Klimaerwärmung: Matterhorn zerbröselt!
Nun wirkt sich die grosse Hitzewelle und die damit verbundene Aufweichung des alpinen Permafrosts auch auf das Schweizer Wahrzeichen aus. Die Italienischen Behörden haben die Nordflanke des bekanntesten Berges der Welt gesperrt, nachdem 25 Alpinisten wegen Steinschlägen aus einer Berghütte evakuiert werden mussten. Einem Artikel des Tagesanzeigers zufolge, befürchten Geologen, dass das Matterhorn Aufgrund der hohen Temperaturen «zerbrösle».
Diesmal sind keine Menschen zu schaden gekommen. Anders vor zwei Wochen, als ein Alpinist auf einem Fels, der als ‘sicherer Stand’ galt, abgebrochen und er darauf zusammen mit seinem Bergführer tödlich abgestürzt ist.
Geniessen wir noch den Anblick des Matterhorns so lange es noch in dieser Form besteht. Wenn die Klimaerwärmung anhält, dürfte sich manches in unseren Bergen für immer “verschieben”…


Hallo! Ich will ja nicht einen auf ignorant machen, aber jede Meldung über einen Stein der irgendwo herunterkulert gleich der Klimaerwärmung zuzuordnen ist ignorant. Steinschlag gehört – wie bergwanderer wissen – zu jedem Alpinsommer.
Endlich! Was in den 80iger Jahrgen gefordert wurde (weg mit den Alpen, freie Sicht zum Mittelmeer) scheint endliche wahr zu werden.
@fragenspeck
Steinschlag in den Bergen hat es sicher immer schon gegeben. Was mich aber schon nachdenklich stimmt, ist die Häufigkeit von recht heftigen Rutschen diesen Sommer. Für mich ist das kein Zufall, wir sollten das schon etwas ernster nehmen.
natürlich soll man das ernst nehmen, die frage ist aber eher, ist das normal und könnte man etwas dagegen tun? die alpen waren nicht immer die alpen und temparaturschankungen gab es immer schon, ob wir schuld sind wissen wir nicht so genau, ich jedenfalls nicht und die wissenschaft wiederspricht sich andauernd, je nachdem, wem man zuhören mag, wird dieses oder jenes erzählt. ich weiss hier in diesem blog wird das wohl weniger gern gehört aber vielleicht ist das einfach normal? könnte ja sein, die erde ist ständig im wandel, seit sie entstanden ist, wir sind ja erst seit kurzem da.
Yeahhh geile Siech stadtmensch!!!!
Ich schliesse mich ihm an; die blöden Bergen stehen mir auch im Weg. Ausserdem kriege ich Depressionen wenn ich mich mehr als zwei Tag in den Alpen aufhalte.
@Moni
Die Häufigkeit der Berichterstattung in den Medien ist gestiegen. Da gebe ich dir recht. Ob die Häufigkeit des Steinschlages tatsächlich zugenommen hat, wissen weder du noch ich.
Das ändert nichts an der Tatsache des Klimaeffekts, damit das klar ist. Aber diese Meldung und was einige Zeitungen (zum Beispiel heute der TA) daraus machen ist nicht seriös. Udn es dann hier drin unkritisch nachplappern finde ich sogar ignorant.
Danke für die Blumen, aber ich mache mir halt ernsthaft Gedanken und Sorgen. Ich bin nie davon ausgegangen, dass z.B. das Matterhorn in sich zusammenbrechen wird wie das gewisse Zeitungen dummerweise angedeutet haben. Das erhöhte Temperaturen aber zum schmelzen von wichtigen Eisschichten und aufweichen des Bodens führen wird, ist wohl klar. Und dass damit erhöhte Gefahr von gefährlichen Steinschlägen, Schlammlawinen etc. verbunden ist wohl auch.
Mal wieder so ein richtiges “Blick” Thema.
Nach headlines wie “die ganze Welt guckt Eiger” oder neuestens “zerfällt jetzt unser Matterhorn?”.
Immer dieses “wir” und “unser” und dann glauben die Deppen auch noch dass die ganze Welt auf die heilige Schweiz schaut… Die Massen (und nur mit denen macht man Geld) brauchen halt den Herdentrieb. Mal ehrlich: Was kümmert mich es, ob am Eiger oder an diesem dämlichen Matterhorn ab und zu ein Felsen ins Tal kracht? Das ist doch völlig nebensächlich. Das interessiert doch keinen Menschen.
Wahrscheinlich krachen diese unnützen Dinger runter, weil es ein bisschen wärmer wird. Na Und? Wärmer=weniger heizen= weniger CO2 Ausstoss. Wo liegt da das Problem?
Am Matterhorn und am Eiger sind schon hunderte von fallenden Eis- und Steinmassen erschlagen worden.
Wer sich in diese Gefahrenzonen wagt, nimmt diese Risiko in Kauf.
Aber medienbewusste (um nicht schärfer zu formulieren) Experten (Keusen), nutzen halt die Gelegenheit sich ins Scheinwerferlicht der Kameras zu schieben um für kurze Zeit zur Servelatprominenz zu gehören.
Hab gerade heute einen Artikel in der Weltwoche gelesen, nachdem die Alpen nicht wegen der Wärme sondern wegen der Kälte am zerbröseln sind. Die Spaltung der Felsen erfolgt durch das splitternde Eis oder wie auch immer. Hat auf alle Fälle der Chef Geologe der Schweiz gesagt / behauptet. Ich denke das stimmt schon, hängt aber wahrscheinlich irgendwie doch mit den oft drastischen Temperaturunterschieden zusammen.
@Shaggy:
Es ist richtig, dass das Gefrieren des Wassers das Gestein sprengt. (Eis hat eine kleinere Dichte als Wasser.) Aber woher kommt dieses Wasser? Falls der Permafrost nicht auftauen würde, wäre dort kein Wasser vorhanden. Jetzt, da der Boden auftaut und wieder gefriert, wird das Gestein langsam aufgesprengt.
was ist ein servelatprominenterIn? ist das ein werbespruch des vgt.ch?
Zitat Sandro: …Geniessen wir noch den Anblick des Matterhorns so lange es noch in dieser Form besteht. Wenn die Klimaerwärmung anhält, dürfte sich manches in unseren Bergen für immer “verschieben”… ”
Nach 6 Wochen Sommer steht das Matterhorn immer noch. Es wird zwar (hoffentlich) noch einmal ein paar Wochen Sommer geben. Trotzdem wage ich die Voraussage, dass das Matterhorn auch im September noch fast unverändert dort stehen wird und dies auch in den nächsten paar Hundert oder Tausend Jahren tun wird.
Das wird gewisse Kreise ärgern.
@quadour
“Wärmer=weniger heizen= weniger CO2 Ausstoss.”
Dann schreien wieder alle nach einer Klima-Anlage, die ja gar kein Strom braucht und somit absolut umweltfreundlich ist…
Mein Basilikum auf dem Balkon ringt um Wasser. Und würde ich ihn nicht tagtäglich giessen, welkte er mir ab.
“Führt die Klimaerwärmung zu einer gewürzlosen Küche?”
oder
“Klimaerwärmung führt zu Appetitlosigkeit”
So in etwa werden viele Artikel generiert. Dummdreist und unreflektiert.
Die Alpen, einige hundert Kubikkilometer Eruptivgestein, “bröseln” nicht einfach “so” weg.
Inwiefern eine Klimaerwärmung stattfindet oder nicht und welche Folgen sie haben kann oder hat, möchte ich an dieser Stelle nicht beurteilen.
Berichte dieser Art allerdings, übersättigen den Leser bzw. den Bürger. Sie wirken weder präventiv bzgl. Verhaltensänderungen (Immissionen) und torpedieren die Arbeit seriöser Wissenschafter.
Im Übrigen wären die schlimmeren Folgen Permafrost-Isothermen(auf die CH bezogen) eine radikalere Veränderung der heimischen Fauna und Flora. Touristisch und landschaftsästhetisch würden wir die phantastischen Gletscher vermissen.
Felsen und Berge vergehen auch, aber das dauert ein bischen länger.
Zur Abwechslung findet sich jetzt Schnee auf den Alpenpässen (http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/29742372). Wird es jetzt Zeit für eine Klimaerwärmung
?
Und plötzlich schreit kein Hahn mehr wegen Ozon etc. Wie kurzfristig selbst hier gedacht wird…
@dreckfilter
Das Problem ist eben die Klimaveränderung, was eben auch zu anderen “Extremereignissen” führen kann, z.B. ungewöhnlich harte Winter etc. Nur werden solche einzelnen harte Winter das Auftauen des Permafrosts und Abschmelzen der Gletscher nicht verhindern.
Das Problem des hohen Ozons ist sicher nicht vom Tisch, darüber wird weiterhin diskutiert. Aber viele Leute funktionieren so: Aus den Augen, aus dem Sinn. Wenn die Augen dann wieder brennen, das atmen schwer fällt, dann fällt es einem wieder ein.
@ Moni
Ja, wenn man Lust auf das Sich-Beschweren hat, fällt es einem wieder ein. Im übrigen denke ich nicht, dass wir jetzt schon Winter haben…
@dreckfilter
Ich bin jetzt auch mal davon ausgegangen, dass noch nicht Winter ist. Obwohl ich heute im Büro gefragt wurde, ob ich schon Schnee schaufeln musste heute morgen…
Glaub mir, die Ozondebatte wird noch geführt. Ich glaube sogar, dass es nächstes Jahr vorprogrammiert noch früher und schlimmer wird und nichts unternommen wird. Es wird wieder nur gelabert bis es wieder kühler wird und es aufs nächste Jahr usw. schieben kann.
@ Moni
Wo wird den die Debatte noch geführt?
Sobald das Thema unattraktiv wird in der Presse, laufen offenbar viele selbsternannte Oekoaktivisten Dinge davon… – äusserst konsequent und zielorientiert!
…oder noch besser: man diskutiert weiter hinter verschlossenen Türen… – wer’s glaubt…
@dreckfilter
Bei den richtigen Stellen, wohl nicht hier im Forum bzw. es können hier nicht alle Themen einfach so am Leben erhalten werden auch wenn sie aktuell und akut sind.
Mir ist es jedenfalls wichtiger, dass die Debatte bei den richtigen Stellen geführt wird. Denn hier werden wir nichts bewegen.
@ Moni
Und wo befinden sich diese richtigen Stellen denn? Wer ist aus deiner Sicht dazu in der Lage?
Die Umweltorganisationen zusammen mit Bund und Kantonen. Das Hauptproblem: Die einen wollen nichts tun obwohl das Gesetz es so vorschreibt und die anderen vielleicht zu viel sodass eine Einigung gar nicht möglich ist. Zugegebenermassen hauen z.B. Greenpeace so stark auf den Tisch (wenn auch berechtigt), dass das in den Köpfen vieler kontraproduktiv ist und sie nie und nimmer dafür zu gewinnen sind, freiwillig etwas zu tun.
Ah ja, die Pattsituationen bei radikalen Standpunkte, ein typisches Phänomen der Neuzeit, weil niemand mehr gemässigte Lösungen zu propagieren gewillt ist…
@Moni und Dreckfilter
Das ist ein Blog und kein Chat.
Hurra! Jetzt, wo’s taut, sind die Pläne vom Hotel auf dem kleinen Matterhorn dahin?
Wenn das Matterhorn verbröselt, dann ist eines sicher. Dann haben die Portugiesen und Yugoslaven keine Arbeit mehr in Zermatt.