Online Befragung zur Art und Stärke der nationalen Identität -mitmachen!
Der Lehrstuhl für Sozial- und Wirtschaftspsychologie des Psychologischen Instituts der Universität Zürich untersucht die Einstellung von SchweizerInnen gegenüber der Europäischen Union. Dabei interessiert uns, inwiefern die Art und Stärke der nationalen Identität die Einstellung erklären kann.
Dazu wird seit dem 08. April bis Anfang Mai 2008 eine Online-Umfrage zur nationalen Identität und der Einstellung gegenüber der Schweiz und der Europäischen Union durchgeführt.

Braucht es dafür eine Umfrage? Die Situation ist doch klar. Die Schweiz hat mit Abstand den höchsten Lebensstandard in Europa, das sagen mir zumindest die meisten meiner in den Nachbarländern lebenden Freunde. Wenn die Schweiz der EU beitreten würde, so würde unser Lebensstandard zwangsläufig sinken. Und um grad allen persönliche Angriffen (à la SVP Soldat usw), die nun zweifellos folgen werden vorzubeugen, sei erwähnt, dass ich einen EU Pass, nebst dem Schweizer Pass besitze.
Ist schon lustig, geht es ums EU-Thema sind wir plötzlich das privilegierte Land mit dem höchsten Lebensstandard, blühende Wirtschaft, Friede, Freude, Eierkuchen…
…und wenns dann ums Thema Ausländerpolitik geht, dann ist das Land plötzlich in desolatem Zustand.
Sowas kann man doch nicht mehr ernst nehmen.
@SwissMiss
ganz einfach, vergleicht man die Schweiz heute mit dem Stand von 1988, dann kann mann kaum von einer verbesserung sprechen, in diesem Vergleich ist das Land in einem desolaten Zustand.
Trotz dieses Zustands geht es uns noch besser als dem EU-schnitt, und die EU ist nicht dafür gedacht das es der Schweiz nach dem Beitritt besser geht. Die Eu braucht Geld, viel Geld, und die Schweiz hat Geld.
Oder wie erklärst Du es dir das so viele Deutsche aus der achsoschönen EU in die Schweiz auswandern? Weil es in der EU so toll ist? Sprich mal mit einem Deutschen warum er hier ist (nicht einer der nur hier Arbeitet), er kann dir vielleicht auch die Negativen seiten der EU aufzeigen, hier ist eh jeder ein SVP-Parteisoldat mit dunkelbraunen Hosen wenn er gegen die EU wettert. Ich habe übrigens auch ein EU-Pass, vielleicht bald ein zweiter, aber dennoch sehe ich kein einzigen Vorteil den ich nutzen könnte wenn ich in der EU arbeiten gehen wollte. Man verdient weniger, man gibt mehr ab, am schluss bleibt einem etwa die hälfte von dem was man in der Schweiz hat.
Es muss jedermann klar sein, zu was eine solche Umfrage dienen soll. Man muss wissen, wie sich die Schweizer fühlen und wie sie gegenüber der EU eingestellt sind. Erst dann kann man mit einer landesweiten Manipulation der Bürger beginnen um sie EU-Konform umzuerziehen. Mein Rat, Hände weg!
R.
@Ronald
Meine Fresse, bist du so paranoid? Denkst du, dass wenn du mitmachst, dich irgend jemand Fernsteuert und dir diktiert, was du zu wählen hast?
Ich denke weniger.
Viel mehr soll es doch eine repräsentative, möglichst objektive Studie werden.
Die Wertehaltungen in einem so freien Land wie der Schweiz divergieren so massiv auseinander – da ist es doch interessant herauszufinden, welche Tendenzen wann, wo und unter welchen Umständen auftreten.
Du wirst ja nicht gezwungen mitzumachen. Abgesehen davon Manipulieren Studien selten. Es sind viel mehr politische Kreise, die zu manipulieren versuchen. Da fällt mir die “Masseneinbürgerung” ein.
Es finden in der Schweiz schlicht keine Masseneinbürgerungen statt. Und trotzdem versucht die SVP dieses Wort in unserem Hirn einzubrennen…
@Pipo
Du willst mir doch sicher nicht weis mache, du wüsstest nicht, dass solche Umfragen gemacht werden, um das zu beweisen, was man beweisen will. Zuerst werden die Fragen so gebüschelt, dass die Antworten wie gewünscht heraus kommen. Dann wird die Umfrage veröffentlicht und die etatistischen Medien schlagen alles so breit, dass die Beeinflussung ihre Wirkung voll entfalten kann.
R.
Also das dünkt mich jetzt auch grad reichlich paranoid was Ronald da für Verschwörungsängste hegt.
Leider habe ich bei 49% abgebrochen. Es ging ewig, die ständig sich zu wiederholne scheinende Fragen, zu denen ich keine differenzierende Antworten geben konnte, und die – wie so oft – meine Haltung zum Thema VOLLKOMMEN Unzureichend wiederspiegeln würde, haben mich frustriert – wie auch die Unmöglichkeit zu überspringen oder einen “Weiss nicht” zu setzen, wo man schlicht zu wenig informiert ist.
Paranoide Ängste à la RonaldCH sind unbegründet, wie auch Kommentare über die Überflüssigkeit wie vom Begrenzungsfaktor. Repräsentativität ist jedoch hoffentlich nicht angestrebt, bei dieser Online-Umfrage. Eher eine Tendenz bezüglich Zusammenhang Identität->Haltung-zu-EU-Mitgliedschaft. Ich sehr, das dies nur Vorversion (Pre-Test) ist, befürchte aber nicht. Deswegen auch dieser Kommentar hier und nicht direkt an die Verfasserin..
Ich habe die Umfrage soeben mitgemacht. Aus Erfahrungen mit anderen Umfragen weiss ich, dass sich scheinbar wiederholende Fragen oft nötig sind, um sich der Aufmerksamkeit des Ausfüllers minimal versichern zu können. Was ich schade fand: Es werden alle möglichen berufliche Ausrichtungen (inklusive “pensioniert”) erwähnt; dass jemand IV-Bezüger sein könnte, kam den Verfassern des Umfragebogens nicht in den Sinn. Sie werden deshalb einige meiner Antworten höchst widersprüchlich finden. – Meine Schuld ist es nicht!
Ja, es fehlen leider viele Sachen. Zum Beispiel, ob man mehrere Nationalitäten hat, mehrere (zentrale) Jahre im Ausland gelebt hat (nur Geburtsort und ob SchweizerIn wurde gefragt). Dann ganz wichtig: die Dimension Individualismus (vs. Identifikation über Gruppenzugehörigkeiten, im Allgemeinem).. Vielleicht kam dies alles in der 2. Hälfte oder war mit vereinzelnten Fragen “versteckt” dabei – aber eben: für mich sind solche Fragenbogen dann eben schon zu lange…
@ alle: Herzlichen Dank für die Kommentare zur Online-Umfrage zur nationalen Identität und der Einstellung zur EU. Auch wenn rawbee sich explizit nicht an mich wendete, möchte ich als Mitverfasserin der Umfrage gerne Stellung dazu nehmen.
Einige der Kommentare wurden bereits durch weitere Kommentare ausreichend erwidert. Trotzdem möchte ich auf diese Bezug nehmen.
@ Begrenzungsfaktor und Chevy: Ob eine zustimmende oder ablehnende Haltung gegenüber der EU allein aufgrund ökonomischer Faktoren erklärt werden kann, ist zentraler Gegenstand der Studie. Bisherige Forschungserkenntnisse weisen darauf hin, dass dies nicht der Fall ist und das weitere Variablen (wie etwa die Identität) mit entscheidend sind.
@ RonaldCH: Die Umfrage ist Teil einer rein wissenschaftlich ausgerichteten Studie, die keine normative Ausrichtung hat und sowohl finanziell als auch ideell von jeglichen Interessengruppen unabhängig ist. Selbstverständlich haben wir Annahmen und damit auch Erwartungen, was für Zusammenhänge sich z.B. zwischen Identität und der Einstellung gegenüber der EU zeigen werden. Diese sind aber allein theoriegeleitet und bezwecken weder die Stützung der EU-gegnerischen noch die EU-befürwortende Seite. Vielmehr ist die Studie objektiv ausgerichtet und hat allein das Ziel, genauere Erkenntnisse über die Einstellung von SchweizerInnen gegenüber der EU zu finden. Von einem Manipulationsversuch kann also nicht die Rede sein.
@ rawbee: Herzlichen Dank für Dein konstruktives Feedback. Ich kann gut nachvollziehen, dass Du bei 49% abgebrochen hast. Wir sind uns bewusst, dass die Umfrage anstrengend, anspruchsvoll und lang ist. Betreffend der sich scheinbar ständig wiederholenden Fragen kann ich auf Brunos Kommentar verweisen: Durch mehrere, leicht unterschiedliche oder anders gepolte Fragen zu einem Aspekt kann erstens überprüft werden, ob Studienteilnehmer die Umfrage tatsächlich gemäss ihren Einstellungen und Haltungen beantworteten oder vielmehr z.B. eine gewisse Antworttendenz (immer leichte Zustimmung) zeigen. Ausserdem ist dadurch die Genauigkeit der Messung höher, da unterschiedliche Nuancen eines Konzeptes erfasst werden können. Betreffend der “differenzierten Antwort”: Es ist klar, dass viele Personen eine offene Befragung, bei der keine Antworten vorgegeben sind, sondern diese von den Teilnehmenden geschrieben werden, vorziehen würden, da sie dadurch ihre Meinung differenzierter und persönlicher kundgeben könnten. Gleichzeitig ist bei solchen Studien aber die Aussagekraft insofern gesenkt, da die Antworten oft nur schwer vergleichbar sind und gleichzeitig (aufgrund des immensen Aufwandes) eine viel kleinere Anzahl Personen befragt werden können. Bei der Entscheidung, welche Form von Befragung durchgeführt wird, ist also immer eine Abwägung von Vor- und Nachteilen nötig. Dass nur bei einem Frageblock die Möglichkeit besteht “weiss nicht” anzukreuzen und auch ein Überspringen nicht möglich ist, wurde bewusst so gewählt. Erstens wollten wir verhindern, dass Personen “zu oft” die “weiss nicht”-Option wählen. Es geht bei dieser Studie nicht um Wissen sondern um Meinungen. Meinungen bestehen jedoch oft auch bei ungenügendem Wissen oder bei Nichtwissen. Durch das Weglassen der “weiss nicht”-Option sollen die Studienteilnehmer dazu motiviert werden, jene Antwort anzugeben, die für sie eben am ehesten zutreffend erscheint, ob sie nun genaue Kenntnis über ein Thema haben oder nicht. Zweitens wollten wir verhindern, viele aber nur teilweise ausgefüllte Fragebögen zu haben, da diese einen methodischen Knackpunkt darstellen (wie wird mit den fehlenden Werten umgegangen?)
Ich kann Dich insofern beruhigen, als dass diese Umfrage die Pilotstudie eines längerfristigen Forschungsprojektes ist (zwar nicht der Pretest). Trotzdem wird ein Grossteil der Umfrage bzw. die Art und Weise und der Aufbau langfristig beibehalten, da eben genau ein Grossteil der von Dir (berechtigterweise) hervorgebrachten Mängel bewusst so gewählt oder in Kauf genommen wurden.
@ Bruno: dass IV-Bezüger unter den “Berufskategorien” nicht enthalten ist, ist tatsächlich ein Fehler. Es freut mich, dass Du den Fragebogen trotzdem ausgefüllt hast.
Nadja Contzen
Es wiedermal typisch für unsere strohdummen SVP-Sympatisanten hier im Forum, dass sie sich vor einer wissenschaftlichen Umfrage fürchten. Ich kann mir das schon erklären: Es könnte ja etwas anderes dabei herauskommen, als was ihr alter Führer ihnen vorbetet. – Am Ende müssten wir sogar die gesammelten Märchen der Gebrüder Grimm aus den Regalen verbannen, weil darin nicht die SVP-Realität abgebildet wird.
Die Kommentare von Ronald und Begrenzungsfaktor sind einfach nur peinlich in einem demokratischen Land. Wenn ihr statt einer – logischerweise begrenzt aussagekräftigen – Umfrage lieber die Realität aus der parteilichen Sicht von einem Zentralkommitee serviert bekommen möchtet, dann fliegt doch an die olympischen Spiele und lasst euch gleich in dem Land dort nieder. Wenn einer dieser sehr klugen Umfrage gegenüber nur die Kritik anbringen kann, dass es sich um Umfrage handelt, dann er hat von Pluralismus und Werteliberalität – Grundpfeiler jeder Demokratie – auch gar nichts begriffen. Kuckuck, lebt ihr denn noch im Mittelalter?
Ah, ihr habt in Zürich noch “cands”.
Aber es hat schon was, differenziert zu antworten ist bei Eurer Umfrage relativ schwierig.
Beispiele: Waffenimport, 2. Weltkrieg.
Ob ein EU-Beitritt mit der Neutralität unvereinbar wäre, kann ich in Unkenntnis der Verträge nicht sagen.
Inwiefern eine solche Studio nun gefährlich sein soll, leuchtet hingegen nicht ein.
“There are three kinds of lies: Lies, damned lies, and statistics.”
(attributed to Mark Twain)
Ah, ihr habt in Zürich noch “cands”.
Aber es hat schon was, differenziert zu antworten ist bei Eurer Umfrage relativ schwierig.
Beispiele: Waffenimport, 2. Weltkrieg.
Ob ein EU-Beitritt mit der Neutralität unvereinbar wäre, kann ich in Unkenntnis der Verträge nicht sagen.
Inwiefern eine solche Studie nun gefährlich sein soll, leuchtet hingegen nicht ein.
“There are three kinds of lies: Lies, damned lies, and statistics.”
(attributed to Mark Twain)
@agathon
Da verwechselst du etwas, ich bin nicht ein SP Genosse, denn diese eifern ja vor allem ihren kommunistischen Vorbildern nach, hören die Signale und blasen zum letzten Gefecht. Im übrigen gilt auch für dich:
1. Der Linke argumentiert immer gegen die Person und nie zum Thema
2. Der Linke ist intelligenter als alle anderen
3. Der Linke verneinet kategorisch, er ist quasi der Geist der stets verneint
Nimm dir ein Beispiel an CH-EU Umfrage. Die Antwort war kurz, prägnant und keine bisschen persönlich.
@Begrenzungsfaktor
Jag mir jetzt BITTE keine Angst ein! Ich fühle mich plötzlich gar nicht mehr so links…Liegt’s am Wetter?
@Bruno
Kann jetzt nicht ganz nachvollziehen weshalb du Angst haben wollen könntest…
@Begrenzungsfaktor
Weil ich mich – um ein letztes off-topic zu wagen – als linker Realo von den von dir vorgegebenen Kriterien höchstens punktuell angesprochen fühle. Vielleicht mit ein Grund dafür, dass ich das Forum zur Zeit vornehmlich als stummer Gast besuche. – Aber zugegeben: Ich bin intelligenter als manch andere…Du darfst dich aber, obwohl politisch nicht auf meiner Linie, ruhig zu denjenigen zählen, die ich davon ausnehme (es sei denn, du antwortest mir je wieder mit “So ein Quatsch!”)
Die Umfrage hat mir auch wieder einmal überdeutlich bestätigt, wie wenig ich eben gerade als Realo in ein Parteischema zu pressen bin.