minarett zu tun haben frage ich mich echt. Sind denn alle Deine ausländischen Nachbarn schon auf Dich losgegangen? Wahrscheinlich schon sonst müsstest Du ja nicht alle in den gleichen Topf werfen.

    Das Problem ist leider, die anpassungsfähigen Ausländer, von denen es sehr viele gibt, fallen eben nicht auf und deshalb nimmt man sie gar nicht zur Kenntnis.

  13. Moni am 5. September 2006 um 14:58

    @Chevy

    Nur weil in vielen Moscheen die Frauen nicht mit den Männern zusammen beten dürfen ist es noch lange nicht grundsätzlich frauenfeindlich. Es gibt soweit ich weiss einen separaten Teil für die Frauen. Die Frauen werden ja nicht vom Beten abgehalten. Logisch ist es für unser Verständnis schwer wenn Mann und Frau dies nicht zusammen machen können. Es gibt sicher auch Moscheen, wo das heute möglich ist.

  14. gion am 5. September 2006 um 15:04

    Richtig: mit einem Minarett hat das nichts zu tun. Es geht hier ja aber um die Frage, ob alle SVP-Mitglieder Nazis seien.

    Wie recht du hast mit den vielen sehr netten Ausländern. Die allermeisten Schweizer wissen das auch und sind deshalb nicht ausländer-feindlich.

    Und gerade weil die allermeisten Ausländer integrationswillig sind, muss man die nicht anpassungswilligen Ausländer ausgrenzen – im Interesse der grossen Mehrheit von Ausländern.

  15. Moni am 5. September 2006 um 15:25

    @gion

    Aehm… Soweit ich im Text oben gelesen habe gehts um die Minarett-Diskussion.

  16. mad4you am 5. September 2006 um 15:34

    @chevy: Die Gebete fallen nicht in die Nachtruhe, da hast du Recht. Ich bin aber frohen Mutes, dass die Glaubensgemeinschaft auf einen Muezzin verzichten wird. Schon nur die Minarette müssten dann eine andere Dimension aufweisen, um einen Prediger seine Gebete von daher sprechen zu lassen.

    Moschee – frauenfeindlich? Die Katholische Kirche ist in dem Fall auch frauenfeindlich, oder hast du schon mal einen weiblichen Priester gesehen? Eben …

    Als überzeugter Atheist überlasse ich es jedem selber, seine Religion zu wählen und diese in dem Sinne auszuüben, dass andere nicht gestört werden UND selbstverständlich die geltenden Gesetze eingehalten werden. …

  17. sense2 am 5. September 2006 um 15:37

    >Richtig: mit einem Minarett hat das nichts zu tun. Es geht hier ja aber um die Frage, ob alle SVP-Mitglieder Nazis seien.

    Textverständnis 1, setzen…

  18. gion am 5. September 2006 um 15:47

    Dann ist die Frage falsch gestellt, denn die lautet “Sind alle SVP-Mitglieder Nazis?” Den Einser gebe ich also jenem weiter, der die Frage gestellt hat.

    Zu den Minaretten: Religion ist Privatsache und gehört in die eigenen vier Wände. Ich kann nachvollziehen, dass sich Anwohner davon gestört fühlen.

  19. leonforte am 5. September 2006 um 15:54

    es könnte sein, dass wir im rahmen einer volksabstimmung herausfinden, dass mehr als 50% der wählenden und damit einer repräsentative auswahl des volkes neonazis wären…..

    die minarettdiskussion scheint mir auch eine diskussion um sensibilitäten zu sein. unsere “freiheitliche” westliche kultur scheint sehr sensibel auf minarette zu reagieren, ebenso wie jenen kreisen die minarette bauen wollen eine gewisse sensibilität abzusprechen ist.

    gegen ein minarett das den jeweiligen bauvorschriften entspricht ist an sich nichts einzuwenden. andererseits stellt sich schon die frage, weshalb ausgerechnet islamische organisationen solche augenfälligen zeichen brauchen. betrachtet man die landeskirchen, gehen die im gehege ihres landeskirchlichen partners wesentlich zurückhaltender vor. so bauen meines wissens weder reformierte noch katholische landeskirchen auf dem konfessionell anderen gebiet noch grosse kirchtürme, wenn neue gebetsräume (meistens werden ja keine kirchen mehr gebaut) errichtet werden……daher denke ich, wäre auch der islam gut beraten, sich diskret zurückzuhalten.

  20. Moni am 5. September 2006 um 16:25

    @leonforte

    Ein Minarett gehört nun mal zu einer Moschee wie der Kirchturm zur Kirche. Es gibt in vielen Ländern wo die Christen Minderheiten sind Kirchen mit Kirchtürmen.

    Ich verstehe einfach nicht wo das Problem ist. Es herrscht Religionsfreiheit in unserem Land, Moscheen sind auch kein Problem. Stört es wirklich, wenn noch so ein Turm, der nicht für einen Muezzin gebraucht wird, dasteht? Ist es einfach der Turm, der quasi die Aussicht verschandelt? Oder sind doch andere Gründe dahinter? Wenn ein Minarett mit unseren Gesetzen konform ist, dann soll es gebaut werden. Die Moschee ist ja eh schon da. An den meisten Orten würde das Minarett nach kurzer Zeit nicht einmal mehr auffallen.

  21. gion am 5. September 2006 um 16:57

    Das Grundproblem ist wohl, dass der Islam bei vielen als Bedrohung wahrgenommen wird. Dies wohl, weil es in der islamischen Denkweise die strenge Trennung von Staat und Kirche nicht gibt, wie sie in Europa praktiziert wird.

    Der Solothurner Bischof Koch steigerte sich übrigens in die Behauptung, dass der Grund für die Furcht vor dem Islam eine Schwäche des Christentums sei. Ich möchte mir nicht ausdenken, welche Konflikte wir hätten, wenn ein Grossteil der hiesigen Bevölkerung streng christlich leben würde.

  22. Richard am 5. September 2006 um 17:44

    “Sind alle SVP-Mitglieder Neonazis?” Alle nicht, aber einige wohl. Auf jeden Fall zeichnen sich die meisten Mitglieder dieser Partei dadurch aus, dass sie ein rechtsbürgerliches, konservativ-traditionelles, xenophobes Weltbild in sich tragen. Dass die meisten SVPler ein sehr kritisches bis ablehnedes Verhältnis gegenüber dem Islam haben, verstehe ich sogar ein Stück weit, da es mitunter gar nicht so einfach ist, eine klare Grenze zwischen Islam und dem abzulehnenden Islamismus zu ziehen. Ein Verbot von Minaretten (Forderung SVP) geht meiner Meinung nach aber zu weit. Die Ausübung der Religionsfreiheit ist ein demokratisches Recht und zu gewährleisten.

  23. Pete am 5. September 2006 um 17:54

    Ich habe nichts gegen solche Minarette einzuwenden, ausser sie nehmen eine solch gewaltige Dimension an, wie dies in Konstanz (Bodensee) der Fall ist.

    Dort überragt der Turm der Moschee (Minarett) alles in der Umgebung, so dass man sich gar nicht in BaWü wähnt, sondern in einem arabischen Land.

  24. Beat am 5. September 2006 um 18:02

    @Moni

    Ich glaube die Karikaturen haben viele aufgeweckt. Das waren nicht nur einfach “ein paar”.

    Und wenn ein riesige Gruppe sich so anstacheln lässt habe ich Angst.

    Im Koran steht, dass ein Minarett ein besetztes Gebiet darstellt. Somit bin ich gegen Minarette in der Schweiz.
    Am liebsten wäre mir eine Volksabstimmung zum Thema.

  25. MagicMax am 5. September 2006 um 20:22

    Schreibt doch auch mal etwas über die linken, die sind kein Bischen besser als die SVP!

    Auch dort wird gelogen, dass sich die Balken biegen.

    Mit Gerechtigkeit hat die Politik der SP ausserdem überhaupt nichts zu tun! Ignoranz wird tagtäglich wieder neu bewiesen. Z.B. Roadpricing, welches die rot-grünen am liebsten in der Schweiz eingeführt sehen möchten, finde ich vollig unsozial! Ein SP-Regierungsmitglied hat genügend Geld, den störrt es nicht wenn er für die Fahrt in die Stadt CHF 10.- für die Einfahrt und noch CHF 5.- pro Stunden für’s Parken bezahlen muss.
    Aber der normal-Bürger welcher sein Geld noch durch Arbeiten verdient, und sich nach allen Abgaben noch ganz knapp ein Auto leisten kann (mit allen anfallenden künstlich hochgehaltenen Kosten), trifft es einmal mehr und der kann sich dann vielleicht eine Fahrt dorthin schlich t und einfach nicht mehr leisten!

  26. quadour am 5. September 2006 um 20:49

    Vor 60 Jahren hatten wir die Herrenmenschen aus good old Germany als Bedrohung, jetzt kommen die Islam Faschisten.

    Unterschied? Keiner.

    Gemeinsamtkeit? Beide wollen mit Gewalt die “Welt erobern” und Macht über andere erhalten.

    So ist der Mensch nun mal. Er will sich andere zu Untertanen machen. Eine widerliche Spezies.

  27. Beat am 5. September 2006 um 21:45

    quadour

    Ich denke zwischen der Sache mit den Juden und den Muslimen gibt es doch sehr viele Unterschiede.

  28. Encephalon am 5. September 2006 um 23:30

    “Sind alle SVP-Mitglieder Neonazis?”

    Auszug Wikipedia: Die Neonazis (in ihren Grundüberzeugungen sind sie den Altnazis gleichzusetzen) zeichnen sich im Allgemeinen durch ihre extreme Ablehnung von Minderheiten aus. Juden, vermeintliche Ausländer – insbesondere Asylbewerber und türkischstämmige Einwanderer – dienen neben politisch Andersdenkenden, wie z.B. Kommunisten, Anarchisten und Sozialdemokraten, als bevorzugtes Feindbild. Die Neonazis beabsichtigen dabei die Schaffung einer ethnisch homogenen Nation, in der weder die deutschen Juden, noch von Ausländern abstammende oder eingebürgerte Deutsche (Schweizer (Anm. v. mir)) Platz hätten.

    Selber denken macht schlau!

  29. Moni am 6. September 2006 um 09:12

    @Beat

    Und die wären? Bin gespannt…

  30. leonforte am 6. September 2006 um 09:49

    @moni

    wie schon dargelegt, da es inzwischen ja auch kirchen ohne türme gibt, greift für mich das argument, eine moschee hat ein minarett schon längst nicht mehr!
    solange jedenfalls kirchtürme und minarette von besseren bauzeichnern geplant werden, bin ich ich gegen beides. es handelt sich um nichts anderes als eine weitere ästhetische verunstaltung der landschaft. man möge renzo piano, liebeskind, de meuron, herzog usw doch bitten eine augengefällige konstruktion zu entwerfen. so wäre auch ich dafür zu gewinnen. mit einer raketenreplika, deren form aus dem mittelalter stammt aber nicht!

  31. Moni am 6. September 2006 um 10:23

    @leonforte

    Aesthetische Verunstaltung? Da gibt es aber schlimmere Bausünden, die fast täglich begangen werden und das unter dem Deckmantel der Moderne…

  32. Süchu am 6. September 2006 um 12:39

    @gion und noch so ein paar andere:

    Die Titelfrage ist ne retorische Frage… wie der Text darunter sehr deutlich macht… Aber bitte, diskutiert retorische Fragen *Augroll und grins*

    Es war ja klar, dass Minaretttürme ein gefundenes Fressen für die SVP ist… ein Mittel mehr, von den wirlichen Themen abzulenken und Stimmen zu angeln… Im Grunde ein Witz. Nach der Religionsfreiheit hätten sie das recht, sollange es den Bauvorschriften entspricht. Und über Asthetik lässt sich auch immer diskutieren…

  33. Kanalschiffer am 6. September 2006 um 14:39

    Der Iran ist ein islamischer Gottesstaat. Wir als Schweizer haben Achmadinedschad im eigenen Lande nicht dreinzureden. Wer im Iran sich erlauben würde den Bau von christlichen Kirchen und Symbolen zu befürworten, würde umgehend von der Bildfläche verschwinden.(Auch Blogger) Freuen wir uns, dass wir in unserem Land vorläufig noch über Religionsfreiheit frei diskutieren dürfen.

  34. fragenspeck am 6. September 2006 um 15:59

    Bin einverstanden. Aber man könnte ja schon einmal etwas unternehmen, dass Saudi-Arabien nur in Ansätzen etwas toleranter wird, zum Beispiel den Philippinischen Gastarbeitern die Religionsfreiheit zugestehen, Frauen Auto fahren lassen, etc. Die ganze Pallette der Menschenrechte halt.

    Aber pssst, sorry, das Böse hockt ja in Amerika.

  35. Kanalschiffer am 6. September 2006 um 20:01

    Zu fragenspeck: Wer ist “man”? Die SVP der Schweiz etwa? Der 1. Lehrsatz der berufdmässigen politischen Inormations-Agitatoren der linken Szene lautet bekanntlich: Bei unangenhemen Wahrheiten sofort vom Thema ablenken und neue “Schuldige” aufdecken! Diese früher einmal bewährte Methode funktioniert oft – aber zum Glück immer weniger öfter.

  36. felixkohl am 8. September 2006 um 14:49

    Die westliche (noch teils bürgerliche) Rechte sah ihre Existenzberechtigung nach dem Fall des Kommunismus und des Warschauer Paktes in Gefahr.

    Seit einigen Jahren ist ihr der Islamisus ein willkommener Ersatz. Sie kann sich wieder empören und zumindest verbal reindreschen.

  37. cse am 9. September 2006 um 12:05

    Die SVPler zeigen wieder mal, was sie sind:
    Globalisierungsgegner

  38. konstantin am 9. September 2006 um 13:55

    Dieses Minarettverbot ist nichts als heisse Luft. Jedes Bauvorhaben braucht doch bereits heute schon eine Bedarfsabklärung. Wenn also kein Bedarf für Minarette bestünde, darf man ohnehin nichts bauen.
    Ausgerechnet jene Partei, die sich brüstet, noch “liberaler” zu sein als der Freisinn, möchte nun noch die ohnehin schon sehr restriktiven Baugesetze noch verschärfen. Und weil die SVP nicht mit der hiesigen Justiz klar kommt, schürt sie wieder einmal Fremdenfeindlichkeit.
    Das ist professionelle Verhinderungspolitik, die ihresgleichen sucht.

  39. TahcaUshte am 13. September 2006 um 13:08

    @ fragenspeck

    Vergiss es mit Menschenrechten. Die gibt es nirgends wo die Muslime in der Überzahl sind.

  40. Moni am 13. September 2006 um 13:59

    @cse

    Bin ich nun auch ein SVPler wenn ich mich zu den Globalisierungsgegnern zähle? Meine Güte, das fehlte noch! Wohlgemerkt, ich renne nicht nach Davos um alles was mir in die Finger kommt zu zerstören, das ist nur kontraproduktiv. Die Globalisierung ist nicht das, was sie eigentlich sein sollte, wenn sie das wäre, wäre ich Befürworterin.

    @TahcaUshte

    Die gibt es auch in gewissen sogenannten Demokratien, wo deren Boss direkten Zugang zu “unserem” Gott zu haben scheint. Die Menschenrechte werden von so einigen nicht muslimischen Regierungen mit Füssen getreten. Die Liste wäre wohl seeeeehr lang.

  41. ghandi am 20. September 2006 um 10:53

    Definition:
    Freiheit

    ist immer auch

    die Freiheit der anderen.

    Rosa Luxemburg

    * Freiheit ist die Möglichkeit, so zu handeln, wie man will. Freiheit ist also Willensfreiheit. Der Wille ist seinem Wesen nach stets frei.
    * Man unterscheidet zwischen Freiheit von (negative Freiheiten) und Freiheit zu (positive Freiheiten). So basiert das alte Freiheitsmodell der USA, dasjenige von Roosevelt, auf der Freiheit von Furcht und der Freiheit von Not – das neue, vom gegenwärtigen präsidialen Obermotz der USA propagierte, jedoch auf der Freiheit der Aneignung. (s. Neofeudalismus). Aus diesem Grund ufert vorliegender Artikel etwas aus hintennach, wo’s um Freiheit und Wirtschaft geht.
    * Als ärgste Beengung der Freiheit wurde von jeher der Despotismus gesehen, also absolute Macht, Herrschaft und Gewalt.
    * Für die Kirche war und ist das wichtigste Anliegen, die Befreiung von Schuld (wobei die Christliche Kirche hier etwas hinterlistig ist, da sie ihre Anhänger mit einer Urschuld belädt, die eh nur von Gott/Jesus getilgt werden kann.)
    * Die Renaissance versteht unter Freiheit die unbehinderte allseitige Entfaltung der menschlichen Persönlichkeit.
    * Der Marxismus hält Freiheit für eine Fiktion, da menschliches Verhalten stark durch Triebe und das Milieu, die Klassenzugehörigkeit, bestimmt wird.
    * Liberale und Neoliberale verstehen unter Freiheit vor allem die Freiheit des Wirtschaftens. Für die Mehrheit der Bevölkerung wird diese allerdings leicht zum Zerrbild einer Freiheit der Flexibilität. Statt frei zu agieren und Märkte zu schaffen, wird immer mehr die Anpassung an den Markt, also die Unterwerfung unter den Markt gefordert.
    * Für Sartre und die Existenzialisten ist Freiheit nicht bloss eine Eigenschaft des Menschen, sondern seine eigentliche Substanz. Der Mensch hat keine Entschuldigung für das was ihm zustösst, denn er wählt sein Ziel frei und lässt sich von diesem Ziel leiten. Wählt er das falsche Ziel, ist er selbst schuld. Lässt er sich von seinem Ziel, dem so beliebten Sachzwang, dirigieren, handelt er nicht mehr frei – und ist ebenfalls selbst schuld.
    * Das Wort “frei” stammt ab von fri, was zugleich Frau (=ursprünglich Herrin) bedeutet. Amüsant, isn’t it. Die Herrschaft war also mal Frauschaft. Die Umdeutung wird dadurch begründet, dass die dem Haus und der Herrin unterworfenen doch ein angenehmeres und “freieres” Leben führten als etwas Sklaven. Die seltsame Doppelbedeutung haben wir ja heute noch im Wort Freier.
    * Einschränkungen der Freiheit ergeben sich vor allem aus ethischen Gründen, aus der Übernahme von Verantwortung für freies Handeln.
    * Patent lässt sich der Gehalt des Wortes Freiheit mit der Formanalyse nach Spencer-Brown bestimmen. Hier nur ein paar Beispiele, basierend auf dem Konzept, dass Freiheit von und Freiheit zu sich verbinden lässt zum Begriff “Entwicklungsfähigkeit. Diese hängt ab von Strukturen. Zu wenig Strukturen, also das Chaos, gemeinhin, wenn auch fälschlich, oft Anarchie genannt, wird nur durch Strukturierung entwicklungsfähig. Auf der einen Seite. Auf der andern können verfestigte Strukturen die Entwicklung aber genau so behindern. Von zu engen Normen und Gesetzen muss man sich befreien (emanzipieren), um entwicklungsfähig zu werden.

    Der lästige dauernde Ruf nach mehr Freiheit und Strukturwandel, der dauernd von Rechts kommt, ist also berechtigt – aber, wir müssen uns darüber klar werden, welche Strukturen da geschaffen werden sollen. Freiheit bedeutet nicht Unabhängigkeit von jeglicher Struktur, aber wohl Wahl der Struktur und Veränderbarkeit von Strukturen.

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