Immer das Ozon
Beinahe jeden Tag wurde im letzten Monat an den meisten Messstationen der Ozongrenzwert überschritten, manchmal um mehr als das Doppelte.
Nun wären die Bundes und die kantonalen Regierungen durch verschiedene Gesetze und Abkommen verpflichtet, wirksame Massnahmen gegen die Luftverschmutzungen zu ergreifen.
- Durch das Protokoll von Göteborg
Die Schweiz verpflichtet sich zu einer Reduktion der Emissionen von Schwefeldioxid (SO2) um 40%, von Stickoxiden (NOx) um 52%, von flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) um 51% und von Ammoniak (NH3) um 13% gegenüber 1990. Nach heutiger Einschätzung sollten diese Ziele bei einem konsequenten Vollzug der geltenden Gesetzgebung, namentlich der Luftreinhalte-Verordnung, der Abgasvorschriften für Motorfahrzeuge und der Programme der Agrarpolitik, erreicht werden.
(Wie hoffnungsfroh … Wo bleibt der konsequente Vollzug?)
-Durch die Bundesverfassung
Sie fördert die gemeinsame Wohlfahrt, die nachhaltige Entwicklung, den inneren Zusammenhalt und die kulturelle Vielfalt des Landes. (Art. 2 Abs. 2)
1 Der Bund erlässt Vorschriften über den Schutz des Menschen und seiner natürlichen Umwelt vor schädlichen oder lästigen Einwirkungen.
2 Er sorgt dafür, dass solche Einwirkungen vermieden werden. Die Kosten der Vermeidung und Beseitigung tragen die Verursacher.
3 Für den Vollzug der Vorschriften sind die Kantone zuständig, soweit das Gesetz ihn nicht dem Bund vorbehält.
(Art. 74)
Bund und Kantone streben ein auf Dauer ausgewogenes Verhältnis zwischen der Natur und ihrer Erneuerungsfähigkeit einerseits und ihrer Beanspruchung durch den Menschen anderseits an. (Art. 73)
-Durch Bundesgesetz
1 Luftverunreinigungen, Lärm, Erschütterungen und Strahlen werden durch Massnahmen bei der Quelle begrenzt (Emissionsbegrenzungen).
2 Unabhängig von der bestehenden Umweltbelastung sind Emissionen im Rahmen der Vorsorge so weit zu begrenzen, als dies technisch und betrieblich möglich und wirtschaftlich tragbar ist.
3 Die Emissionsbegrenzungen werden verschärft, wenn feststeht oder zu erwarten ist, dass die Einwirkungen unter Berücksichtigung der bestehenden Umweltbelastung schädlich oder lästig werden.
(Art 11)
1 Emissionen werden eingeschränkt durch den Erlass von:
a.
Emissionsgrenzwerten;
b.
Bau- und Ausrüstungsvorschriften;
c.
Verkehrs- oder Betriebsvorschriften;
d.
Vorschriften über die Wärmeisolation von Gebäuden;
e.
Vorschriften über Brenn- und Treibstoffe.
2 Begrenzungen werden durch Verordnungen oder, soweit diese nichts vorsehen, durch unmittelbar auf dieses Gesetz abgestützte Verfügungen vorgeschrieben.
(Art 12)
1 Für die Beurteilung der schädlichen oder lästigen Einwirkungen legt der Bundesrat durch Verordnung Immissionsgrenzwerte fest.
2 Er berücksichtigt dabei auch die Wirkungen der Immissionen auf Personengruppen mit erhöhter Empfindlichkeit, wie Kinder, Kranke, Betagte und Schwangere.
(Art 13)
Die Immissionsgrenzwerte für Luftverunreinigungen sind so festzulegen, dass nach dem Stand der Wissenschaft oder der Erfahrung Immissionen unterhalb dieser Werte
a.
Menschen, Tiere und Pflanzen, ihre Lebensgemeinschaften und Lebensräume nicht gefährden;
b.
die Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich stören;
c.
Bauwerke nicht beschädigen;
d.
die Fruchtbarkeit des Bodens, die Vegetation und die Gewässer nicht beeinträchtigen.
(Art 14)
-Durch die Luftreinhalteverordnung
Obwohl die gesetzlichen Grundlagen also gegeben wären, kümmern sich weder Politik noch Hauptemitteure um deren Vollzug. So wehren sich TCS und ACS noch immer gegen das Partikelfilterobligatorium; und eine der Hauptvorläufersubstanzen von Ozon, nämlich die Stickoxide, bleibt in der Diskussion aussen vor. Obgleich zum Beispiel Mercedes schon vor über 30 Jahren einen DeNox-Kat für Diesler entwickelt hat, ist er bis heute nicht Dtandard. Dieselmotoren emittieren aber bis zu 50-mal mehr NOx als Benziner. Und der Gesetzgeber hat es noch nicht einmal fertig gebracht, Zweitaktmotoren zu verbieten – die lärmigen Stinker emittieren bis zu 500-mal mehr Ozonvorläufer als moderne Viertakter mit Kat.
Nun ist aber in vielen Gebieten der Schweiz die Ozonbelastung hausgemacht. Ein generelles Verbot von Diesel- und Zweitaktmotoren bei erheblicher Grenzwertüberschreitung würde den Ozongehalt der Luft sofort senken, denn Ozon lagert sich nicht an wie der Feinstaub, es wird immer aufs Neue gebildet.
Mittlerweile sind bald 20 Prozent der Bevölkerung mit einer Überempfindlichkeit geschlagen. Durch die erhöhte Luftverschmutzung und die Klimaerwärmung nahm auch die Zahl der Pollenallergiker erheblich zu, über 1 Million sind betroffen. Wie sieht es jetzt mit dem Umwelt-Bundesgesetz aus? (2 Er berücksichtigt dabei auch die Wirkungen der Immissionen auf Personengruppen mit erhöhter Empfindlichkeit, wie Kinder, Kranke, Betagte und Schwangere. (Art 13))
Trotz immer effizienterer Motoren nimmt der Verbrauch der Fahrzeuge jedes Jahr um 10 Prozent zu – die Kisten müssen ja immer schwerer und stärker sein. Und gleichzeitig weigern sich immer mehr Leute, ihre Verantwortung der Gesellschaft und der Umwelt gegenüber wahrzunehmen (wie ein hiesiger Blogger in bewundernswerter Verblendung schrieb: Ich beürworte den Umweltschutz, solange es keinen einschränkt. Grins. Derselbe Blogger brachte es schön auf den Punkt: Im meinem Fall fahre ich eben gern Auto und ich muss sagen ich nehme deine Zahlen für das Autofahren in kauf. Tut mir leid ist aber schlussendlich so.
Ich glaube nicht, dass wir das länger hinnehmen müssen.
Hier finden sich die Ozonwerte der letzten 30 Tage. Bedenkt, dass der Grenzwert während einer Stunde pro Jahr überschritten werden dürfte. Jedes der farbigen Felder ist eine solche Überschreitung. Noch einmal ganz langsam: Eine einzige Überschreitung würde ausreichen, um die Regierungen von Bund und Kantonen zu Massnahmen zu zwingen.
Also hopp dä Bäse!!

Hallo Pirelli
Ich danke Dir für diesen Artikel.
Für Angehörige der Parlamente ist es wichtiger, ein Pitbull-Verbot zu diskutieren (das notabene einzelne tragische Opfer forderte), als sich dem wirklich grossen Problem (z.B. Ein Siebtel der Bevölerung ist bereits Pollenallergiker!) zu stellen. Politiker sind meist träge oder/und werden von ebendiesen Automobil- und sonstigen Lobbyisten gesponsert (sorry für die Ausdrucksweise, ist aber so).
Heute wurde ein Lastwagen-Überholverbot auf einer Teilstrecke der Westumfahrung verabschiedet, ein weiteres Autobahnstück dem Verkehr übergeben, über den Ausbau des Gubristtunnels nachgedacht, doch über Massnahmen zur Einhaltung bestehender(!) Gesetze regt Bundesbern nicht mal den kleinen Finger – Nein, vertagt die Diskussion sogar auf den Sankt-Nimmerleinstag. SO-Nicht!!!
Hallo pirelli
du schreibst: “Trotz immer effizienterer Motoren nimmt der Verbrauch der Fahrzeuge jedes Jahr um 10 Prozent zu”
das stimmt ja wohl kaum.
“Der durchschnittliche Treibstoffverbrauch neuer Autos ist 2005 um zwei Prozent auf 7,67 Liter pro 100 Kilometer gesunken”
quelle: ignoranz.ch, “Eigenverantwortung funktioniert nicht: Treibstoffverbrauch muss vorgeschrieben werden”
Hallo Pirelli
du schreibst “So wehren sich TCS und ACS noch immer gegen das Partikelfilterobligatorium;und eine der Hauptvorläufersubstanzen von Ozon, nämlich die Stickoxide, bleibt in der Diskussion aussen vor”
naja…
“Der TCS empfiehlt den Konsumenten, nur noch neue Diesel-Personenwagen mit Partikelfilter zu kaufen”
“Der TCS fordert vom Bund, dass er Systeme zur Feinstaubreduktion für importierte Diesel-PW vorschreibt”
Quelle: TCS, http://www.tcs.ch/main/de/home/der_tcs/politik/pm10.html
was die Stickoxyde betrifft:
“Ozon ist ein unsichtbares und toxisches Gas, das aus drei Sauerstoffatomen (O3) besteht. Die Bildung des Sekundärschadstoffes Ozon erfolgt in der Troposphäre durch komplizierte chemische Reaktionen. Dabei sind vor allem Stickoxide (hauptsächlich aus Verbrennungsprozessen) und Kohlenwasserstoffe (aus menschlichen Aktivitäten und biologischen Prozessen) beteiligt.”
Quelle: TCS, Ratgeber “das Ozon”
Verbrauch der Neufahzeuge: 2003/2004 von 7,2 auf 7,9 Liter. Der aktuelle, minimale Rückgang ist auf den steigenden Anteil von Dieslern zurückzuführen, eine Folge der steigenden Preise. Und was die Diesler anrichten, wissen wir. Unter anderem emittieren sie trotz Filter noch bis zu 50-mal mehr Feinstaub, v.a. im Nanopartikelbereich. Und dies gilt nur für Neuwagen, denn wie auch der TCS schreibt. Was das Nachrüsten älterer Dieselfahrzeuge betrifft, so stehen Aufwand (1200 Franken) und Ertrag in einem krassen Missverhältnis zur erzielten Wirkung. So ist bei einer Nachrüstung mit Partikelfilter (sofern überhaupt lieferbar) das Reduktionspotenzial für Partikel nur etwa halb so gross wie mit einem geregelten Partikelfilter ab Werk.
TCS und Partikelfilter: Eine verblüffende Kehrtwende. Vor kurzem tönte der “Umwelt und Verkehr”-Beauftragte des Clubs, André Porchet, am Fernsehen noch ganz anders.
Aber immerhin.
Allerdings scheint der TCS sich nicht einmal auf der eigenen Website einig zu sein. So finde ich unter “Kampagnen und Projekte”: Die Entwicklung zeigt, dass der Markt (Autokonstrukteure) die Fahrzeuge mit partikelfiltern ausrüsten wird, sodass sich dieses Problem in Kürze und ohne Hilfe des Staates lösen wird.
Also will man doch kein Obligatorium. Das entspricht den Vorstellungen der sponsorenden Industrie: Filter als aufpreispflichtiges Zubehör.
Kohlenwasserstoffe (aus menschlichen Aktivitäten und biologischen Prozessen)
Dieses ist rührend schöngeschrieben. Hauptverursacher der flüchtigen organischen Substanzen (die man nicht so ohne weiteres mit den Kohlenwasserstoffen gleichsetzen darf) sind Strassenverkehr, Industrie und Gewerbe. Über “menschliche Aktivitäten” und “biologische Prozesse” habe ich nichts gefunden. Vielleicht meinen sie Methan, das wird aber i.d.R. von den VOC ausgeklammert.
Die Hochrechnung auf der Ozon-Seite des TCS ist tendenziös – und falsch. Weshalb sie sie wohl auch als “vereinfacht” bezeichnen
Abre egla.
Ein anderes Problem der Politiker ist, dass sie aufgrund ihres eigenen Unternehmens nur an sich denken — Beispiel Hutter, welche bei ihren schweren Baumaschinen gezwungen ist, ein Filter einzubauen.
Als ich damals die Arena mit ihr sah ging ich wirklich in die Luft. Sie sagte damals ja u.a. dass die Luft ja vor Grenzen keinen Halt macht. Ach wie recht doch diese Frau hat… Kurze Zeit später auf einem deutschen TV-Sender: Die Schweizer haben ja für schwere Baumaschinen auch ein Filterobligatorium und es funktioniert, also wo liegt bei uns das Problem?
Auch wenn mir dieses Obligatorium nur für schwere Baumaschinen viel zu wenig weit geht, so könnte es immerhin über die Grenzen hinaus eine Signalwirkung haben. Das interessiert die Unternehmung Hutter ja nicht…
Habe anschliessend an BR Leuenberger geschrieben mit der Forderung, ein generelles Filterobligatorium für öv’s einzuführen da wir Steuerzahler ja unglaubliche Summen da reinbuttern. Ne, geht nicht wegen den Abgasgrenzwertgesetzen die ja trotzdem eingehalten werden etc. Auch wenn er persönlich meine Forderung unterstützte so kommt wohl in der Schweiz wieder mal was in den Weg…
Wie will man einen Privaten dazubringen, einen Diesel mit Filter zu kaufen, wenn der Bus vor ihm keinen hat? Viele verstehen das einfach nicht, nach dem Motto: Wenn der andere es nicht macht, dann ich auch nicht.
Wo liegt denn das Problem mit den Filtern??? Man weiss, das das etwas nützt, also nichts wie los!
Die öffentlichen Verkehrsmittel werden rasant schnell mit Filtern ausgerüstet, die Quote liegt bereits bei über 70 Prozent. Sogar die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft investiert 100000 Franken pro Schiff für Filter.
Sämtliche städtischen Verkehrsbetriebe kaufen Neufahrzeuge nur noch mit Filter.
Da ist also nicht das Problem.
Das Hauptübel liegt, aus Sicht der Lufthygiene, darin, dass sie überhaupt noch auf Diesel als Treibstoff setzen und nicht auf Gas umsteigen.
Das ist dann leider nicht so schnell umzusetzen glaube ich. Schön zu hören, dass so viele freiwillig auf Filter umsetzen, ist doch immerhin auch schon was.
Woher soll denn das ganze Gas kommen? Ist es denn überhaupt möglich, soviel Gas zur Verfügung zu stellen? Sorry, kenne mich in diesem Bereich bei diesen Dimensionen nicht so aus. Ich weiss, wo ich für mein zukünftiges Auto, das dann hoffentlich ein Gasauto sein wird, Gas kriege, denn ein anderes kommt für mich nicht in Frage – ausser, wenn es eine andere gute oder bessere Alternative dazu gäbe.
Frau Hutter hat aber versucht, das Filterobligatorium aus wirtschaftlichen und anderen Gründen für Baumaschinen wieder über den Haufen zu werfen. Ist ihr glücklicherweise nicht gelungen, denn sie würde sicher nicht auf Gas umstellen wollen.
Die Gasvorräte sind wesentlich grösser als die Ölvorkommen. Aber auch Gas ist ein fossiler Brennstoff, also problematisch bezüglich Klimawandel. Durch den besseren Wirkungsgrad produziert es immerhin ein Viertel weniger CO2 pro Einheit als Flüssigbrennstoffe.
In der Schweiz werden zurzeit mehrere Biogasanlagen gebaut, das ist CO2-neutral.
Dann gibt es auch andere alternative Treibstoffe, z.B. Ethanol.
Es gibt auch mehrere Testbusse, die seit Jahren problemlos mit Wasserstoff fahren. Allerdings muss der Strom für die Wasserstoffproduktion ja auch irgendwo herkommen.
Aber zurück zum Ozon: Hier sind die Hauptverursacher Diesel- und Zweitaktmotoren.
Dass Biogas CO2-neutral ist wusste ich schon und dass momentan auch Anlagen gebaut werden. Finde ich absolut unterstützenswert sofern genügend lokale Biomasse produziert werden kann bzw. zur Verfügung steht. In Deutschland wird ja versucht Bio-Treibstoffe zu fördern – lobenswert. Nur wenn dafür in Indonesien Regenwald weichen muss, z.T. auch abgebrannt wird, dann habe ich schon meine Vorbehalte.
Moni
Genau das ist das Problem.
In Brasilien wird bereits massiv Regenwald abgehölzt, um Zuckerrohr für den Sprit anzubauen.
Letztendlich wird es nicht ohne Abstriche bei der persönlichen Mobilität gehen, auch wenn einige neoliberale Blogger das Heil nur in technischen Lösungen sehen.
Aber ich bin überzeugt, dass in nicht allzu ferner Zukunft die Mehrheit der Menschen so leben wird wie ich, dann ist schon viel erreicht.
Wohl eher kaum auch wenn ich nicht weiss, wie Du lebst. Deswegen fange ich aber noch nicht mit rauchen an;-))
Ein sehr interessanter Artikel über die Auswirkungen von Ozon auf die Flora findet sich hier:
http://www.ch-forschung.ch/index.php?artid=214
Ozon, ist nicht nur für feinfühlige Menschen ein problem, da die Substanz sehr reaktiv ist greift sie alle kautschuk-ähnlichen Stoffe an, und entstehen wonzige Löcher.(Nucleophiler Angriff auf die langen Kohlenstoffketten, wobei Bindungen der Kohlenstoffe gespalten werden.) Also auch beim Autopneu. Wenn dieser aufgeblasen ist und man den Wagen nicht bewegt, dann wird man irgendwann einen platten Reifen haben , da die Luft entwicht. In dem Fall bleibt nur ein neuer Pneu oder eben Schläuche, die in den Pneu gemacht werden müssen.
“Letztendlich wird es nicht ohne Abstriche bei der persönlichen Mobilität gehen, auch wenn einige neoliberale Blogger das Heil nur in technischen Lösungen sehen.”
Jaja, die bösen neoliberalen. Allerdings sehen die das so. Technische Problem -> technische Lösung.
“Aber ich bin überzeugt, dass in nicht allzu ferner Zukunft die Mehrheit der Menschen so leben wird wie ich, dann ist schon viel erreicht. ”
Das hingegen halte ich für praktisch ausgeschlossen. Aber es soll ja jeder selbst zu seinem Glück finden, nicht wahr.
Driv3r, ich mach mit dir eine 10-Jahres-Wette, dass du in ebendiesem Zeitraum ganz anders über deine Mobilität denken wirst.
Und: Also schlage mal technische Lösungen vor, ich bin gespannt. Die Rahmenbedingungen sind: Keine Waldrodungen (das würde das CO2-Problem potenzieren), sehr begrenzte Strassenausbaumöglichkeiten in der Schweiz, CO2-Reduktion muss Maxime sein (weitgehender Konsens bei fast allen Fachleuten weltweit), Luftverschmutzung muss reduziert werden.
Ich harre gespannt deiner Lösungsansätze.
Es gibt da ein paar verblüffende Ansätze, die den Energieverbrauch (und somit den Schadstoffausstoss) des MIV halbieren könnte: Stichwort 3-Liter Auto (Wir erinnern uns knapp an Mr. Hayek), Twike (www.twike.ch; 10mal sparsamer als ein Kleinwagen), für Kurzstrecken unter 10km (die meisten Pendler legen diese Distanz zurück: flyer (für Faule) oder ein Velo und das beste Rezept: Hirn vor der Zündung des Motors einschalten und das intelligenteste Verkehrsmittel wählen und nur die Hälfte der Kilometer abspulen! Aber wer nicht lernen will muss….
Was ich damit erläutern möchte: Die Technik für eine effizientere Nutzung wäre vorhanden, nur (manche) Menschen sind träge/faule Wesen!
Ich gehe mit dir einig, Gargi, schliesslich praktiziere ich das so ja schon lang.
Das einzige wahre Dreiliterauto allerdings war der VW Lupo, und der funktionierte mit Diesel, ohne Filter und Kat. Also ein Schuss in den Wind.
Das Problem hier ist, dass Driv3r der Meinung ist, dass er dann weiterhin Sportwagen fahren können wird, wenn sich die wunderbare geheimnisvolle Energiequelle erst der staunenden Öffentlichkeit zeigt. Auf die eben bin ich gespannt.
Also noch einmal, Driv3r: Du sagst, technisches Problem, daher technische Lösung, keiner muss seinen Mobilitätswahn (“Lebensstil”) zurückbuchstabieren.
Wie soll das gehen?
Ich harre voller Spannung deiner Ansätze.
“Das Problem hier ist, dass Driv3r der Meinung ist, dass er dann weiterhin Sportwagen fahren können wird, wenn sich die wunderbare geheimnisvolle Energiequelle erst der staunenden Öffentlichkeit zeigt. Auf die eben bin ich gespannt.”
Geheimnissvoll und wundersam wird diese Energiequelle vermutlich nicht sein. Wenn das Öl tatsächlich ausgehen sollte (wovon ich momentan nicht gerade den Eindruck habe) dann werden halt andere Energiequellen vermehrt genutzt werden müssen, das wäre dann hauptsächlich Kernkraft und Energie aus Kohlenkraftwerken, vielleicht auch noch ein paar Windmühlen und Solarpanels, aber die werden wohl keinen grösseren Anteil erreichen.
Die Herausforderung wird darin bestehen, gleich leistungsfähige Fahrzeuge wie heute mit elektrischem bzw. Gasantrieb zu bauen. Aber ich bin mir sehr sicher, dass die Industrie da ganz geschwind Lösungen anbieten wird, sollte es denn tatsächlich einmal soweit kommen.
“Also noch einmal, Driv3r: Du sagst, technisches Problem, daher technische Lösung, keiner muss seinen Mobilitätswahn (”Lebensstil”) zurückbuchstabieren.
Wie soll das gehen?
Eben. Kapazitäten erweitern und Forschung bzg. Energie- und Antriebskonzepte fördern. Ich denke nicht dass es jemals zur Diskussion stehen wird, den Individualverkehr abzuschaffen, auch nicht, wenn das Öl fehlt. Die Challenge ist doch eben gerade, auch unter veränderten Bedingungen den Fortschritt und die individuelle Freiheit weiterzuentwickeln.
Zurückbuchstabieren bzw. Verweigerung scheint mir da die allerletzte Option (nach dem Selbstmord) zu sein.
Driver3 wird lernen müssen, dass man in Gebieten mit grösser Bevölkerunsdichte sein Ego zugunsten des Wohls der Bürger ein bisschen zurückstecken muss. Der laute und Abgase verursachende provinziell-ländliche-agglo Pöbel wird in Zukunft draussen bleiben müssen, wenn er nicht lernt sich anständig zu benehmen.
Also ich werde weiterhin auf dem Land leben, und zum Einkaufen wie auch um Vergnügen zu haben, werde ich mit dem Auto in die Stadt fahren. Das kann mir niemand verbieten.
“Geheimnissvoll und wundersam wird diese Energiequelle vermutlich nicht sein. Wenn das Öl tatsächlich ausgehen sollte (wovon ich momentan nicht gerade den Eindruck habe) dann werden halt andere Energiequellen vermehrt genutzt werden müssen, das wäre dann hauptsächlich Kernkraft und Energie aus Kohlenkraftwerken, vielleicht auch noch ein paar Windmühlen und Solarpanels, aber die werden wohl keinen grösseren Anteil erreichen.”
Öl: schon mal was von peak-oil gelesen/gehört?
Kernkraft: am liebsten so wie in Iran?
Kohlekraftwerke: da gibt’s tatsächlich ein neues Pilotmodellkraftwerk in Florida: Clean Coal, da kommt nur noch CO2 raus und auch das lässt sich noch zurückbehalten, um in versiegende Ölquellen zu pumpen.
Du sprichst v.a. die Elektrizitätserzeugung an. Irgendwelche Alternativen zu den Treibstoffen?
@swissman: Wenn erst mal ein Road-Pricing eingeführt ist, wirst Du mit deinem Traktor den halben Einkaufswert als Gebühr entrichten müssen. Zur Kostensenkung kannst Du natürlich in einem Anhänger das ganze Dorf mitfahren lassen.
Frage: Wieso lebst Du auf dem Land?
@Gargi: Auf dem Land habe ich mehr Platz, es ist ruhiger, für’s gleiche Geld bekomme ich eine grössere und komfortablere Wohnung, ich zahle weniger Steuern und mit dem Auto bin ich in 20min in der Stadt und kann dort von den reichhaltigen Angeboten profitieren.
Zudem finde ich, dass Road-Pricing Diebstahl ist. Mit meinen Steuern bezahle ich bereits für die Strassen und für den Parkplatz bezahle ich Gebühren.
@Gargi: “@swissman: Wenn erst mal ein Road-Pricing eingeführt ist, wirst Du mit deinem Traktor den halben Einkaufswert als Gebühr entrichten müssen.”
Es gibt ja noch die Möglichkeit ins Ausland zu fahren zum Einkaufen. Die sind froh um Schweizer Kunden. Auch wenn sie mit dem Auto kommen.
Aber wenn du Willst bleib halt in der Stadt und wir bleiben auf dem Land. Ich könnte hier wunderbar überleben ohne jemals in die Stadt zu müssen. Ich hab genügend zu essen und zu Trinken.
Mal sehen wie lange ihr den Pöbel draussen lassen wollt und wie lange ihr nicht zum Pöbel aufs Land wollt um die Natur zu sehen.
Schon unglaublich, wie unbedarft und naiv euer Egoismus daherkommt. Und immer schön den Fünfer und s Weggli, gell. Kranke Kinder, hustende Erwachsene, sterbende Omis? Kümmert mich einen Dreck! Ich hab ja Platz auf dem Land und gute Luft im Grünen – selber schuld, wer in der Stadt wohnt, doof, wer aufs Auto verzichtet.
Das ist widerlich, mit Verlaub.
Denkt nur an euch selbst, und verlacht diejenigen, die das Augenmerk auf die Allgemeinheit richten und ihren Lebensstil anpassen.
Mich schüttelts – vor Ekel.
Noch einmal in Kürze: Das Gesetz schreibt Aktion vor, wenn der Grenzwert von 120 ppm während mehr als einer Stunde im Jahr überschritten wird.
So legen es unsere Politiker aus (im TV gesehen): Wird der Grenzwert an mehreren Tagen um das Anderthalbfache überschritten (180 ppm), dann herrscht Mitteilungspflicht. Erst wenn der an drei aufeinander folgenden Tagen um das Doppelte überschritten wird (240 ppm), herrscht eventuell Bedarf nach einer Aktion.
Ich fang jetzt dann auch an, Gesetze so auszulegen. Willkommen in der Berluskratie!
@Pirelli: “Schon unglaublich, wie unbedarft und naiv euer Egoismus daherkommt. Und immer schön den Fünfer und s Weggli, gell. Kranke Kinder, hustende Erwachsene, sterbende Omis? Kümmert mich einen Dreck! Ich hab ja Platz auf dem Land und gute Luft im Grünen – selber schuld, wer in der Stadt wohnt, doof, wer aufs Auto verzichtet.”
Ich sagte doch. Wenn ihr nicht Wollt das wir Landbewohner nicht mehr in die Stadt kommen mit unseren Stinkenden Autos, dann starte eine Petition und wir kommen nicht mehr. Ich hätte kein Problem nicht mehr in die Stadt zu kommen.
Aber wenn dann keine Landbewohner mehr zu euch in die Stadt kommen dann gehts euch da so gut mit der frischen Luft und so da müsst ihr uns auch nicht mehr auf dem Land auf die Nerven gehen und uns mit den vielen Kinderwagen, Leinenhunden usw. im Weg stehen und könnt in der Stadt bleiben. Das ist doch ein Deal. Wir bleiben auf dem Land und ihr in der Stadt.
mfG René
Also ich darf doch schon sehr bitten, liebe Mitbewohner.
Was soll denn dieser Krieg Städter gegen Landmenschen. Jeder vom Land geht doch gerne mal in die Stadt in den Ausgang, und jeder Städter geht gerne mal ins Grün auf dem Land.
Man würde besser die Strassen für diesen LandStadtverkehr ausbauen, so dass beide Seiten profitieren können.
@swissman:
Danke für die Reaktion, denn diese wollte ich provozieren, um genau Dir diese Antwort zu entlocken. Die Vorteile des Landlebens!
Wollte aber keinesfalls eine Stadt-/Landdiskussion herbeiführen, sondern darauf hinweisen, dass beide Bewohner sich gegenseitig respektieren sollen.
So finde ich’s auch nicht gut,wenn die Städter mit dem Auto die Landluft verpesten. Also erwarte ich das gleiche von der Landbevölkerung (damit Dein Vorteil der sauberen Luft auf dem Land nicht bald verschwunden ist).
Die Ozon-Werte sind übrigens auf dem Land viel höher, da es nicht so schnell abgebaut werden kann als in der Stadt. Als nicht-autofahrender Grossstädter kümmere ich mich somit um das Allgemeinwohl und besonders um die grüne Lunge der Landschaft. Verstanden!
Ich wollte Dir helfen, diesen Zusammenhang besser zu verstehen.
@_driv3r_
Du wirst das wahrscheinlich nie einsehen, da die grenzenlose Mobilität Dein oberstes Lebensziel ist.
pirelli sagte:
“Schon unglaublich, wie unbedarft und naiv euer Egoismus daherkommt. Und immer schön den Fünfer und s Weggli”
das mit dem fünfer und weggli beobachte ich eigentlich eher bei gewissen grünen (meine nicht dich persönlich).
die leben in der stadt, bushaltestelle vor dem haus, beste infrastruktur einkaufs- und ausgehmöglichkeiten um die ecke, super öv verbindungen, zur arbeit 10 minuten mit dem tram. logisch, dass man auch kein auto hat, braucht ja keins, sonst ist mobility um die ecke.
dann möchten sie aber keinen fluglärm, beste alpenluft, kein transitverkehr… sollen die andern auch aufs auto verzichten! führt road pricing ein, erhöht steuern, verbietet SUV’s, macht öv gratis, senkt das tempo auf autobahnen…!
vorteil: grün ist “in” man ist selber ja ein gutes beispiel (zum nulltariv), und wenn die forderungen durchkommen, hat man selber ja nur vorteile, die nachteile tragen andere. fünfer und weggli.
das ist auch egoismus.
Schade dass ihr den Sonderbundskrieg gewonnen habt!