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Mehr Mittelohrentzündungen bei hohen Feinstaubwerten

In Gebieten mit erhöhter Feinstaubbelastung erkranken deutlich mehr Kinder an Mittelohrentzündungen als in weniger belasteten Gebieten. Dies haben Deutsche Forscher zusammen mit Holländischen nun nachgewiesen wie in der SZ zu lesen ist:

Schon eine moderate Zunahme der Feinstaubbelastung steigerte die Häufigkeit von Mittelohrentzündungen bei den deutschen Kindern um 24 Prozent. Lagen auch noch erhöhte Stickstoffdioxid-Werte vor, ging die Rate um weitere 14 Prozent nach oben.

24 Prozent ist schon eine ganze Menge. Auch hier sind es die Kinder, welche unter dem ausufernden Mobilitätsbedürfnis der Erwachsenen leiden müssen. Bin mal gespannt, was für Gegenargumente da wieder kommen…

Dieser Artikel wurde von Sandro am Mittwoch, 4. Oktober 2006 in der Rubrik Verkehr und zu den Stichwörtern , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

15 Kommentare zum Artikel “Mehr Mittelohrentzündungen bei hohen Feinstaubwerten”

  1. Chevy am 4. Oktober 2006 um 16:25

    z.B. Feinstaubfilter? Benziner statt Diesel? Flugzeug statt Schiff?
    brauchst Du noch mehr Argumente?
    hier ein unschlagbares, Bluetec! (PS. Bluetec gibt es auch noch in einer fortgeschrittenen Variante, mir fällt die Bezeichnung gerade nicht ein)
    Erwähnenswert ist auch noch das die Studie mit nur 4000 Kindern gemacht wurde von denen keines älter als 24 monate war. Schade wurde die Studie nicht weitergeführt bis ins Kindergartenalter.

  2. thermite am 4. Oktober 2006 um 16:41

    Es ist doch einfach unglaublich wie immer wieder das Mobilitätsbedürftnis als Hauptverursacher für den Feinstaub verurteilt wird. Der Verkehr ist mit maximal 30% an den Emissionen beteiligt, der Rest verteilt sich auf Forstwirtschaft und Landwirtschaft (37%), Industrie und Gewerbe (27%) und Haushalte (7%).
    (Diese Werte sind je nach Studie unterschiedlich, der Anteil des Verkehrs beträgt meist nur 15-20%, ich habe hier bewusst den Maximalwer verwendet)

    (Quelle: BFU)

    Es ist denn auch nicht das Mobilitätsbedürftnis als vielmehr die fehlenden greifenden Massnahmen, wie Partikelfilterpflicht für ALLE, welche es verhindern, die Emissionen auf ein verträgliches Niveau zu senken.

    Ich bin keinesfalls für Luftverschmutzung, aber es ist doch einfach lächerlich, wie von links-grüner Seite immer sehr einseitig auf den Privatverkehr geschossen wird.

  3. sense2 am 4. Oktober 2006 um 18:47

    forscher finden heraus: alle amokläufer hatte iregdnwann vor ihrem amoklauf brot gegessen! verbietet brot!

  4. turander am 4. Oktober 2006 um 19:47

    Immer schön weiter die Steine zusammenhauen, irgendwann funkts :-) Im Ernst: wenn A und B gleichzeitig gehäuft auftreten, heisst das niemals automatisch “B WEIL A”. Das ist denkbar, aber es kann neben so vielem andern auch heissen, “B UND A WEIL C”. Sehr wahrscheinlich ist, um mal beim ganz offensichtlich auf der Hand liegenden zu bleiben, dass bei Kälte Erkältungen, Ohrenentzündungen, verkehrs- und Heizungs-bedingter Ausstoss miteinander – dh. zeitgleich – gehäuft sind, zudem wird in der kalten Jahreszeit gelegentlich mehr Auto gefahren, weil das Zufusslaufen und Fahrradfahren je nachdem halt auch Ohrenweh und Pfnüsel macht; eher unwichtig ist, dass auch mehr Leute notfallmässig in die Apotheke fahren (mit dem Auto) (bei uns ist das in der kalten Jahreszeit wirklich viel häufiger). Es kommt dazu, dass bei kalter Witterung eben die Partikel an und für sich ev. etwas gehäufter in der Luft schweben, als wenn es alle pott regnet (Grammatik “alle pott”?), und so kombinieren sich einige Faktoren genau wie letzten Winter zu einer Partikelhäufung, WÄHRENDDESSEN gleichzeitig (a) Ohrenweh, (b) Skiunfälle, (c) Eislaufunfälle und (d) Unterkühlungen häufiger sind, ohne dass der Feinstaub diese in irgendeiner direkten Weise beeinflusst. Capisch? Das Forschungsergebnis macht also durchaus Sinn, auch wenn die Interpretation nicht damit gleich schon in der Form “B -> A” oder “A-> B” zu suchen ist.

  5. Bünzli am 4. Oktober 2006 um 21:37

    “Bin mal gespannt, was für Gegenargumente da wieder kommen…”

    Schade eigentlich, dass diese Leugner des Feinstaubproblems die Kreativität, die sie beim erklären, wieso nicht sie sondern Andere Schuld haben und, dass es gar nichts mit einander zu tun hat, nicht bei etwas Sinnvollem einsetzen. ZB. Optimieren der Transportwege, Inovationen in Sachen Enregieoptimierung von Geräten, Entwicklung energieefizienter Gesellschaftsformen, Ideen zur Vermittlung von Sozialkompetenz (das ist wenn man merkt, dass das eigene Verhalten eine Wirkung auf andere Menschen hat und man sich dem entsprechend anpasst), Musik komponiert, BIlder malt etc.

    @chevy
    “…mit nur 4000 Kindern…” das sind enorm viele. Die Hochrechnungen bei Wahlen und Abstimmungen werden mit der Befragung von etwa 1000 Wählern gemacht und haben, glaube ich, eine Ungenauigkeit von 2-3%.

  6. andreasvongunten.com am 4. Oktober 2006 um 21:56

    Ich finde das ein schönes Beispiel dafür, wie stark wir doch an Autoritäten in Form von sogenannten seriösen Zeitungen und Experten glauben.

    Der zitierte Artikel findet sich im Original, wie der Quellenangaben zu entnehmen ist auf diesem Portal:
    http://www.medical-tribune.de/patienten/news/18676/

    Dort sieht er schon nicht mehr so seriös aus und auch weniger dramatisch, ohne die SZ Bilder.

    Die besagte Studie kann hier nachgelesen werden
    http://www.ehponline.org/members/2006/9089/9089.pdf

    Ist in der Tat interessant, aber die Autoren sagen selbst “indication” und nicht “prove”.

    Wir müssen nicht Forschen bis wir keine Fragen mehr offen haben, das geht sowiso nicht, aber wir dürfen auch nicht so tun, als ob unsere Entscheidungsgrundlagen gesichert sind.

  7. dandynstuff am 7. Oktober 2006 um 17:32

    Raucher produzieren aber mehr Feinstaub als Dieselmotoren, also bitte für ein Passivrauch-Verbot einsetzen!

  8. gumbyman am 7. Oktober 2006 um 18:09

    @dandynstuff
    woher stammt diese Zahl mit den Rauchern, Dieselmotoren und Feinstaub? Kann ich fast nicht glauben.
    Der Reifenabrieb leistet m.W. einen mindestens ebenso grossen Beitrag zum Feinstaub wie die Dieselmotoren – weiss das jemand genauer?

  9. Pirelli am 9. Oktober 2006 um 10:38

    gumbyman, hier findest du etliches:
    http://www.ignoranz.ch/item/tempo-80-ab-doppeltem-feinstaubwert/all-comments/#comments
    Und hier kannst du dich auch umtun.
    http://www.umwelt-schweiz.ch/buwal/de/fachgebiete/fg_luft/themen/feinstaub/

    dandy: Wenn gegen die Autoabgase auch nur ein Bruchteil dessen an Stimmung gemacht wird wie zurzeit gegen die Rauchenden, dann kannst du mit dem halbgaren Vergleich wieder kommen.
    Im Übrigen geht man mittlerweile davon aus, dass Nitritpökelsalze bei Nichtrauchenden einen wesentlichen Einfluss auf COPD und Lungenkrebs haben. Aber auch hier gilt – wie beim Rauchen: Unser BAG untersuchts nicht. Man hat mit den Rauchenden ja den Sündenbock schon gefunden.

  10. Chevy am 9. Oktober 2006 um 11:11

    1% des Feistaubes entstehen von allen Autos (Benziner) und 17% von Dieselfahrzeugen.
    Wenn man die Grafiken mal anschaut ( http://www.umwelt-schweiz.ch/imperia/md/content/luft/fachgebiet/d/grundlagen/fakten_feinstaub_2006_04_d.pdf),
    fällt einiges auf, Z.B.
    1. Grafik:
    Sämtliche Benzin und Diesel-agregate sind für 18% des Feinstaubes Verantwortlich.
    2. Grafik:
    Der Gesamte Verkehr macht 29% des Feinstaubes aus.
    Wenn man alle Benziner und Diesel aus dem Verkehr Zieht sind noch 11% Feinstaub da die man auf Tram Trolleybus und Bahn aufteilen kann, Ganz suberer öv.

  11. Chevy am 9. Oktober 2006 um 11:38

    Nebenbei:
    Wer einen alten karren mit Vergaser fährt produziert 1000-mal weniger Feinstaub als ein moderner Diesel, wer einen neuen Benziner (Eispritztechnologie) hat produzier immerhin 100-mal weniger Feinstaub.

  12. _driv3r_ am 9. Oktober 2006 um 22:52

    “Der Gesamte Verkehr macht 29% des Feinstaubes aus.”

    Das habe ich auch schon des öfteren festgestellt. Bislang hat sich noch keiner der selbsternannten Feinstaub-Gegner dazu geäusserst.

    Die Tatsache, dass der Verkehr, insbesondere Benzinautos, nur einen kleinen bzw. vernachlässigbaren Bruchteil produzieren, wird konsequent ausgeblendet und ignoriert.

    Stattdessen wird einzig der Privatverkehr mit unglaublicher Hartnäckigkeit als Sündenbock für den Feinstaub dargestellt, was einfach nicht in Ordnung ist.

  13. Pirelli am 10. Oktober 2006 um 00:39

    Driv3r: Und ich habe die Verhältnisse und die Fakten schon oft genug gepostet. Sag mal, liest du überhaupt, was ich schreibe, oder kann ich mir die Mühe gleich schenken?

    Ich zitiere mich selbst, dir zuliebe. Vielleicht liest du es diesmal?
    ” Es stammen 29% an PM 10 aus dem Verkehr, davon 22% von der Strasse. Das sind aber nur Gewichtsangaben. Weit relevanter ist der Anteil an den besonders gefährlichen Nanostäuben, also PM 2,5 und kleiner: Hier liegt der Anteil des Verkehrs bei 35%, hinzu kommen die Baumschinen mit 21%. Einen ziemlichen Teil macht hier auch der Reifen- und Bremsabrieb aus, auch dieser wird bei Tempo 80 reduziert. (Anteil am Gesamtfeinstaub durch Brems-, Strassen- und Reifenabrieb der benzingetriebenen Fahrzeuge: 2000 Tonnen.)
    Die Nanostäube fallen massenmässig aufgrund ihrer geringen Grösse wenig ins Gewicht, machen aber bei der unvollständigen Verbrennung in Dieselmotoren den Hauptharst aus, dominieren also zahlenmässig. Sie transportieren zudem angelagerte Giftstoffe aus den Motoren in die feinsten Verästelungen der Lunge und sind in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Von den 21′000 Tonnen Jahresfeinstaubeintrag sind 3500 Tonnen Nanopartikel. Zahlenmässig machen sie die grösste Gruppe aus – und sie sind auch die gefährlichsten Partikel. Hier fallen auch die Zweitaktmotoren auf: Sie emittieren bis zu 400-mal mehr Schadstoffe als Viertakter. Besinders relevant punkto Feinstaub ist neben der systembedingt schlechten Verbrennung die übliche Gemischschmierung: Der Schmierölanteil im Benzin verbrennt nicht, sondern wird ultrafein zerstäubt.”

    Also noch mal ganz langsam: Die gefährlichsten Stäube sind die Nanopartikel. Sie dringen bis in die Lungenbläschen vor und vermögen die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Sie sind auch punkto Krebs am gefährlichsten. Diese ultrafeinen Partikel stammen zum grösseren Teil von den Verbrennungsmotoren. An der zerklüfteten Oberfläche der Partikel lagert sich zudem ein Mix verschiedener Giftstoffe aus den Motoren an, der nun mit den Stäuben ebenfalls bis ins Gehirn vordringt.

    Die 29 Prozent beziehen sich auf die Masse, nicht auf die Zahl der Partikel. Zahlenmässig machen die gefährlichen Nanostäube den grössten Anteil aus. Deshalb sind alle Massnahmen, die die Feinstaubemissionen aus Verbrennungsmotoren reduzieren, unverzüglich zu treffen.

    Weisst, an deiner Stelle würde ich mir tatsächlich einmal überlegen, das Internet als Rechercheinstrument einzusetzen.
    Wenn du dich hier etwas umtätest, könntest du dir manches an Behaupterei ersparen:
    http://www.umwelt-schweiz.ch/buwal/de/fachgebiete/fg_luft/

  14. ghandi am 11. Oktober 2006 um 21:13

    Jawohl, mein 43 jahre alter Diesel Allrad braucht mit einem 2,5 l Motor 4 – 5 Liter,Wievile millimeter Pneu (Autoreifen werden jährlich von jedem runtergefahren? Ist das Feinstaub?

    Ich denke das die Chemikalien die die Amis in die Luft jagen um die Ozonlöcher zu schliessen, weit gefährlicher sind als der Feinstaub!

  15. gumbyman am 11. Oktober 2006 um 23:07

    Mein 45 Jahre alter Bührer braucht 1 Liter Diesel – pro Stunde (kommt aber nicht auf mehr als 50 Betriebsstunden im Jahr ;-) .
    Trotzdem wäre ich gar nicht traurig wenn er weniger Russ produzieren würde. Und wenn die Mehrheit der Fahrzeuge, die tonnenweise Sprit im Jahr verbrauchen, mit solchen Motoren ausgerüstet wären, wär das eine mittlere Katastrophe.

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