Jugendarbeitslosigkeit in der Schweiz – Ein grosses Problem
Die Jugendarbeitslosigkeit sollte eigentlich prominenter in den Medien vertreten sein. Die Quote arbeitsloser Jugendlicher und jungen Erwachenen im Alter von 15-24 Jahren beträgt im Januar 2006 5.2% und ist somit rund 2.5 mal höher als noch vor 5 Jahren. Das ist erschreckend.

Firmen sind immer weniger gewillt Lehrlinge auszubilden, und niemand unternimmt konkret etwas dagegen. Ich habe immer gelernt, dass die junge Generation unsere Zukunft und Bildung unser grösstes Kapital sei. Doch offensichtlich scheint das immer weniger zu interessieren. Zu teuer sei die Ausbildung für die Firma, hört man oft, besonders bei kleineren Firmen. Grosse Firmen streichen ihre Lehrstellenplätze oft klamm heimlich.
Konkret sind wären verschiedene Modelle denkbar. Eine eher staatlich Variante und eine etwas liberalere.
1. Möglich wäre eine Gesetz, dass den Betrieben vorschreibt, ab welcher Grösse, wieviele Lehrstellen zu besetzen sind. Es gäbe eine Art Kategorisierung der Unternehmen, jede Firma über einer gewissen Grösse ist also “Lehrstellenpflichtig”. Diese Richtlinien wären dann zwingend einzuhalten.
2. Ein weiterer Vorschlag, der mehr Anreiz als Gesetz ist, könnte ganz einfach eine steuerliche Begünstigung für Firmen sein, die sich aktiv der Lehrstellenförderung widmen und überproportional viele Lehrlinge ausbilden.
3. Last but not least: Viele Kleinst- und Kleinfirmen zeigen zwar Interesse Lehrlinge auszubilden, verfügen aber nicht über die nötigen Mittel, eine Ausbildung zu 100% zu finanzieren. Da wäre es doch wünschenswert, wenn sich Firmen Branchenbezogen zusammenschliessen um so eine Art Lehrstellenpool zu schaffen. Nach dem Motto: Anzahl-X Firmen, die sich eine gewisse Anzahl Lehrlinge teilen. Vorteil: die finanzielle Belastung könnte durch X geteilt werden, der Lernende sammelt Erfahrungen in verschiedenen Bereichen einer Branche und kann bereits während seiner Lehrzeit verschiedenen Unternehmenskulturen kennenlernen.
Die Debatte ist eröffnet.
Statistiken findet ihr hier: SKJA

was nützen lehrstellen wenn du nach der ausbildung trotzdem arbeitslos bist?
was nützen lehrstellen wenn die ausbildung anfürsich nix taugt (zb informatiker lehre)?
Das Problem kann nicht nur auf die Unternehmen abgeschoben werden. Vielfach liegt das Problem auch darin, dass viele Lehrstellen nicht besetzt werden können, da die Schulabgänger den Anfoderungen des Arbeitsmarktes nicht entsprechen. Beispielsweise muss man sich überlegen, wie sinnvoll die diversen kantonalen Initiativen “für nur eine Fremdsprache an der Primarschule” wirklich sind.
Desweitern braucht es eben nicht immer mehr Vorschriften und Gesetze (wie in Punkt 1 angeregt). Genau das schreckt Unternehmen ab, mehr Lehrstellen anzubieten. Im KV-Bereich ist das klar ersichtlich. Nach der Reform sind viele Betriebe nicht mehr bereit, den bürokratischen, personellen und (immer höhere) finanzielle Aufwand in Kauf zu nehmen. Es braucht Erleichterungen, Entlastungen und Freiheiten.
Die steuerliche Entlastung von Firmen mit Lehrlingen sollte endlich realisiert werden. Auch sollte das Kriterium Lehrlinge bei der Vergabe von öffentlichen Aufträgen positiv berücksichtigt werden.
Dank der Personenfreizügigkeit wurde die Ressource “Arbeit & Wissen” mobil.
Das ermöglicht vielen Unternehmen ihre Arbeitnehmer auf dem europäischen Arbeitsmarkt zu rekrutieren.
Das bedeutet wohl auch, dass in Zukunft weniger Lehrlinge in der Schweiz ausgebildet werden müssen. (warum teuer ausbilden, wenn man schon gut ausgebildete Leute anwerben kann?)
Eine mögliche Abhilfe wäre wohl, wie vom Webmaster erwähnt, eine staatliche Lehrlingsquote. Somit würde den Jugendlichen zwar eine Ausbildung ermöglicht, aber einen Job auf dem Arbeitsmarkt hätten sie dadurch auch nicht.
Das ist eine andere Problematik
1. Wenn Jugendliche nach der Lehre keine Arbeit finden ist das auch nicht gut, ganz klar. Nur, wer eine Ausbildung hat, ist ganz sicher in der besseren Position als jener, der über keine Ausbildung verfügt. Der Einstieg in die Arbeitswelt fällt dann besonders schwer.
2. Wenn die Ausbildung ansich nichts taugt (im Fall von der Informatiker-Lehre kann ich das nicht beurteilen) sind aber die Branchenverbände gefragt. Hier muss der Effort ganz klar aus der Privatwirtschaft kommen.
Gruss pipo
Aktuell gibt es über 4’500 offene Lehrstellen!!!
Also los, ihr Super Jugendlichen.
Lehrstellenknappheit: Wenn man Schulabgänger nicht meh gebrauchen kann (weil sie weder frz. noch eng. ein Telefon abnehmen und weiterleiten können, oder weil sie nicht rechnen können, oder weil sie keinen Brief aufsetzen können, oder weil sie keinen Pepp haben, oder weil sie keine Eigeninitiative haben, oder weil sich sich für nix interessieren (ausser für Geld), oder weil sie nicht zuverlässig sind) dann gibt es für deren Angebot keinen Arbeitsmarkt. Die Schule muss Leute ausbilden, die man gebrauchen kann.
Jugendarbeitslosigkeit: Die Integration in die Arbeitswelt ist nicht einfach, aber die diesbez. Lohnvorstellungen und Mindestlöhne (oft in einem GAV) und sonstigen Regelementierungen behindern Unternehmen, die an sich jungen Talenten eine Chance geben wollen.
Ehrlich gesagt ich bin etwas entsetzt über eure Meinungen. nein nicht weil ich finde sie sind grundsätzlich daneben, sondern weil sie so den Anschein machen einer plakativen Meinung. Z.B warum soll ein Jugendlicher eine Lehre machen? Denke jeder hat in der Lehre noch einiges mehr gelernt als nur den Beruf. Stimmt, die Jugendlichen sind z.T nicht Berufsreif wenn sie in die Lehre eintreten, sind da aber wirklich die Schulen dafür verantwortlich, oder nicht auch etwas die Gesellschaft und die Eltern? Wie soll ein Jugendlicher lernen sich anzupassen, zu respektieren wer der Chef ist, was Qualität etc. wenn er es zu vor nie musste, weil doch alle wollen, dass es dem Nachwuchs einfach gut geht und er es bequem hat. Ist er nun schuld, weil er die Möglichkeit gar nicht bekam es zu lernen? Ich bin auch der Meinung, dass die Lehrmeister klar Unterstützung brauchen, denn sie sind wirklich vorwiegend fürs Fachwissen vermitteln verantwortlich. Ich denke das sehen auch langsam die Kt. so, wobei der Kt. Aargau da sicher vorbildlich ist, weil er nicht nur erkennt sondern auch macht. Eine Quote einzuführen erachte ich als fatal, denn wenn der Lehrmeister nur ausbildet weil er muss, denke ich wäre das ein schlechtes Lernfeld.
Grundsätzlich liegt es doch im naturell des Menschen sich den einfachsten effizientsten Weg zu suchen, das ist beim Kind und Jugendlichen nicht anders. ‚Leider’ hat es aber noch nicht den Reifestand des Erwachsenen zu sehen, dass das momentane Einfach auch das richtige ist. Da wären die Eltern gefragt, aber eben die wollen ja auch, nur ihr Kind schützen und es muss wieder nicht selber lernen. Resultat, die Jungs kennen langsam jedes Schlupfloch wie sie ihr Umfeld brauchen, damit sie es einfacher haben.
Die KV-Reform hat glaube ich kleineren Firmen ziemlich zugesetzt weil sie bedeutend mehr Zeit zur Lehrlingsbetreuung einsetzen müssen, dafür aber nicht eine Person mehr einstellen können.
Zudem verstehe ich nicht, warum man immer härtere Voraussetzungen für gewisse Lehren stellt, die immer weniger erfüllen können obwohl diese Lernenden nicht grundsätzlich schlechter sind als die mit guten Vornoten.
Wenn vor mir im Zürich HB eine Brotverkäuferin hat, die kein Wort französisch spricht, befremdet mich das schon etwas. D.h. ich als Kunde habe die Uebersetzung gemacht – sie konnte dann den Apfelkuchen verkaufen, machte aber ein saures Gesicht, hat sich bei mir nicht bedankt. Die die den Apfelkuchen gekauft hat war aber glücklich und bedankte sich.
Die Willigkeit von Schulabgänger hat meiner Meinung nach z.T. auch recht abgenommen. Mich stört deren Einstellung enorm, alles ist mist, der Lehrmeisterein Idiot, der Lohn zu niedrig, die Arbeitszeiten krank… Ich denke, es bräuchte von beiden Seiten wieder mal die Annäherung zur Realität. Auch wenn nach Ende der Lehre kein Job in Aussicht ist man längerfristig besser dran, die Lehre durchzuziehen.
In meiner früheren Stelle war ich die Verantwortliche der Lehringe in der Abteilung. Damals war die Situation noch nicht so wie heute, aber da kann ich euch was pfeiffen. Die Unterschiede sind extrem frappant vom einen zum anderen Lehrling. Schlimm ist wenn man merkt, dass er es könnte, aber zu faul ist, seine Fähigkeit einzusetzen weil es eben auch ohne reicht. Weil ich ihn dann niedriger als die anderen Bewertete wurde einzig ich zitiert mit der Bitte, meine Bewertung zu revidieren. Ich habs dann nicht getan, meine Bewertung stimmte mit seiner schulischen Leistung überein, die anderen Vorgesetzten hatten ihm keinen Gefallen getan, ihn viel zu hoch einzustufen.
Eine Quote führt nicht wirklich zum richtigen Ergebnis. Die Qualität der Ausbildung muss ja dann auch noch stimmen. Einen Lehrling nur als billige Arbeitskraft einzustellen ist falsch und darf nicht gefördert werden.
In Amerika gibt es soetwas wie eine Reglement-
ierte Berufsausbildung nicht.
Doch hier gibt nur die Managerlöhne.
Heute würde ich nur noch eine Anlehre machen.
Die Abschlüsse werden ja nicht mehr anerkannt.
Das ist nur noch Bauernfängerei.
Der Aufwand lohnt sich nicht mehr!