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Infrastrukturfonds – Es geht voran

Grosse Verkehrsvorhaben werden in der Schweiz künftig mit Mitteln aus einem so genannten Infrastrukturfonds finanziert. Die Regierung hat dazu Ende letzten Jahres grünes Licht gegeben. In der laufenden Frühjahrssession kommt das Geschäft ins Schweizer Parlament.
Mehr als zwei Drittel des mit 20 Mrd. Franken dotierten Topfes sollen gemäss Bundesrat in den Strassenbau fliessen. Knapp ein Drittel ist für die Infrastruktur des öffentlichen Verkehrs in den städtischen Ballungszentren reserviert.
swissinfo

Und trotzdem findet die SVP, die bösen Grünen würden daraus zu viele Vorteile ziehen. Dieser Ansicht ist zumindest Otto Laubacher, SVP-Nationalrat:

Otto Laubacher stimmt mit der Regierung und allen grossen Parteien darin überein, dass der gegenwärtige Zustand unerträglich sei. “Es muss etwas geschehen, um den Verkehrsfluss in den Städten zu beruhigen”, so Laubacher.
Doch die Idee, mit Mitteln aus dem Infrastrukturfonds auch das Schienennetz in den grossen Agglomerationen auszubauen, gefällt Laubacher nicht. “Dadurch wird der Eisenbahnverkehr einseitig bevorteilt, und die Umweltschützer erhalten einen unfairen Vorteil.”

Woher nehmen die nur immer die Idee, ÖV sei lediglich etwas für abgefahrene Ökospinner und das wahre Glück liege auf der Strasse? Diese Partei, die doch stets den Erhalt der “Heimat” predigt?
Umweltschutz ist nicht eine Frage der Parteipolitik, sondern zwingende Notwendigkeit!
Und der Ausbau des ÖV kommt ja auch den Automobilisten zugut: Je mehr Leute auf Zug und Bus umsteigen, desto mehr Platz finden sie für ihre immer grösser werdenden Stinkkisten.

Und es sei den Autodeppen noch einmal ins Stammbuch geschrieben: Der Strassenverkehr verfehlt die Kostenwahrheit völlig! Mit dem Bau der Strassen, der weitgehend über die Treibstoffzölle bezahlt wird, ist es nicht getan. Zu hoch sind die indirekten Kosten: 4 Mrd. im Gesundheitswesen, etliche Mrd. für Gebäudeschäden, Dutzende Mrd. wegen der Verminderung der Lebensqualität, je nach Sommer bis zu 5 Mrd. Ernteausfälle in Land- und Forstwirtschaft.
Die Lektüre des Berichts Umwelt Schweiz 2002 sollte für alle bürgerlichen Politiker zur Pflichtlektüre werden, das würde uns manches an Blödheit ersparen.
(Pirelli)

Dieser Artikel wurde von Pirelli am Freitag, 17. März 2006 in der Rubrik Gesellschaft und zu den Stichwörtern , , , , , , veröffentlicht. Sie Können mit diesem Link RSS 2.0 die Kommentare mittels Feed beobachten. Sie können einen Kommentar anfügen, oder einen Trackback von Ihrer Seite senden.

3 Kommentare zum Artikel “Infrastrukturfonds – Es geht voran”

  1. Chevy am 17. März 2006 um 15:22

    Wenn hier schon von Kostenwahrheit gepredigt wird dann sollte man auch gleich die zahlen vom öv mitliefern.
    Ich bin aber auch dagegen das der öv, der sowiso schon mehr als genug Gesponsert wird noch mehr Geld erhält (für was eigentlich?), von mir aus kann man den 1 drittel vom Strassenbaufond der IV oder der AHV geben, von mir aus der Schweizer Berghilfe, aber sicher nicht dem öv, von dem haben die Landbewohner nähmlich nichts, ausser leeren versprechungen.
    Der öv hat mehr als genug Geld.

  2. AlphaPapaGolf am 17. März 2006 um 18:15

    Schreib nicht immer generell von Autodeppen. Ich beispielsweise verfüge über ein vielgeschmähtes “Geländefährzeug”, benütze aber auch regelmässig den vielgeschmähten “OeV” spricht ZVV und SBB.
    Das eindimensionale Denken der Grünen (Oev for ever and for all) und der SVP (PW for ever and for all) scheisst mich echt an.
    Diese blinden Akteuren im unsägliche Grabenkrieg würde ich liebend gerne je ein paar Tritte in den Arsch versetzen um bei ihnen so etwas wie vernetztes Denken auszulösen.
    Sofern sie überhaupt denken können.

  3. felixkohl am 20. März 2006 um 18:28

    @Pirelli

    Vorsicht mit den externalisierten Kosten. Man könnte sie nämlich auch ad adsurdim führen. Denn vom Privatverkehr profitiert z.B. der ganze Detailhandel (Coop, Migros und alle anderen), Service (Handwerker, Kleintransporter etc.), die Post, das Taxiwesen etc. und alle profitieren davon. Und schliesslich geht niemand einen Zementsack mit dem Tram einkaufen.
    Ich plädiere übrigens auch für ein ausgewogenes Gleichgewicht von ÖV und PV.

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