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SBB Kundendienst rät: Gehen Sie doch mit dem Auto

Vorgeschichte: Am 4. Oktober habe ich ein für eine Fahrt nach Winterthur ein falsches Ticket gelöst (Fahrpreis CHF 1.40 zuwenig). Die SBB Angestellte, welche mich kontrollierte, meinte dazu: “Da sind sie nicht der Einzige, das passiert vielen Leuten” und etwas später “Sie hätten genausogut ohne Ticket in der ersten Klasse fahren können, das macht keinen Unterschied“. Ich könne mich ja bei der Inkassostelle schriftlich beschweren. Dies habe ich auch gemacht…

Leider wurde mein Brief von niemandem bei den SBB gelesen, dafür habe ich ein super-unpersönliches Schreiben erhalten. Hätte jemand meine Geschichte gelesen, wäre sicher nicht folgendes drin gestanden: “Im Interesse der zahlenden Fahrgäste können wir leider die vielen individuellen Gründe für eine Fahrt ohne gültiges Billet nicht berücksichtigen, Wir unterstellen aber niemandem, absichtlich ohne Ticket gereist zu sein!” Ist denn ein Halbtax + eine gültige Regenbogenkarte + ein Anschlussticket kein Ticket? Es ist wohl kein gültiges Ticket, das bestreite ich ja garnicht, aber es ist nicht kein Ticket.

Darauf habe ich ins Call-Center der SBB angerufen, wo mir mehr oder weniger unfreundlich mitgeteilt wurde, ich hätte ja immernoch die Möglichkeit, mit dem Auto zu fahren.

Ist die SBB denn wirklich darauf Angewiesen, jeden noch so kleinen Fehler der (Stamm-)Kunden mit CHF 80.- zu bestrafen? Und diese dann auchnoch zu Fichieren? Die SBB wären gut beraten, ihre Haltung, gegenüber Fehlern der Kunden, zu ändern. Ausserdem würde etwas Konkurrenz dieser Firma nicht schaden, so kann nur ein ignoranter Monopolist mit zahlenden Kunden umspringen!

Weitere schlechte Beispiele der SBB:

Dieser Artikel wurde von Sandro Feuillet am Donnerstag, 18. November 2004 in der Rubrik Allgemein und zu den Stichwörtern veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

9 Kommentare zum Artikel “SBB Kundendienst rät: Gehen Sie doch mit dem Auto”

  1. Arkan am 10. Mai 2005 um 03:38

    Wer zu dumm ist ein Ticket zu lösen soll sich auch nicht beschweren…

  2. AlphaPapaGolf am 10. Mai 2005 um 09:18

    Auch ins Flugzeug gelangst du nur mit einem gültigen Billet. z.B. du kannst nicht mit einem Billet Zürich Kloten – Wien Schwechat von Genf nach Mallorca zum Ballermann fliegen…das ein ganz einfaches Besipiel für Leute, die keinen Billetautomaten bedienen können…und sich nacher noch über andere beschweren..

  3. Sandro am 10. Mai 2005 um 09:22

    Ihr habt es beide nicht gerafft: 1. ich habe ein billet gelöst, werde jedoch auf die Stufe eines Schwarzfahrers gestellt und dann auch noch blöd angemacht (sie hätten gar kein billet lösen müssen). Ich habe nicht gesagt, dass die Busse ungerechtfertigt ist. Ich habe nur geschrieben, dass die SBB mit Ihren Kunden (von denen Sie ja schliesslich leben) sehr schlecht umgeht. In der Privatwirtschaft wäre so etwas undenkbar. Nur ein Monopolist kann sich sowas leisten.

  4. AlphaPapaGolf am 10. Mai 2005 um 10:39

    ich habe es gerafft, nicht das Segel, sondern deinen Beitrag. Aber du hast ein falsches Billet gelöst. Was denkst du, wieviele rührselige Geschichten sich die SBB Tag für Tag anhören muss, das würde ganze Bibliotheken oder Gigabites von Festplatten in Weblogs füllen, würde man jede einzelne Story auch nur stark gekürzt veröffentlichen. Und seit wann bist du Verfechter der Privatwirtschaft. Die verarscht übrigens ihre Kunden auch tüchtig, siehe Gebühren von UBS CS etc, oder versuche mal ein Anliegen bei den Callcenters von Sunrise, Orange oder Cablecom durchzubringen, oder an der Tankstelle nur Fr. 1.15 für den Liter Bezin zu bezahlen anstatt Fr. 1.55…

  5. Sandro am 10. Mai 2005 um 10:46

    [4] nein, doch nicht gerafft. Natürlich bin ich bereit eine Busse zu bezahlen, ist schliesslich mein Fehler. Der Unterschied ist, ich hatte DREI BILLETS gelöst, eines davon hatte eine Zone zuwenig, das ist nicht der typische Schwarzfahrer… Bei Orange, sunrise oder Swisscom wird alles getan, dich als Kunden zu behalten. Da kommt man dir auch mal mit einer Gutschrift entgegen oder ist sonst kulant (war selber eine Zeit lang im Call Center, ich weiss von was ich rede). Beim Monopolisten SBB wirst du jedoch arrogant angemacht und ausgelacht, und nur das kritisiere ich. Ich habe in meinem Leben über den Daumen gepeilt 15'000.- für SBB Billete bezahlt. Da ich jahrelang das GA hatte ist das für die SBB angestellten auch kein Problem, mich als "sehr guten Kunden mit ausgezeichneter Zahlungsmoral" zu identifizieren. Da ist es nichts als frech, sprüche wie "Sie hätten auch ohne Billet in der ersten Klasse fahren können, haha" oder "Wenn ihnen das nicht passt, nehmen sie doch das Auto". Das ist mein einziger Kritik punkt. Ich fordere eine ermässigte Busse (nur beim 1. mal) von z.B. 40.- für "FALSCHE" Tickets.

  6. AlphaPapaGolf am 10. Mai 2005 um 14:26

    Gute Idee.

  7. willybombe am 11. August 2005 um 02:16

    Als ich mit einem Billet 1. Klasse im 2. Klasse Abteil mit Kollegen unterwegs war, machte mich der Kontrolleur auf die Möglichkeit der Rückerstattung für das “Downgrading” aufmerksam und notierte Entsprechendes auf meinem Billet. Am Schalter wurde mir anstandslos und ohne Bearbeitungsgebühr die Rückerstattung ausbezahlt.

    Das hätte ich nicht erwartet! Bravo SBB!

  8. i.thoenen am 19. April 2009 um 02:30

    Meine Tochter sass, nachdem 2 Züge nicht agezeigt worden sind, und sie diese verpasste morgens um 01.10 endlich ein einem Nachtzug der in Richtung Hause fuhr…… sie hatte jedoch lediglich das 1.Klass Jahres-Abo von uns dabei, da sie ja bereits nach 23 Uhr nach Hause fahren wollte. Sie hatte kein Geld bei sich, also konnte sie den Nachtzuschlag nicht bzahlen. Den Tränen nahe und auf die Frage hin, was dann mit den zwei letzten Zügen passiert sei, bekam sie keine Antwot, auch nicht, wie sie vom nächsten Bahnhof aus noch 2 Dörfer weiter nach Hause komme. Eine Busse wurde ihr jedoch umgehend ausgestellt, da sie die 5.- nicht bezahlen konnte.
    So können vielleicht die einen ihre Billete im Tariftschungel und infolge Schliessung der Bahnhöfen und evralteten Ticket-Apparaten nicht korrekt lösen, währenddem die SBB es anscheinend nicht schafft, alle Züge auf den Anzeigetafeln anzuzeigen, sodass man den geplanten Zug ohne Zsuchlag auch nehmen könnte. Schade, als 1. Klassabonnement würde ich mir viel mehr Kundenfreundlichkeit und konkrete Hilfe im Notfall wünschen.

  9. Chevy am 20. April 2009 um 09:18

    @i.thoenen

    So wie Deine Tochter haben Tausende jedes Wochenende irgend eine Ausrede wiso sie jetzt im gegensatz zu fast allen anderen es nicht geschafft haben einen Nachtzuschlag zu lösen. Ich verstehe es nicht wie man ohne Geld aus dem Haus gehen kann. (Sie hätte ja nur 5.– gebraucht). Ich hoffe Deine Tochter muss nie an einem Bahnhof einsteigen ohne Anzeigetafeln (ja das gibt es). Auch die von Dir als “Veraltet” bezeichnetetn Billetautomaten sind nicht alt, und ich denke die neuen werden höchstens komplizierter. Vergleiche mal die Uraltautomaten (nein, nicht die mit der PLZ, die noch älteren) mit den heutigen. Vor 20 Jahren musste man für ein ganzes einfachbillet Billet nur eine Taste Drücken, die mit dem Ziehlort darauf, Geld einwerfen das wars. Heute kommst Du an ein Touchscreen voller Infos die ich nicht will und kann mir dann mühsam den weg durch zig Menues suchen, so nach 2min hat man dann vielleicht ein Billet oder steht wieder am Anfang des Menues.

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