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Prostitution an der WM: Antwort vom Schweizer Fernsehen

Der Verantwortliche Redaktor hat mir eine Antwort auf die Vorwürfe geschrieben:

Sehr geehrter Herr Feuillet

Danke für Ihr Mail zu dem Beitrag “Fussball-WM und Prostitution”. Ich bin der Autor des Berichts. Ihre Meinung, es handele sich dabei um eine Werbesendung für Luxusbordelle, kann ich nicht teilen. Der Beitrag wollte, ohne zu werten, erzählen, welcher Ansturm auf die Bordelle während der WM zukommt.

Sie sagen, Sie vermissen das Thema Zwangsprostitution. Sie haben recht, vor drei Monaten geisterte durch Deutschland das Gerücht, es würden 40’000 Zewangsprostituierte während der WM ins Land geholt. Ich habe mit allen grossen Sozial- und Frauenverbänden in der Hauptstadt gesprochen (“Koordinierungskreis gegen Frauenhandel”, “Hydra”, “verantwortlicher
Freier”, “Ban Ying”) – alle versicherten mir, dass es diese Zwangsprostitution nicht geben wird. Im Gegenteil, allen Organisationen war es wichtig, dass die Medien diese falsche Zahl nicht weiter verbreiten.

Ich will damit die enormen Probleme im Zusammenhang mit der Prostitution nicht kleinreden. Sicher ist sie oft mit Gewalt und Erniedring verbunden. Aber ich finde, das muss nicht zwangsläufig Thema eines Drei-Minuten-Beitrages im Zusammenhang mit der WM sein.

Mit freundlichen Grüssen

Thomas Vogel

Ich bezweifle dennoch, dass all die zusätzlichen Prostituierten in Deutschland freiwillig auf den Strich gehen. Auch wirtschaftliche Not ist “Zwang” und wie viele Frauen aus dem Osten mit zweifelhaften Angeboten nach Deutschland gelockt werden ist wohl auch sehr schwer zu sagen. Ich bleibe dabei, dass dieser Beitrag zumindest auf mich sehr “beschönigend” gewirkt hat.

Dieser Artikel wurde von Sandro am Dienstag, 13. Juni 2006 in der Rubrik Gesellschaft und zu den Stichwörtern , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

3 Kommentare zum Artikel “Prostitution an der WM: Antwort vom Schweizer Fernsehen”

  1. Dschungeljango am 13. Juni 2006 um 15:00

    10 vor 10 läuft meines wissens unter dem Label “infotainment” und da sollte man nicht zu viel erwarten. Am beste links liegen lassen und um / abschalten.

    Die Medien überschwemmen uns täglich mit Inkarnationen aller nur denkbaren
    hassenswerten Menschentypen:
    Diktatoren, Folterknechte, Playboys,
    Bandenchefs, Banditen, Diebe.
    Sie haben unverantwortlicherweise die
    Sicherheitszone zwischen Phantasie,
    Schein und Wirklichkeit eingerissen,
    und wir benehmen uns nur noch
    wie Affen, die alles nachahmen.

    Yehudi Menuhin,
    Kunst als Hoffnung für die Menschheit

  2. RonaldCH am 13. Juni 2006 um 17:46

    Danke, Sandro, für Mitteilung der Antwort von SFDRS. Sie ist so ausgefallen, wie sie immer daher kommen. Keine Einsicht, aber eine Menge von Ausflüchten. Aber Dschungeljango sagt es richtig, man kann nicht mehr erwarten von diesen Medien. Die armen Gesellen Journalisten haben einen Job, in dem sie unter permanentem Druck stehen, etwas zu präsentieren und wenn sie nicht Gescheites haben, erfinden sie etwas.
    R.

  3. _driv3r_ am 13. Juni 2006 um 20:00

    War ja nichts anderes zu erwarten! Ist ja klar das SF DRS auch auf den “Bordellzug” aufspringen musste, schliesslich geht allen grad einer ab, wenn irgendwo das Wort Sex oder Prostituierte fällt. Wär mir alles auch ziemlich wurscht wenn da nicht die Zwangsgebühren wären, welche die SRG ständig erhöht und für “hochqualitatives Fernsehen” und “Service public” (*kotz*) einsetzt.

    Ich fordere: KEINE ZWANGSGEBUEHREN FUER DIE SRG!

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