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Sekten fühlen sich bei der SVP aufgehoben

In einem Bericht im Tagesanzeiger erläutert Hugo Stamm, wieso sich Sektenführer von der autoritären Strukturen der SVP angezogen fühlen, und diese sich auch manchmal mit Sekten oder VPM Anhängern zusammen an einen Tisch setzen:

Zitat aus dem Artikel:

Bemerkenswerter ist die Tatsache, dass sie wie die Scientologen gern mit gestandenen Politikern aus dem rechten Lager zusammenspannen. Die Partner stammen vorwiegend aus der EDU, der SD und der SVP. Und wenn es den SVP-Politikern nützt, lassen sie sich gern von den VPM-Leuten inspirieren. So beteiligte sich die SVP früher an verschiedenen drogenpolitischen Kampagnen des VPM und übernahm dessen Drogenkonzept über weite Strecken. Vor gut einem Jahr machten hochrangige SVP-Politiker wie Christoph Blocher, Ueli Maurer, Toni Bortoluzzi, Ulrich Giezendanner, Hans Fehr, Ulrich Schlüer und Walter Frey bei der Revision des Betäubungsmittelgesetzes gemeinsame Sache mit «Schweizer Ärzte gegen Drogen», bei denen VPM-Exponenten das Sagen haben.

Wer mit diesen Parteien sympathisiert, sollte also immer darauf gefasst sein, dass am nächsten Anlass Scientologen oder VPM-Exponenten aufkreuzen und ihre Heilstheorie mit dem rechten Gedankengut in Verbindung bringen. Und weiter:

Die meisten Sekten sind mit ihren autoritären Strukturen und ihrer fundamentalistischen Weltsicht rechtslastig. Autoritätsgläubige fühlen sich denn auch in einer SVP besser aufgehoben als in einer SP. Verschiedene Zürcher SVP-Politiker und VPM-Anhänger demonstrierten früher ihre Sympathie an Pressekonferenzen und trafen sich teilweise wöchentlich an einem runden Tisch.

und:

Hinzu kommt das Denken in Schwarzweissmustern, die Einteilung der Wirklichkeit in Gut und Böse sowie die Reduktion der komplexen Realität auf einfache Muster.

Da soll sich jeder Stimmbürger mal seine eigenen Gedanken dazu machen…

Dieser Artikel wurde von Sandro am Freitag, 28. Oktober 2005 in der Rubrik Politik und zu den Stichwörtern , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

5 Kommentare zum Artikel “Sekten fühlen sich bei der SVP aufgehoben”

  1. abraham am 28. Oktober 2005 um 20:36

    ich habe schon lange nicht mehr so einen scheiss gelesen…

  2. Thomas am 1. November 2005 um 23:59

    Dass irrationale Weltanschauungen nicht nur in der EDU, EVP oder CVP Platz finden, sondern auch bei der SVP, ist nicht weiter verwunderlich. Wenn man gewisse Websites von Mitgliedern der JSVP abruft, wird man ja z.T. mit Bibelzitaten beworfen. Die religiöse Rechte ist ein Phänomen, das aus den USA zu uns herüberschwappt (vielleicht als «westliche» Gegenreaktion zum islamischen Antiliberalismus) – und man sollte diese Entwicklung mit einer gewissen Besorgnis betrachten. Vielleicht ist es auch ein Zeichen von Langeweile in unserer Wohlstandsgesellschaft, dass selbstverliebte Politiker ihre Weltanschauung als Allheilmittel anpreisen (wie das bspw. gewisse Marxisten getan haben – mit verheerenden Folgen) und mit dem Niedergang der Menschheit drohen, falls ihre privaten, unwissenschaftlichen, antiintellektuellen Spinnereien nicht zum allgemeinen Gesetz erklärt würden. Und wohl ist es auch ein Zeichen der postmodernen Beliebigkeit, in der jeder seine Wahrheit als die Wahrheit propagiert: gewissermassen eine Diktatur der Objektivität…

  3. pipo am 2. November 2005 um 14:11

    @abraham

    find ich nicht! Eine der grössten Errungenschaften der Europäischen Gemeinschaft, resp. dem Polit-Konstrukt Europa ist die absolute Trennung zwischen Religion und Staat. Ich betrachte es als grosses Risiko, wenn gläubige Extremisten Politik machen wollen. Wo das hinführt können wir ja überall in der Welt live mitverfolgen. Ich betrachte dies vorallem seitens USA als grosses Problem. Da wir ja von einer Wirtschaftsmacht und nicht von einem eigentlichen “Gottesstaat” sprechen, wenn wir Nordamerika sprechen, obwohl die USA auf dem besten Weg dorthin ist. Religiöser Fanatismus in der Politik ist fatal – und das dieser von der Konservativen Rechten unterstützt wird, ist nicht weiter verwunderlich.

  4. polissilop am 3. November 2005 um 11:12

    Ich habe gemeint die SVP ist eine Sekte?

  5. quadour am 3. November 2005 um 22:06

    @Thomas: sehr gut dargelegt, genau so ist es.

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