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Rassismus -Neonazis werden von der Militärjustiz geschützt!

Ein weiterer Fall von Rassismus in der Armee macht die Runde. Insgesamt 11(!) Soldaten zeigten vier Wehrmänner an, die wiederholt und exzessiv rassistische Äusserungen von sich gegeben hatten. Allein die Anzahl Kläger lässt darauf schliessen, dass die Vorfälle gravierend gewesen sein müssen.

Die Militärjustiz hat das Verfahren nun eingestellt. Die Begründung: Die Äusserungen seien dem privaten Rahmen zuzuordnen und werden von der Militärjusitiz nicht weiter verfolgt. – Wie? privat? Seit wann ist man denn in der Armee eine Privatperson? Seit wann gilt die RS als privates Vergnügen? Privatleben und Privatsphäre sind in der Armee per Definition schon gar nicht möglich!

Strafrechtsexperten kritisieren den Entscheid massiv! Ignoranz.ch ebenfalls. Es kann und darf nicht sein, dass Rassismus geduldet wird – und schon gar nicht im Militär.

Quelle: DRS3

Dieser Artikel wurde von pipo am Dienstag, 10. Januar 2006 in der Rubrik Schweiz und zu den Stichwörtern , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

17 Kommentare zum Artikel “Rassismus -Neonazis werden von der Militärjustiz geschützt!”

  1. Sandro am 10. Januar 2006 um 12:43

    Im August wollten Sie ihre Reihen noch von dem Pack säubern:

    «Leute mit rechtsradikaler Gesinnung haben im Militär definitv nichts zu suchen», heisst es beim VBS.

    Quelle: news.ch: Keine Rechtsextreme in der Armee

  2. gebsn am 10. Januar 2006 um 14:16

    Gerade am Radio (Nachrichten, DRS3) gehört: die Armee will das Verfahren nun selbst weiterziehen. Ich nehme an, das bedeutet, dass sie den Entscheid des Untersuchungsrichters, das Verfahren einzustellen, anfechen. Immerhin das.

  3. mktortue am 10. Januar 2006 um 23:00

    Das VBS sollte ihre aufgestellten Richtlinien auf jeden Fall durchziehen. Wenn der Militäruntersuchungsrichter behauptet, das sei ein “minderschwerer Fall”, dann frag ich mich schon ein bisschen… ich bezweifle ausserdem, dass das Einzelfälle sind. Ich weiss aus eigener Erfahrung und auch aus dem Gespräch mit Kollegen, dass Hitlergrüsse, Anspielungen auf das dritte Reich und rassistische Äusserungen in der RS ganz sicher keine Seltenheit sind. Auch wenn sie in diesen Fällen (was beim aktuell zur Debatte stehenden Fall kaum so ist) mehr “aus Spass” gemacht wurden, ist es doch bedenklich… komische Art von Humor..

  4. driv3r am 11. Januar 2006 um 00:02

    Mich würde mal interessieren, wer von den burschen hier im Forum eine RS absolviert hat. Diejenigen welche das nicht haben sollten sich mit Aussagen von Dingen, von denen sie keine Ahnung haben, wohl besser etwas zurückhalten.

  5. mktortue am 11. Januar 2006 um 00:08

    rassistische/antisemitische äusserungen darf auch jemand verurteilen, der nicht in der rs war – oder gelten da andere gesetze?
    aber, um zu mir zu kommen: ob du’s glaubst oder nicht, ich gehör tatsächlich zu den 40% die das hinter sich gebracht haben. wie sinnvoll es war, ist ne andere frage; für etwas hat’s es aber sicherlich gebracht: ich habe in diesen verein hineingesehen – und kann jetzt immerhin berechtigt kritik anbringen. meine aussage beruht wie gesagt auf tatsachen.

  6. gebsn am 11. Januar 2006 um 00:10

    @driver
    Ich zum Bsp. war in der RS (sogar in Isone). Und habe dort und im WK Sachen vernommen, die auch nicht gerade philosemitisch waren, um’s mal so zu sagen.

  7. Pete am 11. Januar 2006 um 00:17

    @Driver; Wenn man nur bei Sachen mitreden dürfte, die man selbst erlebt hat, dann wären bei Jedem die Gesprächsthemen sehr schnell erschöpft.

    Ich jedenfalls war in der RS und bin immer noch im Verein dabei.

    Viel problematischer als die privaten Meinungen von vier Soldaten, finde ich die militärischen Ausdrücke wie KZ (Krankenzimmer) etc…

  8. gebsn am 11. Januar 2006 um 00:40

    @Pete
    Das Krankenzimmer (KZ) gibt’s offiziell nicht mehr, das heisst jetzt KA (Krankenanstalt?).

    Das tönte zwar jeweils sehr befremdlich, aber mehr gestört haben mich in Sachen Rassismus die Lieder, die teilweise gegröhlt wurden.

    Ausserdem gibt’s (gab’s?) ja für einen Büchseninhalt den kaum zu toppenden Ausdruck “gschtampfte Jud”.

  9. mktortue am 11. Januar 2006 um 00:59

    oh ja, diese bezeichnung gabs nicht nur, die existiert immer noch…

  10. AlphaPapaGolf am 11. Januar 2006 um 08:40

    ich will mal sagen, dass das KZ = Krankenzimmer ein sehr guter Ausdruck ist und den Zweck dieser Einrichtung genau trifft.
    Vielmehr sollte man das KZ = Konzentrationslager umtaufen in VF = Vergasungsfabrik, dies würde dann auch diesen Zweck genau umschreiben.
    Zur Hölle mit all jenen, die uns alten Nazischeiss aufoktroieren wollen.

  11. pipo am 11. Januar 2006 um 09:53

    @driver War und und bin auch im Verein dabei. Als Sanitäter hat man zum Glück weniger mit dieser menschenverachtenden pseudo-Humor Art zu tun, als z.B in Isone. Ich weiss nicht vielleicht liegt’s auch ein wenig daran, dass 85% aller Sanitäter die Matura besitzen… Ist Rassismus eine Bildungsfrage?

    Ich bin jedoch immer wieder befremdet, wenn ich den Diskussionen im WK zuhöre… von wegen saubere Schweiz, “du bist ja nicht einmal ein richtiger Schweizer”….etc.

  12. gebsn am 11. Januar 2006 um 10:35

    @Pipo
    Das Bildungsniveau spielt sicher auch eine Rolle. Zumindest meiner Erfahrung in einer Infanterie-Truppe nach, in der von Landwirten über Handwerker, KV-Angestellten bis “Studis” alles dabei war.

    Ich kenne allerdings auch viele gut Gebildete, die in Sachen Rassismus “Grenzwertiges” äussern. Woran das liegt, müssen wohl Psycho- und Soziologen erklären.

  13. Chevy am 12. Januar 2006 um 11:09

    Mir ist aufgefallen das viele Rassisten aus solchen Zentren wie Schlieren oder Dietikon kommen. Meist Sozial schwache die gegenden Wohnen wo sie die minderheit darstellen.
    Anderseits ich wollte auch nicht in einem Haus leben wo alle eine andere Sprache, Mentalität, Religion und Rechtsempfinden haben.

  14. Sandro am 12. Januar 2006 um 15:24


    Mir ist aufgefallen das viele Rassisten …

    Seltsam, mir ist genau das Gegenteil aufgefallen. Bewohner der Stadtkreise 4 und 5 wo aus verschiedenen Gründen überdurchschnittlich viele Ausländer wohnen, sind meinen Beobachtungen zufolge sehr Multikulturell eingestellt. Im Zürcher Oberland oder anderen eher ländlichen Gegenden mit viel kleinerem Prozentsatz “Fremden” finden sich jedoch viele Neonazi Gruppierungen etc. Ich vermute, dass sich derartig einfache Vorurteile nur etablieren/halten können wenn man selber keine persönlichen Kontakte zu Ausländern hat. (Wenn man eigene Freunde derartig pauschal verurteilt, kommt vermutlich schnell ein schlechtes Gewissen auf, wenn man niemand kennt ist es viel einfacher.) Wenn man, wie ich, Menschen aus vielen Kulturen kennt, weiss man einfach dass man, egal wo, nicht pauschlalisieren kann. Es gibt überall böse und gute Menschen sowohl bei Schweizern als auch allen anderen Nationen/Religionen.

  15. Pete am 12. Januar 2006 um 17:17

    Ich ich bin in Dietikon aufgewachsen und wohne immer noch in dieser Stadt.
    Mir ist nie etwas aufgefallen, dass es hier “besonders viele” oder “mehr” Rassisten gibt, als anderswo. – Wenn man die Bevölkerungsstruktur in Dietikon oder Schlieren kritisch hinterfragt, ist man ja auch noch nicht ein Rassist, oder?

    @Pipo: Rassismus hat doch nichts mit Bildung zu tun. – Während meinem Studium bin ich auf den einen oder anderen “rassistischen” Studenten getroffen. “Gebildete” Rassisten zeigen ihre Haltung jedoch sicherlich weniger offensichtlich.

  16. mktortue am 12. Januar 2006 um 18:07

    Ich bin auch der Meinung, dass vor allem in Gegenden, wo es weniger Ausländer hat, am meisten dagegen gewettert wird. Das liegt einerseits vielleicht daran, dass dort patriotische (zuweilen nationalistische) Werte sehr hoch gehalten werden, zum anderen wohl daran, dass Ausländer dort viel eher noch als “Fremdkörper” auffallen und viel schlechter integriert sind als in einer Stadt.
    Beispiele gibt es genügende: alle Abstimmungen betreffend Ausländer-/Asylpolitik zeigen diesen Graben. Die erste “Überfremdungsinitiative” wurde übrigens von Personen aus dem Kanton Aargau initiiert – mit einem der damals tiefsten Ausländeranteilen der ganzen Schweiz.

  17. Forum Politik » Gegendarstellung der Militärjustiz am 22. Februar 2006 um 13:14

    [...] In diesem Artikel bieten wir der Militärjustiz die Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge betreffend dem Fall der vier angeklagten Militärangehörigen vorzubringen. [...]

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