Nidwalden – Die steuersenkende Wollmilchsau
Die Kantone rüsten sich für die zweite Steuersenkungsrunde. Nachdem das Rennen um die tiefsten Steuersätze bereits begonnen hat, liegt seit Mittwoch ein Papier der Regierung Nidwaldens vor, welches bereits eine zweite, markante Senkung der Steuern in verschiedenen Bereichen vorsieht.
So soll Nidwalden ab 2008 Erträge aus Wertschriften mit einem reduziertem Satz besteuern, ein Novum in der Schweiz. Zusätzlich soll der Vermögenssteuersatz zum tiefsten der Schweiz werden.
Nachdem die Kantone Obwalden, Zug, Uri und Schwyz bereits 2005 eine markante Senkung beschlossen haben, folgt im kommenden Jahr eine Solche im Kanton Luzern.
Der Finanzdirektor von Nidwalden, Paul Niederberger, sagt’s selbst am treffendsten:
Der Steuerwettbewerb verlange aber nach immer kurzfristigeren Anpassungen
Super. Also sollen Reiche angelockt werden, in Scharen sollen sie kommen und investieren. Aber wohin sollen sie gehen? Nach Obwalden? Schwyz? Zug? Uri? Nidwalden? Luzern? Vielleicht Nidwalden, zumindest bis zum Jahr 2008, danach wird der Briefkasten wohl wieder nach Schwyz oder Zug umgesiedelt, weil diese dann vermutlich die ersten Kantone sind, die mit dem Claim werben: “Der Kanton, der Superreiche komplett von den Steuern befreit!” Eine Spirale, die wohl nicht so schnell aufhören wird zu drehen.
Man kann ja schon sagen, wir seien die Linken und Netten. Zum Glück sind wir aber nicht so naiv wie die Steuersenkungsbande, die erst in 20 Jahren merken wird, dass sie sich ganz gewaltig ins eigene Fleisch geschnitten haben. Denn wie wir erfahren haben, leben im Kt. Zürich mehr Millionäre als je zuvor – und weshalb? Prestige, Standortvorteile und eine Infrastruktur, die Schweizweit einzigartig ist. Und die Steuern? Die Spielen offenbar eine untergeordnete Rolle. Viel Spass bei der Selbstzerstörung.
Quelle: NZZ

http://steuer-gerechtigkeit.ch
http://www.steuer-gerechtigkeit.ch
Jeder der sich an Steuerdiskussionen beteiligt, muss sich darüber klar sein, dass es Steuergerechtigkeit nicht gibt, und auch NIE geben kann!
Gerechtigkeit wird subjektiv empfunden. Somit kann es nur Steuerlösungen geben, bei welchen sich alle möglichst gleichmässig betrogen fühlen.
Lässt man das unselige Gerechtigkeitsargument mal weg, bleiben die pragmatischen Überlegungen nach dem grösstmöglichen Nutzen des jeweiligen Steuersystems. Die Erfolge, z.B. der Kantone Schaffhausen und Obwalden sprechen für die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges.
Der Einwand, dass – prozentuale -Steuererleichterungen von höheren Einkommen zu Lasten von kleineren Einkommen gehen MÜSSEN, zeigt eine gewisse Perversion des Denkens:
Es wird einfach davon ausgegangen, dass das aktuelle Steueraufkommen in Stein gemeisselt ist und auf jede erdenkliche Art irgendwie eingetrieben werden muss: Wenn man es bei den „Reichen“ nicht holt, quetscht man es halt aus den niedrigen Einkommen. Wenn es immer noch nicht reicht, erhöht man halt die MWSt und holt es es bei den geringer Verdienenden prozentual wiederum weit höher.
Nicht im Traum wird in Betracht gezogen, dass man die Ausgabenseite dem Steueraufkommen anpassen könnte. Wenn’s sein muss, halt auch einmal nach unten.
Dies nur für den Fall, dass die gesamten Steuereinnahmen tatsächlich zurück gehen würden.
Den eingeschlagenen Weg konsequent weiter gehen, führt zu sozialverträglicheren Lösungen:
- Durch erträgliche, oder sogar günstige Steuersätze möglichst potente Steuerzahler anlocken.
- Lieber einen Schuhmacher, der „nur“ 1Mio. pro Jahr abdrückt, als zusehen, wie er im Nachbarstaat 2 Mio. abliefert.
- Wachsendes Steueraufkommen als Entlastungen an niedrigere Einkommen weiter geben, statt über neue Wunschausgaben zu verpulvern.
- Mit dem effektiven Steuersubstrat haushälterisch umgehen: Ausgaben nach Prioritäten geordnet. Bei geringerem Steueraufkommen, Wunschausgaben in die Warteschleife verlegen.
Auch bei dieser Vorgehensweise ist gewiss, dass trotzdem jede(r) Steuerpflichtige überzeugt ist, dass ER/SIE mehr bezahlt als der Nachbar….
@ Land(m)ei(er):
die reichen Ausländer haben nicht nur tiefere Steuern in der Schweiz, sondern auch eine bessere Lebensqualität. Dies sollte auch der Grund für eine Immigration sein, nicht die finanziellen Vorteile.
aus guten GRUENden
http://demokratischesnidwalden.ch
Ist doch schön, wenn die Steuern sinken.
Oder wollen wir etwa Zustände wie in Frankreich, Deutschland und Italien mit Spitzensteuersätzen von 50% bis 60%?
Es kann doch nicht sein, dass jemand, der in diese Spitzensteuerklasse fällt, bis im August des jeweiligen Jahres für den Staat, oder “politisch korrekt” sich für den nationalen Zusammenhalt aufopfert!?
Man könnte ja den Steuersatz für Spitzenverdiener auf 70% oder 90% setzen. Dann würde allerdings nur noch eine Minderheit dieser Leute offiziell die Steuererklärung ausfüllen, der Rest macht auf Schwarz, wie in Italien seit Jahrzehnten. Italien besitzt aufgrund blödsinnig hoher Steuertarife eine Schattenwirtschaft von über 50% der Wirtschaftsleistung. Und der Staat ist vollkommen pleite.
Wenn man bei uns alle Zwangsabgaben zusammenrechnet ist man auch bei 50 Prozent. Darum ist es gut, wenn die Steuern sinken – die einzelnen Menschen gehen sorgfältiger mit ihrem eigenen Geld um, als der Staat mit dem Geld seiner Bewohner.
Für die Wollmilchsau,
insert & enjoy
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blackblackheart -fenkai lvxing
Die effektiven Steuern in Deutschland (direkte, indirekte Steuern und Sozialabgaben) sind für ein kleines Durchschnittseinkommen bereits 80 bis 90 %.
Die Bürger von Nidwalden machen das Richtige.