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Die unanständige Partei wirbt mit unanständigem Inserat

Die SVP hat heute wiedermal bewiesen, dass die versöhnlichen Worte des frischen alten Parteipräsidenten Hansjörg Frei (“Die Zürcher SVP tritt jetzt in eine neue Phase ein”) nichts als warme Luft waren. Die SVP will weder anständiger werden noch ihren Stil anpassen. Im Gegenteil. Mit Lügen, Un- und Halbwahrheiten versucht sie im lauen Wahlkampf in Zürich, Stimmen bei den Stammtisch-WählerInnen zu gewinnen. Frech und verlogen wie eh und je. Wir haben uns das SVP-Lügeninserat etwas genauer angeschaut:

Ein Beispiel von vielen: Die sattsam bekannte Roma-Familie aus Rüschlikon [...] Seit 1997 lebt die Familie hier im Asyl-Status

Asyl-Status? Das ist doch eben grad das Problem, dass sie keinen klaren Status haben. Da musste doch die Asylrekurskomission erst kürzlich darüber befinden, wie können die Leute seit 1997 im “Asyl-Status” – hier leben? Gelogen!

[..] Die Steuerzahler hat dieser Sozialunsinn bislang mehr als eine Million Franken gekostet

Sozialunsinn? Wo genau liegt der Unsinn? Auch wenn dieses einmalige Beispiel schwer zu erklären und für viele Menschen nicht nachvollziebar ist, kann doch der Rechtsstaat deswegen nicht abgeschafft werden. Was schlägt denn die SVP vor? Das Asylgesetz abzuschaffen? Einfach arm, auf kosten dieses tragischen Einzelfalls sämtliche Asylbewerber schlechtzuschreiben. Billig!

Immer wieder wird solcher Missbrauch durch Einsprachen und komplizierte Verfahren ermöglicht. Dank linken, Sozialarbeitern, Asyljuristen Hilfswerklern.

Also die Mitarbeiter von Hilfswerken ermöglichen Missbrauch? Komplizierte Verfahren ermöglichen Missbrauch? Hier täuschen die Inserategestalter die Menschen doch mit Absicht! Dieser Zusammenhang ist bösartig falsch formuliert und diskreditiert Sozialarbeiter und Hilfswerkler auf tiefstem Niveau. Billig!

Wir wollen auch keine Zuwanderung in unsere Sozialwerke Wer wirklich Hilfe braucht, soll Hilfe bekommen

Hier wird klar und mit Absicht die Flüchtlings/Asylproblematik (“Zuwanderung”) mit dem Missbrauch von Sozialwerken vermischt. Und die SVP schafft mit ihren Verschärfungen, z.B. im Asylgesetz eben genau Voraussetzungen, unter denen echte Hilfsbedürftige (z.B. Sanspapiers) keine fairen Chancen mehr kriegen. Gelogen!

Wer soll in den Gemeinden das Sagen haben? Die Umverteiler? Staatsprofiteure? Sozialschwätzer? Diejenigen die immer nach dem Staat rufen und sich von den anderen finanzieren lassen?

Was sind Staatsprofiteure? Etwa die, vom Staat profitieren wie Staatsangestellter Christoph Mörgeli? Oder Subventionsempfänger Ueli Maurer? Was sind Sozialschwätzer? Da weiss nicht mal Onkel Google Rat. Sinnbefreites leeres Geschwätz!

Da muss der neue Präsident lange und heftig durchgreifen damit derartige verleumderische und unwahre Inserate in den Müll fliegen anstatt die Printlandschaft zu verschmutzen.

20minuten zeigt wenig Sensibilität mit Inseraten
Aufgeschrekt hat mich vor allem die Illustration des SVP Inserates. Ohne sichtbare Trennung hat die Inserateabteilung von 20min ein Puma-Plakat oberhalb des SVP Inserats platziert:

Sehr unsensibel ist 20 Minuten bei diesen beiden Inseraten vorgegangen.

Das Puma Logo ist so klein, dass ich zuerst einen Schock gekriegt habe weil ich das Bild für eine Illustration der SVP hielt. Der SVP hätte ich ehrlichgesagt zugetraut mit derartigen Bildern zu Werben.

Aktualisierung

Dieser Artikel wurde von Sandro am Donnerstag, 2. Februar 2006 in der Rubrik Medien und zu den Stichwörtern , , , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

10 Kommentare zum Artikel “Die unanständige Partei wirbt mit unanständigem Inserat”

  1. digi2k am 2. Februar 2006 um 14:17

    Da zeigt sich wieder einmal mehr, wer die wahren Lügner sind – die Presse, die Journalisten und insbesondere die ignoranten Ignoranz-Autoren.

    Wer glaubt, dass diese Werbung ohne Hintergedanken so platziert worden ist, kann nur SP-Wähler sein.

  2. Chevy am 2. Februar 2006 um 14:54

    Was wäre dann an diesem Plakat so Falsch? geh mal in Chevelle (oder wie das heisst), es gibt mittlerweile genug Orte wo fast nur Schwarze verkehren, wo ihre Musik läuft etc.
    ich habe nichts dagegen, aber ein solches Foto könnte man problemlos in Zürich machen. (ohne es zu Stellen)

  3. Pete am 2. Februar 2006 um 15:32

    Gähn….

  4. driv3r am 2. Februar 2006 um 15:46

    Ha ha, das passt ja wie die Faust auf’s Auge. 20 Min. hat den Vogel mal wieder abgeschossen ;)

  5. Georg Meier am 2. Februar 2006 um 19:07

    Dass 20 Minuten kein Problem mit dem Abdruck von solchen Inseraten zeigt und sie zudem noch auf diese weise plaziert zeigt wie billig diese Zeitung ist. Es zeigt sich wieder; Qualtät hat seinen Preis. 20 Minuten ist unter aller Sau, zusammen mit der wahrheitsverzerrenden menschenverachtenden Propaganda der SVP.
    Frei wie Blocher werden an diesem faschistischen Kurs gar nichts ändern. Und auch die FDP hat keine Berührungsängste.

    Reformen im Asylwesen und Sozialwesen sind zu begrüssen; Wahlkampf mit verzerrten Statistiken ist scharf zu verurteilen und zerstört die politische Kultur.

  6. Mister IGS am 2. Februar 2006 um 19:12
  7. gebsn am 3. Februar 2006 um 03:02

    Gar nicht zu reden von den SVP-Bauern, die sehr gerne “Praktikanten” aus dem Osten “einladen”, damit diese hier billig auf den Bauernhöfen schuften können. Hauptsache, sie gehen nach verrichteter Arbeit wieder husch, husch ins Heimatland zurück.

    Einen Artikel wert (habe leider keine Zeit) wäre auch die Demontage des Bundesamtes für Justiz (BJ) durch BR Blocher. Was hier an hochkarätigen Juristen das Haus schon verlassen hat oder bald verlassen wird und was als Ersatz angestellt wird, lässt für den künftigen Output des BJ Übles befürchten. Macht aus dem Staat Gurkensalat? Blocher macht’s!

  8. Chevy am 3. Februar 2006 um 16:14

    @gebsn

    diese “Praktikannten” nent man Gastarbeiter, das wort setzt sich aus Gast und Arbeiter zusammen. Damit diese Wort seine auch seine richtigkeit behält beding dies das die Arbeiter nach verichteter Arbeit und erhalten Ihres Lohnes wieder nachhause gehen.

  9. AlphaPapaGolf am 3. Februar 2006 um 16:49

    Praktikanten sollen gar nicht hier bleiben. Was sollten sie denn auch tun, nachdem die Ernte eingefahren wurde? Herumhängen ?
    Es ist für sie schon ein Vorteil, dass sie ein paar Monate in der Schweiz arbeiten durften.
    In die erhaltenen Franken können sie in Unmengen von Zloty eintauschen.

  10. Ignorant am 19. Februar 2006 um 19:09

    “Ein Beispiel von vielen: Die sattsam bekannte Roma-Familie aus Rüschlikon […] Seit 1997 lebt die Familie hier im Asyl-Status

    Asyl-Status? Das ist doch eben grad das Problem, dass sie keinen klaren Status haben. Da musste doch die Asylrekurskomission erst kürzlich darüber befinden, wie können die Leute seit 1997 im “Asyl-Status” – hier leben? Gelogen!”

    Sie sagen es: Es ist genau das Problem, dass sie keinen klaren Status haben und dank diesem Umstand immernoch hier weiterkassieren können!

    “[..] Die Steuerzahler hat dieser Sozialunsinn bislang mehr als eine Million Franken gekostet

    Sozialunsinn? Wo genau liegt der Unsinn? Auch wenn dieses einmalige Beispiel schwer zu erklären und für viele Menschen nicht nachvollziebar ist, kann doch der Rechtsstaat deswegen nicht abgeschafft werden. Was schlägt denn die SVP vor? Das Asylgesetz abzuschaffen? Einfach arm, auf kosten dieses tragischen Einzelfalls sämtliche Asylbewerber schlechtzuschreiben. Billig!”

    Sie unterstellen der SVP den Rechtsstaat oder das Asylgesetz abschaffen zu wollen oder alle Asylbewerber schlechtzuschreiben. Es kann und darf nicht sein, dass diese Familie trotz kriminellen Verhaltens weiter kassiert. Dies ist ein Sozialunsinn, der Ausländerhass schürt und die wirklich verfolgten in ein schlechtes Licht stellt. Es kann nur in einem menschenfreundlichen Interesse, das ich ihnen jetzt mal unterstelle, liegen, solches Schmarotzertum nicht zu tollerieren.

    “Immer wieder wird solcher Missbrauch durch Einsprachen und komplizierte Verfahren ermöglicht. Dank linken, Sozialarbeitern, Asyljuristen Hilfswerklern.

    Also die Mitarbeiter von Hilfswerken ermöglichen Missbrauch? Komplizierte Verfahren ermöglichen Missbrauch? Hier täuschen die Inserategestalter die Menschen doch mit Absicht! Dieser Zusammenhang ist bösartig falsch formuliert und diskreditiert Sozialarbeiter und Hilfswerkler auf tiefstem Niveau. Billig!”

    Es ist so, das einige Hilfswerke (unter anderem die Kirchen) sowie Komplizierte Verfahren den Missbrauch erleichtern, wie das vom Inserat angesprochene Beispiel deutlich zeigt. Dies zu falsifizieren ist absolut ignorant!

    “Wir wollen auch keine Zuwanderung in unsere Sozialwerke Wer wirklich Hilfe braucht, soll Hilfe bekommen

    Hier wird klar und mit Absicht die Flüchtlings/Asylproblematik (”Zuwanderung”) mit dem Missbrauch von Sozialwerken vermischt. Und die SVP schafft mit ihren Verschärfungen, z.B. im Asylgesetz eben genau Voraussetzungen, unter denen echte Hilfsbedürftige (z.B. Sanspapiers) keine fairen Chancen mehr kriegen. Gelogen!”

    Die Asylproblematik hat mit den Sozialwerken zu tun. Asylantenhäuser, Beratungsstellen etc sind Sozialwerke. Wenige, wie es scheint auch sie nicht, verstehen das Wort “sozial”.

    “echte Hilfsbedürftige (z.B. Sanspapiers)”
    Das ist nicht ihr Ernst? Sie können doch nicht alle Sanspapiers als echte Hilfsbedürftige deklarieren. Anscheinend haben sie keine Ahnung wieviele von den Asylantragsstellern wirklich den Asylstatus bekommen und wieviele Sanspapiers in unserem Rechtsstaat nicht nicht aufgenommen werden.

    “Was sind Staatsprofiteure? Etwa die, vom Staat profitieren wie Staatsangestellter Christoph Mörgeli? Oder Subventionsempfänger Ueli Maurer? ”

    Um es mit ihren Worten zu sagen: “Billig!”

    Ausserdem kann die SVP für die Platzierung des Inserates nichts dafür, anderes zu behaupten wäre ignorant!

    An den Herrn Georg Meier:
    Sie gehören anscheinend zu den Leuten die das Wort “Faschismus” in absolut keinster Weise verstehen sondern es lieber in ihre plakativen Reden eingliedern. Wirklich, wirklich arm und vor allem ignorant.

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