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Schlechte Lehrstellenchancen für Jugendliche mit ausländischem Namen

Laut einer Befragung der Universität Freiburg benachteiligen kleinere und mittlere Unternehmungen in der Schweiz ausländische Jugendliche. Die Schulnoten spielen dabei lediglich eine marginale Rolle – wichtig ist, dass der Jugendliche keinen ausländischen Namen trägt, den sich ja selbst ausgesucht hat.

In der Studie nannten die Unternehmen, dass insbesondere Jugendliche aus dem ehemaligen Jugoslawien oder der Türkei sprachliche und Schulische Defizite aufweisen. Die Studie belegt aber, dass diese vorgehaltenen Gründe im konkreten Fall meist keine Bedeutung haben. Man befürchtet viel mehr, dass die ausländischen Jugendlichen Konflikte und eine unerwünschte Klientel in den Betrieb hineintragen. Das nennt sich dann “Betriebstauglichkeit”. Und die ist, wie ja jedes Kind erraten kann, abhängig von Ethnie und Name – Schulnoten und Benehmen haben da einfach kein Platz.

Die Studie untersuchte die Berufe, autolackierer, Automonteur, Automechaniker, Schreiner, Dentalassistentin, medizinische Praxisassistentin, Kauffrau und Kaufmann.

Also sind es irgendwelche undefinierten Urängste, die es den ausländischen oder Jugendlichen beinahe verunmöglichen, eine Stelle zu finden. 200 Bewerbungen sind ganz normal für einen ausländischen Jugendlichen oder einen Jugendlichen mit ausländischem Namen, auch wenn er gute Noten vorweisen kann. Es wird Zeit, dass Menschen endlich anhand ihrer Leistungen beurteilt werden und nicht nach ihren Namen oder Ethnie. Aber das ist wohl Wunschdenken. Kleines Beispiel aus der Wirtschaft:

Banker, die Firmen fusionieren, werden nach dem Volumen der Fusion bezahlt, nicht nach ihrer Leistung und ihrem Erfolg. Zum Glück nicht, für die Banker, denn 90% aller Fusionen haben einen Wertverlust der Unternehmen zur Folge. Aber das ist ja nicht das Problem der Banker. Leistungsbezogene Kriterien haben es noch nicht einmal in die obersten Etagen unserer Wirtschaft geschafft – traurig und filzig das Ganze und im Falle der Lehrstellenvermittlung ganz bestimmt nicht Integrationsfördernd.

Quelle: Tagi
Studie: lehrlingsselektion.info

Dieser Artikel wurde von pipo am Dienstag, 13. März 2007 in der Rubrik Wirtschaft und zu den Stichwörtern , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

10 Kommentare zum Artikel “Schlechte Lehrstellenchancen für Jugendliche mit ausländischem Namen”

  1. Chevy am 13. März 2007 um 14:33

    Die Lösung steht im Thread, dann müssen sie hald Banker werden;-)
    Das liegt in der Freiheit des einzelnen mit wem er seinen alltag bewältigen will.

  2. Chevy am 13. März 2007 um 15:34

    So nebenbei, die Studie ist nich Representativ, auf gut deutsch nichts wert.

  3. dbb am 13. März 2007 um 17:58

    So, so „Nich Representativ“ ist die Studie also ;-)
    Eine reliable und valide nicht-repräsentative wiss. studie ist viel wertvoller als eine repräsentative studie, welcher die validität und reliabilität abgeht. In diesem fall könnte man, geld vorausgesetzt, das forschungsdesign einfach auf weitere berufe ausdehnen. Es scheint mir jedoch plausibel, dass die resultate bei ähnlichen berufen gleich aussehen werden, daher ist’s doch sinnvoll nicht mehr ressourcen zu vewenden und somit forschungs- und steuergelder zu sparen.

  4. thermite am 13. März 2007 um 19:36

    Ausserdem ist es ja auch nicht abnormal, wenn man als Schweizer eher einem Schweizer die Möglichkeit für eine Lehrstelle geben will, als einem Ausländer.

  5. thermite am 13. März 2007 um 19:36

    Ach ja, die Studie ist NICHT repräsentativ:

    http://www.tagi.ch/dyn/news/schweiz/729628.html

  6. pipo am 14. März 2007 um 02:49

    öhm, an die Marktforscher unter den euch:

    Es gibt verschiedene MAFO-Methoden innerhalb der Primärforschung. Qualitative und die Quantitative Forschunng. Die Quantitative ist in der Regel repräsentativ und muss je nach System (Meist Quota oder Mischformen) eine gewisse Anzahl Interviews aufweisen um eine Grundgesamtheit mit all ihren Ausprägungen abbilden zu können.

    Die qualitative Forschung verwendet man um Einstellungs und Motivforschung zu betreiben, was man hier bei dieser Studie vorfindet. Der Aufbau einer Qualitativen Forschung unterscheidet sich markant von einer Quantitativen. Diese erhebt überhaupt nicht den Anspruch repräsentativ zu sein. Um Einstellungen von Personen zu erfassen eignet sie sich aber wesentlich besser – und dies wurde ja mit dieser Studie bezweckt. Also. Erst MAFO büffeln, dann poltern=)

  7. ninatest am 14. März 2007 um 21:33

    Wieder mal so ne Studie…

  8. Schweizer am 15. März 2007 um 16:10

    Das ist wieder eine Studie in welcher es unterlassen wurde zu unterscheiden zwischen, Jugendlichen mit ausländischem Namen und Jugendlichen Ausländer.

  9. leonforte am 17. April 2007 um 02:09

    die unternehmen handeln rein wirtschaftlich. der aufwand lehrlinge, die als muttersprache keine der drei landessprachen sprechen abschlussreif zu machen ist in der regel zu gross. die sache rechnet sich für die betriebe nicht einmal unter dem aspekt der nachwuchskräftegenerierung.

  10. Atem am 21. April 2007 um 15:17

    Wie bereits erläutert: dass Schweizer Unternehmungen Eidgenossen in einer Anstellung halten wollen, erscheint mir nachvollziehbar: der “Selbsterhaltungstrieb” beginnt an Bedeutung zu gewinnen – und sollten wir nicht alle bemüht darum sein, die Arbeitslosigkeit unseres eigenen Volkes zu vernichten, ehe wir anderen Menschen helfend die Hand reichen? Wer soll denn hilfreich dienen, wenn er die Probleme selbst bei “sich” nicht zu lösen vermag? Gleichsam vermag ich anzumerken, dass wohl kaum jemand, dessen Bewerbungsschreiben wirklich zu überzeugen vermag und welcher während eines (womöglich) folgenden Vorstellungsgespräches wahren Willen zur Arbeit, Engagement und eine ausgezeichnete Vorbereitung zu vermitteln weiss, keine Möglichkeit erlangen könnte.

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