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Nächstes Opfer des Bürgerlichen (Bildungs-)Sparwahns: Fremdsprachenkurse

Regine Aeppli musste heute bekanntgegeben, der Kanton wolle sich aus Budgetgründen nicht mehr weiter an den Kosten von Fremdsprachkursen für Erwachsene beteiligen. Einmal mehr wird in der Bildung gespart, weil andernorts Steuern gesenkt wurden. Hans Peter Hauser von der EB Wolfbach sieht gemäss dem Tagi, folgende Konsequenzen:

Die Preise für die Kurse müssten verdoppelt oder die Fremdsprachenabteilung ganz abgebaut werden.

In der Bildung sparen heisst, die Zukunft verbauen. Wenn das keine bürgerliche Kapputsparpolitik ist…

Dieser Artikel wurde von Sandro am Montag, 3. Oktober 2005 in der Rubrik Politik und zu den Stichwörtern , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

17 Kommentare zum Artikel “Nächstes Opfer des Bürgerlichen (Bildungs-)Sparwahns: Fremdsprachenkurse”

  1. Mister IGS am 3. Oktober 2005 um 13:49

    Das ist immer das genau Gleiche. Zu Mehrausgaben wird immer nein gesagt. Egal ob sich das für die Zukunft lohnen würde oder nicht.

  2. AlphaPapaGolf am 3. Oktober 2005 um 14:40

    Entschuldigung (oh nein : sorry), wenn ich in die USA oder nach China auswandern will, muss ich Englisch, respektive Mandarin lernen. Und dies auf eigene Kosten. Wer aber illegal in die Schweiz einsickert, unter Umgehung aller Regeln und Gesetze, der verlangt neben dem obligaten Handy und der Nike-Jacke auch noch Gratisunterricht. SO nicht !! Dies muss ich auch Herrn Bundesrat Christoph Blocher entgegenschleudern, der neuerdings einen Verhätschelkurs gegenüber der Asylantenflut fährt. Wohl eingebettet und behütet zwischen Calmy-Rey und Leuenberger zwitschert er jetzt einen lieblichen Gesang und flötet süss wie eine Sonntagsschullehrerin das Lied der Nächstenliebe in unsere Ohren.
    Wer Kurse besuchen will, der soll das, sie aber aus dem eigenen Sack berappen.
    Und zu was Herr Blocher die Asylanten ausbilden will, ist mir ein Rätsel. Sie müssen sowiso früher oder später zurück. Eine Ausbildung ist also überflüsig und nutzlos.Zumal sie ja die 16 Tasten der Handys virtuos beherrschen, aber beim Billetschalter der VBZ jeweils hoffnungslos überfordert sind.
    Bei diesen Kursen und Kürslis zu sparen ist echtes sparen und schadet niemandem. Höchstens dass sich die Lehrkräfte vom Egotrip lossagen und eine echte ARbeit suchenh müssen.

  3. Sandro am 3. Oktober 2005 um 14:44

    Apg, diesmal hättest du den verlinkten Artikel zuerst lesen sollen. Es geht hier um die Weiterbildung Erwachsener in, dem Schweizer “fremden” Sprachen. Also zum Beispiel in Englisch, denn die Wirtschaft braucht immer mehr Arbeiter, die ein First Certificate haben. Oder für “Pneumatik Exporteure”, welche zum Beispiel einen Kurs in Chinesisch nehmen, damit sie ihre Anlagen nach China exportieren können, resp. mit den Verantwortlichen im Einkauf der Chinesischen Firma überhaupt reden können. Dies ist für die Schweiz extrem wichtig. Man könnte sogar sagen, das sei aktivste Wirtschaftsförderung…

    Dein, vor völlig unbegründeten Ressentiments nur so strotzender, Anti-Asylantengebrabbel zeigt, dass du das einfach gerne rauslässt, egal obs zum Thema passt oder nicht…

  4. sense am 3. Oktober 2005 um 14:46

    also, ein asylant soll also den deutschkurs selber bezahlen, obwohl er hier nicht mal arbeiten darf.
    interessante these die du da aufstellst. achja, und welche asylantenflut bitte?

  5. pax am 3. Oktober 2005 um 15:34

    @apg

    sehr undifferenziert, latent rassistsich und ich würde sogar sagen dummer beitrag. man kann selbst von leuten, die hier asyl beantragen nicht verlangen, dass sie sich integrieren und ihnen dann auch noch den sprachkurs verweigern. diese leute zeigen ja geradezu, dass sie sich assimilieren wollen.

    da lob ich mir schweden. da ist als asylbewerber ein schwedischkurs obligatorisch und vom staat bezahlt. danach ists auch nicht mehr so schwierig eine anstellung zu finden, weil man nämlich mehr versteht als nur ein paar worte.

    und deine lösung scheint ja einfach die “das boot ist voll” strategie zu sein… dass wir auf grund unserer humanitären tradition und erfahrung etwas mehr zu bieten haben als die ewiggestrigen rezepte sollte sich langsam aber sicher rumgesprochen haben…

  6. feusl am 3. Oktober 2005 um 15:53

    Warum ist es nicht zumutbar, dass jene, die dank einem Sprachkurs ihre Gehaltsaussichten verbessern, diesen Sprachkurs nicht auch bezahlen? Auch hier: es ist polemisch (um nicht “ignorant” zu schreiben) und verkürzt, hier von “Sparwahn” zu sprechen. Eher geht es darum, den Selbstbedienungsstaat auf seine Kernaufgaben zurückzuführen.
    Gibt es hier auch Trackback-Pings?

  7. AlphaPapaGolf am 3. Oktober 2005 um 15:58

    ok, warten wir bis die Ceuta und Melilla “Flüchtlinge” bei uns auftauchen…dann schauen wir weiter.
    Was ich aber klar sagen wollte ist folgendes : Keine Kurse für Asylanten, sondern Rückschaffung. Aber wenn sie partout arbeiten wollen, hat das ERZ sicher ein passendes Jöbli.
    Und für dijenigen, die nach China exportieren braucht weiss Gott nicht der Staat einen Sprachkurs zu bezahlen. Das kann die Wirtschaft selber tun. So ein Kurs gehört quasi zu den Markterschliessungskosten. Uebrigens kenne ich eine Chinesin die perfekt!! Mandarin, Englisch, Deutsch kann. Aber von der hiesigen Wirtschaft noch keine Angebote erhalten hat (trotz vieler Bewerbungen).
    Aus- und Weiterbildung hat auch etwas mit Selbstverantwortung zu tun. Wer selber nichts in seine Bildung investiert, schätzt deren Bedeutung falsch eine (siehe all die Herumhänger z.B. an der UNI).

  8. pax am 3. Oktober 2005 um 16:09


    Was ich aber klar sagen wollte ist folgendes : Keine Kurse für Asylanten, sondern Rückschaffung.

    oje… solche plattitüden kann ich nicht mal als politische meinung akzeptieren. und ja, ich bin ignorant.

  9. Sandro am 3. Oktober 2005 um 16:37

    @Feusi & APG:

    Um in Englisch das First Certificate nachzuholen, müssten aber viele vier, fünf oder noch mehr Semester investieren. So muss ein junger Koch womöglich einen Monatslohn zahlen, selbst an der EB Zürich. Wenn er zwei Löhne zahlen müsste, würde er vermutlich auf den Abschluss verzichten.

  10. Pete am 3. Oktober 2005 um 16:49

    Ich habe es während meiner Ausbildungszeit leider versäumt, richtig Englisch zu lernen.
    Da bin ich wohl nicht alleine.
    Aber 4 oder 5 Semester Englisch lernen für das “First Certificate”, das ist nicht möglich!!!
    Meine Schwester bietet Vorbereitungskurse für das “Advanced Certificate” an. Wenn man sich richtig anstrengt, dann hat man das in 12-16 Wochen, selbst wenn man keine Engischkenntnisse hat.
    Da erscheinen mir 4 bis 5 Semester einfach als zu viel.

  11. pax am 3. Oktober 2005 um 16:53

    @pete:

    als inhaber eines first certificate glaube ich dieser aussage schlicht nicht. zudem heisst bestehen noch nichts. wenn du das advanced mit einem C bestehst ist das in meinen augen weniger wert als ein first mit A.

    kann schon sein, dass man ohne vorkenntnisse ein advanced in 16 wochen macht, aber sicher nicht mit einem hervorragenden abschluss.

  12. Pete am 3. Oktober 2005 um 17:13

    @Pax
    Nimm doch mal diese Asylanten in Schweden als Beispiel. Diese kriegen ja nach Deinen Aussagen einen Sprachkurs bezahlt. Sie sind topmotiviert, denn Sie wollen sich ja in Schweden integrieren; zumindest nehme ich das an.
    Dann können doch solche Leute auch nach 16 Wochen gut schwedisch sprechen und schreiben!

    Ist alles nur eine Frage der Motivation.
    Von dem her, kannst Du der Aussage “in 12-16 Wochen ist Advanced-Certificate auch ohne Vorkenntnisse möglich” glauben.

    Gruss

  13. Dani am 3. Oktober 2005 um 17:40

    Also ich habe im Gymnasium seit 4 Jahren Englisch. Allerdings bei einem ignoranten Lehrer, bei dem die meisten Lektionen durch sinnlose Diskussionen in miserablem Englisch gefüllt werden, weil der Lehrer es selbst nicht wirklich kann.
    Ich habe von der Schule die Möglichkeit einen Vorbereitungskurs auf das First Certificate zu belegen. Ich nutze diese Chance, da ich dies so später nicht nachzuholen brauche.

    In Bildung zu investieren kann nie falsch sein. Egal ob für Schweizer oder Ausländer. Eine solche Investtion zahlt sich später fast immer wieder aus -> durch eine starke, kompetente Wirtschaft.

    In meinem Kanton wurde letztes Jahr die Hauswirtschaftslehre abgeschafft. So zu sparen ist idiotisch. Jetzt weiss der durchschnittliche Gymischüler zwar was eine semipermeable Membran oder ein endoplasmatisches Retikulum ist, kann aber weder eine (urschweizerische) Rösti braten, noch eine Nähmaschine zu bedienen oder seine Wäsche selbst zu waschen.
    Zwar kann diese Aufgabe den Familien zugeschoben werden, aber welcher Jugendliche interessiert isch freiwillig für Nähen oder Waschen?

    Daraus entehen dann Politiker, die jede Realitätsnähe verloren haben und noch weiter todsparen.

  14. feusl am 3. Oktober 2005 um 18:24

    Thanks @ Pete
    Sehe ich genau so. Und dank der Personenfreizügigkeit wäre es ja ein einfaches, die Sprache in England zu lernen udn dort zu arbeiten. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied…

  15. feusl am 3. Oktober 2005 um 18:27

    @ Dani
    Darum sollten Eltern frei wählen können, an welche Schule sie ihre Kinder schicken wollen. Dann gäbe es ziemlich rasch keine ignoranten Lehrer mehr (ich hatte auch welche…). Wenn es hier Trackback-Pings gäbe würde ich einen Link zu mienem Blog legen, wenn ich morgen zu diesem Thema etwas schreibe…

  16. Pete am 3. Oktober 2005 um 18:42

    @Dani:
    Glaub mir, die “Husi” bringt, bzw. brachte es überhaupt nichts. – Wir hingen nur 3 Wochen rum. Fast schlimmer als im WK.
    Diese “Investition” in Bildung war wirklich sinnlos.
    Zum Glück wurde die Husi abgeschafft.
    Dafür dauert das Gymi in Deinem Kanton auch nur noch 4 Jahre, statt 4.5 Jahre… auch ein Vorteil, oder?

  17. Ordnungspolitischer Blog » Blog Archive » Warum soll der Staat eigentlich Bildung anbieten? am 3. Oktober 2005 um 18:45

    [...] Immer wenn auch im Bildungssektor Sparmassnahmen angekündigt werden, entsteht eine öffentliche Empörung. Auch die Blogger macht mit und befürchtet tatsächlich, es sei der Wahnsinn ausgebrochen. Was ist passiert? Die Zürcher Regierung will Fremdsprachenkurse für Erwachsene an der staatlichen Schule nicht mehr subventionieren. Nun: Als privater Dottore mit zahlreichen erfolgreichen Eleven kann ich der Massnahme nur zustimmen. Die grundsätzliche Frage lautet doch, wieso eigentlich der Staat überhaupt so etwas wie Bildung anbietet, oder es mit dem Gieskannenprinzip für alle verbilligt (respektive die doppelt so hohen Löhne an der EB Zürich finanziert, wie man oben verlinktem Artikel entnehmen kann). Die staatlichen Schulen entstanden mit der Einführung des Schulobligatoriums und füllten eine Lücke, da es damals nur in Zentren private Schulen gab. Und heute? Wäre es denkbar, dass sich der Staat in möglichst grossen Teilen des Landes aus der “Produktion” von Bildung zurückzöge und nur noch – wenn überhaupt – Qualitätssicherung betriebe? Und den Eltern würde er einen Bildungsgutschein für ihre Kinder überreichen, welchen diese in der Schule ihrer Wahl einlösen könnten? Die Folge wäre die Entpolitisierung der Schule, eine grössere Dynamik im Bildungswesen, eine durchwegs höhere Motivation und höhere Qualität der Lehrpersonen – da ihre Leistung via Zufriedenheit der Eltern direkten Einfluss auf den Erfolg der Schule hätte. Meine Eleven sind zufrieden – ich habe bei einer solchen Neugestaltung nichts zu befürchten. [...]

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