Mehr Offroader, mehr tote Fussgänger
Bei Umfragen geben sich die meisten Schweizer umweltfreundlich und schliessen sogar privaten Verzicht nicht aus. Doch wenn dann Herr und Frau Schweizer bei Emil Frey oder sonst einem Autodealer in der Verkaufshalle stehen, ist Schluss mit Verzicht, dann kanns plötzlich nicht mehr verschwenderisch genug sein:
Auch Patrick Heinz, Garagist der Emil-Frey-Gruppe in Zürich, spürt bei den Kunden wenig Umweltbedenken. Die Autohändler sind sich einig, dass der Trend hin zu grösseren Fahrzeugen vorläufig weiterläuft. «Bislang ist das ökologische Argument beim Kauf eines Autos unter den Tisch gefallen», bestätigt Peter de Haan vom Institut für Umweltentscheidungen (IED) der ETH Zürich.
(Quelle: Tagesanzeiger vom 20. Februar)
Doch der grosse Schadstoffausstoss ist nicht das einzige Problem der Grosstadtpanzer. Da sie überdurchschnittlich oft in Städten anzutreffen sind, gefährden sie dort den Langsamverkehr massiv, wie eine brandneue Studie des ADAC zeigt:
SUVs schneiden beim Fußgängerschutz bei Unfällen miserabel ab. Das ergab eine Crash-Studie des ADAC. Die großen Geländewagen gleichen bei Unfällen einer fahrenden Mauer, Unfallopfer können sich nicht wie bei kleineren Wagen über die Motorhaube abrollen. [..] Der ADAC bezeichnete die Mängel im Fußgängerschutz bei Geländewagen als “inakzeptabel”. [..] Die meisten großen Geländewagen (über 2,5 Tonnen) schnitten im Crashtest schlecht ab
(Quelle: Spiegel Online)
So ist es meines Erachtens auch kein Wunder, dass im Jahr 2006 10% mehr Fussgänger getötet und 5% mehr schwer verletzt wurden. Quelle: BfU Statistik der Strassenverkehrsopfer. Das BfU schreibt daher auch:
Handlungsbedarf besteht insbesondere bei den schwächeren Verkehrsteilnehmern. Im Jahr 2006 waren 30% der im Strassenverkehr Getöteten Fahrradfahrer und Fussgänger. Die meisten dieser Unfälle ereignen sich innerorts.
Genau da setzt die Initiative “Für menschenfreundliche Mobilität” ein, welche genau die übergrossen und übermotorisierten Fahrzeuge aus Innenstädten verbannen, respektive unattraktiv machen will. Eigenverantwortung gilt nicht, siehe oben. Die Autokäufer wollen nicht verstehen. Daher müssen sie “überzeugt” werden.

Mit Polarisieren (nichts anderes macht die Initiative) ist aber noch nichts gewonnen, vielmehr wird die entsprechende Klientel nur noch vermehrt solche Monsterkarren kaufen. Zudem trifft die Initiative auch viele Fahrzeuge, welche gar nicht über dasselbe Gefährdungspotential wie echte Stadtpanzer à la Porsche Cayenne und Konsorten verfügen. Die Kundschaft, welche sich gegenwärtig neue (zusätzliche) Autos leisten kann und will, gehört eben nicht zu den Kleinwagenfahrern, sondern will ihr Vermögen zur Schau stellen. Da helfen rationale Argumente gleich wenig wie “unattraktiv machen” und andere Verbote. Vielmehr kommt dann noch der Reiz des Verbotenen und Exklusiven dazu (siehe das Beispiel Heli-Skiing).
[Zitat] So ist es meines Erachtens auch kein Wunder, dass im Jahr 2006 10% mehr Fussgänger getötet und 5% mehr schwer verletzt wurden. Quelle: BfU Statistik der Strassenverkehrsopfer. Das BfU schreibt daher auch:
Handlungsbedarf besteht insbesondere bei den schwächeren Verkehrsteilnehmern. Im Jahr 2006 waren 30% der im Strassenverkehr Getöteten Fahrradfahrer und Fussgänger. Die meisten dieser Unfälle ereignen sich innerorts.[Zitat ende]
Bei beiden Aussagen sehe ich aber keine Anzeichen das dafür vor allem SUVs daran schuld waren. Hast du konkrete Zahlen das SUV für die meisten dieser Unfälle verantwortlich sind?
Und mit “überzeugt” meinst du Gezwungen. Dann schreib das doch auch so.
mfG René
Letzte Woche in der Altstadt von Aarau. Ich geh da mit meiner Freundin auf dem Trottoir so dahin, als ein Velofahrer entgegen kommt. Auf dem Trottoir. Er ging davon aus, dass ich zur Seite treten würde. Tat ich aber nicht, so dass er mich rammte und unkontrolliert auf die Strasse hinaus fuhr. Er beschimpfte mich und ich nannte ihn einen Trottel.
Wegen Fahrverbot für Motorfahrzeuge (ausser öV) passierte ihm nichts. Bus kam leider auch grad keiner. Sonst hätte er Eingang in die Statistik gefunden und die Schuld würde einem Auto oder Offroader in die Schuhe geschoben.
Kurz: Würden die Trottel von Velofahrern sich mehr an die Verkehrsvorschriften halten, würden sie weniger verunglücken.
Wenn du mit 40-50km/h einen Fussgänger überfährst, spielt es keine Rolle mehr, ob es ein Kleinwagen oder ein SUV ist – tot ist der sowieso!
Interessant ist, wie massiv die Unfälle vor Fussgängerstreifen zugenommen haben, seit die Regel “eindeutiges Hanzeichen geben” abgeschafft wurde.
[i]Interessant ist, wie massiv die Unfälle vor Fussgängerstreifen zugenommen haben, seit die Regel “eindeutiges Hanzeichen geben” abgeschafft wurde.[/i]
haben die nicht eben abgenommen?
@sense Auch wenn meine Meinung nicht das Mass aller sein muss und schon gar keinen Rechtsswert hat, so so unterstelle ich ihn bei einigen Gesetzesänderungen passive Beihilfe zu Körperverletzung, Moral-Verwilderung und Diebstahl und noch einiges mehr.
Mit der Abschaffung bzw. Erntgegenreden zur Handzeichenregelung von Fussgängern, welche ja nie ein Gesestz sondern nur eine sinnvolle Gepflogenheit war, hat er gegen den Grundsatz jeglicher Zivilisation verstossen. Wer keine Zeichen gibt beim benutzen von Bereichen, die auch andere mitbenutzen, ist jegliche Einvernehmlichkeit ausgeschlossen.
Das Gesetz sollte “Fussgängern die eindeutige Zeichen geben, einen Fussgängersteifen zu benutzen, hat der Autofahrer vortritt zu gewähren und dies deutlich mit einem unmissverständlichem Zeichen zu bestätigen.” lauten.
Damit müssten auch Fussgänger bei überqueren einer Strasse das Hirn einschalten. Die Autofahrer würden sowohl wissen wann sie zu halten hatten, und wann nur irgendwelche Idioten am falschen Ort herumstehen, würden sie sich nicht berechtigterweise aufregen. Dadurch wären beide seiten eher geneigt auf die gegenseitige Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen.
Die heutige Regelung hirnrissig und einer Demokratie unwürdig.
Ebenso ist das Verhalten und die scheinbar unbekannten Gesetze der Fahrradbenützung des Gesetzbegers und Velofahrer indirekter Aufruf zur Körperverletzung.
Bei diesen Bereichen merkt man deutlich , dass zuviele Juristen und Marktwirtschafler in der Politik mitmischen.
Aber die Phobien die manche den OFF-Road’ern entgegenbringen ist oftmals unbegründet.
die einzige zeitgemässe Regulierungsmechanismen gegen falsches Verhalten ist die finanzielle Belastung.
Wenn OFF-Raoder dermassen schädlich wären, sollten sie bei dieser TAT auch dafür bezahlen, und dies geht einzig über den Benzinpreis. Denn wenn sie Stehen verursachen sie keine Umwelt Belastung. Ein Smart im Dauereinsatz schadet und gefährdet wesentlich mehr als ein Panzer der nur wenige Stunden fährt.
Wer OFF-Roader nur deswegen verbieten will weil er es für unnützhalt hält, verhält sich genauso rücksichtslos wie die unbedachten Benutzer dieser Dinger.
Zum Handzeichen:
Stellungnahme TCS
Zitat aus der TCS-Stellungnahme: “Zudem dürfen zu Fuss Gehende den Streifen nicht überraschend betreten. Die Absicht muss für die Lenkerinnen und Lenker erkennbar sein.”
Das ist leider graue Theorie. Viele Leute scheinen das nicht zu wissen oder zu ignorieren.
@S&W
“Wenn du mit 40-50km/h einen Fussgänger überfährst, spielt es keine Rolle mehr, ob es ein Kleinwagen oder ein SUV ist – tot ist der sowieso!”
So ein Stuss! a) ist ein Fussgänger bei einer modernen Limousine bei 40km/h i.d.R. NICHT tot und b) steigt ein fähiger Autofahrer noch kräftig in die Eisen bevor’s kracht – und genau dann ist es eben entscheidend, ob ein bockstarrer Panzer oder ein unfallfreundlich konstruiertes Auto den Fussgänger rammt.
g.
@TCS
“Im Gegenteil könnte dies für die Kinder fatale Folgen haben. Die Kleinen sind damit überfordert. Es besteht die Gefahr, dass sie sich auf den ausgestreckten Arm konzentrieren”
also ich sehe darin kein problem. man muss dann halt das sprüchlein abändern zu: “Warte-handusestrecke-luege-lose-laufe”.
@gumbyman: also, ein aufprall mit 50km/h entspricht etwa einem sprung von 10meter oder etwa dem 4.stock eines hauses. da siehts du mehr tot als lebendig aus (auch wenn du auf die front eines C6 fällst)!
ab einer gewissen grösse der fahrzeuge ist es nun mal schwieriger, den gleichen fussgängerschutz wie bei einem mittelklassefahrzeug zu erreichen. oder wie sieht das mit lastwagen aus? es geht doch darum, dass man das problem dort anpackt, wo auch breitfächrig eine verbesserung erreicht werden kann, nämlich, dass erst gar kein unfall passiert. wie macht man das? indem man in erster linie die fussgänger sensibilisiert, dass sie nicht zu jedem zeitpunkt den absoluten vortritt haben. sprich, vielleicht würde auch den fussgänger ein bisschen mit dem verkehr mitdenken nicht schaden, wenn sie sich einem fussgängerstreifen nähern (handaustrecken?). unfälle kann es immer geben, das ist mir schon klar, ich bin aber überzeugt, dass damit bereits ein grosser teil der unfälle verhütet werden kann.
@S&W
“also, ein aufprall mit 50km/h entspricht etwa einem sprung von 10meter oder etwa dem 4.stock eines hauses. da siehts du mehr tot als lebendig aus (auch wenn du auf die front eines C6 fällst)!”
Nein, eben nicht. Die Analogie stimmt, wenn Dich eine Betonwand mit 50km/h rammt. Ein modernes Auto dreht Dich aber im wesentlichen um 90% und schiebt Dich über die Frontscheibe weg. Oder anders ausgedrückt, Du springst vom 10-Meter ins Wasser und schlägst davor noch mit den Beinen auf die Front des C6 auf, welcher eine relativ leicht um 10cm verformbare Front hat. Auch wenn Du’s nicht glaubst, das macht einen gewaltigen Unterschied zur Betonwand. Und bei Lastwagen und starren Offroadern bist Du dann eben schon nahe an der Betonwand, QED. Hängt übrigens nicht von der Fahrzeuggrösse ab (funktioniert auch beim Mercedes S leidlich) sondern von der Fahrzeugfront.
Übrigens: wenn Du nur noch eine halbe Sekunde voll bremsen kannst, bist Du schon auf 35km/h (oder 5m Fallhöhe) runter, und dann sieht’s schon wieder viel besser aus. Ausser bei der Betonwand ;-(
g.
@ gumbyman
Da lässt sich nichts dagegen einwenden! Die Differenz liegt in der “dynamischen Ausweichfähigkeit” bedingt, welche primär vom Winkel der Fahrzeugfront und der Oberkante der Motorhaubenfront abhängt.
@Dreckfilter
Genau! Schön dass wir uns einig geworden sind, soll keiner sagen die Diskussionen hier seien sinnlos
g.
@driver
deine bemerkungen kann ich nur belustigend finden. ich überquere täglich eine stark befahrene strasse auf einem fussgängertreifen. der fussgängerstreifen befindet sich an einer stelle wo ein fussweg die strasse kreuzt, es gibt kein trottoir, also kann man als automobilist nicht auf die idee kommen, ein fussgänger könnte nach links oder rechts gehen, wenn er am strassenrand steht! trotzdem bin ich gezwungen fast jeden tag meinen vortritt zu erzwingen und dem einen oder anderen idioten mit der nzz wenn nötig eins auf fahrzeug zu klopfen!
[...] Der Klimawandel scheint keinen Einfluss auf das Kaufverhalten zu haben, weiterhin werden vor allem grosse und starke Fahrzeuge gekauft. In der Verkaufshalle der Autoverkäufer wird das Gewissen und der Kopf offenbar deaktiviert. [...]
Schade: Acht SP-Leute stimmten zum Schluss dagegen, weswegen das Postulat mit 62:52 scheiterte. Wiedermal ein Eigentor.
Das Verbot hätte nichts gebracht, die meissten grossen Offroader sind als Lieferwagen deklariert und eingetragen, und für diese hätte man weiterhin Werben können.
Dazu kommt das für viele Amerikanische Offroader hierzulande gar keine Werbung gemacht wird, die karren aber Trotzdem gekauft werden, teilweise von den Besitzern sogar selbst aus US und A importiert werden.
Wenn man so eine Karre will findet mann immer mittel und wege.