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Initiative ‘Jugend für Menschenrechte’: Scientology auf Menschenfang

Die neuste Masche der Psychosekte Scientology ist eine besonders Perfide. Mit einer, mit dem lässigen Titel “Jugend für Menschenrechte” betitelten Aktion, lockt Sie junge Menschen in ihre “Kirche”, ohne vorher deren wahren Hintergrund zu deklarieren. Zitate von einem Philosophen namens “Ron Hubbard” (gründer von Scientology) hängen gemäss Hugo Stamm, an den entsprechenen Veranstaltungen an den Wänden.

Auch die offizielle Schweizer Webseite der Aktion “Jugend für Menschenrechte” zeigt erst auf den zweiten Blick den Sektenhintergrund. Mit Google lassen sich jedoch einfach die offenbar ziemlich grosse Verknüpfung der Aktion mit Scientology ermitteln: Scientology auf der Homepage von “Jugend für Menschenrechte”. Da finden sich dann auch die lässigen Zitate von Ron Hubbard.

Das Thema wurde auch schon von den deutschen Medien aufgegriffen. Letzten Samstag berichtete die Hamburger “Tageszeitung”:

„Eindringliche Warnungen” sprach gestern auch Ursula Caberta, die Leiterin der Arbeitsgruppe „Neuregionale und ideologische Gemeinschaften” im Rahmen der Broschüren-Vorstellung aus: Warnungen vor neuen Scientology-Aktivitäten in Hamburg. Unter dem Deckmantel des Namens „Jugend für Menschenrechte” sammele die Organisation derzeit – hauptsächlich im Stadtteil St. Georg – Unterschriften. Gezielt werde versucht, Jugendliche „in die Organisation zu ziehen”, so Caberta.

Ein Blick in die Schweizer Medienberichterstattung zur Aktion “Jugend für Menschenrechte” zeigt, dass die Medienschaffenden in der Schweiz entweder den Bezug zu Scientology nicht kennen, oder diesen verschweigen. So sind folgende Artikel erschienen, ohne den Scientology-Hintergrund der Aktion zu nennen:

  • Einsatz für die Menschenrechte, St. Galler Tagblatt, 20. Dezember 2005
  • Solidarität , Basler Zeitung, 13 Dezember 2005
  • Boswil Adventskonzert der Musikschule Boswil, Aargauer Zeitung, 8 Dezember 2004
  • schaufenster – Spielen Sau-Glatt, St. Galler Tagblatt, 6 July 2004

Damit hat die Aktion von Scientology ihr Ziel erreicht, Werbung für die Sekte machen, ohne deren Namen zu nennen. Und die Medien spielen das üble Spiel mit. Sehr clever…

Dieser Artikel wurde von Sandro am Montag, 6. März 2006 in der Rubrik Gesellschaft und zu den Stichwörtern , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

5 Kommentare zum Artikel “Initiative ‘Jugend für Menschenrechte’: Scientology auf Menschenfang”

  1. Rudolf am 6. März 2006 um 13:28

    Wir haben etwas ganz wunderbares auf dieser Welt. Nämlich das Internet. Die weltgrösste Wissens- und Datenbank. Jedermann kann sich heute über irgend ein Thema aus dutzenden von Quellen informieren. Mit Aktenzeiche 5 AZB 21/94 hat das Deutsche Bundesarbeitgericht am 22.3.95 der Scietology Sekte den Status einer Religionsgemeinschaft abgesprochen! Et cetera.
    Rudolf

  2. Sandro am 6. März 2006 um 16:08

    Also soll ich bei jedem Zeitungsartikel des St. Galler Tagblatts den Warheitsgehalt im Internet überprüfen?? Lustig.

  3. driv3r am 6. März 2006 um 23:17

    Naja, es gibt immer und überall Leute, welche versuchen, einem eine Gehirnwäsche zu verpassen. Da muss man nicht mal zu Scientology gehen, es reicht schon wenn man dieses Online-Forum besucht ;)

    Aber wie immer gilt auch in der Sekten-Frage: Wer eigenständig denken und kritisch beobachten kann ist sehr im Vorteil und durch derartige Methoden nicht gefährdet.

    Deshalb sollte man eben gerade das der Gesellschaft vermitteln anstatt irgendwelche religionsartigen Dogmen (siehe Klimapolitik) oder blinde Staatsgläubigkeit (siehe “Service public”) einzutrichtern. Dies nur so als Gedankenanstoss ;)

  4. pitt am 13. März 2006 um 19:01
  5. gumbyman am 11. November 2006 um 06:06

    @pitt

    Ist keine so gute Idee, Deinen Links zu folgen, wenn man sich eine *eigene* Meinung bilden will.

    Immerhin gibt es doch über den Herrn Hubbard und Scientology eine Menge mehr interessante, wissenswerte Info, als sie auf Deinen Links zu finden ist. Z.B. dass Hr. Hubbard ein mittelmässiger Science Fiction Autor mit einer blühenden Fantasie war – bis er Scientology erfand.

    Und dass man bei Scientology – mittels ruinös teurer Seminare, die vor allem abhängig machen – in verschiedene Ebenen vorstossen kann, wo’s dann ziemlich abenteuerlich wird, mit Weltraum und grünen Männchen und so.

    Und dass der Hr. Hubbard auch schon mal behauptet hat, die geistige Energie, welche in solchen Audits übertragen werde, lasse sich – nach Einstein’s ‘E=mc2″ auf der Personenwaage nachmessen, 2kg seien keine Seltenheit. Und versuch’ mir das nicht auszureden, ich hab’ genau ein Buch von Hubbard gelesen, und an diesen Stuss erinnere ich mich immer noch…

    Mein Tip: wer’s wissen will, googelt mit ein paar Stichworten wie “Scientology Hubbard Aussteiger Kritik” und macht sich ein eigenes Bild darüber -die “offiziellen” Links kann man ja immer noch besuchen ;-)

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