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Schweiz hat als erstes Land der Welt einen “Rat der Religionen”

Die Schweiz hat als erstes Land der Welt einen “Swiss Council of Religions (SRC)” – also ein Rat der Religionen. In dieser Runde sind Spitzenpersonen der grossen monotheistischen Religionen mit dabei und haben letzten Montag ein entsprechendes Mandat unterzeichnet.

Der Rat soll den interreligiösen Dialog fördern und zum Erhalt des religiösen Friedens beitragen. Momentan sind im Rat der Religionen Angehörige des Islams, des Christentums und der jüdischen Konfession mit dabei, präsidiert wird der Rat vom Präsident des evangelischen Kirchenbundes der Schweiz, Thomas Wipf.

Die Aufgabe des Swiss Council of Religions bestehe darin, dass sich die Religionen besser kennen lernen und miteinander, statt übereinander sprechen. Der religiöse Frieden, so Wipf, der in der Schweiz herrsche, biete eine ideale Grundlage für einen solchen Rat. Des weiteren wird sich der Rat der Religionen auch politisch engagieren und so zum Beispiel zu Themen wie Kopftücher in Schweizer Schulen, Minarett-Bau etc. Stellung beziehen.

Der Rat steht natürlich auch Neuzugänger offen gegenüber. So würde ein Beitritt buddhistischer oder hinduistischer Geistlicher sehr begrüsst.

Eine ausserordentlich gute Idee, die international hoffentlich Nachahmer finden wird.
Wären wir die Schweizer Illustrierte hätte der Rat der Religionen eine Rose verdient!

Quelle: swissinfo

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Dieser Artikel wurde von pipo am Dienstag, 16. Mai 2006 in der Rubrik Schweiz und zu den Stichwörtern , , , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

11 Kommentare zum Artikel “Schweiz hat als erstes Land der Welt einen “Rat der Religionen””

  1. AlphaPapaGolf am 16. Mai 2006 um 17:57

    Eine völlig überflüsige Institution. Eine Mega-Oekumene. hat schon bei den Katholiken-und Protestanten nicht geklappt. Wie solls dan klappen wenn Imame und Ayatollahs in einem “Rat” sitzen und aus dem Koran rezitieren?

  2. kyri am 16. Mai 2006 um 20:00

    Ach, die finden sicherlich gemeinsame Ziele: Keine Abschaffung der Kirchensteuerpflicht für Betriebe (sondern deren Ausweitung auf weitere Kirchen), Aufweichung des Rechtes zur Abtreibung oder Einführung eines obligatorischen Religionsunterrichtes an Schulen, der ohne lästige säkulare Welterklärungen daherkommt, idealerweise ergänzt durch den Einzug von “Intelligent” Design im Biologieunterricht, usw.

  3. fehldruck am 17. Mai 2006 um 08:37

    Wieder einmal empfiehlt es sich, Wattebäusche aus den Ohren, Zigarren aus den Mündern zu entfernen, und nachzudenken. Die islamische Weltverschwörung wird deswegen nicht schneller zu ihrem Ziel kommen, mein lieber APG. Was aber geschehen könnte, ist, dass die führenden Köpfe, schliesslich auch die, welche dem gemeinen Volk am Sonntag Predigten halten, freundschaftlichen Kontakt zu anderen Religionen haben, und unter Umständen eine tolerantere Einstellung ihnen gegenüber entwickeln. Wäre doch prima, oder?
    Übrigens hat die katholisch-prostestantische Ökumene meiner Meinung nach keineswegs versagt. Aber vielleicht weisst Du ja diesbezüglich mehr als ich, wobei ich dich freundlich um Aufklärung bitten möchte.

  4. Dschungeljango am 17. Mai 2006 um 09:45

    Religion ist Opium fürs Volk, da kann ich nur sagen ” Keine Macht den Drogen “

  5. Ruthenium am 17. Mai 2006 um 10:47

    Ja, aber was wollt ihr denn? Tatsache ist doch, dass es Verständigungsprobleme gibt, insbesondere in letzter Zeit. Deshalb ist so ein Versuch des Dialogs absolut begrüssenswert. Lustigerweise sind die gleichen Stimmen, die das Problem Islam hysterisch beschreien, nun gegen eine solche Einrichtung, die am ehesten in der Lage ist, die kulturellen Unterschiede friedlich in Einklang zu bringen. Ich empfehle einen Eimer Sand. Da können diese Leute ihren Kopf reinstecken und warten bis die Welt wieder in Ordnung ist.

  6. pipo am 17. Mai 2006 um 11:56

    du hast völlig recht. Hier kommt die “Ich-bau-ne-Mauer-um-die-Schweiz”-Mentalität wieder mal eindeutig zum Vorschein. Sinnvolle Projekte zur Förderung der Kommunikation innerhalb der Religionsgemeinschaften werden mit Hohn und Spott beworfen. Wo sind denn die guten Alternativ-Vorschläge?! Aber lösungsorientiertes Denken war eben noch nie die Stärke der APG-Fraktion.
    Ich begrüsse dieses Projekt sehr und hoffe, wie im Artikel erwähnt, dass die Idee solcher Räte international auf Anklang stösst. Ich denke wir wären dem Frieden ein gutes Stück näher, wenn die Religionen ihre Inhaltliche Nähe besser verstehen und begreifen würden. Und ich bin Atheist und habe trotzdem grösstes Interesse an einem interreligösen Dialog.

  7. felixkohl am 17. Mai 2006 um 16:01

    Absolut gute Sache.
    Ich hoffe, dass die religiösen Oberhäupter mitmachen und somit voreingenommenen Ignoranten (jeder Religion) ein Vorbild sind.

    Übrigens: Katholiken und Protestanten haben zwar Schwierigkeiten gemeinsame Gottesdienste abzuhalten. Tolleranz und Zusammenarbeit funktionieren in der Schweiz jedoch optimal.

  8. spargeltarzan am 17. Mai 2006 um 19:50

    Hmm also bei uns in der Gemeinde gibt es regelmässig ökumenische Gottesdienste, also keine Anzeichen eines Scheiterns der Ökumene, aber das ist subjektiv.
    Ich finde es sehr wichtig, eine religionsübergreifende Organisation zu haben, das hilft Vorurteile abzubauen. Trotzdem dass ich Agnostiker bin und mich so auch keiner Glaubensgemeinschaft zugehörig fühle, denke ich es war höchste Zeit, eine solche Institution zu gründen. Denn nur schon die Vorurteile dem Judentum gegenüber, immerhin schon über 1000 Jahre unsere Nachbarn, stimmen mich betrüblich. So ist es doch schön, wenn ein gemeinsamer Rat geschaffen wurde, der gemeinsam Stellung beziehen kann. So gesehen wird da ein neuer Deismus geschaffen.
    Auch die Offenheit weiterer Glaubensrichtungen ist wichtig und richtig.
    Alles in allem ein Schritt in die richtige Richtung, mal schauen wie sich das ganze entwickelt, ob man im Ausland Nachahmer findet und ob der interreligiöse Dialog funktioniert.
    Ich hoffe es.

    so long

  9. fehldruck am 18. Mai 2006 um 14:14

    @dschungeljango
    Nimm dem volk nur nicht sein Opium weg, sonst haben wir ein ernsthaftes Problem! Wer tröstet es dann noch, wenn nicht die Kirche? Etwa die Aussicht, in einigen Duzend Jahren bereits unter der Erde zu verrotten? Nene, die Kirche ist eine super Sache. ;)

  10. UTOPIDA am 18. Juli 2006 um 02:02

    Die Idee ist sehr interessant. Im Grunde genommen sind Judentum, Christentum und Islam ja nur Weiterführungen und -Entwicklungen der selben Wurzeln, und zt. der selben Propheten und insbesondere dem selben Gott. Es wäre auch sehr interessent dieser Rat es zb. wagen würden Parallelen zwischen den Religionen zu suchen. Leider ist es heute fast nicht mehr möglich die Glaubensbekentisse zu erweitern. Obwohl mir ehrlich gesagt östliche und vorchristliche Religionen in ihren grundsätzlichen Anschauungen mehr behagen!
    Aber zur Verständigung beizutragen ist doch auf jeden Fall erstrebenswert. Oft entstehen Konflikte wie Araber-Christen(heutzutage zm.) oder in Nordirland doch nur vordergründig auf religiösen Gründen.
    Vielleicht wird es dank diesem “Rat” und seiner Intension eines tages zb. doch noch einen moslemischen Friedhof in Zürich geben. In arabischen Ländern gibts meines Wissens nach christliche Friedhöfe, nur so zur Information…

  11. ABC am 18. Juli 2006 um 07:15

    Ich hege in einem gewissen Masse die Befürchtung, dass es “Anti-Blasphemie” Gesetze geben könnte (Natürlich nur, um den Frieden zu wahren). Aber warten wir doch mal ab.

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