Irene Enderli: Parteiaustritt wegen schlechtem SVP-Politistil
Angewidert vom Stil ihrere eigenen Parteimitglieder tritt SVP Exekutivpolitikerin Irene Enderli nach dreissig Jahren aus der SVP aus. Gemäss der NZZ hat auch Enderli unter Anderem die unschöne kurzfristige Auswechslung des Zürcher Ständeratskandidaten Einfluss auf die Entscheidung zum Austritt gehabt. Den Ausschlag hat jedoch eine diffamierende Kampagne ihrer Partei gegeben:
Den Ausschlag für ihren Austritt hat eine Kampagne zur bevorstehenden Abstimmung über die Totalrevision der Gemeindeordnung gegeben. Gemäss Vorlage soll – wie in vielen anderen Kommunen bereits beschlossen – die Zuständigkeit für Einbürgerungen der Exekutive übertragen werden. In Inseraten und auf Flugblättern stellen nun die Gegner den Affoltermer Gemeinderat als Totengräber der Demokratie hin.
(Quelle: NZZ)
Die Reaktion von (Ex-)Parteikollege Jakob Schneebeli auf den Rücktritt von Enderli spricht Bände:
Ein Gemeinderat sollte seines Erachtens den Stil von Gegnern nicht beurteilen, sondern nur den Inhalt der Mitteilung zur Kenntnis nehmen. «Die Frage nach der Gürtellinie ist subjektiv.» Offenbar sei er in Stilfragen weniger empfindlich, so Schneebeli.
(Quelle: NZZ)
Anstatt etwas Selbstreflektion oder gar Selbstkritik übt sich die SVP im “Arschtreten”. Schön, wie die miteinander umgehen…
Via Anti-SVP-Blog

–Ein Gemeinderat sollte seines Erachtens den Stil von Gegnern nicht beurteilen–
Nochmals zur Erinnerung: sie ist aus der SVP ausgetreten, weil sie die Kampagne der SVP nicht mehr mittragen wollte.
Nun meint Jakob Schneebeli (ebenfalls Gemeinderat) Frau Enderli soll nicht den Stil der Gegner (also ihrer eigener Partei) beurteilen. Ganz nach dem Moto: wer nicht bedingungslos hinter uns steht, ist unser Feind.
Das ist übrigens ein Merkmal (fast) aller fundamentalistischen Bewegungen.
Warum sollte die SVP mit Abtrünnigen anders umgehen als mit ihren Gegnern?
Frau Enderli tut genau das, was ich schon lange prophezeie: ernsthafte, aufrichtige SVP-Politiker (und -Wähler!) haben vom Überhandnehmen der Primitivo-Fraktion und deren Un-Stil mittlerweile die Nase gestrichen voll und wenden sich ab.
Angewidert vom totalitären Steinzeit-Populismus mit obligatorischem Sündenbock und Brachial-Rhetorik gegen die Schwachen und Wehrlosen (und natürlich den politischen Gegner) kehren sie der Partei den Rücken, die nicht mehr die Ihre ist – wahrlich ein Armutszeugnis für die SVP.
Ich sag’s nochmals: die SVP hat ihren Zenit in jeder Hinsicht überschritten, bald werden wir auch Zeuge davon wie sie sich selbst zerfleischt und Prozente verliert – ich drück’ die Daumen
g.