Schweiz: Nachfrage nach “Öko-Autos” steigt
Neben der ganzen PS-Protzerei und der Realitätsblindheit, die einem die Hersteller am diesjährigen Autosalon erneut vermittelten, gibt es doch auch vorsichtig optimistischer stimmende News: In der Schweiz steigt die Nachfrage nach weniger umweltschädlichen Autos rasch an.
So schreibt swissinfo:
Lange Wartefristen
Laut e’mobil, dem Schweizerischen Verband für elektrische und effiziente Strassenfahrzeuge, beträgt die Wartezeit für eines der Hybrid-Modelle – den Toyota Prius II – gegenwärtig rund 5 Monate.
Nach Angaben der Vereinigung sind in der Schweiz heute rund 2500 hybride Fahrzeuge registriert, gegenüber etwa 1000 Ende 2004.
“Letztes Jahr wurden über 1400 Hybridautos in Betrieb gesetzt. Die Hersteller hätten weit mehr verkaufen können, stattdessen haben sie lange Wartelisten,” erklärte Susanne Wegmann, Direktorin von e’mobil, gegenüber swissinfo.
Laut e’mobil gehört die Schweiz bei der Übernahme neuer Technologien im Autosektor meist zu den führenden Ländern Europas, leidet aber darunter, dass sie ein so kleiner Markt ist.
Von insgesamt 1500 in Europa verkauften Toyota Prius I wurde gut ein Drittel in der Schweiz abgesetzt.
Dabei geht es natürlich um viel Geld. Gerade mit der Hybrid-Augenwischerei hoffen die Hersteller, fette Gewinne einfahren zu können: Man baut in ein 2,5-Tonnen-SUV einen Hybridantrieb ein, reduziert dadurch den Verbrauch um grade mal ein Viertel und nennt das Ganze dann “Öko-Auto”. Und hier wird mit harten Bandagen gekämpft, wie der Tages-Anzeiger schreibt:
Die gegenwärtige Ausmarchung um den Standard im Hybridantrieb ist dem Wettbewerb zwischen VHS und Betamax in den frühen Tagen der Videokassette nicht unähnlich. Wer den Kampf ums Hybriddesign schliesslich gewinnt, wird der Autoindustrie nicht nur seinen Stempel aufdrücken, sondern wird dank den Lizenzgebühren, die andere Autobauer entrichten müssen, auch zu immensen Einkünften kommen.
Wir dürfen bei der Diskussion einige Fakten nicht ausser Acht lassen:
- Auch ein SUV mit Hybridantrieb säuft noch doppelt so viel wie ein vernünftiges Auto ohne.
- Erdgas als häufig verwendeter Treibstoff würde zwar zur Verbesserung der Luftqualität beitragen, die CO2-Reduktion beträgt aber nur grad 20 bis 25 Prozent.
- Auch wenn alle Autos völlig emissionsfrei führen, bliebe das Problem mit der Zuasphaltierung des raren Bodens, mit den Unfällen und der Verringerung der Lebensqualität.
Aber Muslimgrippe, Vogelkarikaturen und die bösen Raucher sorgen ja zuverlässig dafür, dass wir uns mit den wahren Problemen nicht zu beschäftigen brauchen.
(Pirelli)

nur so als info, 3-6monate wartefrist bei einem nuewagen ist nichts aussergewöhnliches
Auf einen Bugatti Veyron wartes man 4 Jahre, auf einen Mercedes SLR mind. 2 jahre.
Wenn ihr nicht warten wollt kauft das Ausstellungsmodell oder eine Occasion.
Zitat:
“Auch ein SUV mit Hybridantrieb säuft noch doppelt so viel wie ein vernünftiges Auto ohne”
Diese Aussage verstehe ich so als ob Hybrid bei einem 2Tonnen-Geländewagen fehl am Platz ist, hingegen bei einer 2.2Tonnen-Limousine absolut sinnvoll ist. Wo bleibt da die Logik?
Ein Geländewagen mit Hybrid braucht 6-7Liter, ist indemfall dein vernünfitges Auto Lupo 3L?
Nenne mir Dein vernünftiges Auto!!!!!
Der Lexus mit Hybrid säuft nach Werksangaben 9 Liter, und er ist der Sparsamste der neuen SUV-Zwitter.
Ein vernünftiges Auto ist letztendlich eines, das nicht produziert wurde.
Aber punkto Verbrauch würde ich einen Honda Civic empfehlen (4,6 l), einen kleinen Corsa (4,8), der Prius Hybrid säuft 4,3; will man in die obere Mittelklasse, kommt man um Gasantrieb nicht herum. Bei den Vans schluckt z.B. der Modus von Renault auch nur 6 l.
Die von dir genannten Beispiele der Luxusklasse sind irrelevant, die Kisten gehören schlicht verboten.
“Diese Aussage verstehe ich so als ob Hybrid bei einem 2Tonnen-Geländewagen fehl am Platz ist, hingegen bei einer 2.2Tonnen-Limousine absolut sinnvoll ist. Wo bleibt da die Logik?”
Irrtum. Die genannten Autos sind überflüssig, nicht der Antrieb. Wenn nur Leute mit SUV führen, die wirklich ein Arbeitstier brauchen, sei es für Anhänger oder weil sie in unwegsamem Gebiet arbeiten, wäre meine Kritik weniger laut.
Aber wer geht mit einem Cayenne ins Gelände? 90 Prozent der Egoprothesen fahren ausschliesslich auf der Strasse. Und für die meisten der Strecken täte es ein Kleinwagen auch, oder dann ein General-Abo.
Es geht nicht an, um es wieder einmal zu sagen, dass man wegen “Spass” und “Emotion!” so viel Ressourcen verschleudert und so viel Dreck produziert, von der Gefahr, die von den schallisolierten, abgekapselten Panzern mit ihrer Masse und der hohen Front für die anderen Verkehrsteilnehmer ausgeht, ganz zu schweigen.
PS: Am letzten Donnerstag konnte ich mich auf einem Fussgängerstreifen in der 30er-Zone in Lu nur mit einem Sprung retten, die Frau fuhr einen Cayenne und hatte das Handy am Ohr. Obwohl sie nur etwa 30 fuhr, war sie so abgekapselt und abgelenkt, dass sie mich und die anderen auf dem Streifen nicht wahrnahm.
Da hörts für mich definitiv auf.
Frauen gehören definitiv nicht in SUV’s !
CO2-Reduktion von 20-25%.
Das erreicht man mit einem effizienteren Motor bzw. mit einem leichteren Wagen.
Leider sind Begriffe wie Bio, Öko, Light etc. nicht geschützt.
Ziel wäre es, mittelfristig eine CO2neutrale Strategie zu verfolgen. Allerdings müssen auch andere Branchen sowie die Gebäudeheizungen noch Aufgaben machen.
@Pirelli. Hast Glück, dass die besagte Dame Angst vor den Schwellen hat, ansonsten sie schneller fahren würde – natürlich mit Handy am Ohr.
Ich finde die Typen mit den Riesendingern in der Stadt zum Kaputtlachen.
Interessant dass diese Monster seit einigen Jahren auch als Nichtphallische Fruchtbarkeitssymbole dienen.
@swissinfo: Vermutlich weckt der erhöhte Benzinpreis das Interesse. Setzt natürlich voraus, dass man richtig rechnet.
was soll diese diskussion wieder um irgendwelche nützen und unnützen autos (oder kampfhunde)? vielleicht sollte man mal von einer “öko”-bilanz ausgehen. wenn die SUV-fahrerin von luzern ihren benzinfresser lediglich zum posten braucht, so verbraucht sie vermutlich massiv weniger benzin als der corsa-fahrer der mit seinem auto täglich durch die halbe schweiz zur arbeit fährt. vielleicht sollte man recourcen kontingentieren. dann kann jeder mit seinen 5 litern benzin machen was er will. oder noch besser: wir senken die fixkosten der autos und erhöhen den benzinpreis, damit benzin sparen auch attraktiv wird.
Ist zwar schon ein Weilchen her, aber ich wollte nur dem zustimmen, dass man Autos, welche nur als Statussymbol gebraucht werden und dann auch noch einen riesen Benzinverbrauch haben, sollte man verbieten. Oder man sollte sie extra besteuern. Und Hybrid sollte man nur in Fahrzeugen einbauen, welche auch einen geringen Benzinverbrauch haben, denn auf der Autobahn zum Beispiel wird doch auch bei einem Hybrid Auto irgendwann der Benzinmotor hinzugeschaltet.