Seltsames rund um den Schattenkulturminister
Kulturministerkandidat Leu schreibt:
Fact ist, dass mit dem Kulturministerium.ch ein paar Sachen nicht klar sind. Erstens wird diese Aktion von Fördergeldern bezahlt. Die Schweiz sucht einen Kulturminister, hat aber schon einen… Das Bundesamt für Kultur, welches ja vom Kulturminister Pascal Couchepin abhängig ist, unterstützt die Aktion. Es wird eine schöne Website, Briefpapier etc etc erstellt. Es gibt eine Partnerschaft mit Smartvote.ch, aber es gibt keine Vermarktung dieser Aktion. Das kann doch nicht sein?
Auch Nationalberater Stöhlker findet die Vermarktung schwach:
Sinn und Zweck eines zu wählenden Schattenkulturministers sind unklar; ebenso seine Aufgaben. Das Wahlprozedere ist zudem kompliziert und undurchschaubar.
Derlei Geheimnistuerei führt natürlich sofort zu Gerüchten:
Seit 2 Monaten kann gewählt werden, es werden aber keine Resultate herausgegeben. Erst 6 Tage nach Abschluss der Wahl werden die Resultate bekanntgegeben. Gibt das nicht spielraum noch einiges anzupassen?
Auch die “alten Medien” halten sich geschlossen aus dieser Wahl heraus. Einzige Ausnahme: Tagesanzeiger, dieser hat die Zürcher Kandidaten, zum Nachteil der anderen, detailliert portraitiert. Selbst auf den Webseiten der Supporter dieser Wahl ist praktisch keine Information darüber zu finden. Ebenso auf der Wahlhomepage selber. Dort finden sich nur schwammige Angaben über Sinn und Zweck der ganzen Veranstaltung. Irgendwie seltsam was da mit unseren Steuerfränkli veranstaltet wird. Kandidat Leu hat ein weiteres Indiz dafür, dass die Wahl des Schattenkulturminister ein Schuss ins Wasser ist: Über die Wahlwebseite finden täglich bloss etwa 5-10 Internetbenutzer den Weg auf seine Homepage, nicht grad ein Zeichen für einen Riesenerfolg…

Leu ist ein schlechter Verlierer. Ebenso verzweifelt als mit zweifelhaften Voraussetzungen ausgestattet, versucht er nach Kräften, in dieses Amt gewählt zu werden.
Und jetzt, wo er seine Felle davonschwimmen sieht, zieht er den Sinn des Wettbewerbes in Zweifel…
sorry, für was brauchen wir das?
das ist mal wieder eine rein “geldverlochetä”
Darüber kann man sehr wohl geteilter Meinung sein. Wer es gut findet, soll halt aktiv und/oder passiv mitmachen, wie bei unserer direkten Demokratie. Nur ist es eine Stilfrage, ob man sich als Akteur despektierlich über das System äussern und seine Daseinsberchtigung in Frage stellen soll. Sehe da wieder Parallelen zur Politik und zur in diesem Blog viel genannten Partei mit dem Sünneli.
Ich erwarte ja noch eine Stellungsnahme von Bundesrat Couchepin zur Frage was eigentlich sein bundesamt für kultur damit zu tun hat!
Sowie wurde mir soeben die Antwort gegeben, wieso die Wahl noch bis am 15. mehr oder weniger geheim bleibt.
Kultur- und Filmförderung ist hier in der Schweiz die elegante Umschreibung des Ablaufes, wie sogenannte “Künstler”, sich ihren Müll, den sie tagein, tagaus produzieren, vom Steuerzahler berappen lassen.
Es ist eine institutionalisierte Abzockerei, ganz im Grenzbereich des mafiösen, oder sogar vollmafiös.
Es wird von den nach dem Geld der Steuerzahler gierenden “Künstlern” wehleidig in Kameras und Mikrophone geplärrt, auf dass der Mitleideffekt die Schatullen des Bundes öffnet.
Wer eine scheue Frage stellt, oder sich kritisch äussert, wird als Banause oder Barbar abgestempelt, der von tuten und blasen keine Ahnung hat.
Für solche Subventionen ist kein Platz mehr. Wer sich als Künstler durchsetzen will, möge sich den Marktgesetzen stellen. Es braucht hier in der Schweiz kein Amt für Kultur, die Kultur regelt sich basisdemokratisch und entsteht selbstständig. Oder wollt ihr hier eine Staatskultur wie seinerzeit in der DDR ?
@bhota70
Bis jetzt hat noch gar niemand gewonnen oder verloren. Und falls du meine erste Pressemitteilung durchlesen tust, siehst du, dass ich seit dem ersten Tag meiner Kampagne die Aktion angezweifelt habe.
und apropos Felle davonschwimmen… Das Chancenbarometer hat nichts mit dem aktuellen Stand der Wahl zu tun:
“Dieses Barometer wird automatisch generiert und
gibt nicht den Stand der Wahl wieder.”
(Also für was ist es denn?)
Tja, Zeit, dass einer wie Leu dem Kulturministerium den Spiegel vorhält…
@apg: “Wer sich als Künstler durchsetzen will, möge sich den Marktgesetzen stellen.”
Auweia!
Der Bund hat nun heute (nachdem die Wahl abgeschlossen ist) einen Artikel über die Wahl gebracht.
Damit zeigt uns die Berner Presse wieder einmal, wie unabhängig man doch ist!
Ach, Herr Leu, so sind die Verhältnisse nun mal ein Bern. Beim “Bund” nennt man das wohl immer noch “Leserservice”. Offenbar zeigt der Leserbeirat noch keine Wirkung. Dieser sollte eigentlich der Redaktion auf die Finger schauen, damit nicht immer an den Bedürfnissen der Leser vorbeigeschrieben wird. Aber eben: Regen Sie sich nicht auf, kommen Sie nach Zürich!
Übrigens: Der “Tages-Anzeiger” hat in einer Serie alle Zürcher Kandidaten für das Amt des Kulturministers vorgestellt.
Herr Leu, Sie haben einen sonderbaren Blickwinkel….direkt auf den eigenen Nabel….und nur dorthin…echt clownesk, was Sie da abziehen !