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Nachhaltige Versorgung möglich

Entgegen den Behauptungen der Energiewirtschaft und den bürgerlichen Politikern, welche uns (aus finanziellen oder anderen Eigeninteressen?) ein neues AKW aufschwatzen will, ist in der Schweiz eine nachhaltige Energieversorgung durchaus möglich, wie der Tagi in diesem Artikel schreibt:

Die Energiekommission der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) hat die Studie «Road Map Erneuerbare Energien Schweiz» erarbeitet, um aufzuzeigen, inwieweit die Hoffnungen auf einen vermehrten Einsatz erneuerbarer Energiequellen berechtigt sind. [..] Die Berechnungen zeigen, dass das Angebot an erneuerbaren Energiequellen bis 2050 verdoppelt werden kann, wie die SATW heute mitteilte.[..] Wenn die Road Map jedoch gleichzeitig mit der 2000-Watt-Gesellschaft, die sich der Bundesrat als strategisches Ziel gesetzt hat, umgesetzt werde, könnten laut SATW künftig drei Viertel der benötigten Energie aus erneuerbaren einheimischen Quellen zur Verfügung stehen.

Aber klar, wer AKWs baut oder am Bau resp. Betrieb von AKWs saftig verdient, hat kein Interesse an einer nachhaltigen und Ressourcenschonenden Energieversorgung respektive an einem nachhaltigen Energiemanagement. Doch wer unseren Nachfahren nicht tonnenweise strahlenden Müll oder eine verdreckte Natur hinterlassen will, sollte sich langsam überlegen wem er Glauben schenken will. Zudem die AKWs, wie hier bei Greenpeace nachzulesen ist, eigentlich wahre Primärenergieverschwender sind:

Von den 2,99 Milliarden kWh gelangten bloss etwa 2,5 Milliarden kWh an die Steckdose der EndkonsumentInnen; der Rest sind Leitungs- und Umwandlungsverluste. Dafür mussten in allen Vorstufen rund 10 Milliarden kWh nicht erneuerbare Primärenergie (Uran und fossile klimaschädliche Energiequellen) eingesetzt werden.

Wow, das nenne ich mal effizient und Nachhaltig. Und wo verbuddeln wir den täglich anfallenden Atom-Müll schon wieder während den nächsten 20’000 Jahren?

Dieser Artikel wurde von Sandro am Mittwoch, 10. Januar 2007 in der Rubrik Energie und zu den Stichwörtern , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

12 Kommentare zum Artikel “Nachhaltige Versorgung möglich”

  1. Dreckfilter am 10. Januar 2007 um 14:38

    Schön, im 2050 haben wird ein doppelt so hohes Angebot an erneuerbaren Energien (so die Prognose denn eintritt). Das ist aber nicht das Problem, sondern vielmehr die Versorgung in der Zeit von etwa 2015 bis 2050.

    Selbst bei gleichzeitiger Umsetzung der “Road Map” mit dem unrealistischen Ziel der 2000 Watt-Gesellschaft (sorry, das braucht ja fast schon ein normaler Büro-PC während der täglichen Arbeitszeit) wäre immer noch ein Viertel des Energiebedarfs mit nicht alternativen Energien zu decken, welche ab ca. 2015 fehlen werden. Fazit: nette Vision alias Träumerei…

  2. Chevy am 10. Januar 2007 um 15:32

    Die 2000 Watt gesellschaft funktioniert schon,
    wenn man 2000Watt * 24Stunden = 48kwh Rechnet.
    Nur schon wenn ich im Winter mein Auto an die Steckdose nehme um den Motor und das Auto vorzuheizen habe ich mein Energiesoll fast schon verbraucht, wenn ich Verschalfe habe ich gar schon überzogen. (Bevor hier jemand einen Herzstillstand erleidet, ein vorgewärmter Motor braucht bis 30% weniger Sprit und es ist Komfortabler)
    Rechnet man aber 2kw auf 24h um, dann sind das noch etwa 0.08kwh auf den ganzen Tag verteilt.
    Noch eine Anmerkung, der 0815-Bürger erzeugt Abwärme in der höhe von 70Watt, das sind 0.07kw, oder nach einer Stunde 0.07kwh

  3. mk am 10. Januar 2007 um 16:03
  4. Chevy am 10. Januar 2007 um 16:46

    @mk

    Was ich mit dem Satz zeigen wollte ist das wenn man einen Tag lang (24h)einen 80Watt-verbraucher eingeschaltet hat hat man ziehmlich genau die 2000Watt aufgebracht die einem in der 2000Wattgesellschaft zustehen.

    Aktuelle Gamergrafikkarten haben einen EIGENEN 170W anschluss der teilweise über ein Eigenes Netzteil gespiesen wird (Z.B. XFX GF8800GTX benötigt bis 174Watt), die alternative benötigt ein min. 700W Starkes PC-Netzteil (Herstellerangabe für 1 Karte).Wer das Ganze im SLI Modus betreibt kommt beim Gamen also auf 340W die die Grafikkarten alleine wegfressen. Dazu kommt noch der Restliche Rechner plus Monitor und Dolby. Dann hat man je nach Raid noch 2 bis 4 Festplatten am laufen, und nicht nur eine wie im Normalfall. Das läppert sich alles.

    Ich habe schon ubertaktete Rechner gesehen die mit Wasserkühlung im Gamebetrieb oder Benchmark über 1kw benötigten.

  5. Dreckfilter am 10. Januar 2007 um 18:12

    @ mk
    Ich habe geschrieben, dass ein Büro-PC die 2000 Watt während der täglichen Arbeitszeit verbraucht. Mein Gerät verbraucht wohl auch etwa 200 Watt, leider aber pro Stunde. Das Hochrechnen auf die tägliche Arbeitszeit von durchschnittlich neun Stunden überlasse ich dir gerne….

    Mit überbrückungsweisen Betriebsverlängerungen kann die Lücke bis zur Fertigstellung eines neuen Kraftwerks wohl mit bescheidenem Aufwand geschlossen werden, dort liegt also auch nicht der Knackpunkt.

    Alternative Energien fördern ist gut, aber nicht zu unverhältnismässigen Preisen. Denn dort liegt bei der Förderung das Problem: wer soll das bezahlen? Und falls es der Endverbraucher bezahlen soll (wer denn sonst?), was passiert mit unserer Wirtschaft? Meine Lust zur Rückkehr in die Steinzeit (wird aber mit 2000 Watt auch schon ziemlich eng wegen des notwendigen Feuers) ist sehr bescheiden. Zudem müsste bei korrekter Betrachtung auch die Energie zur Herstellung all der heute vorhandenen Dinge bei der 2000 Watt-Gesellschaft mitberücksichtigt werden, da wir andernfalls wieder unseren “Dreck” mal wieder nur denjenigen aufbürden, welche diese Sachen für uns herstellen. Ich bleibe dabei, dass dies eine “schöne” Wahlkampfillusion ist…

  6. Grimsdottir am 11. Januar 2007 um 00:37

    http://www.computerbase.de/news/hardware/gehaeuse_kuehlung/2007/januar/ces_vorstellung_2000-watt-netzteils/

    Das ist die 2000Watt Gesellschaft ;-)
    Man muss Chevy durchaus gute technische Kentnisse attestieren. Wenn ich nur mal über den Daumen Peile, was mein aktuelles PC-System so an Strom verbraucht, seh ich tiefschwarz mit dem 2000Watt Ziel.

  7. Daily Virtual Review - die tägliche Ration am 11. Januar 2007 um 01:42

    Nachhaltige Energieversorgung möglich.

    Ignoranz.ch findet, dass entgegen den Behauptungen der Energiewirtschaft und den bürgerlichen Politikern, die sich für AKWs stark machen, in der Schweiz eine nachhaltige Energieversorgung durchaus möglich sei. Ignoranz verweist dabei auf den Tagesazei

  8. gumbyman am 11. Januar 2007 um 02:43

    Ist ja haarsträubend, was hier so gepostet wird, deshalb kurz ein Crashkurs für Laien über Leistungs- und Energie-Einheiten:
    – *Watt* ist eine *Leistung* (Momentanverbrauch, Energie pro Zeiteinheit).
    - *Wattstunden* oder Wh oder kWh oder Joule sind *Energiemengen*, welche sich aus Leistung x Zeit berechnen.
    - “Watt pro Stunde” ist überhaupt keine sinnvolle physikalische Einheit

    Die 2000-Watt-Gesellschaft geht davon aus, dass jeder Mensch dauernd (also 24h/Tag, 365Tage/Jahr) 2000W zur Verfügung hat. Das gibt dann 48kWh oder etwa 173MJ pro Tag – das braucht weder Chevys Motorheizung noch Dreckfilters Büro-PC pro Tag, bei weitem nicht. Ein Büro-PC mit 200W braucht bei 60h Betrieb pro Woche gerade mal 12kWh – das sind dann etwa 4% der Gesamtenergie die der Bürolist pro Woche zur Verfügung hat – mit den restlichen 96% lässt sich also schon noch ein bisschen was anfangen…

    2000 Watt ist ungefähr die Leistung, die sich pro Kopf dauernd aus sich erneuernden (z.B. Holz/Biomasse) und/oder endlosen Energien (z.B. Sonne/Wind/Wasser) gewinnen lässt. Da Öl, Kohle, Uran usw. per Definition endlich sind, ist also seeeehr langfristig gar nichts anderes möglich, ausser es werden neue “endlose” Energiequellen erschlossen. Das wird m.E. erst in ferner Zukunft aktuell, aber der Weg dorthin ist unvermeidlich. Und mit etwas Hirn (zum E-Mail schreiben brauch ich definitv keinen 2kW Über-Gamer-PC im Büro) lässt sich heute schon der Verbrauch in vielen Bereichen senken.

    Hauptsächlich eine Frage des politischen Willens, Anreize in die richtige Richtung zu geben.

    g.

  9. Dreckfilter am 11. Januar 2007 um 09:33

    @ gumbyman
    Danke für die Erläuterung, bin gespannt, ob diese Auffassung auch tatsächlich mit den Vertretern jenes Ansatzes übereinstimmt (ich erhielt schon ganz andere Versionen aufgetischt)…

    Das Problem sehe ich aber immer noch darin, dass die sogenannte “graue Energie”, welche zur Herstellung all der deswegen neu benötigten Sachen verbraucht wird, nicht miterfasst wird. Wenn dies mitgerechnet würde, lässt sich der Ansatz zumindest mittelfristig in keiner Weise realisieren. Ausser man verbrauch dafür zusätzlich viele endliche Rohstoffe…

  10. mk am 11. Januar 2007 um 10:38

    @Dreckfilter:

    Wenn jemand etwas anderes gesagt hat, hat er/sie es selbst nicht verstanden!

    Danke gumbyman für die Erläuterungen.

  11. felixkohl am 21. Januar 2007 um 18:00

    @gumbyman

    …Danke für die Spezifizierungen.
    Leistung und Energie werden sogar auf der Wikipedia-Seite zur 2000W-Vision vermischt.
    Es scheint als haben viele im Physikunterricht geschlafen….
    Aber ist ja auch nicht wichtig, wer sich auch immer darum bemüht, zur Elite unseres Landes zu gehören, interessiert sich nur (und vemeintlich) um wirtschaftliche Fragen. Ignoranz pur!

  12. gumbyman am 23. Januar 2007 um 01:30

    @felixkohl
    Danke für die Recherche und die aufmunternden Worte ;-) Ich denke zwar dass der Artikel in Wikipedia grundsätzlich richtig ist (abgesehen von “Energiebedarf” statt “Leistungsbedarf”), aber ungenau ist’s auf jeden Fall.

    Was mich immer wieder aus den Socken haut, ist die Selbstverständlichkeit, mit der manche Leute ihr Halbwissen (oder z.T. auch Nichtwissen) zur absoluten Wahrheit erheben. Ist gerade bei Technik-Themen wie diesem sehr weit verbreitet: man behauptet mal was (obwohl die Faktenlage klar anders ist) und sucht dann “Argumente” – z.B. dafür, dass nachhaltige Energieversorgung “unmöglich”, “unrealistisch”, “wirtschaftlicher Selbstmord” oder weiss ich was sei. Dass die ETH (immerhin keine drittklassige Fern-Uni) bereits das Gegenteil belegt hat, scheint dagegen nicht relevant.

    Wird wohl nur noch übertroffen von der zum Selbstzweck erhobenen (vermeintlichen) Wirtschaftsfreundlichkeit wie Du sie skizzierst. Schön gibt es auch noch denkende, zweifelnde, lernfähige Menschen, die auch an die Menschen denken :)

    g.

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