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Mehr Strassen bringen mehr Verkehr

Grosser Bericht heute im Tagesanzeiger. Der Befund ist klar: neue Strassen bringen, auch wenn das die Verkehrsextremisten nicht einsehen wollen, nicht weniger Stau, sondern mehr Verkehr. Ganze 20%(!) am Baregg. Ob am Gotthard oder am Baregg, es bringt niemandem eine Entlastung, wenn man mehr Strassen baut.

Nach der Eröffnung aller drei Röhren mit insgesamt sieben Fahrstreifen im August 2004 hingegen nahm das Verkehrsaufkommen am Baregg schlagartig zu: Heute passieren an einem Werktag fast 121 000 Fahrzeuge die drei Tunnelröhren. An Spitzentagen sind es gar über 130 000. Dies entspricht einer Zunahme von 20 und mehr Prozent seit 1999

Der Autofahrer fühlt sich offenbar magisch angezogen von neuen Strassen. Da lässt man das Halbtax getrost zuhause liegen, es gibt ja jetzt ein neuer Tunnel, da sind wir viel schneller in der Stadt. Die Situation am Baregg ist genau wie vor der dritten Röhre, was nun? Noch eine Röhre? Und dann noch eine? Roadpricing, und der Autofahrer überlegt sichs zweimal. Offenbar ist dem nur mit massiven Preiserhöhungen beizukommen…

Dieser Artikel wurde von Sandro am Donnerstag, 15. September 2005 in der Rubrik Verkehr und zu den Stichwörtern , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

18 Kommentare zum Artikel “Mehr Strassen bringen mehr Verkehr”

  1. Pete am 15. September 2005 um 19:24

    Roadpricing! Der blanke Horror! Total asozial und überflüssig! Ich wohne zwischen Baregg und Gubrist und ich sage Dir, der Verkehr ist nicht schlimm.

  2. Matthias K. am 15. September 2005 um 19:32

    Soso… der Verkehr ist also nicht schlimm. Freut mich dass es Dir so geht.

  3. Pete am 15. September 2005 um 19:43

    Welch beissender Spott! – Aber im Ernst, ich habe kein Problem mit dem Verkehr.
    Den Verkehr mittels Roadpricing zu senken ist total asozial und würde nur die ärmsten unserer Bevölkerung treffen! Ist das ok? Ich finde nicht!

  4. wBr am 15. September 2005 um 21:13

    ich bin auch der meinung, dass roadpricing am falschen ende ansetzt. die strassen wären weiterhin voll – mit den etwas grösseren autos derer, die sich unser strassennetz dann noch leisten können. falls eine solche „regulierung“ tatsächlich nötig sein sollte, dann bitte eine emissionsgebundene variante. der micra meiner nachbarin hat etwas mehr berechtigung, als das amerikanische aufklärungsfahrzeug eines bekannten basler popsternchens.

  5. Susan am 16. September 2005 um 08:23

    Lieber Sandro
    Ich finde Roadpricing auch nicht sozial! Somit haben die reichen Leute freie Fahrt und die armen können ihr Auto zu Hause lassen und mit dem Zug fahren oder ganz daheim bleiben. Das ist doch äusserst fies.
    Also können dann die armen Ost-Eu-Leute, die in Zukunft in die Schweiz strömen werden und für 5.-/Std. schuften, sich niemals das Roadpricing Die Leute sollen kommen, werden aber hier ausgebremst, durch Gebühren, die sie niemals entrichten können…

  6. Sandro am 16. September 2005 um 08:39

    @Pete
    Auch wenn du hier vorgibst, gerne dem Treiben rund um den Bareggtunnel genüsslich zuzuschauen, und dich das eher beruhigt als nervt, ist es Tatsache, dass dieser Strassenausbau zu einem Mehrverkehr geführt hat. Der Ganze Strassenverkehr kostet uns Steuerzahler übrigens jährlich 4′700′000′000.– an ungedeckten Kosten. Da ist es nix als fair, wenn die Autofahrer einen Teil davon mittels nutzungsabhängiger Gebühren wieder zurückzahlen. Den Sozialhilfeempfänger könnte ja eine Roadpricing-Rabattkarte erstellt werden, damit sie auch in den Fressbalken einkaufen gehen können.

    Wisst ihr, dass 44% der privaten Autofahrten sinnfreie Freizeitfahrten sind? Steht irgendwo in der Menschenrechtscharta, Autofahren sein ein Menschenrecht? Es klappt wunderbar ohne Auto, wie ich aus eigener Erfahrung zu berichten weiss.

    Roadpricing ist übrigens nur ein einziger Vorschlag von mir, wie man solchen negativen Entwicklungen beikommen könnte. Es gäbe noch einige mehr.

  7. Matthias K. am 16. September 2005 um 10:11

    Ich bin zwar nicht der Meinung, dass Roadpricing am falschen Ort ansetzt (in London funktioniert es sehr gut). Falls jemand das Geld hat, ein Auto zu fahren und die ganzen Versicherungen und den Treibstoff zu bezahlen werden auch die paar Franken für das Roadpricing keine grosse Einschränkung mehr bedeuten!
    Abgesehen davon kann man aber schon diskutieren, eine emissionsgebundene oder verbrauchsgebundene Steuerabgabe einzuführen. So etwas würde hoffentlich auch die Strassen von den viel zu fetten SUV’s und lärmigen Sportwagen befreien.

  8. AlphaPapaGolf am 16. September 2005 um 14:11

    BR Leuneberger, Missionar in Sachen Personfreizügigkeit und Abgasapostel hat sich vor einigen Tagen mit einer schweren, schwarzen Staatslimousine vom Typ Merceds-Benz zu einer fragwürdigen Veranstaltung beim Escher-Wyss Platz kutschieren lassen. Dieser Platz ist mit der S-Bahn und Tram sehr gut erschlossen.
    Warum dieser hyperventilierende Vetreter von Klimarappen und anderen Bürgerschikanen nicht mit dem OeV dorthin gefahren ist enzieht sich meiner Kenntniss.
    Ich weiss nur, dass solche Leute gerne mit Gesetzen die Bürger schikanieren und plagen, sich selber aber an den Vorzügen der Macht delektieren.
    Würde ein Roadpricing für die Stadt Zürich eingeführt, die Angehörigen der satten Classe Politique müssten sie gewiss nicht aus der eigenen, mit Steuergeldern vollgestopften Tasche entrichten, sondern wir armen Bürger müssten den schwarzen Staatslimousinen das Roadpricing gleich noch selber nachschmeissen.
    Der Schichtarbeiter, der nach Mitternacht von der schweren Arbeit nach Hause fahren will, (OeV ausser Betrieb), wird an der Stadtgrenze von den Staatsorganen auf das übelste abgezockt.
    Mit Roadpricing wird ein neuer Umverteilmechanismus in Bewegung gesetzt. Der arme ausgebeutete Bürger verschafft den Reichen und der Classe Politique in ihren Benzin saufenden Luxuslimousinen freie Fahrt auf Sonderfahrbahnen, wie sie einst die Angehörigen der Nomenklatura in Moskau genossen.

  9. Sandro am 16. September 2005 um 14:14

    Im Gegensatz zu deinem Freund Blocher kommt Leuenberger und sein Departement wenigstens für die Externen Kosten seiner Flüge auf…

  10. Georg Meier am 18. September 2005 um 08:06

    Roadpricing ist eine völlig marktwirtschaftliche Lösung,
    wer mit einem Taxi eine bestimme Strecke fährt bezahlt ja auch für die gefahrene Strecke, und nicht den Nulltarif, bei den ÖV ist es ja auch so. Wenn schon überall gespart wird, können wir es uns doch auch nicht mehr leisten privilegierte Autofahrer zu subventionieren!
    Wer sich ein Auto leistet oder selbstverschuldet abhängig vom Auto ist, soll nicht auf Kosten der armen Bevölkerungschichten herumblochen, giftige Abgase und Lärm verbreiten.

  11. Pete am 18. September 2005 um 10:43

    @Georg Meier: Wer Auto fährt, zahlt ja auch kräftig. Einerseits Verkehrsabgaben (je nach Kanton nach Hubraum, PS, Gewicht) und auch beim Benzin ist der grösste Teil des Preises Steuern.
    - Klar, nicht alle negativen externen Effekte die das Autofahren produziert werden somit abgegolten, bzw. internalisiert. Aber zumindest ein Teil davon. – Roadpricing ist nur eine SCHIKANE für ärmere Bevölkerungsschichten, quasi ein Ausschluss-Prinzip wie der Jahresbeitrag im Golf-Club.

  12. sense am 20. September 2005 um 08:02

    ich bin ganz dafür das wir alle strassen schliessen -Y mehr offroad für alle bürger :D

  13. Chevy am 21. September 2005 um 17:06

    Das am Baregg 20% mehr verkehr registriert wird ist schon Richtig, aber wiviel weniger umfahren den Baregg jetzt(z.B. durch Baden? Seit es am baregg die 3. Röhre giebt fahre ich jedenfalls nichtmehr durch baden (Arbeite bei Dättwil), und was mann nicht vergessen darf ist das in den 20% mehrverkehr auch der mehrverkehr dabei ist den es jahr für jahr sowieso giebt.

    So wie vor 10-15 Jahren in allen schulen neue Plätze geschaffen werden mussten wegen den sog. Geburtenstarken jahrgängen braucht es heute mehr platz auf den Strassen, oder hat sich von denen niemand ein auto gekauft?

  14. daily irregularities » Economiesuisse für Verflüssigung des Verkehrs am 22. Oktober 2005 um 18:28

    [...] Wie soll eine nachhaltige Verflüssigung des Strassenverkehrs möglich sein, wenn sich Economiesuisse gleichzeitig gegen einen Verlagerungszwang vom individuellen zum öffentlichen Verkehr ausspricht? Falls der Gesamtverkehr weiterhin ungebremst zunimmt, wird der Bau neuer Infrastruktur unausweichlich, wie die Economiesuisse korrekt bemerkt. Leider hinterlässt dieser Ausbau keinen bleibenden Effekt ausser einem höherem Gesamtverkehrsaufkommen — mehr Strassen bringen mehr Verkehr, der Stau bleibt derselbe. [...]

  15. Felix Staratschek am 12. Dezember 2005 um 11:07

    Guten Tag!

    Bus und Bahn müssen ausgebaut werden. Die belgische Stadt Hasselt (ca. 70.000 Ew.) hat mit dem Nulltarif die Fahrgastzahlen von 300.000 auf über 4.ooo.ooo gesteigert, der PKW- Verkehr ging um 30% zurück, geplante Straßen wurden überflüssig, die Flächen für Grün und Rad- und Fußwege genutzt.

    Beim Güterverkehr zeigt die Seite ——www.mobiler.de—- wie eine moderne Güterbahn aussehen könnte.

    MfG. Felix Staratschek

  16. pipo am 12. Dezember 2005 um 13:29

    Danke für diesen Input. Ich denke das wäre ein Modell, das zu Prüfen wäre. Nur fragwürdig, wie das dichteste öffentliche Verkerhrsnetz finanziert werden sollte? Wenn’s doch gratis ist? Was sieht das belgische Vorbild hier für Lösungen vor?

    Aber prinzipiell. Genau die richtige Stossrichtung!

    Gruss ignoPipo

  17. erdnanu am 12. Dezember 2005 um 14:04

    komischer Bericht, der mit der Realität nicht viel zu tun hat.

    Die Situation am Baregg ist viel besser als vorher. Nur ist jetzt auf der Nordumfahrung der Stau schlimmer.

    Zürich will immer eine Grossstadt sein. Als solche muss sie neben dem öffentlichen Verkehr auch einige Lücken im MIV schliessen. Der Baregg war ein erster Schritt.

  18. sirboss am 3. Oktober 2007 um 21:40

    Ich glaube auch,das die 3.Röhre Baden entlastet!

    @ Matthias K.

    Stimmt nicht ganz Dein Beispiel London,es gibt schon heftige Kritiken der Taxifahrer (die bezahlen ja nichts!).Ausgerechnet die Fahrzeuge der Strassereinigung und
    Instandstellung behindern den Verkehr massiv! In Deutschland sind die in der Nacht unterwegs! Ich bin eigentlich für eine Benzinerhöhung aber gleichzeitig die Abschaffung oder halbierung der Fahrzeugsteuern. So trifft es nicht nur die die eh kein Geld haben!

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