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Sicher, super, sauber. Ab ins Ausland mit unserem Atommüll!

Kernenergie ist sauber, CO2 neutral (!!) und günstig. Diese falschen Tatsachen will uns die Kernenergiebranche seit Jahren weismachen. Mit grossen Werbe-Etats für Kampagnen und PR Agenturen wird solcherlei Schwachsinn immer und immer wieder behauptet, bis es der naive Bürger glaubt. Doch gelegentlich kommen wieder Fakten dieser dreckigen Industrie ans Licht. So wie diese Schlagzeile:

Die Schweiz entsorgt radioaktives Kernmaterial in alten maroden Atomkraftwerken in Russland. [..] Bis zu 80 Prozent des Materials, das Schweizer AKW-Betreiber zur Wiederaufarbeitung ins Ausland schicken, kommt nicht mehr zurück. Es landet – ohne jede Kontrolle durch Schweizer Behörden – in Atommeilern im Osten.

Saubere Sache, oder? Zumindest für die Schweiz, welche ja bekanntlich bis heute kein eigenes Endlager für ihre Atommüllberge hat. Und trotzdem weiter Müll am Laufmeter produziert und die dadurch gewonnene Energie auch noch als sauber und günstig “verkauft”.

Es ist Zeit umzudenken. Der Ausstieg aus dieser veralteten, dreckigen und gefährlichen Technologie muss das Ziel sein. Wie können wir unseren Nachkommen Berge von Atommüll hinterlassen, um ein par Rappen Stromkosten zu sparen?

Dieser Artikel wurde von Sandro am Freitag, 10. Juli 2009 in der Rubrik Umwelt und zu den Stichwörtern , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

14 Kommentare zum Artikel “Sicher, super, sauber. Ab ins Ausland mit unserem Atommüll!”

  1. oskar am 2. August 2009 um 10:45

    Ich stimme dem Inhalt vollkommen zu (der Formulierung weniger, aber das ist wieder die Stilfrage, ja ;-) ), dennoch bleibt für mich einfach eine grosse unbeantwortete Frage:

    Wie soll die Stromversorgung in Zukunft garantiert werden, ausser mit dieser “veralteten, dreckigen und gefährlichen Technologie”?

    Solar- und Windkraft kombiniert reichen leider nirgends (!) für eine auch nur halbwegs sichere Versorgung. Bisher blieb uns da der Joker Wasserkraft erhalten, doch auch die ist nicht nachhaltig. Von den Ökologischen Folgen mal abgesehen wird geschätzt dass (dank dem Abschmelzen der Gletscher) bis 2050 der Output der Wasserkraft um min. 30% sinkt, danach siehts noch düsterer aus.

    Uranenergie ist dreckig sondergleichen, das ist klar. Aber wo sind die Alternativen? Kohle? Gas? Leider werden auch bis 2050 keine thermonukleare Energiegewinnungstechnologien ausgereift sein, deswegen seh auch ich als Grüner fast keinen Weg neben dem Atomstrom. Leider.

  2. Muezzin am 6. August 2009 um 13:44

    Alles Prima, schliesslich wohne ich auch nicht mit Vorliebe Tür an Tür mit einer Sondermülldeponie, aber seit mir ein Vögelchen gezwitschert hat, dass der Strom NICHT aus der Steckdose kommt, glaube ich auch, dass wir mangels Alternativen am Atomstrom hängen bleiben. Auch leider. Aber wenn die Russen unbedingt den Gerümpel haben möchten, bittesehr.
    Aber in erster Linie haut mich Ihr Beitrag um: “Es ist Zeit, umzudenken”. Das klingt etwa wie in einer Gruppe Verdurstender in der Sahara – ohne Wasser – zu sagen: “Es ist Zeit, etwas zu trinken”. Ist das der Stil der grünen Partei? Plakativ anprangern, aber keine konkreten Lösungen bieten? In der Arbeitswelt bin ich gefordert, sinnvolle Vorschläge zu unterbreiten, wenn ich mit einem Umstand nicht zufrieden bin. Ist das in der Politik etwa anders?

  3. Red Hawk am 11. August 2009 um 17:30

    Also als erstes muss ich sagen, dass ich kein Experte bin auf diesem Gebiet, und ich möchte mich auch nicht besserwiesserisch in Mittelpunkt stellen .Dies ist zweifellos ein sehr heikles Thema ,unabhänig von der Politischen Richtung. Der Klimawandel ist im Gange, dies ist Fakt, dass weiss heute jeder. Ich denke, wenn jeder ein kleinen Beitrag leistet ,dann hat man schon viel erreicht. Aber das der Atommüll von uns nach Russland gebracht wird, ist eine absolute Sauerei.
    .

  4. Guetu am 23. August 2009 um 14:20

    Nun, ich bin vollständig einverstanden mit dem Artikel von Sandro.
    Ich muss sagen, auch ich bin kein Experte, allerdings muss ich Oskar doch ganz klar widersprechen: Oskar schreibt, dass Solar- und Windkraft kombiniert nie ausreicht und dass wir als Joker bisher Wasserkraft hatten.

    1. Nur schon mit Solarzellen wäre das Potenzial vorhanden, ein bis zwei Atomkraftwerke einzusparen.Wenn man bei allen (geplanten) Lärmschutzwänden bei den Autobahnen Solarzellen aufstellen würde (das würde ja wirklich niemanden stören), könnte man bereits ein AKW einsparen.
    Wenn weiter jeder Privathaushalt Solarkollektoren oder Photovoltaikanlagen auf dem Dach hätte (Deutschland ist da sehr fortschrittlich), gäben dies sicher weitere Einsparungen von ungefähr 65% oder etwas mehr. Es ist ja auch ein Projekt im Gange, in der Wüste Afrikas eine Solaranlage für 400 Mio. Euro aufzustellen, um damit deutsche Haushalte mit Solarstrom aus Afrika beliefern. Sowas wäre durchaus auch für die Schweiz möglich. Etwa 15 Prozent der europäischen Stromversorgung ließen sich beim geplanten Investitionsvolumen über Desertec decken, glaubt Torsten Jeworrek vom Vorstand der am Projekt beteilligten Münchner Rück.(http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,630635,00.html). Vor 20 Jahren war die Schweiz im Bereich Solar- und Sonnenenergie führend. Dieser Standortvorteil ist leider verlorengegangen.

    2. Auch bei den Windanlagen ist ein Ausbau möglich. Hier zeigt es vor allem Dänemark, dass das Potenzial von Windkraft noch lange nicht ausgeschöpft ist. Wikipedia: “Dänemark ist auch eines der führenden Länder bei der Energiegewinnung durch Windenergie, durch die derzeit etwa 20 % des Strombedarfs gedeckt werden.
    Im September 1997 kündigte die dänische Regierung den Bau ausgedehnter Windparks auf See an. Vor der dänischen Küste sollen Windparks mit insgesamt rund 500 Windenergieanlagen von je 90 Meter Höhe gebaut werden. Durch diesen Beschluss sollen bis zum Jahr 2008 insgesamt 15 % des dänischen Bedarfs an Elektrizität durch Windenergie gedeckt werden. Nach Angaben des Umweltministeriums ist ein Anstieg auf 50 % für das Jahr 2030 geplant. Mit dem Bau der Windparks, die auf Nord- und Ostsee verteilt werden, wurden dänische Elektrizitätsunternehmen beauftragt.

    3. Die Schweiz hat für jedes AKW (falls es ausfallen würde) ein Wasserkraftwerk, das nicht genutzt wird. Somit brauchten wir bereits heute (in der CH) keine Atomkraftwerke. Auch im Bereich Wasser und Waserkraft sind übrigens Forschungen im Gange: http://www.walcher.com/wasserkraftwerke/umweltschutz.html
    Beim Wasser ist übrigens Norwegen (mein Lieblingsland) führend. Ein Zitat aus Wikipedia: “Die wichtigste Energiequelle der Gewerbebetriebe und Privathaushalte in Norwegen stellt die elektrische Energie dar. Diese Energie ist mit 45 bis 55 Øre pro kWh (6 bis 7 ct) (Stand Jan.2007) im Vergleich zu Deutschland mit etwa 18,69 ct pro kWh für den Endverbraucher sehr günstig. Der Grund hierfür liegt in der Art der Energiegewinnung und den bislang noch geringen Exportmengen: nahezu der gesamte Strombedarf (zirka 98 %) in Norwegen wird durch heimische Wasserkraftwerke gedeckt. Im gesamten Land existieren weder Atom- noch Kohlekraftwerke (ausgenommen das Kohlekraftwerk in Longyearbyen auf Svalbard). Auch das von Norwegen geförderte Erdöl und Erdgas wird nicht für die Energiegewinnung im eigenen Land eingesetzt.

    Die Nutzung der Wasserkraft hat von jeher in Norwegen Tradition und war Grundlage der Industrialisierung des Landes. Auf einfache Wassermühlen, Hammerwerke u. ä. folgten wassergetriebene Generatoren zur Gewinnung elektrischer Energie. Um in der stark zerklüfteten Landschaft Norwegens eine flächendeckende Energieversorgung mit Elektrizität zu schaffen, wurden dezentral kleine und große Wasserkraftwerke errichtet, die ihr näheres Umfeld mit Energie versorgten. Diese kleingliederige Struktur ist noch heute in Norwegen erhalten: es gibt unzählige kleinere und größere, private und öffentliche, lokale und staatliche Energieversorger.

    Als Folge der relativ niedrigen Endverbraucherpreise ist der Stromkonsum in Norwegen allgegenwärtig. Der Energieverbrauch liegt weit über dem Durchschnitt der OECD-Länder, der Stromverbrauch ist mit 23.200 kWh pro Kopf gar der höchste weltweit. Einer der Hauptgründe hierfür ist, dass die Mehrheit der Gebäude mit Strom geheizt wird.

    4. Ausser Sonne, Wind und Wasser gibt es auch noch Erdwärme, Biomasse und Geothermie.

    Nutzten wir diese Energieformen und wir könnten problemlos ohne Atomstrom leben.

  5. BenjaminGoldberg am 1. September 2009 um 00:47

    1% der weltweiten wüste genügt um die ganze welt mit strom zu versorgen und mehr
    (euronews)
    Solarkraftwerke werden in algerien erforscht und gebaut in zusammenarbeit mit deutschland
    (euronews)
    Radioaktives roh-material zur gewinnung von strom wird weltweit schäzungsweise noch für 250 jahre reichen danach giebt es nichts mehr davon auf der erde, also atomkraft ist eher eine kurzfristige lösung (ein paar generationen) und drekig dazu
    (ZDF)
    Endlagerung ist ein problem z.B. in deutschland (siehe die Asse)
    (ZDF)

    Also warum nicht einfach sonnenenergie?
    kein dreck … die energie der sonne wird eh von algerien nach deutschland transportiert, ist also auch machbar

    oder wind energie…
    Deutsche müssen windräder abschalten wegen überlastung des stromnetzes
    (ZDF)

    Warum brauchen wir in Mühlenberg ein AKW welches bereits verbröckelt?
    Und warum müssen wir die kontrolle in Mühlenberg nun abschaffen damit wir nicht sehen das die risse weiter wachsen?

    und warum sind wir nicht zusammen mit den deutschen an forderster front der forschung in algerien?

  6. BenjaminGoldberg am 1. September 2009 um 00:59
  7. orwell am 25. September 2009 um 06:33

    Wir werden in Zukunft weit mehr Strom aus Wasserkraft, anderen erneuerbaren Energien aber auch Kernenergie brauchen als heute, wenn wir industriell nicht noch weiter abbauen wollen (heute wird pro Woche in China ein Kohlekraftwerk von der Leistungsfähigkeit des KKW Gösgen gebaut – wir verschieben einfach die Produktion). Hinzu kommt die Tatsache, dass Elektroautos und andere Mobilitätsbedürfnisse, deren Befriedigung ich als sehr wichtig erachte, den Stromkonsum anheizen werden. Sonnenergie in der Wüste tönt gut, aber der Transport? Etwa mit Wasserstoff? Sollte dies alles möglich sein, braucht es keinen Staat, denn der ist genug bekannt für seine Ineffizienz.

  8. globi1 am 26. September 2009 um 19:16

    Alleine die Windenergie, die an der europäischen Küste (off-shore) technisch gewonnen werden könnte ist 10 mal so hoch wie der gesamte Stromverbrauch in Europa: http://www.ewea.org/fileadmin/ewea_documents/documents/publications/reports/Offshore_Report_2009.pdf

    Die verbaute Fläche in der Schweiz beträgt 3000 km2, wenn nur 10% dieser Fläche mit Photovoltaik mit einem Wirkungsgrad von 15% bedeckt wird entspricht das einer maximalen Leistung von 45 GW. (Mühleberg hat lediglich 0.36 GW)

    Und Europa hat bereits jetzt 180 GW Wasserkraftleistung installiert. Sämtliche Europäischen Dämme verlieren an Wasserlevel im Winter, da die Niederschläge reduziert sind. Wind gleicht diesen Wasserlevelverlust aus, da mehr Windenergie im Winter produziert wird.

    Jemand der behauptet Wind- oder Solarenergie reicht nicht aus, ist ganz einfach ein ignoranter Vollidiot.

  9. globi1 am 27. September 2009 um 11:20

    Die Schweiz verheizt mehr Energie in Form von Erdöl und Erdgas als sie Strom konsumiert.

    Es gibt keinen Grund für diese Verschwendung. Ein Teil davon kann in Blockheizkraftwerken bzw. Wärmekraftkopplungsanlagen in Strom und Wärme umgewandelt werden.

    Schweizer WKKs sind im Gegensatz zu ausländischen AKWs günstig, schnell gebaut, schnell amortisiert, flexibel, reduzieren die Netzbelastung, reduzieren die Verluste, produzieren keinen radioaktiven Abfall und keine Klumpenrisiken.

    Eine Schweizer WKK welche bestehende Ölheizungen ersetzt, kann im Gegensatz zu einem neuen ausländischen AKW den CO2-Ausstoss nahezu sofort senken und das zu einem Bruchteil der Investitionskosten.
    Zudem können sie genau dann im Schweizer Winter Strom und Wärme produzieren, wenn der Schweizer Strom- und Wärmebedarf auch am höchsten ist.
    http://www.youtube.com/watch?v=klooRS-Jjyo
    tinyurl.com/nei-article
    tinyurl.com/co2-wkk

  10. globi1 am 27. September 2009 um 11:21

    Die Übertragung von Gleichstrom über weite Strecken ist effizient und günstig:

    Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung hat ein Verlust von lediglich 3% auf 1000 km: http://de.wikipedia.org/wiki/Hochspannungs-Gleichstrom-%C3%9Cbertragung

    ABB baut eine Übertragungsleitung mit einer Länge von 2500 km quer über den Südamerikanischen Urwald.
    abb.ch/cawp/seitp202/fc2fe651f88fc7d9c12576020024f164.aspx
    Das geht auch in Europa.

  11. globi1 am 27. September 2009 um 19:33

    Im Jahr 2020 rechnet Deutschland mit 1 Million Elektrofahrzeugen. Diese Fahrzeuge werden 50 bis 75 mal weniger Strom benötigen als was mit Deutscher Windenergie produziert wird:

    http://www.wind-energie.de/de/presse-service/einzelanzeige/article/elektroautos-mit-windstrom-reduzieren-kfz-emissionen-auf-null/138/browser/1253182990/

  12. ravena am 2. Oktober 2009 um 16:52

    Die AKW’s können nicht von heute auf morgen alle abgeschaltet werden, das stimmt.

    Aber:
    Das erste AKW in der CH hat noch eine Laufzeit bis 2020 das letzte würde (irrtum vorbehalten) erst 2048 abgestellt. Die Zeit bis dahin reicht längst, um umzustellen!

    Wenn jetzt aber Leute mit der grandiosen Idee kommen, neue AKW’s zu bauen, wird die Wirtschaft nie dazu genötigt, umzudenken. Und umdenken ist nötig!

    - Niemand weiss wohin mit dem Müll; unsere Kinder werden ihre Freude daran haben!
    - die Flüsse werden aufgeheizt bis die Fische sterben und die Algen wuchern.
    - wiederholte Störfälle verseuchen Mensch und Natur
    - kein Versicherer kann abdecken, was im Falle eines GAU’s an Schaden entsteht
    (die derzeitige Versicherung 1Milliarde pro KKW ist lächerlich)
    - Die Zwischenlager werden wieder und wieder für Milliarden (siehe Asse) renoviert werden müssen, ein Betrag, den der Staat stillschweigend zahlt und der nirgendwo in einer Rechnung auftaucht)
    - im Falle eines Supergaus… wünsche ich gute Nacht, schlaft schön. Denn wenn ihr es überlebt, habt ihr nichts zu lachen. Seht Euch doch einfach mal ein paar Dokus über Tschernobyl an!

    Alles spricht dagegen.
    Ausser ein paar Multis, die fett daran verdienen.
    Und wir putzen ihnen noch den Hintern… WIESO?

  13. ravena am 2. Oktober 2009 um 16:56

    und zu den Meinungen, dass der Energieverbrauch ansteigen wird:

    Sobald unterstützt wird, dass energiesparende Massnahmen erforscht werden, wird der Markt in der Hinsicht boomen. Stellen werden geschaffen, die Forschung wird interessant.

    Solange nur die Altlasten der Multis getragen und Banken gestopft werden, bei der Ökologie aber gespart wird, wird die Menschheit mehr und mehr Energie verbrauchen.

    Den Kreislauf gilt es zu durchbrechen…

  14. gods president am 6. Mai 2010 um 09:20

    Mental fit für’s atomstromlose Zeitalter:

    http://www.ignoranz.ch/forum/4_4079_0.html

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