Label-gläubige Grüne und Linke?
Der Kantonsrat des Kantons Zürich hat am Montag beschlossen, Bauherren von Neubauten welche das Minergie-Label erreichen mit einem Ausnutzungsbonus zu belohnen. Ein wichtiger und guter, jedoch ziemlich kleiner Schritt in die richtige Richtung. In diesem Artikel im Online-Tagi strickt Roger Keller den Grünen und Linken daraus einen Vorwurf. Sie hätten nicht gleich alles aufs mal gefordert:
das Label ist keineswegs so grün und ökologisch, wie das seine Vermarkter glauben machen. Denn es fokussiert einseitig auf den Energieverbrauch der Gebäude. Alle anderen ökologischen und sozialen Aspekte bleiben unberücksichtigt. So ist es zum Beispiel möglich, das Minergie-Label für ein Haus zu erhalten, das mit den übelsten Bauchemikalien erstellt wurde, das mit Kunststoffen gefüllt ist, das Raubbau-Hölzer enthält, Steinplatten aus Kinderarbeit aufweist oder mit Installationen errichtet wurde, die durch halb Europa herumgefahren wurden, nur weil sie etwas billiger sind.
Als wären dies nicht allesamt Grüne und Linke Anliegen! Ausserdem ist, wenn man die gesamte Lebensdauer eines Gebäudes beachtet, der Minergie-Standard sehr wohl grün und ökologisch. Hier die vernünftige “Politik der kleinen Schritte” zu kritisieren ist unredlich. Deshalb habe ich dem Herrn Keller folgenden Leserbrief geschrieben:
Wenn ich ihren Kommentar richtig verstehe, Herr Keller, werfen Sie den Grünen und Linken vor, dass sie nicht alles aufs mal gefordert haben, sondern nur einen kleinen pragmatischen Schritt in die richtige Richtung(Minergie Label). Woher nehmen Sie die Weisheit, daraus zu folgern, dass die andern von ihnen aufgezählten Elemente (betr. graue Energie) die Grünen und Linken NICHT interessieren? Dies ist nun wirklich ein lächerlicher Vorwurf. Ich denke, das wissen Sie genau so gut wie ich.
Mal schauen was da als Antwort kommt.

Die Linken und Grünen haben eben nichts von der SVP gelernt:
kompromisslos alles fordern und dabei nichts erreichen
Vermutlich stört den Herrn Keller, dass die Grünen mit solchen kleinen Schritten etwas erreichen könnten – statt alles zu fordern und mit Sicherheit Schiffbruch zu erleiden, sodass alles beim Alten bliebe. Wobei zu sagen ist dass die Fokussierung auf den Minergie-Standard und Priorisierung desselben sehr viel Sinn macht, übrigens.
Entweder ist der Herr Keller selber ein bisschen naiv, und in Gebäudetechnik nicht eben bewandert. Oder eben ein ganz hinterlistiger Schlaumeier – beides keine guten Voraussetzungen, seine Schreibe allzu ernst zu nehmen.
g.
Sandro war so lustig öffentlich folgendes zu schreiben:
“Dies ist nun wirklich ein lächerlicher Vorwurf. Ich denke, das wissen Sie genau so gut wie ich.”
Ich nehme an, wenn Keller es auch einen lächerlichen vorwurf finden würde, hätte er ihn kaum gemacht. Etwas peinlich, die polemik.
“Wenn ich ihren Kommentar richtig verstehe, Herr Keller, werfen Sie den Grünen und Linken vor, dass sie nicht alles aufs mal gefordert haben”
Autsch. Nein, Sandro hat es nicht richtig verstanden. Was wirklich da steht ist: “…dass sie es nicht für nötig halten, das Label einmal gründlich zu hinterfragen.”…”Man wundert sich auf jeden Fall, wie unkritisch namentlich die Grünen und die SP ein solches Label zum Mass aller Dinge erheben”
Von “alles auf ein mal fordern” steht da… Nichts. Ums label gings im artikel.
@kikri LoL
wollte roger keller sein gehalt aufbessern?
die erdöllobby ist sehr spendabel.
erst verbieten sie dekaden freies denken, und dann wenn es nicht mehr anders geht, und die
zukunftslabel schon mehr als etabliert sind auf
der ganzen welt, dann kommen sie und labern von
gläubigkeit. die schweiz ist sonderbar, gehässig, neidisch, missgünstig und dumm.
auch die “jugendkriminalität” ist so ein müsterli, sie machen kaputt was die zukunft ist, what’s new?
Herr Keller vom Tagi hat absolut recht. Minergie ist ein Label eines privaten Vereins. Dieses Label unbesehen ins Gesetz zu übernehmen greift zu kurz. Statt dessen sollten z.B. die Minergie-Vorschriften an die Gebäudehüller übernommen werden. Das Label als solches unterstützt nur einen privaten Verein. Das Gesetz ist aber eben nicht dazu da, einen privaten Verein zu unterstützen.
Das verstehe ich jetzt nicht.
Bei Minergie geht es um den Energieverbrauch eines Hauses, also hauptsächlich um die Isolation.
Herr Keller kritisiert, dass auch soziale und Umwelt-Aspekte des Materials zu berücksichtigen seinen.
Sie geben Herr Keller recht und fordern, dass nur die Gebäuderhülle (also Isolation) zu berücksichtigen sein, als wie Minergie.
Also: Minergie ist schliecht, aber ich will, dass es so läuft wie Miergie.
Oder habe ich Sie da falsch verstanden?
Das verstehe ich jetzt nicht.
Bei Minergie geht es um den Energieverbrauch eines Hauses, also hauptsächlich um die Isolation.
Herr Keller kritisiert, dass auch soziale und Umwelt-Aspekte des Materials zu berücksichtigen seinen.
Sie geben Herr Keller recht und fordern, dass nur die Gebäudehülle (also Isolation) zu berücksichtigen sein, als wie Minergie.
Also: Minergie ist schliecht, aber ich will, dass es so läuft wie Miergie.
Oder habe ich Sie da falsch verstanden?
Das verstehe ich jetzt nicht.
Bei Minergie geht es um den Energieverbrauch eines Hauses, also hauptsächlich um die Isolation.
Herr Keller kritisiert, dass auch soziale und Umwelt-Aspekte des Materials zu berücksichtigen seinen.
Sie geben Herr Keller recht und fordern, dass nur die Gebäudehülle (also Isolation) zu berücksichtigen sein, als wie Minergie.
Also: Minergie ist schliecht, aber ich will, dass es so läuft wie Miergie.
Oder habe ich Sie da falsch verstanden?
Nur gehen die Grünen etwas naiv vor. Plötzlich muss jeder Neubau den Vorschriften eines privaten Vereins (Minergie) genügen.
Wieso packen wir nicht endlich die wirklichen Probleme an. Die haben wir nicht bei den Neubauten sondern beim Immobilienbestand der 60-er und 70-er Jahre. Hier haben wir einen Oelverbrauch von 15 Liter / m2. Bei Neubauten mit Ölheizungen (macht zum Glück sowieso kaum einer) beläuft sicher der Verbrauch auf 3 Liter /m2. Mit Minergie schaffen wir vielleicht vergleichbare 1-2 Liter, lösen aber unsere Probleme nicht.
Die Schweiz hat ganz andere Probleme. Leider leiden mal wieder die Jungen am meisten unter den kranken Ideen der neoliberalen Deppen.
In der Schweiz zwingt das Sozialamt seit einiger Zeit die Bedürftigen zu sogenannter “Freiwilligenarbeit”. Sonst werden die Leistungen bis tief unter das Existenzminimum gekürzt. Das ist der Anfang der Perversion und ein klares Indiz der Entzivilisierung der Schweiz. Wie um Himmels Willen kann man jemanden zur Freiwilligenarbeit zwingen?
Und dieser Staat nennt sich liberal. Und meint damit doch nur die Freiheit des Ausbeuters, zu tun und lassen, was immer ihm beliebt.
Man sollte sich mal fragen, weshalb die Jungen das Bedürfnis nach saufen haben.
Als Arbeitnehmer hast du keine Demokratie mehr zu erwarten. Politik ist nur dazu da, die Wirtschaftsdikatoren bei ihrem (Klassen)Kampf gegen die Arbeitnehmer zu unterstützen. Nun will das Parlament seine Mitglieder auch noch selbst bestimmen. Dann aber gute Nacht und guten Morgen Amerika!