Hier Werben?

Nationaler Humoristenrat beschliesst: Formel 1, juhui!

Lustige Sachen machen unsere Schildbürgerlichen, immer so zeitgemäss und wohldurchdacht – und mit extremen Realisierungschancen.

Der neuste Streich: Giezendanners Formel-1-Bubentraum wurde von der grossen Kammer gutgeheissen. Der rasende Transporteur mit Rennlizenz will, kaum dem Toupet entwachsen, Formel-1-Rennen in der Schweiz durchführen.
Lustig. Da zügelt der Formel-1-Zirkus immer mehr in den asiatischen Raum, weil dort der Markt ist und weniger Werbeverbote bestehen. Österreich baute den A1-Ring superteuer um, gleichwohl fanden nur noch 7 Rennen darauf statt. Man fährt jetzt in Dubai. Und da kommt unser Lastwägeler, behauptet jenseits allen Wissens und aller Vernunft, es bestünden Chancen für das Gewerbe – und die Schildbürgerlichen gedenken ihrer Carrera-Bahn und fahren voll drauf ab.
Tolles Signal, zumal es gleichzeitig am G8-Gipfel um den Klimawandel geht.

Man hat das Gefühl, unsere Nationalhumoristen seien blind gegenüber den Zeichen der Zeit. Und Giezendanners Umweltschutzargument zeugt von der fehlenden Denkarbeit: Zusätzlich zu den (behaupteten) 250′000, die an den Nürburgring et al. pilgern sollen, kämen jetzt halt noch die dazu, die irgendwelche Drittklassrennen auf einer allfälligen Rundstrecke hierzulande sehen und eigene Runden drehen zu müssen meinen.

So denn die Piste auch nur den Funken einer Chance hätte, je realisiert zu werden.

Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass in der Schweiz wieder Autorennen durchgeführt werden, gering. Gründe dafür sind das Fehlen eines geeigneten Geländes, strikte Lärmvorschriften und die Möglichkeit, gegen entsprechende Bauprojekte Einsprache zu erheben.

Und dies sind die Argumente der Vernunft:

Nach Ansicht der Gegner torpediert die Vorlage als “komplett falsches Signal” alle Anstrengungen in Umweltschutz, Energiepolitik, Raumplanung und Verkehrserziehung. Der wirtschaftliche Nutzen von Autorennen sei minimal. Auch der Tourismus profitiere nicht, denn seine Trümpfe seien Ruhe und eine intakte Landschaft.

Die Österreicher wüssten ein Lied davon zu singen, wie “rentabel” der Formel-1-Zirkus ist.
Die Befürworterargumente können gar nicht auf gleicher Augenhöhe stehen – es sei denn, Che Guevara wäre tatsächlich ein italienischer Schu(h)macher.

Swissinfo

Dieser Artikel wurde von Pirelli am Dienstag, 5. Juni 2007 in der Rubrik Verkehr und zu den Stichwörtern , , , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

56 Kommentare zum Artikel “Nationaler Humoristenrat beschliesst: Formel 1, juhui!”

  1. roger_ag am 5. Juni 2007 um 15:58

    Die Aufhebung des überflüssigen Gesetzes gegen Rundstreckenrennen in der Schweiz war überfällig.

    Aber auch ohne dieses Gesetz wird es in der Schweiz wohl auch in Zukunft keine Rennstrecke geben und das ist gut so.

  2. roger_ag am 5. Juni 2007 um 15:58

    Die Aufhebung des überflüssigen Gesetzes gegen Rundstreckenrennen in der Schweiz war überfällig.

    Aber auch ohne dieses Gesetz wird es in der Schweiz wohl auch in Zukunft keine Rennstrecke geben und das ist gut so.

  3. bluefox am 5. Juni 2007 um 17:26

    Pirelli, wenn die Piste wie du sagst “nicht den Funken einer Chance” hat realisiert zu werden, warum regst du dich denn so auf?
    Ein altes unnötiges gesetz wird abgeschafft, das ist gut so. Will man tatsächlich irgendwann wieder ein rennen veranstalten, muss man sich an alle geltenden vorschriften halten. Ist das möglich, (weil bis dann die autos vermutlich mit strom oder wasserstoff fahren) fein, tut es das nicht, darfst du ja dann rekurieren.

  4. RainbowNet Blog Schweiz » Blog Archive » Formel-1 Rennen in der Schweiz am 5. Juni 2007 um 21:00

    [...] Dieser nun freut sich wie ein kleiner Troll……. und die Welt kratzt sich wundernd am Kopf: Nationaler Humoristenrat Tagi: Nationalrat träumt von Grand Prix-Rennen SP-Diskussion: “Umweltpartei” CVP als Formel-1-Turbos CVP: 1. April im Nationalrat [...]

  5. Pirelli am 6. Juni 2007 um 00:12

    “Will man tatsächlich irgendwann wieder ein rennen veranstalten, muss man sich an alle geltenden vorschriften halten.”

    Hier gehe ich natürlich völlig einig mit dir.

    Eine Anmerkung noch: Ich rege mich über solche Trivialitäten nicht auf, diese hier amüsiert mich gar nachgerade. Und sie bestätigt mein Bild von der erbärmlichen Denkkapazität vieler unserer Volksvertreter.
    Ach, entwüchsen die Buben doch endlich dem Sandkasten!

    Man bedenke: Gar unser aktueller Bundesrat war gegen die Motion.

  6. gaston am 6. Juni 2007 um 09:44

    ..und sie strahlen – die grossen Buben im Nationalrat. Gerade so wie die kleinen Buben früher im FranzCarlWeber gestrahlt haben..!

  7. sudsy am 6. Juni 2007 um 10:01

    der tag der umwelt , Internationaler Tag der Umwelt , Danke Micheline Calmy_Rey für die Ansprache am Deutschschweizerischen Fernseh ,
    nach der Tagesschau , RussiaToday, AlJazeerasEnglish und DuoWei sind ja bei
    http://youtube.com/profile?user=DuoWei

    ist schon fast nachmittags for ….
    and nice rally Paris – Dakar – ah the forum is the ngg

  8. Pirelli am 6. Juni 2007 um 19:15

    Lach!
    Heute las ich von Giezendanner in der NLZ, man könne doch auf solch einer Rundstrecke auch ein Solarrennen durchführen.

  9. bluefox am 6. Juni 2007 um 20:03

    Und was spricht dagegen?
    Wie du sicher weisst, gibt es überlegungen eine strecke zu bauen auf der testfahrzeuge mit neuen motoren (auch alternative, wie elektro, hybrid, etc) ausprobiert werden können. Die könnte am wochenende dann für rennen genutzt werden.
    Also nochmal, was spricht genau dagegen darauf auch rennen mit solarfahrzeugen durchzuführen?

  10. Pirelli am 6. Juni 2007 um 23:57

    Nun, der Vorschlag kommt vom selben Giezendanner, der im Interview sagt, der Klimawandel sei wie das Waldsterben und der Feinstaub eine Hysterie der Politiker und der Medien.

    Um es klar zu stellen: Wir haben nach wie vor 40 Prozent kronenverlichtete Bäume (Sana-Silva-Studie).

    Die Auswirkungen des Feinstaubs gelten als unbestritten.

    Was also sollten Solarrennen für den Fuhrmann anderes sein als ein dummer Spruch, der in keiner Weise ernst gemeint ist? Was schert sich Ziegendanner um Solartechnik?

    Tschuldige, das ist fast noch witziger als die Annahme der Motion an und für sich.

    Lies Bettina Mutters Kommentar heut auf der Tagi-Front – sie bringts gut auf den Punkt.

  11. Rico am 7. Juni 2007 um 09:02

    Pirelli: “Nun, der Vorschlag kommt vom selben Giezendanner, der im Interview sagt, der Klimawandel sei wie das Waldsterben und der Feinstaub eine Hysterie der Politiker und der Medien.”

    Mit dieser Meinung steht Giezendanner allerdings überhaupt nicht allein da, sondern ist sich einig mit sehr vielen Leuten, auch mit mir. :-)

    Einig gehe ich mit Dir, dass das das Ganze unter dem Titel “Formel 1″ aufzuhängen, irgendwie lächerlich ist. Es wird nie ein F1-Rennen in der Schweiz geben.

    Es geht ja eigentlich drum, das VErbot für Rundstreckenrennen endlich aufzuheben, damit eine Trainings- und Rennpiste in der Schweiz gebaut werden kann.
    Es ist wirklich sehr mühsam, wenn ich immer erst drei oder eher vier Stunden fahren muss, bis ich auf einer Rennpiste in Frankreich oder Italien fahren kann. Das gibt dann mit Hin- und Heimfahrt plus Rennen oder Training immer 2-Tagesübungen.
    (Die der Schweiz am nächsten gelegene Piste bei Colmar ist recht teuer und oft besetzt).

    Ich freue mich, wenn das Rundrennenverbot aufgehoben wird und wir endlich wieder in der Schweiz Tourenwagen- und Formel-Renault-, Formel XY-Rennen durchführen können.

  12. Pirelli am 7. Juni 2007 um 09:09

    Und du bezeugst damit deine Wachheit und dein Bewusstsein für die tatsächlichen Herausforderungen unserer Zeit.
    Hut ab.

    Du sagst es richtig: “Mit dieser MEINUNG”. Und Che Guevara war ein italienischer Schuhmacher.

    Ich rede von Fakten, punkto Waldsterben habe ich die wichtigste Kennzahl samt Quelle erwähnt. Geht dir am Arsch vorbei, gell?
    Weswegen du auch eine Kiste fährst, die überhaupt den Wunsch nach Rundstrecken weckt.

    Damit disqualifizierst du dich aber ziemlich heutzutage.

  13. sudsy am 7. Juni 2007 um 09:45

    http://moritzleuenberger.blueblog.ch

    fine comment by Thomas Humm ! ^.^
    Hand in Hand !

    watching… Uzbekistan O’zbekistan Milliy telereadiokompaniyasi …..good funny comedy ,
    sit com …Great Actors ! Uzbekistan …!

  14. Babylon am 7. Juni 2007 um 09:55

    @ Rico

    Auf deine “Meinung” zu Umweltphänomenen geh ich nicht ein. Meinungen kann jeder haben. Es gibt auch z.B. Leute, die meinen, sie hätten Kontakte zu Ausserirdischen oder sie seien Jesus.

    Zu den Rennstrecken bleibt zu sagen: Das Verbot kann von mir aus aufgehoben werden, ist mir völlig egal. Was ich aber nicht so klar sehe, ist, dass die Schweiz eine Rennstrecke oder irgendwelche Rennen braucht, nur weil ein paar wenige diesem Hobby frönen. Die individuellen Entfaltungsmöglichkeiten sind ja gross, aber man muss nicht jeden Furz auf dem Buckel der anderen ausleben dürfen können. Heutzutage scheint ein sehr individualisierter Begriff von “Freiheit” zu existieren. Jeder sieht seine Marotten als gottgegebenes Recht, wie auch z.B. die Waffenfreunde im Forum deutlich bewiesen haben. Leider hört dann dieser uneingeschränkte Freiheitsbegriff bei vielen schnell auf, wenn es um die Marotten der andern geht, die man selber nicht auch hat.

  15. Pirelli am 7. Juni 2007 um 10:16

    “Leider hört dann dieser uneingeschränkte Freiheitsbegriff bei vielen schnell auf, wenn es um die Marotten der andern geht, die man selber nicht auch hat.”

    Zum Beispiel die Marotten “Weniger Lärm und Stress” sowie “Bessere Luft”.

    Wir in Lu haben Fronleichnam -> also massiv reduzierter MIV vor meinem Haus. Eine Wohltat!

    Erinnert mich daran, dass dieselben Kreise, die jetzt von der Freiheit auf Rundstrecken faseln, nicht einmal bereit waren, uns vier autofreie Sonntage zu gönnen.

    Das nenn ich Freiheit.

  16. Rico am 7. Juni 2007 um 13:30

    Pirelli: “Ich rede von Fakten, punkto Waldsterben habe ich die wichtigste Kennzahl samt Quelle erwähnt. Geht dir am Arsch vorbei, gell?”

    Ja, tut es. Denn ein Waldsterben hat es nie gegeben. Beweis: Es gibt immer noch Wald.

    Das einzig Positive, das die damalige Waldsterbehysterie hatte: Der Katalysator ist etwas schneller eingeführt worden.

    Merke: Bäume sind auch Lebewesen, haben ihre Krankheiten und schlechteren Zeiten und sterben letztlich. Wie die Tiere und wir Menschen auch.

  17. Rico am 7. Juni 2007 um 13:36

    Pirelli: “nicht einmal bereit waren, uns vier autofreie Sonntage zu gönnen.”

    Es gibt wesentlich mehr als vier Sonntage, an denen ich nicht Auto fahre. Aber ich habe etwas gegen amtlich verordnete autofreie Sonntage.
    Ich entscheide immer noch selber, ob und wann ich ein Auto benützen will/muss/soll/darf.

    So wie ich eben grundsätzlich dagegen bin, dass der Staat überall dreinreden soll.

    Und wenn Du Probleme mit dem Atmen hast, dann hör endlich auf zu Rauchen. Oder wenn nicht, dann beklag Dich nicht.

    Pirelli: “Weswegen du auch eine Kiste fährst, die überhaupt den Wunsch nach Rundstrecken weckt.”
    Nun gut, so eine hätt ich auch :-)
    Aber früher bin ich Formel Renault gefahren (1-sitziger Monoposto, kann nicht auf öffentlichen Strassen gefahren werden) und im fortgeschritteneren Alter dann Formule France, ebenfalls ein reinrassiger Rennwagen.

  18. Babylon am 7. Juni 2007 um 13:38

    Mann, Rico. So beinharter Zynismus. Machst dir nicht mal die Mühe, deine “Mir ist alles scheissegal”-Mentalität zu verstecken? Was soll man da noch sagen.

  19. Rico am 7. Juni 2007 um 13:40

    Babylon: “Das Verbot kann von mir aus aufgehoben werden, ist mir völlig egal.”

    Vielen Dank. Das ist gar nicht selbstverständlich. Mehr will ich gar nicht von Dir. Merci.

    Babylon: “Was ich aber nicht so klar sehe, ist, dass die Schweiz eine Rennstrecke oder irgendwelche Rennen braucht, nur weil ein paar wenige diesem Hobby frönen. ”

    Du musst das auch nicht so klar sehen. Und wenn es eben noch mehr wären, die diesem Hobby frönen wollten, dann würdeb 1 oder 2 Strecken gar nicht reichen. Für mehr hats in der Schweiz aber gar keinen Platz.

  20. Pirelli am 7. Juni 2007 um 13:40

    Lach!!

    Wird immer besser!
    Den Holocaust hat es auch nie gegeben. Beweis: Es gibt immer noch Juden!
    Superargumentation.
    Du passt gut zu den eidg. Humoristen!

    Lies mal hier:
    NZZ

    Und hier:
    Brainworker

  21. Rico am 7. Juni 2007 um 13:41

    Nein, Babylon. Ich eben kein Hysteriker.

  22. sudsy am 7. Juni 2007 um 13:44

    ach der Ricolle von den Muppets , wollte er eigentlich was sagen ? wozu die vielen posts ?
    wahrsch ….hat er das billet abgeben müssen !
    möchtest du ein coming-out , ich weiss nicht ob Georg Meier grad zeit hat…..

  23. Rico am 7. Juni 2007 um 13:46

    Ich muss Deine alten Links doch gar nicht nachlesen. Ich kann mich sehr gut ans “Waldsterben” erinnern. Ich weiss auch, dass Du etwas Anderes vertrittst. Ich weiss, was ich weiss.

    Ob die Bäume heute langsamer oder schneller wachsen als vor ein paar Jahrzehnten ist doch völlig egal. Der Wald wird eh zu wenig genutzt. Wieviel das auf die Qualität des Waldes ausmacht, interessiert hingegen Dich nicht, oder?

    Die Parallelen zur heutigen Klimahysterie sind jedenfalls nicht zu übersehen. Und wieder fallen viele gutgläubige und gutmeinende Menschen darauf herein.

  24. Pirelli am 7. Juni 2007 um 15:02

    “Ich muss Deine alten Links doch gar nicht nachlesen.”

    Hochstehende Diskussionskultur.
    Einmal mehr: Hut ab.

    Und tschüss.

  25. Rico am 7. Juni 2007 um 17:02

    Pirelli: “Hochstehende Diskussionskultur. Einmal mehr: Hut ab. Und tschüss. ”

    Und das ist dann Deine hochstehende Diskussionskultur, Pirelli. Aber wir reden hier ja nun wirklich nicht vom “Waldsterben”. Eigentlich nicht einmal von irgendwelchen Klimaproblemen.

    Oder glaubst Du im Ernst, dass die Welt früher untergeht, wenn es in der Schweiz eine Autorennpiste gibt?

  26. thunderbird am 7. Juni 2007 um 19:01

    Ein veraltetes Gesetz wird abgeschafft, sehr schön! Nur hat das relativ wenig mit der Formel 1 zu tun, denn die wird kaum in die Schweiz kommen. Macht aber nichts, es gibt genügend andere Rennserien. Vielleicht kann Tom Lüthi mal auf heimischen Boden ein Rennen gewinnen? Und man kann endlich im eigenen Land auf eine Rennstrecke, um sein fahrerisches Können zu testen und zu erweitern.

  27. Anti-SVP Blog » Blog Archive » Oskar Freysinger stumm geschaltet am 8. Juni 2007 um 09:58

    [...] Gestern debattierte der “Nationale Humoristenrat” geschlagene fünf Stunden über die “Initiative für willkürliche Einbürgerungen” einer mehr als verdächtigen Rechtsaussenpartei. Als Oskar Freysinger seine Redezeit überzog, wurde es Nationalratspräsidentin Christine Egerszegi irgendwann zu bunt. Nach einer ersten Warnung: “Herr Freysinger ich muss sie unterbrechen…” drehte sie dem SVP-Mann mit Gelfrisur (Gel in den Haaren ist doch gemäss SVP ein Zeichen von vergammelter Erscheinung) kurzerhand das Mikrofon ab. “Wir haben das Mikrofon dann abgestellt”. Gelächter im Saal, Freysinger merkt erst jetzt, dass er stumm geschaltet wurde. [...]

  28. Nazgul am 8. Juni 2007 um 15:13

    Gut das dieses dämliche, da unnötige Gesetz endlich weg ist. Das eröffnet in absehbarer Zeit die Möglichkeit mal auf heimischem Boden ein Rundstreckenrennen, z.B. Motorrad WM, besuchen zu können.
    Ist schon irgendwie seltsam. Die Schweiz, eines der reichsten Länder, besitzt nicht mal einen eigenen Rundkurs – sogar die in Dubai, der Türkei oder sonstwo in der Hinterpampa haben einen…

    Dieser Rundkurs wäre sicher auch ein Gewinn hinsichtlich der Durchführung von Fahrsicherheitstrainings. In der Stadt kann man ja heute kaum mehr richtig fahren lernen. Da wird untertourig gefahren bis zum Abwinken, das Fahren im physikalischen Grenzbereich wird jedoch sträflich vernachlässigt. Wenns dann doch mal kritisch wird, ist man dann schnell überfordert. Also her mit den Rundkursen und Sicherheitstrainings (wieso nicht obligatorisch ??) !

    Des weiteren würde auch die Gelegenheit geboten sein Fahrzeug auszufahren. Allemal besser als auf öffentlichen Strassen !

  29. driver am 9. Juni 2007 um 11:23

    Ich verstehe die Aufregung über diesen Entscheid nicht ganz. Eine veraltete und überflüssige Gesetzesbestimmung wird abgeschafft, was absolut zu begrüssen ist.
    Die konkreten Auswirkungen werden minim sein. Wer ernsthaft glaubt, dass der Formel-1-Zirkus sich um eine Rennstrecke in der Schweiz reissen wird, der sollte sich mal ernsthaft mit der Realität auseinandersetzen.
    Wenn eine Region in der Schweiz eine Rennstrecke in kleinerem Rahmen haben möchte, so soll sie diese auch erstellen dürfen, da braucht es keine eidgenössischen Verbote.

  30. AlphaPapaGolf am 10. Juni 2007 um 10:29

    Das parlament hat einen alten Zopf abgeschnitten.
    Heute sind Rundstreckenrennen sicher, sauber und weitgehend Unfallfrei.
    Nur die doktrinären Grünen und ihre Mitseckler gingen noch dagegen an – zum Glück erfolglos.

  31. rlarsson am 11. Juni 2007 um 07:34

    Es bleibt vorweg festzustellen, dass Enthaarung jeden treffen kann :-)

    Ich verstehe das Geschrei und die Hysterie der Grünen nicht. Besinnt euch doch des ganzen Hockenheim und Monza Tourismus einmal? Da fahren Menschen tausende von Kilometer für an so einen Anlass zu gelangen. Liegt er nun vor der Haustüre, da wird diese unvernünftige Bilanz massiv verbessert. Übrigens bekundet die FIA reges Interesse an der Schweiz als Austragungsort für Automobilrennen.

  32. Pirelli am 11. Juni 2007 um 10:32

    Nun, der Tourismus würde nicht abnehmen, im Gegenteil. Wer ein entsprechendes Auto hat – und das damit einhergehende Manko an Skrupeln und Verantwortungsbewusstsein -, würde auch weiterhin auf den legendären Strecken wie Monza, Hockenheim- oder Nürburgring fahren wollen, die Piste in der Schweiz wäre da einfach eine zusätzliche Offerte. Und selbstverständlich würde sie auch Hobby-Schumacher von ennet der Grenze anlocken.
    Wer Rennen sehen will, ginge neben Monza und Hockenheim auch noch allfällige in der Schweiz stattfindende Tempoorgien schauen – und wiederum würden auch Autöler aus D, F, I und A kommen.

    Dieses Argument ist also keines – es zeugt entweder von bewusster Realitätsverleugnung – oder dann von einer opportunistischen Naivität.
    Bei den Postern hier tippe ich allerdings auf Ersteres, also bewusstes Sich-blind-Stelllen-weils-grad-so-passt. Ah, und es geht ja um Umweltschutz und verantwortungsbewusste Lebensführung, ergo ist die Kritik “grün”, ergo schlecht.

    Dann ist es in Anbetracht von Endlichkeit der Ressourcen, Klimawandel, Luftverschmutzung etc. an der Zeit, dass der längst fällige Paradigmenwechsel eingeleitet wird. Damit das geschieht, müssen Zeichen gesetzt werden. Und der Sandkastentraum einiger bübischer Autowichser geht als Signal da in die genau falsche Richtung. Auch das ist den Postern hier klar – wenn sie also sagen, sie verstünden das “Geschrei” etc. nicht, lügen sie.

    Ferner wurde in der Debatte im Humoristenrat erwähnt, dass es eine Studie mit dem klaren Ergebnis gäbe, dass Rennstrecken die Verkehrssicherheit nicht förderten, sondern im Gegenteil verschlechterten – wer seine Egoprothese auf der Rennstrecke “im Grenzbereich” bewege, fühle sich auch im Alltag dazu befähigt.
    Ich habe der bfu telefoniert, sobald ich mehr weiss, poste ich es hier.

    Und vergesst nicht, grosse Rennen verursachen Defizite, die FIA weiss genau, wo sie wie absahnt. Der Tagi bezifferte das Defizit, das der Hockenheimring geäufnet hat, auf 30 Millionen – die Stadt muss unterstützen. Und die Österreicher könnten mit ihrem A1-Ring ein Lied davon singen.

  33. Sandro am 11. Juni 2007 um 10:34

    Grünen nicht. Besinnt euch doch des ganzen Hockenheim und Monza Tourismus einmal? Da fahren Menschen tausende von Kilometer für an so einen Anlass zu gelangen.

    Ziemlich dämliche Begründung. 1) Fahren die F1-Liebhaber dann nie mehr nach Monza/Hockenheim? Kaum. 2) Fahren dann nicht viel eher ganz viele Italos/Deutsche/whatever in die Schweiz zum F1-schauen?

    Auch das Argument, “Raser werden ausgebildet und können Aggressivität “ablassen” zieht überhaupt nicht. Im Gegenteil, sie werden durch Schumi und Co eher zum rasen angestachelt…

    Sehe keinen einzigen Grund, diesen ökologischen Unsinn wieder zuzulassen.

  34. Babylon am 11. Juni 2007 um 10:45

    @ Pirelli

    Sehr guter Post.
    Ich schliesse mich der Ansicht an, dass eine Rennstrecke in der Schweiz so nötig ist wie eine dritte Titte. Die Aufhebung des Verbots ist ok, aber dass man deswegen gleich eine bauen muss seh ich nicht ein. Es gibt doch genügend GoKart-bahnen für die verhinderten Schumis hier.

  35. rlarsson am 11. Juni 2007 um 11:37

    “Autowichser”, “Ziemlich dämliche Begründung” Es sind genau solche halbstarken Ausdrücke und Diffamierungen, die euch nicht glaubwürdiger und beliebter machen werden.

    Ich fände es gut, wenn das Kapital so etwas ermöglichen würde. Die Angst, dass ihr nun also mit Steuern Fehlbeträge finanzieren müsst, die ist sicher völlig unbegründet. Erstens sind wir nicht in Österreich und Vater Staat hat mit einem F1-Rundkurs nichts am Hut.

  36. Pirelli am 11. Juni 2007 um 13:51

    Wenn die Dummheit offenbar überwiegt, greift man empört zu verbalen Verstärkungen.
    “Autowichser” finde ich in Anbetracht der Bedeutung, die viele ihrem Blechhaufen zumessen, nicht allzu derb – da in den Autoheftli und an den Salons die Autos auch immer mit leicht bekleideten Damen präsentiert werden, ist der Konnex zur sexuellen Aufgeladenheit und zur Masturbation schon vorgegeben. “Autowichser” geht also in Ordnung.

    Und wenn du schon von “ihr” schreibst – “wir” sind es nicht, die jedes Jahr Tausende zu Krüppeln fahren. Das seid “ihr”.
    Für “uns” muss nicht immer mehr Kulturland zuasphaltiert werden, das geschieht für “euch”.
    “Wir” verstopfen keine Städte, vergiften niemanden, verursachen viel weniger Lärm. Das tut “ihr”.

    Und das generiert natürlich Wut – wenn diese sich nur mit “Autowichser” entlädt, könnt “ihr” euch “von” schreiben. Wir könnten “eure” Aggressivität und “euren” Egoismus ganz anders spiegeln!

    Im Übrigen ist “dämlich” keine schlechte Attribuierung für die hier geposteten Argumente.
    Was sich auch darin äussert, dass man auf meine Argumentation nur mit Wording-Kritik zu reagieren weiss.

    Hier das versprochene Positionspapier der bfu. Die zugrunde liegende österreichische Studie liefere ich noch nach.
    http://www.bfu.ch/positionspapiere/PP_Rundstreckenrennen.pdf

  37. rlarsson am 11. Juni 2007 um 15:58

    “Wir könnten “eure” Aggressivität und “euren” Egoismus ganz anders spiegeln!”
    Ja, das kennen wir! Kleber auf Offroad-Fahrzeugen anbringen, das mag ja noch gehen, auch wenn ihr mit solchen Aktionen nie das erreichen werdet, was ihr ursprünglich anstrebt.

    Du wirfst mir vor, dass ich dir nur mit Wording-Kritik entgegne. Weitaus kritischer finde ich nun aber deinen Hass, den du hier ausdrückst. Wie es ausarten kann, das wissen wir ja. Leider brannte am 1. Mai das falsche Auto.

  38. Pirelli am 11. Juni 2007 um 18:26

    Du willst es nicht verstehen, gell?

    Die Aggressivität geht zuallererst von den Autölern aus – so viel Platz nehmen sie ein im öffentlichen Raum! Die Luft ist so schlecht! Wenn ich mich zu Fuss durch die Stadt bewege, stehe ich alle Minuten wieder still und warte, bis die Ampel beschliesst, auf eine der lächerlich kurzen Fussgänger-Grünphasen zu schalten; gehe ich aus dem Haus, werde ich zugedonnert mit infernalischem Lärm. Drei Katzen habe ich letztes Jahr an die Strasse verloren, meine Schwester wurde auf dem Zebrastreifen überfahren und überlebte nur mit Glück.
    Und da kommst du und findest meinen Hass “kritisch”? Ich und ganz viele andere sind nicht mehr gewillt, die Selbstverständlichkeit hinzunehmen, mit der die Autöler uns unseren Raum und unsere Lebensqualität wegnehmen.
    Hass? Ja. Aber er ist nur eine Reaktion auf die von den Autölern ausgeübte Aggressivität, ihre Skrupel- und Bedenkenlosigkeit und den unbedachten Egoismus. Egal, wie einer fährt: Schon die schiere Masse der Blechlawine genügt.

    Jedes Auto, das brennt, ist das falsche. Aus ökologischen Gesichtspunkten genauso wie unter dem Gesichtspunkt des Rechts auf Eigentum.
    Gleichwohl ist es schräg, dass das “Recht” auf den Besitz einer beliebig grossen, beliebig stinkenden (z.B. Zweitakter) Kiste höher eingestuft wird als das Recht auf weniger Lärm, bessere Luft und gefährdungsfreie Fortbewegung.

  39. Rico am 11. Juni 2007 um 21:27

    Pirelli: “…schräg, dass das “Recht” auf den Besitz einer beliebig grossen, beliebig stinkenden (z.B. Zweitakter) Kiste höher eingestuft wird …”

    Ein Trost für Dich, Pirelli. Trabbi aus der DDR und alte DKW aus den 50er und 60er Jahren fahren nur noch ganz wenige in der Schweiz und dann fahren sie erst noch nur sehr wenige Kilometer. Hat’s noch andere “grosse Zweitakter – Kisten”?

  40. Rico am 11. Juni 2007 um 21:29

    Pirelli: “Die Luft ist so schlecht!”

    Die Luft ist in den letzten 25 oder 30 Jahren immer besser geworden.

  41. Pirelli am 11. Juni 2007 um 21:53

    Geh an einem heissen Tag in der Stadt spazieren, und sag das dann noch mal.
    Es stinkt. Solltest du das nicht riechen, würde ich dir einen Termin bei deinem HNO empfehlen.
    Und auch empfehlen würde ich dir die “Umwelt Schweiz”-Berichte.
    Klar, auch deren Rezeption setzt Lernfähigkeit und Interesse voraus – und ich will ja niemanden überfordern.

    Zu den Zweitaktern: minimales Faktenwissen, bitte. Der Boom der Zweitaktroller ist ungebrochen. Die produzieren aber bis zu 400-mal mehr Partikel und Stickstoffdioxid als gleich starke Viertakter mit Kat.
    Letztes Jahr hat der Bundesrat beschieden, man könne “aus verfassungsmässigen Gründen” nicht auf eine Reduktion der Zweitakterzahl hinarbeiten.
    Wurde hier alles schon diskutiert übrigens.

    Und wenn man an der Kolonne vor einer Ampel vorbeigeht, riecht man den Roller aus 20 Autos heraus.
    Stell dich mal hinter einen, und schau, was aus dem Topf kommt, wenn er anfährt.
    Dann warte fünf Sekunden, damit sich der Gestank richtig entfalten kann.
    Dann blase mir noch was von Trabbis vor.

  42. thunderbird am 11. Juni 2007 um 22:47

    “Der Boom der Zweitaktroller ist ungebrochen.”

    Ja, und das finde ich auch nicht gut. Aber: Da im Gesetz idiotischerweise der Hubraum und nicht die Leistung limitiert ist, fährt man lieber Zweitakter, weil deren Leistung-zu-Hubraum-Verhältnis besser ist als das von Viertaktern.

  43. Rico am 12. Juni 2007 um 08:50

    @Pirelli, Unter einer “beliebig grossen Kiste” versteht ausser Dir niemand einen kleinen Roller. Und Autos mit Zweitaktmotor gibt’s zur Zeit wirklich praktisch keine mehr.
    Warum soll ich mich hinter einen Roller stellen? Zwar riech ich es nicht ungern, aber es reicht, wenn ich’s von weitem rieche. Im Auto habe ich glücklicherweise einen Partikelfilter in der Klimaanlage. Der filtert zwar nicht alles raus, aber vieles.

  44. Pirelli am 12. Juni 2007 um 10:16

    “beliebig grossen, beliebig stinkenden”

    Rico, hier hats, wie dir vielleicht entgangen ist, ein Komma. Es handelt sich also um eine Aufzählung. Es könnte auch ein “oder” stehen.

    Und gleich ein zweites Mal hast du nicht genau gelesen: ich schrieb, “wenn man an einer Kolonne … vorbeiGEHT”. Da interessiert mich der Scheissfilter in deiner Autoklimaanlage einen feuchten Dreck. Das Statement an und für sich ist allerdings an Zynismus kaum zu überbieten.
    Und wenn man die Menge an Dreck in Betracht zieht, die ein “kleiner Roller” völlig legal emittieren darf, ist ebendieses “kleiner” durchaus relativ. Bedenke: ein Mehrhundertfaches.

  45. rlarsson am 12. Juni 2007 um 10:34

    @Pirelli
    Das mit deiner Schwester und mit deinen Katzen tut mir sehr leid. Ich hoffe, dass es deiner Schwester wieder gut geht. Ansatzweise kann ich deinen Frust ein wenig begreifen. Nur, die Welt funktioniert nicht so einfach, wie ihr Grünen euch das so schön vorstellt. Ein paar Kleber, militante und hysterische Forderungen bewirken nichts. Ich frage mich, wann IHR das einmal begreifen wollt?

    Ich weiss nicht wie alt du bist? Aber die Strasse war sicher schon vorher da, bevor überhaupt ein Haus dort stand wo du nun wohnst. So verhält es sich mit Flugplätzen, Bahnhöfen und vielem mehr. Die Menschen ziehen vielfach dorthin, weil sie dorthin ziehen wollen. Ich glaube zudem nicht, dass du dir zusätzlich den Gestank von Autos aus den 50 er und 60er Jahren zurück wünschst? Du hast aber sicher Recht. Die Zweitakter stinken gewaltig. Da kann die Technik bestimmt noch etwas bewegen und wird das auch.

    Und wenn alles nichts nützt, dann hast du immer noch die Möglichkeit in ein anderes Quartier in deiner geliebten Stadt Luzern zu ziehen, oder einfach ein Stück weit aufs Land hinaus. Dort ist es ruhiger und stinkt nicht so. Der ÖV in und rings um Luzern scheint dies auch zumutbar zu machen. Das hat aber vielfach mit Bequemlichkeit etwas zu tun und die scheint auch dir wichtig zu sein.

  46. Pirelli am 12. Juni 2007 um 11:15

    Lars, ich bin 39. Das Haus, in dem ich wohne, ist 120. Damals war die Strasse noch ein unbefestigter Karrenweg, mein Haus gehörte zu einem Bauernhof.
    Wir haben Niederlassungsfreiheit, ich muss mich nicht vertreiben lassen. Und ich habe genug Arbeit in meinen Garten gesteckt, um hier garantiert mehr Recht auf Bleiben zu haben als jeder der Raser, die die Strasse als Rennpiste benutzen.

    Es gibt in meinem Fall kein “ihr”, das habe ich dir schon dutzendfach erwidert. Ich bin kein Grüner, aber ich versuche, so umweltbewusst wie möglich zu leben. Hysterie ist mein Ding nicht; wie du hoffentlich gemerkt hast, sind alle meine entsprechenden Statements mit sauberen, wissenschaftlichen Quellen versehen, sie zeugen von der Ernsthaftigkeit, mit der ich mich mit meinen Themen beschäftige – würde dir auch gut tun, etwas Ernsthaftigkeit.

    Die Auswirkungen von Luftverschmutzung, Lärm und Stress sind weder medizinisch noch volkswirtschaftlich bestritten.

    Nun frage ich mich (und dich), weshalb das Recht auf beliebige Dreckproduktion höher gewertet werden soll als das Recht von uns weitgehend Autofreien (52,5 Prozent der Haushalte in Luzern) auf weniger Gestank, Lärm und Stress.

    Meine Forderungen sind nicht extrem. Etwas mehr Augenmass wünsch ich mir und dass die Menschen sich der Gehirnwäsche bewusst werden, die in den 70ern einsetzte: dass man nämlich für jeden Mückenschiss von Wegstrecke ein (eigenes) Motorfahrzeug zu nehmen berechtigt soll. “Nach mir die Sintflut.”
    Gerade bei den Zweitaktern zeigt sich die allgemeine Blödheit – sie zu verbieten oder zumindest nur mit Gerätebenzin zuzulassen, wär absolut machbar. Und kein Mensch braucht einen Zweitönner, wenn er nicht tatsächlich schwere Lasten zu transportieren hat. Dann aber würde er nicht das nehmen, was heute unter SUV läuft.

    Ich habe das Recht hier zu sein, ich habe das Recht mich frei zu bewegen, ich habe das Recht, von meinen Mitmenschen mit demselben Anstand behandelt zu werden, den ich ihnen entgegenbringe – jeder beliebige Autöler aber soll mir auf dem Kopf rumtanzen dürfen?

    Gib mir eine einzige funktionierende ethische Begründung dafür, weshalb meine Rechte und meine Freiheit so viel weniger wert sein sollen.

  47. rlarsson am 12. Juni 2007 um 12:00

    @Pirelli
    Sorry, ich wollte dich nicht beleidigen! Ich habe Verständnis für deine Situation, doch bringt dich nun eine Diskussion um Ethik weiter?

    Wenn ich die Nase gestrichen voll hätte, dann könnte ich bereits morgen den ganzen Krempel hinschmeissen und aus dieser Gesellschaft aussteigen. Ich könnte mich nach Kanada begeben, wo ich dann den Rest meines Lebens als Einsiedler in der Natur und mit mir alleine verbringen kann. Verstehe mich nun bitte nicht falsch, ich setze dich nicht mit einem Aussteiger gleich.

    Es mag sich niemand gesellschaftlich ausgrenzen, freiwillig schon gar nicht. So wird uns der Staat auch nicht allesamt zurückpfeifen, auch wenn die Grünen das gerne möchten. Im Gegenteil, er wird sich hüten dies zu tun. Die Geschichte lernt uns nämlich, dass es sonst nicht gut enden würde.

    Ich bin auch schon bald so alt wie du und habe eine Familie, einen guten und erfüllenden Job, bin gesund, liebe Kontinuität (politische und wirtschaftliche). In keiner Art uns Weise leben ich und meine Familie im Überfluss, noch verschwenden wir die Energie dieser Erde hirnlos.

    Gegen pauschale Unterstellungen kämpfe ich hier an und ich lasse mir Diffamierungen wie z.Bsp. “Auto Wichser” etc. eben ungern gefallen, weil sie die ganze Masse der sich automobil fortbewegenden Menschen in diesem Land betreffen (die mit Hirn und die mit weniger Hirn). Ich bin der Überzeugung, dass Herr und Frau Schweizer das an der Urne jeweils mit berücksichtigen werden und der richtigen Partei die Stimme geben werden. Wenn man wie hier systematisch als blöd verkauft wird fällt einem das sehr viel leichter.

    Ich finde gewisse Sachen die die Grünen aufbringen durchaus interessant und zum Nachdenken anregend. Ich kotze (sorry) aber ab der Borniertheit und der Arroganz die sie an den Tag legen. Wie minderjährige Flegel, die noch nicht trocken sind hinter den Ohren.

  48. Pirelli am 12. Juni 2007 um 12:53

    Ja, lars, genau diese Diskussion sollte endlich geführt werden. Weshalb sollte es in einer freiheitlichen Gesellschaft möglich sein, dass die einen durch die unbeherrschte und skrupellose Ausübung ihres Lebenswandels die Freiheiten und Rechte der anderen derart stark einschränken dürfen?

    Ich bin ein urbaner Mensch mit einem sehr ausgedehnten Beziehungsnetz, ich grenze mich mitnichten aus. Das tun die Autöler, die es vorziehen, allein in ihren Kisten zu sitzen. Wir Fussgänger und ÖV-Benützer aber sind sehr sozial eingestellt.

    Ich bin nicht mehr gewillt, meine Freiheit und meine Rechte auf dem Altar der unbegrenzten (sich aber gerade dadurch extrem einschränkenden) Mobilität auf Teufel komm raus zu opfern.

    Im Übrigen ist das schon längst keine ausschliesslich “grüne” Position mehr.

    Und Arroganz? Der nationalhumoristische Beschluss ist arrogant, er schiesst alle Erkenntnisse über Nachhaltigkeit in den Wind. Die Positionen der SVP sind arrogant, sie beruhen auf Feindbildern und gefälschten Zahlen – und dienen nur der Hofierung der kapitalmächtigen Klientel und dem Stimmenfang mit billigsten Mitteln und durchsichtigen Taschenspielereien.

    Die Positionen der Grünen sind nicht arrogant, sie sind geprägt von der echten Sorge um die Mitmenschen und die Umwelt – und nicht vom puren Eigennutz, der die Bürgerlichen auszeichnet. Wo sitzt das Kapital, wo die Macht? Und du wagst es, den Grünen Arroganz vorzuwerfen?

    Ich muss dich darauf aufmerksam machen, dass es das Konzept “Realität” tatsächlich gibt. Es ist keine “grüne” Erfindung.

  49. sudsy am 12. Juni 2007 um 13:08

    lars welche geschichte lehrt dich was ?
    du redest wie die gastgeber von hitler anudazumal , und suggerierst die grünen
    könnten dieses ländchen nicht regieren ……
    pah wie regieren denn seit anbeginn ! immer die
    gleichen zirkeli ?

    Es Ist Wirklich Zeit , dass diesen “väterlichen”
    tatsachenverdreher die macht genommen wird .

    oder besser gesagt dieser missbrauch der macht
    wäre eigentlich der schweiz nicht wert !

    Pirelli , deine Schreiben sind eindrücklich
    es gibt schon viele sehr gute texte auch von
    sporadischen schreibern hier im forum .

  50. rlarsson am 12. Juni 2007 um 14:06

    @Pirelli
    “Wo sitzt das Kapital, wo die Macht? Und du wagst es, den Grünen Arroganz vorzuwerfen?”

    Ja, das wage ich! Das Kapital gibt mir und hunderttausenden in diesem Land täglich Arbeit und Brot. Noch nie hatte ich das Gefühl, dass ich ausgenutzt werde und jemand unerträgliche Macht über mich ausübt. Nicht einmal der Staat erregt bei mir dieses Gefühl, darf ich doch selber demokratisch mitbestimmen. Die Politik und die Gewerkschaften (ich lobe einmal eine linke Errungenschaft) schauen, dass die Spielregeln eingehalten werden. Noch lange nicht befinden wir uns in der Schweiz in einer Bananenrepublik, wie gewisse Kreise das hier immer wieder breitschlagen. Ich sage dir aber, dass die Solidarität in unserem Staat wohl schlagartig aufhören wird, wenn man anfängt staatlich zu bevormunden und die Freiheit jedes Einzelnen anfängt zu beschneiden.

    Da sind wir nun wieder bei deiner Diskussion um die Ethik angelangt, die die Menschheit auf diesem Globus wohl nicht weiterbringen wird. Genügend Zeitzeichen stehen mittlerweile in den Geschichtsbüchern geschrieben (vielleicht kapiert es nun auch @sudsy). Du könntest ja versuchen deine Grundrechte über alle Instanzen hindurch per Gerichtsweg einzufordern? Ich wünsche dir viel Erfolg! Vielleicht baut man im Anschluss eine hermetisch abgeriegelte Glocke um dein Wohnhaus?

    Du wirfst zudem schon wieder pauschal alle Autöler (die mit Hirn und die ohne Hirn) in einen Topf und beweist gleich wieder Arroganz und Ignoranz auf hohem Niveau. Hast du dich in den öffentlichen Verkehrsmitteln schon einmal umgesehen, wie viele “Auto Wichser” tagtäglich mit dem ÖV zur Arbeit fahren? Nein, das hast du natürlich nicht! Ein wenig mehr Differenziertheit wäre manchmal gut.

    “Ich muss dich darauf aufmerksam machen, dass es das Konzept “Realität” tatsächlich gibt. Es ist keine “grüne” Erfindung”

    Da pflichte ich dir bei!

  51. Pirelli am 12. Juni 2007 um 16:31

    Heute fuhr ich mit dem Velo zur Tierärztin, die Luft war zum Schneiden, auf ausnahmslos allen Strassen staute sich der Verkehr – und das um halb drei, also weitab von den Stosszeiten.
    Das findest du ok? Willst du die Stadt planieren, damit die Autos freie Fahrt haben? Weil breitere Strassen zu bauen geht nicht, da sind Häuser im Weg.
    Ungefähr jeder Sechste fuhr dicht an den rechten Rand, damit die bösen Velos nicht durchkommen – o Neid der Besitzlosen.

    Der in der LRV festgelegte Ozongrenzwert wurde in Luzern dieses Jahr bereits 47-mal überschritten, 1 Überschreitung wäre erlaubt. Dass es so “wenige” Überschreitungen sind, ist nur dem oft regnerischen Wetter zu verdanken. Hier wäre die Verordnung klar, es ist den ach so gar nicht arroganten Bürgerlichen zu verdanken, dass das Gesetz nicht umgesetzt wird.

    Die grundsätzliche ethische Diskussion bleibt zu führen, dass du meine jetzt schon dreimal gestellte Frage einfach auslässt, verdeutlicht die Wichtigkeit ethischer Grundsätze.

    “Autowichser” habe ich klar auf die Formel-1-Befürworter im parlament bezogen und auch ausreichend begründet. Die Verallgemeinerung, die du mir unterstellst, stammt von dir.

    Aber da offenbar so wenig Einsicht in die Rechte der Mitmenschen herrscht, wird es an der Zeit, die Schraube anzuziehen. Dies wird in den nächsten Jahren zwangsläufig geschehen, die Autofreien werden immer zahlreicher.

    Und ich wiederhole auch dieses: Ich ware über zwei Jahre lang Chauffeur – über die Verhältnisse auf den Strassen, die Motivation und die fahrerische Befähigung meiner lieben Mitmenschen weiss ich bestens Bescheid.

  52. rlarsson am 12. Juni 2007 um 16:56

    Und das berechtigt unseren lieben Chauffeur alle Automobilisten in einen Topf zu werfen! Basta und Amen!

  53. Pirelli am 12. Juni 2007 um 16:59

    Wo genau tu ich solches?

  54. rlarsson am 12. Juni 2007 um 22:59

    “über die Verhältnisse auf den Strassen, die Motivation und die fahrerische Befähigung meiner lieben Mitmenschen weiss ich bestens Bescheid”

    Du schreibst es in Mehrzahl und pauschal kommt es halt einmal mehr auch rüber. Wie gesagt, ich kenne deine Masche, alles dumme und hirnlose Idioten welche nicht ausnahmslos deine Meinungen teilen. In diesem Fall sind es die Automobilisten die du anfeindest.

  55. Pirelli am 13. Juni 2007 um 09:33

    Diese Aussage aber, o lars, ist gänzlich wertungsfrei – und du machtest den Vorwurf bereits vorher. Das Beispiel zählt also nicht.

    “Autöler” hingegen setze ich nicht wertungsfrei. Autöler sind Menschen, die sich zu weiten Teilen über ihr Auto definieren – Leute, die unbedachten Stuss schreiben wie: “Wenn ich einen dieser Grünen einen Kleber an mein Auto machen sehe, schlage ich ihn zusammen!”
    Insofern also keine unstatthafte Verallgemeinerung.

    Für dich aber sind alle “Grünen” in einen Topf zu werfen – sämtliche jungen Grünen sind nur verwirrt, die werden alle noch “um die Welt” jetten und in 10 Jahren dem Genuss erliegen und dann wackere Bürgerliche werden. Sie kaufen alle ihr Jogurt bei Aldi etc.

    Du nimmst schlicht niemandem die Wahrhaftigkeit der Besorgnis ab, sondern musst die Engagierten schlecht machen, wo es nur geht. Dass dir diese Besorgnis als “arrogant und borniert” vorkommt, spricht Bände.

    Bevor du also weiterhin mir Sachen unterstellst, die ich so nie gesagt habe – sei gewiss, dass ich recht viel überlege, bevor ich auf den “Senden”-Knopf drücke -, solltest du vor der eigenen Tür wischen.

  56. rlarsson am 13. Juni 2007 um 13:51

    Ich weiss, dass bei dir nichts von hirnlosen anders Denkenden zählt. Du scheinst ja der einzige zu sein, der auf diesem Globus noch denkt. Eben doch borniert, und das passt ja prima hier hin!

    Ich habe sehr grosses Verständnis, dass du die jungen Grünen nun in Schutz nimmst. Du betontest zwar erst vor kurzem, dass du mit den Grünen nichts am Hut hast. Wenn ich das nächste Mal etwas poste, dann werde ich zuvor alle deine Beiträge durchlesen, damit ich ja nichts falsch darstelle und der Pirelli nicht gleich wieder Schübe kriegt. Und damit ich auch alles begreife was du schreibst, da werde ich mich zusätzlich noch auf wikipedia schlau machen. Um Pirellis Botschaften zu verstehen, muss man schlisslich mit der Zeit gehen ;-)

    Ja, die Grünen werfe ich allesamt in den gleichen Topf. Ich unterscheide höchstens noch, dass die Grünliberalen die vernünftigere und pragmatischere Politik betreiben. Denen gönne ich auch, wenn sie im Herbst noch Stimmen zulegen werden. Ich zweifle nicht daran, dass die Bürgerlichen mit den Grünliberalen eine vernünftige Politik betreiben können, was man mit den Grünen definitv noch nie konnte.

Kommentar verfassen

Sie müssen eingeloggt sein um Artikel zu kommentieren.

Twitter Beiträge

Ähnliche Artikel

Rubriken

Stichwörter

20min Abstimmung AKW Asylgesetz Atomkraft Blocher Bundesrat Christoph Blocher CO2 Diskriminierung Energie Extremismus FDP Feinstaub Geländewagen Gleichschaltung Greenpeace Initiative Kantonsrat Klima Klimaerwärmung Klimawandel Nationalrat Offroader Ozon Personenfreizügigkeit Polizei Referendum Regierungsrat Schengen Schlamassel Schweiz Service Public Sparwut SUV SVP Ueli Maurer Ulrich Schlüer Umwelt Verkehr Vorsicht Kunde Wahlen Wahlkampf Zürich Zivilcourage

Das Politik Forum ist CO2 neutral

Neuste Kommentare

Archiv

Diskutiert im Forum

Werbung