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Noch drei Jahre bis zum nächsten “Tschernobyl”

In drei Jahren wird es, glaubt man der Statistik, irgendwo auf der Erde in einem KKW zur nächsten Kernschmelze kommen. Die Folgen eines solchen “Super-GAU” kennen wir von der Tschernobyl Katastrophe, welche vor 20 jahren die Welt in Angst und Schrecken versetzt und die Risiken und Gefahren von Kernkraftwerken vorgeführt hat. Zu den längstens bekannten Gefahren der Technik kommen noch moderne Bedrohungen, wie zum Beispiel Angriffe mit Flugzeugen. Laut einer deutschen Studie würde weltweit kein einziges AKW einem Flugzeugangriff wie dem vom 11. September 2001 standhalten. (Quelle: DerStandard.at). Auch die Entsorgung des Radioaktiven Abfalls ist bisher meilenweit entfernt von einer vernünftigen und breit abgestützten Lösung. Wer ein Endlager in seiner Nachbarschaft wünscht, hebe die Hand. Alle die jetzt nicht aufgestreckt haben, sollten doch eigentlich für den konsequenten und kompromisslosen Atomausstieg sein, oder etwa nicht?

Dieser Artikel wurde von Sandro am Sonntag, 9. April 2006 in der Rubrik Energie und zu den Stichwörtern , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

13 Kommentare zum Artikel “Noch drei Jahre bis zum nächsten “Tschernobyl””

  1. vollmi am 9. April 2006 um 18:28

    Nun ich möchte auch nicht unbedingt ne Kläranlage in meiner Nachbarschaft. Soll ich jetzt aufhören Wasser zu brauchen?

    Oder ne Mülldeponie will ich auch nicht in meiner Nachbarschaft. Müll produziere ich trotzdem etwas.

    Ich will auch keine Schweineweide in meiner Nachbarschaft (hab aber eine). Trotzdem ess ich Fleisch.

    Und wie rechnen sie die Chance auf eine Weitere Tschernobyl katastrophe hoch? Es gab ja bis jetzt erst eine in dieser Grösse. Also von Wiederholungen kann man ja noch nicht reden.

    Jede Energieerzeugung birgt Gefahren. Auch Wasserkraft und Windkraft.

    mfG René

  2. fehldruck am 9. April 2006 um 23:22

    Grüss Dich, vollmi
    Zum ersten Teil deines Kommentars: Den Vergleich mit Kläranlage, Schweineherde und Mülldeponie finde ich nichtssagend. Bei diesen dreien stört vor allem der Geruch/Lärm (wobei höchstens der Müll noch gesundheitliche Bedenken auslösen könnte). Eine Atommülldeponie will niemand neben seinem Haus, weil man sich vor der Strahlung fürchtet. Gestank und Lärm beeinträchtigen vielleicht die Wohnqualität – Radioaktiver Müll beeinträchtigt unter Umständen die Lebenserwartung.
    Zum letzten Teil ist vielleicht zu sagen, dass Wasser- und Windkraft (?) lediglich ein Risiko bergen, so lange die Anlage besteht. Atommüll strahlt noch mehrere hunderttausend Jahre – so lange, dass sich sämtliche Weltsprachen zur Unverständlichkeit weitergebildet haben werden, und wir nicht einmal wissen, wie wir die kommenden Generationen vor der Gefahr warnen sollen… Da besteht doch ein kleiner Unterschied, nicht?

  3. Dani am 9. April 2006 um 23:27

    “Jede Energieerzeugung birgt Gefahren. Auch Wasserkraft und Windkraft.”

    Die grösste Gefahr die von Windmühlen ausgeht ist wohl dass Vögel gegen die Rotoren fliegen könnten. Oder hab ich da was vergessen?

    Grundsätzlich kann man mit Statistiken immer alles beweisen! Trotzdem ist Kernkraft auf Dauer unhaltbar

  4. Süchu am 10. April 2006 um 08:18

    Insbesondere mit den eigenen… oder wie ging das nochmals: Traue keiner Statistik, die du nicht selbst manipuliert hast… :p
    Ich denk, die Gefahr auf eine Katasrophe wie Tschernobil ist da. Neben den vielen neuen Bedrohungen sind aber (wohl auch wegen Tschernobil) viele Verbesserungen der Sicherheit in den Werken (gerade mit Kernschmelzungen) gemacht worden. Trotzdem stimme ich zu, schon nur aufgrund des ungelösten “Endlagerungs”- problem diese Werke so bald wie möglich aus zu schalten. Ich bezweifle jedoch, dass das in naher Zukunft möglich sein wird, wenn man den weltweit hohen und noch immer wachsenden Konsum an Energie betrachtet.

  5. vollmi am 10. April 2006 um 09:50

    @fehldruck
    Die Furcht vor der Strahlung einer Atommülldeponie ist aber unbegründet zumindest wenn es eine Unterirdische ist.

    Und klar besteht der Atommülle mehrere 10tausend Jahre, aber das tut er auch wenn wir jetzt gleich sofort aufhören ihn zu produzieren. Es kommt also nicht wirklich drauf an ob wir jetzt noch 200 Jahre einlagern oder nicht wir haben schon für Jahrtausende eingelagert, ob wir jetzt noch für jahrtausende plus 200 Jahre einlagern spielt bei dem Zeitraum wohl keine Rolle.
    Desweiteren bezweifle ich das es nach soviel Zeit wenn alle schon unsere Sprache vergessen haben die Strahlenkrankheit eine Gefahr darstellt.

    mfG René

  6. fehldruck am 10. April 2006 um 11:58

    Aber hallo! Ob nun 1000 oder 2000 Tonnen Atommüll in irgendwelchen Löchern strahlen macht für mich einen ziemlich wesentlichen Unterschied, auch wenn der nun unterirdisch gelagert wird.
    Weiter erneuert sich eine Sprache meines Wissens innerhalb von 5000 Jahren vollständig. Viel zu schnell, verglichen mit den Halbwertszeiten des Mülls. Dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Atomsemiotik

  7. vollmi am 10. April 2006 um 12:43

    Wo liegt denn für dich der Unterschied ob da 1000 oder 2000 Tonnen lagern? Verstrahlt wird man schon von wenigen Gramm genauso wie von 2kTonnen.

    Ich bin überzeugt davon das unsere zukünftigen Generationen sehr wohl Atommüll erkennen werden, bzw Messgeräte haben die da ausschlagen.
    Und wenn nicht werden sie es sehr sehr schnell merken das damit nicht zu spassen ist.

    mfG René

  8. fehldruck am 10. April 2006 um 13:18

    Ja, strahlen tut es mit jeder Menge. Aber es gibt ein Platzproblem. 1000 t sind einfacher zu vergraben als 2000 t. Du must immer neue Plätze finden, und immer neu Leute gefärden. Und wer sagt, dass eine Zivilisation mit Geigerzähler in 5000 Jahren noch existiert? Und die Leute der Zukunft einfach mal ein bisschen zu verstrahlen, bis sie es denn selbst merken, nur damit wir uns nicht mit neuen Energiekonzepten auseinandersetzen müssen, das find ich schon ein wenig bedenklich…
    Thema: Verantwortung für kommende Generationen übernehmen.

  9. sebi1742 am 10. April 2006 um 13:29

    Natürlich spielt die Menge eine Rolle.
    2000 Bq brauchen eine Halbwertszeit länger als 1000 Bq um auf den gleichen Wert zu zerfallen.
    700000000-4000000000 Jahren Halbwertszeit für Uran macht das schon noch nen unterschied.

  10. Süchu am 10. April 2006 um 16:42

    (Wo noch anzufügen wär, dass nach der Halbwertszeit die Strahlung nur zur Hälfte abgenommen hat… und da die Strahlung nicht linear sondern hyperbolisch abnehmen haben wir nach 2mal Halbwertszeit noch immer etwa ne Strahlung von 1/4 der Anfangsstrahlung)

  11. sebi1742 am 10. April 2006 um 17:00

    dachte das ist klar, deshalb heisst es ja halbwertszeit.

    desweiteren sollte klar sein:
    doppelte menge material gleicher aktivität = doppelte menge aktivität

    das heisst, einmal mehr halbieren

  12. angel am 11. April 2006 um 20:45

    Das Thema “der Atomausstieg ist möglich – Energieversorgung nach Tschernobyl” wird an der energiepolitischen Tagung der Grünen Kanton Zürich diskutiert. Ort: Konferenzraum des WWF Schweiz, Hohlstrasse 110, 8004 Zürich
    Datum: Samstag, 13. Mai 2006
    Zeit: 9-13 Uhr (ohne Mittagessen), Eintritt frei, Anmeldung erwünscht
    http://www.gruene-zh.ch/Tagungsprogramm.energiepolitik.0.html#1711

  13. spargeltarzan am 14. April 2006 um 16:04

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