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Klimaschutz: Schweiz auf schlechtem Rang 12

Die Stiftung Germanwatch hat in einer kürzlich veröffentlichten Klimaschutz-Studie über 50 Länder zum Thema Klimaschutz miteinander verglichen. Der berechnete Index baut auf drei Hauptkriterien auf. Zunächst wird der C02-Ausstoss (Gewichtung: 30 Prozent) ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt und zum Energieverbrauch sowie zur Bevölkerungszahl gesetzt. Die reiche Schweiz schneidet dabei schlecht ab: Platz 12. Wer denkt, Platz 12 sei ja gar nicht so schlecht, sollte wissen, das auch der erste Platz die Klimaschutzziele bei weitem verfehlt hat, da sind die Länder im ersten Duzend eigentlich mehr die Einäugigen unter den Blinden.

Wozu es führt, wenn der Klimaschutz nicht bald mit viel mehr Effort betrieben wird, sieht man am El Niño Effekt in Afrika, welcher zu enormen Ernteausfällen und damit grossem Hunger führt:

Experten gehen davon aus, dass Afrika durch die globalen Klimaveränderungen mehr und mehr extreme El-Niño-Jahre erleben wird. Damit dürfte auch die Ernte auf dem Kontinent in Zukunft erheblich zurückgehen

Germanwatch Professor Hartmut Grassl:

Es muss alles getan werden, um einen Anstieg der globalen Temperaturen um zwei Grad zu verhindern [..] Auf dieser Basis müssen die Industriestaaten vorangehen und ihren C02-Ausstoss bis 2050 um 80 Prozent reduzieren.

Die Schweiz sollte schleunigst wirksame Massnahmen treffen um den eigenen Beitrag Klimaerwärmung abzusenken. Freiwilligkeit und Eigenverantwortung hilft hier nicht, griffige staatliche Vorschriften und Gesetze sind gefordert wenn unseren Kindern und Kindeskindern gegenüber wirklich Verantwortung übernehmen wollen. (Via: Klimainfo)

Dieser Artikel wurde von Sandro am Dienstag, 21. Februar 2006 in der Rubrik Allgemein und zu den Stichwörtern , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

11 Kommentare zum Artikel “Klimaschutz: Schweiz auf schlechtem Rang 12”

  1. quadour am 21. Februar 2006 um 21:59

    Das war ja schon lange klar. Praktisch alle Nachbarländer beginnen, sich vom arabischen Oelsichtum zu befreien. Nur die Schweiz nicht. Warum denn? Ja, weil bei uns die sog. nachwachsenden Rohstoffe viel zu teuer sind. Die kosten franko Bauer um den Faktor 4 mehr als in der EU. So sind allen die Hände gebunden.
    Beispiel: in Baden-Würtember erhält der Landwirt aktuell 100 Euro der Tonnen Weizen. Unsere Landwirte erhalten dafür aber 500 CHF, das ist mehr als das 3,5 fache.

  2. driv3r am 22. Februar 2006 um 01:47

    “Die Schweiz sollte schleunigst wirksame Massnahmen treffen um den eigenen Beitrag Klimaerwärmung abzusenken.”

    Realistisch betrachtet ist der Beitrag der Schweiz zur globalen Klimasituation vernachlässigbar. Das heisst, dass sich das Klima selbst dann unbeinflusst munter weiter erwärmt, wenn hier kein einziges CO2-Molekül mehr freigesetzt wird.

    Lokaler Aktionismus bringt also (genau wie bei der Feinstaub-Hysterie) rein gar nichts. Wer wirklich etwas bewegen möchte, müsste ehrlich sein und seine Anstrengungen dort unternehmen, wo die grossen Verursacher anzutreffen sind und seine Bemühungen im Erfolgsfall wenigstens messbare Auswirkungen hätten.

    “Freiwilligkeit und Eigenverantwortung hilft hier nicht, griffige staatliche Vorschriften und Gesetze sind gefordert wenn unseren Kindern und Kindeskindern gegenüber wirklich Verantwortung übernehmen wollen.”

    Den Kindeskindern wäre wohl mehr gedient, wenn man vermehrte Anstrengungen zur Sanierung des Finanzhaushalts des Staates (man könnte auch sagen der Pumpwirtschaft) unternommen würden.

  3. Georg Meier am 22. Februar 2006 um 12:26

    Dabei ist gerade die lokale Vermeidung von krebserregenden Dieselrusspartikeln sinnvoll gerade auch in Anbetracht der Sanierung des Finanzhaushaltes.
    Die Prävention und Vermeidung von chronischen Gesundheitsschäden hat bei den krebserregenden Dieselrusspartikeln Priorität und das können wir mit lokalen Massnahmen angehen.

    Das anders gelagerte Problem des Klimaschutzes ist analog zum Gewässerschutz mit lokalen Massnahmen zu lösen. Nur, weil auf der ganzen Welt immer noch Müll im Meer versenkt wird müssen wir das im Zürichsee nicht machen… So verhält es sich eben auch mit der Luft und Boden. Jeder noch so kleine Fisch muss seine Hausaufgaben machen können, leute wie driv3r wollen uns daran hindern.

  4. driv3r am 22. Februar 2006 um 13:49

    “Jeder noch so kleine Fisch muss seine Hausaufgaben machen können, leute wie driv3r wollen uns daran hindern.”

    Erstens:
    Wir in der Schweiz haben unsere Hausaufgaben längst gemacht. Ich weiss nicht, ob du mal etwas in der Welt herumgekommen bist oder nur die Bahnhofstrasse kennst, aber wenn du wüsstest, was für Zustände an anderen Orten auf diesem Planeten herrschen dann wäre Dir vermutlich auch klar, wie luxuriös, sauber und blitzblank wir es in der Schweiz eigentlich haben und wie problemfrei wir leben können.

    Zweitens:
    Wenn man (ernsthaft) “Umweltschutz” betreiben möchte, dann müsste man dort ansetzen, wo man pro Franken Einsatz (ja, Umweltschutz kostet) am meisten Wirkung erzielen kann. Und dies ist ganz bestimmt nicht am Central in Zürich, sondern z.B. in irgendwelchen Schwellenländern oder bei Verschwendern wie in den USA etc. der Fall.

    Drittens:
    Die Feinstaubdebatte hat sich doch schon längst erübrigt, und es kommt wie immer:
    Die bösen Personenwagenfahrer dürfen Filter nachrüsten und den Sündenbock spielen, die wahren Verursacher wie Schwerverkehr, Bauern und Bauunternehmer etc. kommen ungeschoren davon; dies Obwohl praktisch jeder neue Diesel-PW bereits einen Filter serienmässig integriert hat. Der Umwelt ist somit freilich nicht geholfen.

  5. Georg Meier am 22. Februar 2006 um 14:08

    Driv3r du begreifst nicht ganz, wer trotzdem durch die Prüfung fällt hat offensichtlich seine Hausaufgaben nicht richtig gemacht. Von den Spickschreibern wollen wir gar nicht reden. Die Schweiz hat wie gesagt viel getan. Doch eben, bei den Dieselrusspartikeln ist sie im hintertreffen. Wie lange willst Du das noch leugnen? Mit Deinen langen rethorischen Posts gegen greifende Massnahmen wirds nicht besser…

  6. driv3r am 22. Februar 2006 um 19:32

    @Georg Meier,

    Wie ich doch erwähnt habe (Sie können doch lesen?)hat die Autoindustrie auf diese Problematik insofern reagiert, als dass bei praktisch allen neuen Diesel-PW’s ein Partikelfilter eingebaut ist. Wieso behaupten Sie also, es gäbe keine Massnahmen?

    Bei der Feinstaub-Problematik muss doch einfach in aller Deutlichkeit festgehalten werden, dass diese nicht primär auf dem motorisierten Individualverkehr gründet, auch wenn das viele Grüne (aus Unwissenheit oder vorsätzlicher Täuschung sei mal dahingestellt) anders darzustellen versuchen.

    Griffige Massnahmen gegen Feinstaubemissionen wären wohl vor allem dort angebracht, wo dieser auch tatsächlich produziert wird, namentlich
    - in der Landwirtschaft
    - in der Bauwirtschaft
    - In der Land- und Forstwirtschaft
    - Im Schwerverkehr
    - …

    Das Problem scheint mir, dass diese wahren Urheber allesamt zu starken politischen Einfluss haben und sich daher gegen Massnahmen durchsetzen können. Damit der Bevölkerung trotzdem ein sinnvolles Handeln der Politik vorgegaukelt werden kann, wird der schwarze Peter zu Unrecht dem MIV zugeschoben und unsinniger Aktionismus (Tempo 80) betrieben.

    Wer etwas gegen Feinstaub unternehmen will, soll sich dafür einsetzen, das obengenannte Verursacher zur Rechenschaft gezogen werden. Anderes ist für mich einfach nur Unglaubwürdig.

  7. quadour am 22. Februar 2006 um 21:01

    zu div3r:
    eigentlich hast du ja recht. Aber…
    Die Interessengruppen der Bau- und Landwirtschaft sind schlicht zu mächtig, um dagegen anzukämpfen. Die verdienen und verdienten sich mit Beihilfen, Subventionen und anderen Sozialhilfen eine derart goldene Nase, dass sich sich wie ein Krebsgeschwür in alle nur erdenklichen Kommissionen, Parlamente und Regierungen einkauft haben.

  8. Georg Meier am 23. Februar 2006 um 02:24

    Schon wieder falsch Driv3r!
    Bei Feinstaub ist es vor allem die Konzentration die das Problem darstellt. Ein Traktor pro Hektare macht da nix. Und im Januar und Februar stehen diese bekanntlich still.
    Umso mehr sind es gerade die Massen von PW’s des Pendelverkehrs die im Januar und Februar Höchstwerte verursacht haben.
    Als Stadtbewohner bin ich davon betroffen und mein Körper und mein Eigentum wird dadurch ohne Abgeltung geschädigt.
    Driv3r bleibst und bist ein Tatsachen-Verdereher.

  9. vollmi am 23. Februar 2006 um 12:33

    Zitat: Als Stadtbewohner bin ich davon betroffen und mein Körper und mein Eigentum wird dadurch ohne Abgeltung geschädigt.

    Wusstest du das denn nicht als du in die Stadt gezogen bist? Das es in der Stadt mehr Abgase hat als auf dem Land?

    Und wer hat dir das erzählt das in den Januar und Februarwochen die Traktoren stillstehen?
    Dann werden sie zum Holzen genutzt. Und manchmal auch zum Güllen.

    mfG René

  10. driv3r am 24. Februar 2006 um 01:37

    “Wusstest du das denn nicht als du in die Stadt gezogen bist? Das es in der Stadt mehr Abgase hat als auf dem Land?”

    Ich finde auch dass sich die Leute zum Teil doch ziemlich paradox verhalten. Einerseits möchte man zwar von den Vorteilen, die durch eine Verdichtung des Zusammenlebens entstehen profitieren, ist aber auf der anderen Seite nicht bereit zu akzeptieren, dass andere Menschen, mit denen man unmittelbar zusammenlebt, andere Lebensstile pflegen als man selbst.

    Dies betrifft ja nicht nur den Verkehr, es geht genauso um die Raucher, um Leute die Nachts gerne noch etwas Party machen, usw. und so fort. Und selbst beim Verkehr: es heisst immer, fast die Hälfte der Stadtzürcher hätten kein Auto. Das heisst doch auch dass über die Hälfte ein Auto haben. Das Märchen von den bösen Autopendlern und den lieben ÖV-Stadtmenschen trifft eben auch nur bedingt zu.

    “Und wer hat dir das erzählt das in den Januar und Februarwochen die Traktoren stillstehen?
    Dann werden sie zum Holzen genutzt. Und manchmal auch zum Güllen.”

    Das würde mich auch interessieren. In letzter Zeit sehe ich recht viele Traktoren unterwegs, von den Baumaschinen in Zürich ganz zu schweigen (momentan wird ja wieder überall Geld verlocht).

  11. Nazgul am 24. Februar 2006 um 18:45

    driv3r ist wohl der Einzige hier der beim posten sein Gehirn “gebootet” hat (ausser mir natürlich – grins). Er hat natürlich vollkommen Recht in dem dass hier in der Schweiz mit viel finanziellem Aufwand und genüsslich ausgelebter Bürokratie versucht wird irgendwelchen “Pippifax” aufzuwischen, während in andern Ländern die Umwelt in durchaus Besorgnis erregendem Ausmass verwüstet wird. Z.B.China (Flüsse / Fabriken) oder Brasilien und Indonesien (Abholzung Regenwald).
    Es verwundert mich eigentlich, dass die Ökofetischisten dieses Landes den “Abholzern” des Regenwaldes nicht schon längst den “heiligen Krieg” erklärt haben. – Was ist denn schlimmer; riesige, Kontinente durchspannende Flüsse mit Benzol zu verseuchen und somit das Leben Tausender akut zu gefährden oder das Befahren einer Schweizer Grossstadt mit einem Offroader ? – Die “Georg Meiers” dieses Landes sehen Tatsachen durchwegs und leider nur durch ihre ideologisch grün-gefärbte Brille, was meiner Ansicht nach zu einem komplett falschen Bild der Realitäten führt.
    Das würde mich ja nicht weiter stören – arme Irre gab’s schon immer… Was mich aber beunruhigt ist, dass solch kurzsichtiges Denken vielerorts mehrheitsfähig wird. Wohin wird das führen, zur Diktatur der freudlosen und gehässigen Ökospiesser ???

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