Panikaktionen bei der Swisscom, Angst vor der Liberalisierung?

Mit einer Strafanzeige, darauf Hausdurchsuchungen und beschlagnahmten Computer, versucht Swisscom Solutions die Informationslücke zu finden, welche für das veröffentlichen von brisanten Dokumenten verantwortlich ist, welche im Februar auf indymedia publiziert wurden. Denn die Swisscom wird Heute, kurz vor der Debatte im Nationalrat (PDF), durch die brisanten Dokumente, ganz schön unter Druck gesetzt. Der Vorwurf: mit unlauteren Mitteln (Dumpingpreise) habe die Swisscom die eigene Monopolstellung ausgebaut und den Konkurrenten den Zugang zum Markt dadurch erfolgreich verhindert.
Swisscom versucht mit allen Mitteln zu verhindern, dass der Nationalrat in der Differenzbereinigung der Fernmeldegesetz-Revision am 21. September 2005 auf die Linie des Ständerates einschwenkt. Dafür ist Swisscom jedes Mittel recht: Strafklagen, Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmung von Computern, Bedrohung von Medien, Benachteiligung der Randregionen, Verhinderung von echtem Wettbewerb. Denn es geht um „sehr viel Geld“ – Zitat eines Parlamentariers.
Der Vorwurf wiegt schwer, doch Freddy Künzler der init7 erhebt auf Indymedia.org und im init7 Weblog erneut schwere Vorwürfe:
Gravierend ist, dass Medien die hier dokumentierten Swisscom-Machenschaften dem Nationalrat und der Öffentlichkeit bewusst – womöglich gegen Geld, Inserate oder Drohungen – vorenthalten.
Nach ihm, wurde ein Artikel, der für die gestrige Sonntagszeitung vorgesehen war, kurzfristig aus “dem Programm” gestrichen. Dies ohne Brisanteres zu bringen, abgesehen von der neuen Miss Suisse. (Die Sonntagszeitung hat, wie der Sonntagsblick, früher bereits über den Dumpingvorwurf gegen die Swisscom berichtet.)
Medien unter Druck setzen? Randregionen benachteiligen? Gar nicht feiner Stil von der Swisscom. Sich unter Druck setzen lassen? Artikel vor der Publikation zurückziehen? Gar nicht feiner Stil von der Presse…
Und überhaupt, wieso sucht die Swisscom so verzeifelt nach dem Infoleck? Uns interessiert vielmehr ihre Stellungnahme zu belastenden den Dokumenten, denn davon war von Sepp Huber noch nichts zu hören. Tönt für mich extrem nach Vertuschen, das ist aber nur eine Vermutung liebe Swisscom Anwälte…
Übrigens haben sich die SVP Parlamentarier bereits “kaufen” lassen:
Sein (Jens Alder, anm.d.Red.) Lobbying bei der Volkspartei zeigt Erfolg: Die SVP-Vertreter sind nun plötzlich nicht mehr für eine rasche Marktöffnung. So stimmten sie in der Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrates gemeinsam mit den Vertretern der SP für Nicht-Eintreten auf das neue Fernmeldegesetz.
Quelle: Cash vom 25.Februar 2004. Sagt doch alles, oder?

Dieses Handeln ist eine Konsequenz der Günstlings- und Vetternwirtschaft, die in grossen Organisationen automatisch Einzug hält. SORGIM (www.sorgim.ch) zeigt wie Abhilfe geschafft werden kann. Die SWISSCOM ist ein Unternehmen, das der Allgemeinheit gehört. Solange diese Allgemeinheit lethargisch vor sich hindämmert, sind wir alle selber Schuld, wenn die Chefs gegen unsere, die Interessen ihrer Eigentümer handeln.
[...] (via relab.ch und ignoranz.ch) von BloggingTom, abgelegt unter InternetKeine Kommentare » Ähnliche Artikel:Sensation: Rufnummernanzeige bei SwisscomDen Grossen gibt man…M-Budget Mobile: 20 Rappen für Ausland-SMS [...]
[...] Monopoli geht weiter, der Nationalrat will die Swisscom schützen und folgt somit nicht dem Wunsch des Ständerates. Ja die Lobbyarbeit hat sich gelohnt. Unser manchmal unfeiner Monopolist versteht es nicht nur bei den Privatkunden kräftig abzuzocken, auch Ihre Methoden dazu befremden mich seit Jahren. Der Dinosaurier kämpft nun mit allen Mitteln, So werden nach dem Preisdumping – Skandal auch zu den Holzhammer Methoden gegriffen. Die Links zu der Geschichte: Der Dumpingvertrag indymedia 1 indymedia 2 Symlink 1 Symlink 2 ignoranz.ch Sonntagszeitung Nationalrat – Herbstsession 2005 – Fünfte Sitzung – 22.09.05 [...]