In 9 Prozent der Schweizer Firmen sitzen Kriminelle in der Chefetage
Pricewaterhouse Coopers hat eine Studie veröffentlicht, aus welcher hervorgeht, dass in 37% der Schweizer Unternehmen [1] Wirtschaftsdelikte verzeichnet wurden. In der Schweiz sind dabei im Gegensatz zum Ausland doppelt so viel Topmanager in derlei kriminelle Angelegenheitenverwickelt. Die Chefs bedienen sich aus der Firmenkasse und werden meistens weder angezeigt noch verfolgt oder gar bestraft. Wie auch? Solange funktionierende Whistleblowergesetze in der Schweiz fehlen und die Whistleblower somit gefahr laufen durch das Anzeigen illegaler Geschäfte den eigenen Job zu verlieren ist das nur logisch. Wer setzt da schon die eigene Existenz aufs Spiel? Da ist es wirklich nicht verwunderlich, dass in vierzig Prozent der Fälle gar nichts unternommen wird. Die häufigsten Delikte: Veruntreuung, Vorspiegelung falscher Tatsachen, Geldwäscherei sowie Korruption und Bestechung. Doch zwei “Delikte” fehlen auf dieser Liste: Abzockerlöhne und goldene Fallschirme bei Misserfolg, dies sind genau so kriminelle Machenschaften.
[1] Die Zahlen beruhen auf einer Umfrage, an welcher sich 125 der Top-1000 Firmen der Schweiz freiwillig beteiligt haben.
[Aktualisierung]:
Ich habe einige Zahlen durcheinander gebracht. Gebsn hat mich in den Kommentaren korrigiert. Habe diese Korrektur nun auch im Artikel vorgenommen.

Die Kriminalitätsrate von Top-Managern übertrifft demzufolge die “Ausländerkriminalität” deutlich. Warum unternimmt die SVP nichts dagegen?
Es braucht keine neuen Gesetze. Jede Person kann beim grössten Arbeitgeber der Schweiz Verantwortung übernehmen. Wer etwas ändern möchte, kandidiert bei http://www.sorgim.ch ins Migros Parlament und/oder unterstützt SORGIM tatkräftig. Die nächste Gelegenheit gibt es am 8.12.05, 19 30 Hotel Sedartis! Jede/r ist willkommen, bitte nur per Email anmelden!
Merci für den interessanten Hinweis! Allerdings habe ich beim Querlesen keinen Beleg für Deine Aussage hinsichtlich CH Topmanager gefunden – Quelle? Die Schlagzeilen der Studie deuten vielmehr auf das Gegenteil, d.h. in der Schweiz wäre Wirtschaftskriminalität tiefer.
@Christian:
Hab ich aus dem entsprechenden Swissinfo Artikel
Muss ich hier tatsächlich die Unternehmerseite unterstützen? Ich glaube ja. Im Swissinfo-Artikel heisst es:
Gemäss der Studie sind 37% der Firmen in der Schweiz Opfer von Wirtschaftskriminalität.
Und weiter unten:
In der Hälfte aller Fälle sind Mitarbeiter die Täter. Als alarmierend bezeichneten die Verfasser der Studie, dass in der Schweiz vorab das Top-Kader in kriminelle Machenschaften verwickelt ist. In 53% der Fälle kommt der Täter aus dem oberen Kader
Sprich: Die Täter in den Chefetagen machen nur 53 Prozent der Hälfte von 37 Prozent aus, also Handgelenk mal Pi 9 Prozent aus. Was natürlich nicht heisst, dass man in der Chefetage nicht auch wegen anderer als Wirtschaftsdelikte bestraft sein kann. Und natürlich sind auch 9 Prozent immer noch besorgniserregend genug.
Zum Glück wird die Wirtschaftskriminalität endlich thematisiert. Nach den diversen Skandalen (Enron, Swissair etc.) ist die entsprechende Bereitschaft, solche Delikte zu sühnen sprunghaft angestiegen.
Mit den Prozentzahlen habe ich eher etwas Mühe. Interessant ist für mich nicht, dass in 9% der Kader ein Wirtschaftsdelinquent sitzt, sondern nur die absolute Zahl, d.h. wieviele Wirtschaftsdelinquenten hat es bezogen auf 100% der Kader.
Dass in grossen Firmen (UBS, Zürich, Novartis etc.) irgendwo im Chefkader ein Delinquent sitzt, versteht sich ja fast von selbst.
Vermutlich wahr ist : Die allermeisten KMU (Kleine und mitllere Unternehmen mit 1 bis 250) Mitarbeiter beschäftigen keine Kriminellen in der GL. Auch wahr ist, dass in den Globalkonzernen vermutlich gleich mehrere Abzocker dieser Art im “Board” oder VR sitzen, mit der Absicht, sich gegenseitig zu decken und zu bereichern.
@AlphaPapaGolf:
Ich teile deine Vermutung überhaupt nicht. Bei den Kleinen wird im Gegeteil viel mehr gemauschelt als bei den grossen. Bei den grossen sind die Good-Governance-Richtlinien und Kotrollen extrem verstärkt worden.
Die Kleinen wirken immer sympathischer, aber im Bereich Wirtschaftsdelinquenz haben sie ganz klar keinen Spitzenrang.
Sorry, ich muss dem Widerspruch widerspechen. Sogenannte “Good Governance” Richtlinien sind nur dazu da, die Share- und Stakholders zu beruhigen, ihnen Sand in die Augen zu streuen, Ohren und Mund zu stopfen.
Aktuelle bekanntes “Good-Governance” Beipspiel ist der Cron-Skandal. hat nicht dieser Bursche bei der Bati-Group 180’000 Fr. abgezweigt und seinen “Mitarbeitern” als “Prämie” zugemauschelt? Er musste diese Typen “motivieren”. Hat er aber die einfachen Muratori auch motiviert.
Genau solches Tun meint die PWC-Studie. Geschadet hat dieser Cron :
1. Der Firma, 2. Den Aktionären, 3. Den Mitabeitern der Firma, 4. Dem Steueramt, 5. Dem Bazl.
Es ist nur ein Beispiel unter unzähligen. Aber auch typisch ist, wie er in die Kameras weint, wenn er erwischt wird, den Good-Guy mimt und die Schuld den bösen Medien und generell der Umwelt zuschiebt. Seine Reinwascher (Felder, Johansson, Nause) waren auch schon tüchtig am Werk. Nicht um die schwarze Weste von Con zu reinigen. Nein sie wollten der interessierten Oeffentlichkeit Brillen mit weissen Gläsern aufsetzen, auf dass alles durch diese Brille strahlend weiss erscheint….sonderbare Methoden…indeed….
bezüglich Cron hast du recht mit deiner Kritik. Da sieht man auch, wie solche Delikte akzpetiert werden. Nur die FDP hat einen Rücktritt im Fall der Verurteilung gefordert, die übrigen Parteien haben geschwiegen.
Bei der Batigroup wurde das Delikt immerhin aufgedeckt. Grössere Unternehmen und insbesondere die Finanzdienstleister haben starke interne Kontrollen, ein KMU wegen der zusätzlichen Kosten meistens überhaupt keine.
…und gerade die Finanzdienstleister sind hochgradig gefährdet. Allfällige Verfehlungen werden aus Imagegründen unter den Teppich gekehrt…interne Kontrollen sind so eine Art “Söihafeli-Söiteckeli”, wenn du verstehst was ich meine.
Gerade die Finandienstleister müssen stärker an die Kandare, sprich externe Kontrolle, genommen werden.
Man muss auch nicht zögern, solche Büros und Firmen unangemeldet zu stürmen und gründliche Razzien durchzuführen.
Lies mal den Jahresbericht der EBK durch
und den Jahresbericht der Kontrollstelle gegen die Geldwäscherei.
Dann siehst du, dass unsaubere Firmen wie von dir gewünscht gestürmnt werden.
Allerdings nicht deine geliebten KMU……