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Jugendarbeitslosigkeit: SVP verschliesst weiter die Augen

sehe nichts, höre nichts, sage nichts

Über 30′000 Jugendliche in der Schweiz sind arbeitslos, weitere 21′000 warten in einer Zwischenlösung auf eine berufliche Grundausbildung. Die SVP, die ja so volksnah sein will, verpasst heute all diesen Jugendlichen eine kräftige Ohrfeige. In einem heute veröffentlichten Positionspapier zum Lehrstellenmarkt der Schweiz, teilt uns die SVP mit, dass kein Lehrstellenproblem existiere und es genügend Lehrstellen gäbe. Ueli Maurer und die SVP-Schweiz vertriten faktisch die Meinung, dass ein Zürcher Schüler, der sich fürs KV eignet, doch eine Lehrstelle als Metzger im Oberwallis antreten kann (realitätsfremder gehts ja nicht). Somit lehnt die SVP jegliche staatlichen Interventionen zur Schaffung von mehr Lehr- und Arbeitsstellen für Junge ab. Schuld an den Missständen ist für die SVP die verfehlte Bildungs- und natürlich die Ausländerpolitik. – Ignorante Augenverschliesser! Der Verband KV-Schweiz wehrt sich mit dieser Pressemitteilung gegen die von der SVP verbreiteten Aussagen.

Übrigens: Die SVP beklagt sich seit Jahren darüber, dass sich “die Jungen” nur noch eine KV-Lehrstelle wünschen und kaum mehr gewerbliche Berufe lernen wollen – nun fordert sie den weiteren Abbau von handwerklich-musischen Fächern in der Schule! Ein Widerspruch in sich und ein offener Schlag ins Gesicht für tausende von KMU-Lehrmeistern in Handwerksberufen – und für jene macht sich die SVP ja eignetlich so stark…. da sehen wir, wie aufrichtig ihrer Basis gegenüber diese Partei agiert.

Dieser Artikel wurde von Sandro am Mittwoch, 23. Februar 2005 in der Rubrik Politik und zu den veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

5 Kommentare zum Artikel “Jugendarbeitslosigkeit: SVP verschliesst weiter die Augen”

  1. eddy am 23. Februar 2005 um 19:58

    Mörgeli ist ein "provocateur par principe" – das wissen wir alle und die SVP politisiert genauso eigennützig wie alle anderen Parteien auch (bloss kläfft sie dabei nur lauter und bissiger). Ich will deshalb weder in die Mörgeli- und schon gar nicht in die SVP-Polemik heruntersteigen. Aber Mörgeli und SVP hin oder her – alles was aus dieser Brüllröhre kommt ist inhaltlich im Ansatz nicht immer und prinzipiell falsch. Jugendarbeitslosigkeit und der Mangel an Ausbildungsplätzen ist unbestritten. Allerding darf auch durchaus etwas lauter als in unserer politisch hyperkorrekten Schweiz, wo Alles und Alle mit Seidenhandschuhen angefasst werden und man sich dabei noch fünf Mal entschuldigt, üblich ist, gesagt werden, dass die Bequemlichkeit der Jugend nach dem Prinzip "no-stress" und "easy-instant-satisfaction", ein problematisches Ausmass angenommen hat. Als Vater einer 5-Kinder Patchwork Familie weiss ich wovon ich rede (meines Jüngsten e-mail Adresse beinhaltete "easy_flow"!!). Meine eigenen Kinder (alle über 18) sind mir heute dankbar dafür, dass ich Sprüche wie "eine Leistung erbringen", "etwas durchziehen", "ein Ziel vor Augen haben", "die Welt hat keine einzige Sekunde auf euch gewartet" nicht nur regelmässig in die Diskussionen geschmissen habe, sondern in der Erziehung auch konsequent durchgezogen haben. Wir sind aus beruflichen Gründen (wegen mir) in 10 Jahren 6 Mal umgezogen. Die Kids haben seit ihrem Auszug aus dem trauten heim alle mindestens ein, einige von ihnen, bis zu drei Mal den Wohnort gewechselt, um nicht arbeitslos zu werden. In den USA (wo wir einige Zeit gelebt haben) ist das Gang und Gäbe. Mein Freund Steve ist innert 6 Jahren von New York nach New Jersey, dann nach Puerto Rico, dann zurück nach NYC, dann nach Austin Tx, dann nach Huston TX und schliesslich nach Sarasota in Florida gezogen – immer berufsbedingt. Das Wallis ist wesentlich näher von Zürich oder Bern als NYC von Huston. My point is: Mobilität, Mobilität, Mobilität – dann 100 mal Felxibilität und der Wille, sich den veränderten Umständen anpassen. Das gilt für den 50er (ich) wie für Jugendliche im Ausbildungsalter.
    Aber unsere Jungen lernen von Klein auf, wie weit man mit konsequentem Jammern kommt. Dass die Realitäten da draussen heute einiges schwieriger zu handeln sind als noch vor 20 Jahren, ist unbestrittene Tatsache. Deswegen die heutige Jugend mit Gutmensch-Methoden als Opfer darzustellen, verengt den Kids bloss den Blick für's Wesentliche und für Opportunities und beraubt sie letztendlich einer in einem schwierigen Umfeld essentiellen Fähigkeit: Biss und Durchsetzungsvermögen!

  2. AlphaPapaGolf am 1. März 2005 um 11:32

    Ich denke, viele Jugendliche sind zu müde um sich ernsthaft um Arbeit zu bemühen. Sie erschrecken geradezu tödlich, wenn man sie für eine Lehre oder Arbeit nach der Lehre einstellen will.
    Eine Arbeit könnte sie ja vom “abtanzen”, “herumhängen”, “party-gehen” abhalten.
    Drum jammern sie ein bisschen auf dem RAV oder dem Sozialamt herum bis sie ihr Geld kriegen.
    Aufs Sozialamt geht der Jugendliche sicher immer wieder, denn dort schieben sie ihm ja “die Kohle” rüber.
    Aber kaum hat er ein kleines wehwehchen oder bobochen, lässt er Arbeit und Arbeitgeber sausen und bleibt zu Hause…allerdings nur bis die Party am Abend steigt…dort ist der Simulant dann an vorderster Front zu finden

  3. Sandro am 1. März 2005 um 11:46

    [2] woher hast du die brillianten und detaillierten Kenntnisse der Situation in Lehrstellenvermittlungen? Dein Kommentar zeugt von sehr viel Kompetenz und umfassenden Kenntnissen der Situation. Oder tippst du doch einfach das svp-parteiprogramm-argumentarium ab?

  4. Phoenix am 1. März 2005 um 14:05

    es ist nicht einfach in diesem alter… man wird von verschiedensten seiten hin und hergerissen… die familie, der arbeitgeber und die schule… hinzu kommt die pubertät. ich bin momentan mittendrin und auch in der lehre. ich versuche gut zu arbeiten doch es ist schwierig in diesem alter sich immer wieder zu motivieren vorallem wenn die gefühle achterbahn fahren und du vielleicht nicht das glück hast in einem betrieb zu sein wo man sich voll und ganz hinter den lehrling stellt. aber ich versuche alles um diese lehre erfolgreich durchzuziehen…

  5. pipo am 3. März 2005 um 11:12

    Da siehst du AlphaPapaGolf, wenn du den letzten Kommentar liest, dass es offensichtlich nicht nur Jugendliche gibt, die "rumhängen", "abzanzen" und "simulieren". Jeder von uns sollte eigentlich wissen, wie schwierig es ist, sich im zarten Alter von 14-15 Jahren für einen Lebensweg zu entscheiden. Ich find deine Argumentation ziemlich bedenklich. Mal abgesehen davon heisst "party-machen" nicht, dass derselbe nicht auch ein hervorragender Lehrling oder Schüler sein kann… Ach ja, erzähl deine Geschichte doch mal einem Sekundarschüler, der schon 50 und mehr Bewerbungen für eine Lehrstelle geschrieben hat!

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