Oskar Freysinger und Heiner Studer kämpfen “gegen” Homosexualität
Oskar Freysinger, der SVP Natinalrat der durch Porno Prosa und die Nichtaufnahme in den Schriftstellerverband zweifelhafte “berühmtheit” erlangt hat, hat den Bundesrat in einer Interpellation aufgefordert, keine AIDS Prävention mehr bei jungen Homosexuellen durchzuführen.
Begründung:
Es wird nicht nur ganz unverhüllt für Homosexualität geworben (durch suggestive Fotos etc.). Auf Seite 13 der Broschüre wird gar ungeschützter Oralsex propagiert.
Die erwähnte Broschüre (PDF) macht weder “Werbung” für Homosexualität (was ja für sich schon blanker Unsinn ist) noch “wirbt” Sie für ungeschützten Oralsex.
Auch Heiner Studer (EVP/EDU) blamiert sich mit einer ähnlich unsinnigen Anfrage.
Ist er (Der Bundesrat, anm. d. Red.) nicht auch der Meinung, dass die in der Broschüre “Selbstverständlich” veröffentlichten pornografischen Bilder und Anleitungen zu diversen Sexualpraktiken für Jugendliche, welche auf der Suche nach ihrer sexuellen Identität sind, unhaltbare tendenziöse Informationen vermitteln und diese Broschüre den Schulen deshalb nicht angeboten werden darf?
Zu derlei Unfug schreibt die Aidshilfe Schweiz in ihrer Stellungnahme:
Die Aids-Hilfe Schweiz hält fest, dass es im Rahmen der Verhältnisprävention wichtig ist, jungen homosexuellen Männern klare und offene Informationen zu Chancen und Risiken des schwulen Lebens zu vermitteln. Fachleute gehen davon aus, dass schwule Männer mit einem problematischen oder gar nicht durchgeführten Coming-out häufiger gesundheitlich problematische Verhaltensweisen an den Tag legen.
Die Beiden verklemmten Herren leisten den Homosexuellen Jugendlichen mit ihren Abstrusen Fragen also einen Bärendienst. Man kann keine Werbung für Homosexualität machen, das scheinen solche Leute jedoch nicht zu verstehen. Zeigt gut ihren Respekt vor der sexuellen Freiheit des Bürgers.

Zuerst muss man feststellen, dass die Herren Freysinger und Studer als Mitläufer bzw. Exponenten des christlichen Fundamentalismus durch eine fragwürdige Auslegung der Bibel zu ihrem Weltbild gelangen. Alles, was dieser Auslegung widerspricht, ist nicht «gottgewollt» und muss «zurechtgestutzt» werden. Aus einem solchen Verständnis (bzw. Nicht-Verständnis) heraus, könnte man auch die Steinigung von Gotteslästerern im 3.Buch Mose und die Kriegsgesetze gegen andere Völker im 5.Buch Mose rechtfertigen – diese Haltung ist nicht weit entfernt vom islamischen Fundamentalismus.
Der christliche Filz ist ein Importprodukt aus den USA, wo eine Minderheit von (ausschliesslich christlichen) Psychologen aufgrund unhaltbarer Untersuchungen zum Schluss kommt, dass die sexuelle Orientierung «veränderbar» ist (seltsamerweise nur in die eine Richtung: von homo zu hetero). Dies steht im Widerspruch zu den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation, welche sich an einer seriösen Psychologie orientieren, die davon ausgeht, dass zwar das Sexualverhalten verändert werden kann, aber nicht die sexuelle Orientierung. Sogar die offizielle katholische Kirche hat dies in ihrem «Weltkatechismus» festgehalten. Und Udo Rauchfleisch von der Uni Basel spricht im Falle von sog. «therapeutischen und seelsorgerlichen Interventionen» bei Homosexuellen von «Missbrauch» und «Schädigung» der Betroffenen.
Somit dürfte jedem, der gesunden Menschenverstand besitzt, klar sein, dass man für Homosexualität keine «Werbung» machen kann. Was die AIDS-Prävention betrifft, so ist festzuhalten, dass Prävention nur durch Aufklärung möglich ist. Die Broschüre «Selbstverständlich» tut dies in klaren Worten und bietet eine Orientierungshilfe für homosexuelle Jugendliche. Wenn die Herren Freysinger und Studer solche Bemühungen sabotieren wollen, so zeigt dies bloss ihre kriminelle Gesinnung: Sie wollen Jugendliche für ihre religiösen Zwecke als Mittel missbrauchen, indem sie ihre Identität zerstören und ihnen ein schlechtes Gewissen einimpfen. Die Folgen davon sind statistisch belegt (mit einer vermutlich grossen Dunkelziffer): eine hohe Selbstmordrate unter homosexuellen Jugendlichen.