Raser: Autoindustrie und Presse tragen Mitschuld
Im Tagi vom heutigen Montag weist der Präsident von Auto-Schweiz, Anton Wohlgensinger, eine Mitschuld am Raserproblem von sich respektive der von ihm vertretenen Automobilwerbebranche. Die Autoindustrie will nichts mit den Mördern der Strasse zu tun haben. Doch so weiss ist die Weste der Automobillobby nicht. Mit Anzeigen, die ein Fahrzeug auf Pferdestärken und Schweizerfranken reduzieren (Peugeot) spricht sie gezielt die “Raser” an. Mit bewegten Bildern, in denen von “Barrieren durchbrechen” (Fiat) und “Unendliche Freiheit” die Rede ist, werden Bedürfnisse angesprochen, die in der Schweiz bei einer Tempolimite von 120 km/h nicht zu erfüllen sind. Den Verkäufern der Todesfahrzeuge ist das egal, Geld stinkt nicht und ein Smart lässt sich halt nicht so “schnell” darstellen.
Mögliche Auflagen für Automobilwerbung:
- Keine Fahrenden Autos
- Keine illegalen Situationen wie Offroad oder durchbrochene Scheiben / Barrieren
Auch die Presse ist mitschuldig!
Doch nicht nur die Werber der Automobilbranche tragen eine Mitschuld an den vielen Tötungen auf der Strasse. Auch die Presse ist zumindest genauso mitschuldig. Zwar berichtet z.B. der Tagi regelmässig mit Fotos von Raserunfällen, doch im Auto-Teil schreibt Dieter Liechti die Hochglanzbroschüren der Autoindustrie ohne Hinterfragen oder Kritik ab. Zum Beispiel der Artikel zum neuen VW-Polo GTI, weckt in Jungen Männern Fantasien, die nur illegal ausgelebt werden können:
Demenstprechend gut sind die Leistungen des neuen Polo: Wer mit flinkem Fuss unterwegs ist und das exakt zu schaltende 5-Gang-Getriebe zügig durchnummeriert, kann den Polo GTI locker in 8,2 Sekunden von null auf Tempo 100 beschleunigen und – theoretisch – eine Spitzengeschwindigkeit von 216 km/h erreichen.
Das eingeschobene “theoretisch” ist ja wirklich nur ein Feigenblatt. Mal im Ernst, welcher Junglenker interessiert sich für “Theorie”? Genau mit solcher, im redaktionellen Bereich einer Zeitung versteckte Werbung, macht sich die Presse mitschuldig an den Opfern auf den Schweizer Strassen.

auch wenn dus gerne hättest, offroaden ist (noch) nicht illegal.
schon mal von nem rasenden offroader gehört? ich nicht…
“Keine fahrenden Autos” – das ist ja lächerlich! In der Werbung sollte man die Gegenstände so abbilden, wie sie gebraucht werden. Im Falle eines PKWs also zum Fahren, um von A nach B zu gelangen. Eine Schusswaffe genauso, zum Töten. Und eine Zigarette zum Rauchen.
Kritischer sehe ich die Anpreisung der Boliden in den Fachzeitschriften. Aber was will man hier gross machen? Viele Ansässige verbinden potente Autos mit einem potenten Auftreten. Ein Werbe-/Berichterstattungsgebot ändert daran rein gar nichts. Das Umdenken muss in den Köpfen stattfinden.
Ich sähe höchstens eine Abriegelung aller Fahrzeuge auf 120km/h. Da es gesetzlich verboten ist, schneller zu fahren, kann da niemand dagegen sein. Welcher Schweizer will schon gegen das Gesetz verstossen?
Der Presse und Autoindustrie die Schuld zu geben ist Typisch BR Leuenberger. Ihm selbst fehlt die nötige Intelligenz eine Lösung zu erarbeiten, also will er das Problem verbieten. Wivielmal will er es mit diesem absolut untauglichen Lösungsweg noch versuchen?
Abgesehen davon hat im Balkan das Autorennen (kräftemessen unter Clans allgemein) ein ganz anderer (viel höherer)Stellenwert. Da Integration kein Muss ist gillt es jetzt hald die immer hoch gepriesene Multikultur zu leben, auch dort wos nicht schmeckt. Das Problem sind nicht die Autos respektive die heute Angebotenen Modelle.
Man merkt auch das die Weichspühlerbehandlung in den Schulen der letzten Jahre sich Rächen, der heutige Nachwuchs ist anscheinend nichtmehr in der lage Eigenverantwortung zu übernehmen. Nicht nur Punkto Auto.
Boing und Airbus sind an allen Flugzeugabstürtzen schuld weil sie in der Werbung schnelle Flugzeuge versprechen, so sind auch die Autohersteller schuld weil sie schnelle Autos bauen.
@mad4you
Zitat
“Ich sähe höchstens eine Abriegelung aller Fahrzeuge auf 120km/h. Da es gesetzlich verboten ist, schneller zu fahren, kann da niemand dagegen sein. Welcher Schweizer will schon gegen das Gesetz verstossen?”
Denke an Deutschlands und Österreich’s Autobahnen, dort dürfen auch Schweizer schneller als 120km/h fahren ohne sich Strafbar zu machen.
@Chevy: Dann fahren wir halt auf den deutschen und österreichischen Autobahnen “nur” 120km/h. Ist ja nicht so, dass damit das Fahren gleich ganz verhindert wird.
Aufgrund mangelnder Übung stellen 200km/h-fahrende Schweizer auf deutschen Autobahnen sowieso eine Gefahr dar …
@Chevy: Der Vergleich mit der Flugzeug-Industrie gefällt mir. Fällt in dieser Branche ein Flugzeug vom Himmel, wird der Unfall minutiös untersucht, manchmal in jahrelanger, mühseliger Detail-Arbeit. Sobald die Untersuchung abgeschlossen ist, wird daraus gelernt: Die Konstruktion kann angepasst oder die Piloten anhand der neuen Erkenntnissen umgeschult werden.
Bei Autounfällen passiert dies nicht, man nimmt Tote mehr oder weniger als gegeben hin (“Päch gha!”). Klar passen die Autohersteller ihre Fahrzeuge an (bspw. Stossstangen, Motorhauben und Fussgänger), doch das Hauptproblem ist hier – wie auch bei den meisten Flugunglücken – menschliches Versagen.
Ah, noch etwas: Schon einmal in einem Airbus gesessen, der von einem Passagier gelenkt wurde? Eben. Piloten absolvieren eine jahrelange Ausbildung mit unzähligen Prüfungen.
Das war zumindest so, bis der Trend in Richtung SUV ging. Ab da wurde alles, was Unfälle verhindert hat, wieder rückgängig gemacht. Motorhauben werden wieder höher, Radstände werden höher…
@sandro: Mit Radstand bezeichnet man die der abstand der vorder und hinterachse, nicht die höhe der achse, das nennt sich bodenfreihet. ich glaub du hast das zweite gemeint, den das erste hat herzlich wenig einfluss auf einen unfall
@ made4you
Das ist in der Autoindustrie nicht anderst, es wird da einfach nicht so ein Wind gemacht. Ein beispiel ist der Audi TT, damals regierte Audi sehr schnell auf die vielen “Raserunfälle” mit dem TT modell, es wurden ab sofort ESP und anderst abgestimmtes Fahrwerk serienmässig verbaut, die anderen bereits gebauten Autos konnten in Audi Werkstätten nachgerüstet werden.
AUCH HIER WURDE GELERNT!
Nun, das nicht alle Fahrer aus den Fehlern von anderen lernen werden ist auch klar (ES WIRD IMMER UNBELEHRBARE GEBEN), sowie auch Piloten fehler machen die andere Piloten vor ihnen auch schon gemacht haben.
Es wurde gerade ein Mazedonier zu über 5 jahren Zuchthaus verurteilt wegen einem Raserunfall. Ich denke diese Strafe reicht, fünf Jahre sind viel Zeit um nachzudenken.
“Ich sähe höchstens eine Abriegelung aller Fahrzeuge auf 120km/h. Da es gesetzlich verboten ist, schneller zu fahren, kann da niemand dagegen sein. Welcher Schweizer will schon gegen das Gesetz verstossen? ”
Gibt n paar Stolpersteine:
- Import von nicht plombierten Fahrzeugen
- Nachträgliche Entfernung der Plomben
- Auf Privatgelände darf man so schnell fahren, wie es einem passt
Sandro, man merkt sehr deutlich, dass Du nicht viel von Autos hältst. Das ist Dein gutes Recht. Und ein Bahnfahrer mehr ist ja auch ein Autofahrer weniger auf der Strasse.
Es stört mich aber, dass Du häufig (wahrscheinlich bewusst) falsche Begriffe verwendest. Wenn jemand ein Strassenrennen fährt und dabei jemanden überfährt, ist das kein Mord. Es ist fahrlässige oder unter Umständen eventualvorsätzliche Tötung. Mord wäre es nur, wenn der Typ losgefahren wäre mit dem Ziel, jemanden umzubringen. Dadurch wird die Tat natürlich weder weniger schlimm oder das Opfer wieder lebendig, aber auch im Namen der Glaubwürdigkeit sollte man IMHO korrekte Begriffe verwenden.
Eine Beschränkung aller Autos auf 120km/h halte ich für Unsinn. 120km/h reichen noch bei Weitem, um den Verkehr zu gefährden. Und wenn man seine Autos nicht auf der Autobahn vergleichen kann, würde es halt (noch häufiger) innerorts gemacht.
Und zudem, wie bereits von anderen Leuten erwähnt, gibt es noch andere Gründe gegen eine Limitierung:
- im Ausland möchte man sich auch dem Verkehrsfluss anpassen können
- auf Privatgelände, zB. einer Rennstrecke (leider gibt es die bekanntlich nur im Ausland) will man durchaus schneller als 120 fahren können; auf eigenes Risiko und ohne Fussgänger in der Nähe
- diesen Punkt halte ich persönlich für den Wichtigsten: Man sollte nicht immer mehr neue Gesetze schaffen. Der Staat soll die Freiheiten der Leute so wenig wie möglich einschränken. Alkohol ist ungesund, also gibt es eine Alkoholsteuer. Rauchen ist ungesund, also gibt es eine Tabaksteuer und es wird an immer mehr Orten verboten. Kiffen ist ungesund, also wird es verboten… Je weniger Verantwortung ein Mensch tragen muss und darf, desto dümmer wird er sich verhalten.
Gemäss deiner Logik müsste WordPress verboten werden, weil jemand damit einen rechtsextremen Blog betreibt. Siehst du den Schwachsinn?