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Roadpricing: Positive Bilanz in Stockholm

Grosserfolg für Strassengebühren in Stockholm. Während den sieben Monaten des ersten Versuchslaufs in der Schwedischen Hauptstadt hat der Verkehr insgesamt merklich abgenommen und wurde durchs Band weg flüssiger, was wiederum der Wirtschaft zugute kommt. Folgende Zahlen aus dem Tagesanzeiger von gestern (nicht online) als Resultat des Versuchs:

  • Die Durchschnittsgeschwindigkeit in der Innenstadt hat sich um 15 km/h auf 30 km/h verdoppelt
  • Sprachen sich vor dem Versuch mit der Staugebühr laut Meinungsumfragen noch über 70 Prozent der Stockholmer gegen die Gebühr aus, so ist nun eine klare Mehrheit dafür
  • Massive Gesamtreduktion des Verkehrs
  • Rückgang der Feinstaubbelastung in der Stockholmer Innenstadt
  • Gesunkene Zahl der Todesfälle auf Grund der Luftverschmutzung

Und funktioniert hat das so:

Seit dem 3. Januar mussten Autofahrer, welche die Stockholmer City passieren, eine nach Tageszeiten abgestufte Gebühr von maximal 10 Franken entrichten. Diese konnte nachträglich in Zeitungskiosken oder über Lastschriftenverfahren einbezahlt werden. Technisch und praktisch hat das Verfahren weder den Autofahrern noch den Behörden Probleme bereitet.

Es ist den Stokholmer Stadtbewohnern zu wünschen, dass die Politik den Nutzen derartiger Massnahmen erkennt und sie damit vor den Nebenwirkungen der uneingeschränkten Mobilität geschützt werden. In Stockholm ist noch offen ob das System nun definitif eingeführt wird. In der Schweiz wird es Zeit, darüber zu reden…

Dieser Artikel wurde von Sandro am Dienstag, 1. August 2006 in der Rubrik Verkehr und zu den Stichwörtern , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

26 Kommentare zum Artikel “Roadpricing: Positive Bilanz in Stockholm”

  1. Grimsdottir am 1. August 2006 um 17:45

    “Gesunkene Zahl der Todesfälle auf Grund der Luftverschmutzung”

    Ouweia, wie blauäugig muss man sein um nach einem sieben Monate Experiment Rückschlüsse auf Todesfälle zu ziehen? Alternativ kann man auch Trams in Zürich für ein halbes Jahr verbieten, da hätte man auch einen Rückgang der Verkehrstoten.

  2. Dreckfilter am 2. August 2006 um 07:29

    Das finde ich die ultimative Verschleierung:

    “Gesunkene Zahl der Todesfälle auf Grund der Luftverschmutzung”

    Nicht nur, dass dies wohl kaum schon nach sieben Monaten überprüft werden kann. Nein, es impliziert vielmehr gerade, dass aufgrund des schneller zirkulierenden Verkehrs offenbar mehr tote Velofahrer und Fussgänger zu verzeichnen waren. Ein Meister der Verschleierungskommunikation, wer dieses Communiqué erarbeitet hat!

  3. pipo am 2. August 2006 um 15:46

    ist ja schon lustig. Dieser Satz ist das Einzige, was euch an der ganzen Geschichte interessiert?

    Ist das wirklich euer Ernst?

    Euch müsste doch viel mehr die Steigerung der Durchschnittsgeschwindigkeit freuen. Oder irgendwas in der Richtung.

  4. Dreckfilter am 2. August 2006 um 16:45

    Wieso, wer will denn rasen in Innenstädten? Positiv an der Steigerung der Durchschnittsgeschwindigkeit, welche primär auf verkürzte Staulängen zurückzuführen sein dürfte, wird wohl einzig die verkürzte Betriebsdauer der Motoren verbunden mit weniger Abgasen sein. Aber ob das zu einer positiven Oekobilanz führt, weiss ich aufgrund des Berichts in keiner Weise, da die Anzahl zusätzlicher Fahrzeuge, welche Stockholm nun einfach auf einem deutlich längeren Weg umfahren, nicht kenne. Die Lobhymne bleibt somit höchst fragwürdig und stellt aus meiner Sicht nur eine Vertuschung dar.

  5. kettcar am 2. August 2006 um 17:47

    Ich bin für eine möglichst schnelle Einführung von Road-Pricing in Zürich. Das könnte durchaus heilsam sein für all die Leute, die mit dem Auto unbedingt in die Stadt müssen, weil der neu gekaufte Pullover ja so schwer ist, dass man ihn unmöglich mit dem öV transportieren kann.

    Am besten wäre wohl eine Einführung auf das ganze Stadtgebiet, nicht nur die Innenstadt. Dann wird die ganze Stadt entlastet und es gibt kein wildes Parkieren um die komplette Innenstadt herum.

    Ich bin Camionneur, aber jeder, der meint, es sei sein gutes Recht, mit dem Wagen jederzeit in die Sadt fahren zu können, hat noch nicht verstanden, dass die Bedürfnisse Tausender von Städtern schwerer wiegt, als die Freiheit eines einzelnen.

  6. vollmi am 2. August 2006 um 20:01

    @kettcar: Bin genau deiner Meinung, den Pullover kann man auch ausserhalb kaufen. Genauso wie alles andere. Was man in Zürich kaufen kann, kann man auch in anderen Einkaufszentren kaufen oder in Deutschland da ist man ja in ner halben Stunde von Zürich aus.

    mfG René

  7. bluefox am 2. August 2006 um 20:47

    Ja, wahrlich, ein “Grosserfolg”. Hat man doch tatsächlich nachweisen können, dass wenn man jedem eine Busse verteilt, der in die Innenstadt fährt, die Zahl der Autofahrer dann abnimmt. Wie unerwartet! Wie überraschend! Und ich wage eine Prognose: wenn man die Preise nochmals erhöhen würde, würde die Wirkung noch grösser. Jubel! Ein paar Millionäre könnten dann mit vierfach höherer Geschwindigkeit durch die Innenstadt fahren.
    Noch besser wäre, wenn man eine Strasse ganz sperrt: der Verkehr nimmt um 100% ab. Das Ei des Kolumbus.
    Wenn man jetzt noch die SBB-Billete auf eine Pauschale von 100.- täglich Erhöhen würde, wäre der Bahnverkehr auch noch massiv kleiner, das Schweizer Verkehrsproblem gelöst, wie wunderbar.

    Oder ist es etwa doch nicht so einfach? Was haben die “reduzierten” Verkehrsteilnehmer denn wohl gemacht? Vielleicht die Innenstadt umfahren? Oder sind sie halt einfach woanders hin? Mussten sie plötzlich nichts mehr erledigen?

    Schauen wir doch in der Studie der “Swedish National Road Administration” nach.
    “The influence on the total traffic is rather small.” heisst es da. Der Einfluss auf die Gesammtzahl des Verkehrs ist also gering.
    “the total emissions at a regional level remain almost the same.” Logischerweise nehmen demensprechend die Emissionen der ganzen Region auch nicht ab. Es geht also wieder einmal nur um eine Verlagerung, auf Zürich bezogen fährt man dann halt ins Glatt zum einkaufen. Sollen die anderen den Verkehr haben, wir grünen Stadtzürcher dafür umso weniger, und erst noch das Gefühl etwas Gutes getan zu haben. Heiliger Sankt Florian…

  8. _driv3r_ am 2. August 2006 um 21:24

    “Noch besser wäre, wenn man eine Strasse ganz sperrt: der Verkehr nimmt um 100% ab. Das Ei des Kolumbus.
    Wenn man jetzt noch die SBB-Billete auf eine Pauschale von 100.- täglich Erhöhen würde, wäre der Bahnverkehr auch noch massiv kleiner, das Schweizer Verkehrsproblem gelöst, wie wunderbar.”

    lol, lustig aber treffend formuliert. Wir könnten uns auch einfach alle erschiessen, dann hätten wir auch keine Verkehrsprobleme mehr lol.

  9. Gargi am 2. August 2006 um 21:49

    Wenn das Glatt eh näher ist, wirst Du auch dort einkaufen, das ist doch effizient!
    Wieso gibt es überhaupt den Verkehrsfluss in die Städte? Weil viele Menschen vom Land in der Stadt ihr Brot verdienen. Die Zersiedelung der Landschaft wird durch einen Strassenzoll gebremst und dies hat erst noch einen positiven Effekt auf die Effizienz des motorisierten Verkehrs!

  10. bluefox am 2. August 2006 um 22:57

    Gargi: War das jetzt ironisch gemeint?
    Wenn das Glatt näher liegt, geht man natürlich eh da hin. aber mit Road-Pricing fährt man im umgekehrten fall dann eben nicht mehr den kurzen weg nach Zürich, sonder den weiteren ins Glatt, weils dort billiger ist. bei 10.- Zoll plus 5.- Parkieren fährt manch einer lieber ein paar kilometer mehr.
    Das mit der zersiedelung überleg dir besser gleich auch nochmal. Ob arbeitsplätze in der innenstadt wohl wirklich attraktiver werden, wenn man den weg zu ihnen besteuert?

  11. TahcaUshte am 3. August 2006 um 12:32

    Auf dass nur noch die Reichen Auto fahren, wie es früher mal war. Richtig so. Nur dann ja nicht jammern, wenn ein paar Hundertausend die Arbeit verlieren.

  12. Gargi am 3. August 2006 um 21:55

    Das 1. war natürlich ironisch gemeint, obwohl ich leider die Motorisierten Ausnahmen allzu gut kenne!!
    Den weiteren Weg kalkulieren die meisten Automobilisten eh nicht (ausser Du führst eine Fahrten- und Kilometerbuchhaltung). Das Auto zählt bereits zu den sunk costs, die bezahlten Verkehrsabgaben für Jahr ebenso. Die Abgabe eines Zolls greift aber bei jedem Fahrtentscheid. Nach der Logik, sollte also jeder die kürzest mögliche Strecke zurücklegen. Glatt ist eh passé, neu gibt’s dann Sihl City (und das notabene innerhalb der Stadtgrenzen)!
    Die attraktivität des Arbeitsplatzes in der Innenstadt hat natürlich nichts damit zu tun. Nur überlegt sich dann jeder, welches Verkehrsmittel kostengünstiger ist und wählt so ev. dann den ÖV oder bildet eine Fahrgemeinschaft (versucht die wiederkehrenden Kosten zu reduzieren).
    Die Verlagerung von Arbeitsplätzen an oder über den Stadtrand hat natürlich schon lange eingesetzt, was aber auch wieder kürzere Wege bedeuten sollte, da viele Menschen in ebendiesem Agglomerationsgürtel wohnen (fortgesetzte Zersiedelung).

  13. felixkohl am 4. August 2006 um 02:58

    Der Artikel löste bei mir Kopfschütteln aus.
    Der Autor hat miserabel recherchiert. Dass die Vertreter der Stadtverwaltung (Stockholm), das Experiment als Erfolg anschauen (müssen)liegt wohl auf der Hand – hat man ja fast eine Milliare Euro reingebuttert.
    Das einzige Beispiel aus dem Gewerbe ist ein Taxifahrer. Oh Wunder, dass er sich freut, da er mehr Umsatz generieren kann. Pendler und Kleingewerbe werden natürlich nicht gefragt.
    Tendentiös der Stil – angesichts der Diskussion um Zürich.

    Ich kann mich den meisten Vorpostern nur anschliessen. Gute Analyse von Bluefox.

    @Gargi
    Das Problem der Zersiedelung respektive der misglückten Raumplanung wurde schon andernorts diskutiert.
    Tatsächlich versuchen die Stadtgemeinden Gewerbe und Büros auf ihren Boden zu locken wegen der Steuereinnahmen. Als Nebeneffekt resultiert eine Preissteigerung des Bodens bzw. der Mieten. Die Bevölkerung (z.B. in Zürich) ist rückläufig. Man wohnt ausserhalb – und zunehmend weiter entfernt von den Zentren. Man muss dort wohnen, kann man sich eine Miete von 2000 sFr. und mehr für eine mittlere Wohnung nicht leisten.
    Wer verkehrt in der Rushhour z.B. in Zürich?
    Ausser Zürcher Kennzeichen sieht man AG, TG, SG, Innerschweiz, Konstanz und andere Süddeutsche Gemeinden.
    Viele Mitarbeiter der Pharmakonzerne in Basel kommen aus dem Elsass!
    DAS ist die Realität. Nun, man kann nicht Spiegeleier braten ohne die Eier zu zerschlagen.
    Das Verkehrsaufkommen ist eine direkte Folge der zunehmenden Trennung von Arbeits- und Wohnort. Dafür die Arbeitnehmenden oder sogar die Zürcher selbst, die wohlgemerkt über Steuern für die urbane Infrastruktur bezahlen, mit weiteren Gebühren zu bestrafen, ist sehr fragwürdig.

    Abgesehen davon ist dieses Roadpricing, wie schon angemerkt, extrem unsolidarisch (ja asozial), nicht jeder der mit dem Auto kommt ist Millionär.

    Der Hinweis auf den Umfahrungsverkehr wurde im Artikel ja auch nicht erwähnt.

    Das Resultat dieser Wegelagerei ist eine weitere Preistreiberei oder/und der Ruin kleiner Geschäfte in der City.

    Was gibt es für Alternativen?

    Erstmals den Transitverkehr aus der Stadt “nehmen”.
    Zweitens der Ausbau eines klugen und günstigen Park&Ride-Systems.
    Drittens – und das ist schon fast Utopie – eine Harmonisierung der Steuersysteme über die politische Verschmelzung der Gemeinden und teils der Kantone. Denn damit würde die irregeführte Raumplanung, wie ich sie am Anfang schilderte, keinen Sinn mehr machen. Dann stünden z.B. Zürich und Winterthur nicht in Konkurrenz oder Zürich Baden etc.
    Wohn- und Arbeitsort würden sich nicht weiter voneinander entfernen. Berufsverkehr würde gemildert. Viele Verwaltungsstellen eingespart.
    Umwelt entlastet. Und: Die Unternehmen müssten keine logistischen Kapriolen machen.

  14. erdnanu am 4. August 2006 um 10:35

    An und für sich wird ja in Schweizer Städten schon ein road pricing betrieben, indem Parkplätze Mangelware und Parkhäuser immer teuer werden. Mit dem Auto in die Innenstadt zum Einkauf zu fahren ist bereits heute sehr unattraktiv. Dies führt dann dazu, dass neue Einkaufszentren im Grünen erstellt werden, die garantiert nur mit Auto erreicht werden können. Mit Vorteil erstellt man das Einkaufszentrum im Aargau, damit man den VCS nicht auf dem Buckel hat. Die Geschäfte in den Innenstädten braucht es dann nicht mehr und wir haben tolle Geisterstädte, vielleicht ab und aufgelockert durch eine Demonstration.

  15. Moni am 4. August 2006 um 13:02

    @erdnanu

    Nun übertreibst Du schon mit den Geisterstädten etc. Ich kaufe viel in Zürich ein auf dem nach Hause weg (ohne Auto). Einkaufen ohne Auto ist übrigens auch kein Problem. Muss man denn immer gleich in Einkaufszentren gehen, wenn man eh nur in einen Laden muss, den es dort wo man wohnt auch gibt?

  16. bluefox am 4. August 2006 um 19:34

    Moni,
    “Muss man denn immer gleich in Einkaufszentren gehen, wenn man eh nur in einen Laden muss, den es dort wo man wohnt auch gibt?”

    nein, sicher nicht. aber wenn man nur einmal in der woche “gross” einkauft, ist die ökobilanz gar nicht so schlecht, in ein zentrum zu gehen. das gibt dann nur einen weg, und das auto wird voll. die menge schleppst du echt nicht mehr in einem mal mit öv, schon wegen der getränke etc. also ich mein… darfst es gern mal versuchen ;-)

  17. leonforte am 7. August 2006 um 12:27

    persönlich finde ich die erfahrungen mit dem road pricing aus london sehr interessant. da wurde das autofahren in der innenstadt so teuer, dass es sich wirklich nur noch die reichen leisten können mit dem auto zur arbeit zu fahren. allerdings glaube ich nicht, dass sich die erfahrungen von stockholm oder london city so mir nichts dir nichts auf die innenstadt von bern übertragen lassen. immerhin gibt es da grössenunterschiede zu beachten.

  18. kingofdisaster am 8. August 2006 um 13:15

    als ob wir nicht schon genug steuern und abgaben auf alles und jedes hätten bei uns in der schweiz. zudem sollte man vielleicht auch die grössenunterschiede bedenken:

    - einwohner ch: ~ 7’410’000
    - einwohner bern: ~ 127’000
    - einwohner england: ~ 50’000’000
    - einwohner london: ~ 7’420’000

    und, was fällt auf? richtig die schweiz ist in etwa mit england gleichzusetzten. london ist auch durchaus gleich gross wie bern… NEIN, SICHER NICHT!!! merkt euch das! es gibt riesige unterschiede, die man nicht ausser acht lassen sollte.

    zudem haben wir hier in bern sowiso kein immenses verkehrsproblem. ausser, dass in den letzten jahren diverse unnötige lichtsignale, verkehrshindernisse und spurverengungen gebaut wurden.

    möglicherweise wollen die regierendeninnen den fortschritt bremsen. ev. sollte man sich überlegen ab sofort auf den massiv überteuerten und bereits jetzt – zu stosszeiten – überfüllten öv umzusteigen. wäre super!!

    cheers

  19. deep am 8. August 2006 um 14:11

    in den politischen diskussionen sowie in den medien ist immer wieder vom “immensen verkehrsproblem” in der stadt bern die rede, ich wohne und lebe selber in der stadt unnahe vom zentrum entfernt und kann ehrlich gesagt immer weniger verständnis für dieses sich immer wiederholende, masslos übertriebene, hysterische getue aufbringen.

    es hat in bern im allgemeinen, auch auf den hauptverkehrsachsen, RELATIV WENIG VERKEHR!
    während den stosszeiten sind die hauptverkehrsachsen gut ausgelastet – NICHT überlastet, und dies TROTZ den zahlreichen schon in die wege geleiteten SCHIKANEN
    (spurverengungen, fahrverbote, parkplatzaufhebungen, schwachsinnige ampelschaltungen, narrenfreiheit/ungleichbehandlung von bestimmten verkehrteilnehmergruppen etc.)
    und während allen anderen tageszeiten ist es AUSGESPROCHEN RUHIG (wenig verkehr, macht euch selber ein bild, ist so),
    für eine HAUPTSTADT sogar manchmal beängstigend ruhig (geisterstadt),jedenfalls UNMÖGLICH AUCH NUR ANNÄHEREND MIT EINER METROPOLE WIE LONDON ZU VERGLEICHEN.
    ich finde es auch schade, unnötig und ineffizient die einzelnen verkehrsteilnehmergruppen (velo, auto, fussgänger, Öv)immer gegeneinander aufzuhetzen und
    anstatt das aufbauen und nähren von feindbildern ein möglichst harmonisches und realisisches miteinander zu ermöglichen.

  20. felixkohl am 10. August 2006 um 02:54

    @leonforte

    “dass es sich wirklich nur noch die reichen leisten können mit dem auto zur arbeit zu fahren”

    So können wir natürlich jedes Problem lösen. Abfallentsorgung verteuern, Wasser und Mieten usw. und alle die es nicht bezahlen können, müssen auswandern. Sauberkeit und Ordnung werden das Resultat sein. Ist ja noch schlimmer als Brave New World.

    @kingofdisaster
    Da besteht allerdings ein Unterschied. Die Millionenmetropolen weltweit sind ja auch eher Konglomerate von Städten (Suburbs, Satelliten etc.)

    @deep
    “Unheimlich Ruhig”. ;-)
    Zürich ist ja schon klein. Bern ist schon fast dörflich (ist aber mit Respekt und Liebe gemeint).

  21. leonforte am 10. August 2006 um 11:05

    aus verschiedenen gründen bin ich gegenüber dem road pricing skeptisch. ich bezweifle dass in einem für die allgemeinzeit erträglichen kostenrahmen kostendeckend ein solches system betrieben werden kann! dies deckt sich übrigens mit den erfahrungen aus london, wo die einfahrt vor kurzem massiv verteuert werden musste, weil das system selbst nicht kostendeckend war. ich denke auch das preisniveau von 10.- wird sich in stockholm nicht halten lassen. in der wirklichkeit dürften wohl 25.- pro einfahrt realistischer sein.
    mein zweiter einwand hat mit dem datenschutz zu tun. dies ist eindeutig ein weiterer schritt des staates das leben seines bürgers zu überwachen. die gesellschaft sollte mit solchen dingen vorsichtiger sein. auch wenn die information primär für einen bestimmten zweck erhoben wird, entsteht rein durch die existenz der information eine gefahr des eingriffes in die privatssphäre.
    letztendlich denke ich, dass das roadpricing nicht konsistent mit den anderen in diesem bereich eingeleiteten massnahmen ist. parkplatzbewirtschaftung und dergleichen wird von den städten in erster linie wegen den einnahmen betrieben. in kombination mit dem roadpricing könnte sich für die eine oder andere stadt ein loch in ihrem budget auftun, das über steuergelder gefüllt werden müsste. zugleich muss man auch klar sehen, dass die atraktivität der city standorte leiden würde. im gegensatz zur city in london kämpfen beispielsweise die in der innenstadt von bern tätigen geschäfte schon heute ohne road pricing mit rückläufigen umsatzzahlen.

  22. Chevrolet Caprice am 6. September 2006 um 22:02

    Dazu gibt es eine ganz einfache lösung: wenn ich zahlen muss um nach Zürich zu gelangen, dann fahre ich eben nicht mehr nach Zürich, so einfach!

    Oder dann umfahre ich eben Zürich und brauche halt noch mehr Benzin als wenn ich normal durch Zürich gefahren wäre. Einkaufen kann man sowiso ausserhalb, und beruflich bin ich nicht an Zürich gebunden, wenn es was wichtiges Gibt dann kann man das auch per Post befördern.

  23. Aramis am 15. September 2006 um 07:27

    Ich bin für die Einführung des Roadpricing, unter der voraussetztung das man auch zahlen muss wenn man aus der Stadt ins Grüne fähr.
    Die Stadt lebt von der Agglomeration!

  24. easy am 27. November 2006 um 14:42

    Roadpricing als Allheilmittel?

    Ich denke, dass diese Idee in Zürich auf massiven Widerstand jener Kreise stösst, welche damit die bewusste Verkehrslenkung durch die Stadt aus den 70er Jahren durchgesetzt haben.

    Daneben sind es etwa die gleichen Kreise, in unterschiedlichster Zusammensetzung, welche schnellere Wege zur Durchquerung von Zürich
    torpediert haben und die wir heute als “Bauruinen” tagtäglich vor Augen haben. Auch sind diese Kreise für die “einmalige” Streckenführung der Durchfahrung von Zürich verantwortlich.

    Roadpricing dürfte auch mit den aktuellen Abgaben (Strassenverkehrsgebühren) rechtlich nicht kompatibel sein.
    Ein solcher “Lösungsansatz” katapultiert uns locker 160 Jahre in die Vergangenheit. Fehlt noch die eigene Währung ….

    Vielleicht sollten die “Ideen” dieser “Vordenker” effektiv in Steine umgesetzt werden, damit würde sich die Stadtmauer locker bauen lassen und beim Passieren der Tore wird bei Allen gleich der Zoll abkassiert.

    Schöne neue Welt ….

  25. driver am 21. Februar 2008 um 00:06

    Laut einem Bericht der schwedischen Tageszeitung Dagens Nyheter ist die City-Maut ein wirtschaftliches Desaster, bei dem frühestens 2011 die Einnahmen die laufenden Kosten übersteigen werden. Die Gesamtkosten für die Mauttechnik sollen dem Zeitungsbericht zufolge doppelt so hoch sein wie sie ursprünglich mit 97 Millionen Euro angesetzt waren. Derzeit liegen sie bei rund 200 Millionen Euro.

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/103828

  26. gumbyman am 21. Februar 2008 um 01:03

    Sinnlos teure Mauttechnik kann natürlich nicht das Mittel der Wahl sein, ein solches System muss schlank und effizient sein. Dass es in Stockholm dennoch schon ab 2012 rentieren wird, seh’ ich eigentlich als positive Überraschung am ganzen Schlamassel.

    Persönlich behagt mir das Prinzip auch nicht, ich möchte auch “einfach so” überall hin fahren können. Dass aber halt der äusserst knappe und begehrte Verkehrsraum an dermassen teuren Lagen von denen abgegolten werden soll/muss, die ihn beanspruchen, leuchtet eigentlich ein. Auch wegen des Lenkungseffektes wegen: will heissen wenn ich’s ebenso gut mit ÖV machen kann, sodass es mir die Zusatzkosten nicht wert ist mit dem eigenen Auto zu fahren, lass ich dieses zuhause. Wer hingegen unbedingt in die Stadt muss, der zahlt halt die Gebühr. Ziel erreicht.

    g.

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